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ALLBUS 1994 (ZA-Nr. 2400)

Erhebungszeitraum:

  • Februar 1994 bis Mai 1994

Wissenschaftlicher Beirat:

  • Klaus Allerbeck, Universität Frankfurt;
  • Jutta Allmendinger, Universität München;
  • Walter Müller, Universität Mannheim;
  • Karl Dieter Opp, Universität Leipzig;
  • Franz Urban Pappi, Universität Mannheim;
  • Erwin K. Scheuch, Universität Köln;
  • Rolf Ziegler, Universität München

Datenerhebung:

  • Infratest Burke (München) und Infratest Burke (Berlin)

Inhalt:

Trenderhebung zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung von Einstellungen, Verhalten und sozialem Wandel in Deutschland. Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sind für 1994:

  1. Wirtschaftslagen und Berufsleben
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat
  3. Einstellungen und Kontakte zu in Deutschland lebenden Ausländern
  4. Politische Einstellungen
  5. Einstellungen zur deutschen Vereinigung
  6. ALLBUS-Demographie
  7. Daten zum Interview
  8. Familie und sich ändernde Geschlechtsrollen II (ISSP 1994)
  9. Abgeleitete Indizes

Themen:

  1. Wirtschaftslagen und Berufsleben: Beurteilung der derzeitigen und zukünftigen Wirtschaftslage in Deutschland und im eigenen Bundesland; Beurteilung der eigenen derzeitigen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation; Ausbildung und Beruf; Dauer eigener Arbeitslosigkeit; soziale Herkunft; Beurteilung des bisherigen Berufserfolgs und erwartete berufliche Erfolge für die Zukunft; Einstellung zur eigenen Berufstätigkeit; Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes bzw. der betrieblichen Existenz.
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat: Selbsteinschätzung der sozialen Schichtzugehörigkeit; gerechter Anteil am Lebensstandard; Beurteilung des bisherigen Berufserfolgs, Vergleich mit Berufsposition des Vaters und berufliche Erwartung für die Zukunft; Einstellungen zum deutschen Wirtschaftssystem und Beurteilungen von wohlfahrtsstaatlichen Maßnahmen; Realisierung persönlicher Erfolgsvorstellungen; Einschätzung angemessener Ausbildungschancen für alle; Einstellungen zu sozialen Unterschieden und Erfolgsbedingungen; Bewertung der eigenen sozialen Sicherung; Haltung zur Ausweitung oder Kürzung von Sozialleistungen; Meinung zur Höhe des Einkommens im eigenen Haushalt.
  3. Einstellungen und Kontakte zu in Deutschland lebenden Ausländern bzw. Gastarbeitern: Staatsangehörigkeit; Einstellungsskala; Kontakte zu Gastarbeitern bzw. Ausländern (Split) in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis.
  4. Politische Einstellungen: Politisches Interesse; Postmaterialismus (Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, von Bürgereinfluß, von Inflationsbekämpfung und von freier Meinungsäußerung); Selbsteinstufung auf einem Links-Rechts-Kontinuum; Vertrauen in öffentliche Einrichtungen und Organisationen (Gesundheitswesen, Bundesverfassungsgericht, Bundestag, Stadt- oder Gemeindeverwaltung, Bundeswehr, Kirche, Justiz, Fernsehen, Zeitungswesen, Universität, Bundesregierung, Gewerkschaften, Polizei, Arbeitsämter, Rentenversicherung, Arbeitgeberverband, Kommission der Europäischen Gemeinschaft, Europäisches Parlament, Europäischer Gerichtshof); Sympathie-Skala für die CDU, SPD, CSU, F.D.P., Bündnis 90 / Die Grünen, Republikaner, PDS; Meinung zur Funktionsfähigkeit unseres politischen Systems (politische Unterstützung).
  5. Einstellungen zur deutschen Vereinigung: Einstellung zur Forderung nach mehr Opferbereitschaft im Westen und mehr Geduld im Osten; Wiedervereinigung ist vorteilhaft für Westen bzw. Osten; Abhängigkeit der Zukunft im Osten von der Leistungsbereitschaft seiner Bürger; Fremdheit der Bürger im anderen Teil Deutschlands; Leistungsdruck in den neuen Bundesländern; Einstellung zum Umgang mit individueller Stasi-Vergangenheit; Einschätzung des Sozialismus als Idee.
  6. ALLBUS-Demographie:
    • Angaben zur befragten Person: Geschlecht; Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter; Fragen zu Herkunft und Staatsangehörigkeit; Übersiedlung nach Ost- oder Westdeutschland; Wohnort (Bundesland, Regierungsbezirk, politische Gemeindegröße, BIK-Stadtregion, Boustedt-Gemeindetyp) und Wohndauer; Konfession, Kirchgangshäufigkeit; Wahlabsicht (Sonntagsfrage); allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung; Erwerbsstatus; Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, berufliche Aufsichtsfunktion, Betriebsgröße; Angaben zum ersten Beruf; Zeitpunkt der Aufgabe hauptberuflicher Erwerbstätigkeit; Angaben zum ehemaligen Beruf; Dauer von Arbeitslosigkeit; Befragteneinkommen; Familienstand.
    • Angaben zum gegenwärtigen Ehepartner: Allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung; Erwerbsstatus; Angaben zum gegenwärtigen Beruf.
    • Angaben zum nichtehelichen Lebenspartner: Gemeinsamer Haushalt mit Lebenspartner; Aufgabenteilung im Haushalt; Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter; allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung; Erwerbsstatus; Angaben zum gegenwärtigen Beruf.
    • Angaben zu den Eltern des Befragten: Allgemeiner Schulabschluß und berufliche Ausbildung von Mutter und Vater; Angaben zum Beruf des Vaters.
    • Haushaltsbeschreibung: Haushaltsgröße; Haushaltseinkommen; Wohnungstyp.
    • Angaben zu den einzelnen Haushaltspersonen (Haushaltsliste): Verwandtschaft der Haushaltspersonen zum Befragten; Geschlecht der Personen; ihr Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter; Familienstand.
    • Gegenwärtige Mitgliedschaften des Befragten (Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG), andere Gewerkschaft, politische Partei).
  7. Daten zum Interview: Interviewbeginn, Interviewende, Interviewdatum, Interviewdauer, Anwesenheit Dritter beim Interview (Anwesenheit von Ehegatte, Partner, Kindern, Familienangehörigen, sonstigen Personen); Kooperationsbereitschaft der Befragungsperson;
    Angaben zum Interviewer: Geschlecht, Alter, Schulabschluß, Identifikationsnummer.
  8. Familie und sich ändernde Geschlechtsrollen II (ISSP): Einstellung zur Berufstätigkeit von Müttern und verheirateten Frauen; Rollenverteilung von Mann und Frau in Beruf und Haushalt; präferierter Umfang der Berufsausübung von Frauen während verschiedener Phasen der Kindererziehung; Einstellungen zu Ehe, Alleinerziehenden, Zusammenleben vor der Ehe und Scheidung; Frage nach der idealen Kinderzahl; Ansichten zur Bedeutung von Kindern für das Leben; Meinung zur Trennung von Ehepartnern; Gehorsam oder selbständiges Denken als wichtigeres Lernziel; Berufstätigkeit der Mutter während der Kindheit des Befragten; gegenwärtige Häufigkeit von Treffen mit der eigenen Mutter; eigene Scheidung; Zusammenleben mit Ehepartner oder anderem Partner; frühere Scheidung des jetzigen (Ehe-) Partners; früheres Zusammenleben mit Partner ohne spätere Heirat; Meinungen zu bezahltem Mutterschaftsurlaub, zu finanziellen Hilfen für berufstätige Eltern und zu freigestelltem Schwangerschaftsabbruch; Meinungen zu vorehelichem Sex, Geschlechtsverkehr von Jugendlichen, außerehelichem Sex von Verheirateten und Erwachsenenhomosexualität; Erfahrung mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz; Einkommensverwaltung in der Ehe oder Partnerschaft; Aufgabenteilung im Haushalt; Teilung der Erwerbstätigkeit und Hauptverdiener in der Partnerschaft; Erwerbstätigkeit in verschiedenen Phasen der Kindererziehung; allgemeine Einstellungen zur Berufstätigkeit.
  9. Abgeleitete Indizes: Postmaterialismus-Index (nach Inglehart); Familientypologie, Haushaltsklassifikationen (nach Porst und Funk); Berufsvercodung gemäß ISCO (International Standard Classification of Occupations) 1968 und 1988; Berufsprestige (nach Treiman); Magnitudeprestige (nach Wegener); Einordnungsberufe (nach Terwey); Klassenlagen (nach Goldthorpe), Ost-West-Gewicht für gesamtdeutsche Auswertungen.

Grundgesamtheit und Auswahl:

  • Untersuchungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland
  • Personenstichprobe: Zweistufige, disproportional geschichtete Zufallsauswahl in West- (incl. West-Berlin) und Ostdeutschland (incl. Ost-Berlin) aus allen deutschsprachigen Personen, die zum Befragungszeitpunkt in Privathaushalten lebten und vor dem 01.01.76 geboren sind.
  • In der ersten Auswahlstufe wurden 104 Gemeinden in Westdeutschland und 47 Gemeinden in Ostdeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit proportional zur Zahl ihrer erwachsenen Einwohner ausgewählt.
  • In der zweiten Auswahlstufe wurden jeweils 40 Personen (in Großstädten ein entsprechendes Vielfaches davon) aus den Einwohnermeldekarteien zufällig gezogen.

Erhebungsverfahren:

  • Mündliche Befragung mit standardisiertem Fragebogen (PAPI - Paper and Pencil Interviewing)
  • schriftliche Zusatzbefragung (drop off) im Rahmen des ISSP

Primary Sampling Units / Sample-Points:

West:  111 Sample-Points (in 104 Gemeinden)
Ost:  51 Sample-Points (in 47 Gemeinden)

Ausschöpfungsquote:

West:  53,2 %
Ost:  55,2 %

Datensatz:

Anzahl der Befragten:  3450
Anzahl der Variablen:  436

Weitere Hinweise:

  • Befragte aus dem Bereich der neuen Bundesländer sind in den Daten überrepräsentiert (oversample).
  • Es wurde teilweise ein Fragebogen mit zwei Splitversionen verwendet: In den aus früheren ALLBUS-Studien bekannten Einstellungs- und Kontaktfragen zu Gastarbeitern wurde bei der Hälfte der Befragten das Wort "Gastarbeiter" durch "die in Deutschland lebenden Ausländer" ersetzt.
  • Eine in der Demographie vereinfachte Version des Datensatzes (194 Variablen) ist als ALLBUScompact 1994 (ZA-Nr. 3717) zusätzlich vorhanden.

 

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© GESIS Michael Terwey 16.04.2008