Verweissammlung Quantitative History. 7. Version vom 06.09.2005 (ZA-ZHSF). email: schloesser@za.uni-koeln.de. Bis 06.05.2002: Thomas Rahlf.

Dieses Dokument gibt es auch im PDF-Format.

[Inhalt]   [Einleitung]   [Links]  [Organisationen]   [Institutionen]   [Beispiele]   [Gedrucktes]   [Listen]  [Termine]
Datensätze: [Mittelalter]   [16. Jh.]   [17. Jh.]   [18. Jh.]   [19. Jh.]   [20. Jh.]   [Rest]


Kapitel 4
Institutionen


 4.1 Allgemein
 4.2 Lehre
 4.3 Archive

Eine Reihe von Instituten widmet sich der Anwendung von Informationstechnologien in den Geisteswissenschaften ohne spezielle geschichtswissenschaftliche Aktivitäten (wie z.B. das Institute for Advanced Technology in the Humanities, University of Virginia) oder mit eindeutig philologischem Schwerpunkt. Diese werden hier nicht aufgeführt.

Unter den folgenden Adressen findet man Einrichtungen, die vorrangig Studiengänge anbieten bzw. sich der Lehre widmen. Nicht aufgeführt werden solche, die zwar die Geistes-, aber nicht speziell die Geschichtswissenschaften im Blick haben (wie z.B. die Einrichtung ’Pallas (Humanities Computing)’ an der Universität Exeter).

4.1 Allgemein

4.1.1 Max-Planck-Institut für Geschichte, Abteilung Historische Fachinformatik, Göttingen

www.geschichte.mpg.de

Am Max-Planck-Institut für Geschichte existiert seit einigen Jahren das Projekt ’Historische Fachinformatik’, das ”Konzepte und Modelle zur EDV-gestützten Erfassung und Aufbereitung historischen Materials erarbeitet und erprobt.” Wesentlicher Bestandteil dieses Projektes war bislang die Entwicklung der Software KLEIO unter der Leitung von M. Thaller, dem nun der Bereich für historisch-kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung an der Universität Köln (4.2.1) obliegt. Über momentane Aktivitäten wird nichts berichtet.

4.1.2 Institut für Multimedia und Datenverarbeitung in den Geisteswissenschaften, Universität Rostock

www.uni-rostock.de/fakult/philfak/imd/index.htm

Das Institut an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock verfolgt zur Zeit drei geschichtswissenschaftliche Projekte. Das Projekt ’Multimedialer und Dynamischer Geschichtsatlas von Mecklenburg’ (betreut von G. Papay) basiert auf dem 1996 erschienenen Geschichtsatlas für Mecklenburg und Pommern. Geplant ist eine CD-ROM sowie eine Internetpräsentation. Zur Zeit gibt es aber Schwierigkeiten mit der Finanzierung, so daß dringend nach Förderern gesucht wird. Das Projekt ’Datenbanken und Historische Statistik’ (betreut von K. Krüger) mit dem Ziel einer ’Nordeutschen Historischen Datenbank’ enthält bislang die Daten der ersten Volkszählung von 1819 sowie der ersten modernen Kontribution von 1808 für Rostock und Wismar. Das Projekt ’Infographik / Historische Infographik’ (betreut von G. Papay) befaßt sich mit der visuellen Repräsentation wissenschaftlicher Ergebnisse. Schließlich wird ein ’Hypermediales Lehrbuch’ in 14 Kapiteln als ”Prototyp für Lehrbücher im Hypermedia-Zeitalter” angeboten, das in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung der Frauenhofer Gesellschaft, dem Historischen Institut und dem Institut für Geodäsie und Geoinfomatik an der Universität Rostock entstand.

4.1.3 Forschungsinstitut für Historische Grundwissenschaften (FHG), Universität Graz

www-fhg.kfunigraz.ac.at

Das FHG (Vorstand: Ingo H. Kropac) geht aus dem Institut für Historische Hilfswissenschaften hervor. Von diesem hat es die Aufgabe der Edition kritischer Ausgaben historischer Texte übernommen. Aus deren computergestützter Erstellung hat sich mittlerweile ein Bereich ’Historische Fachinformatik und Dokumentation’ entwickelt, der auch die Durchführung von Lehrveranstaltungen nach einem Ausbildungsplan beinhaltet. Hierzu wurde auch ein Diskussionsforum eingerichtet, das aber bislang noch keine Beiträge enthält. Sowohl die Lehrveranstaltungen als auch die zahlreichen am Institut durchgeführten Projekte haben ihren Schwerpunkt eindeutig im Bereich der Texteditionen. Wie man solche mit den Möglichkeiten der modernen Informationstechnik erweitern kann, versucht beispielhaft die ’Integrierte Computergestützte Edition (ICE)’ anhand von Regensburger Urkunden des Mittelalters und der frühen Neuzeit zu zeigen.

4.1.4 Centre de Recherche d’Histoire Quantitative, Université de Caen

www.unicaen.fr/unicaen/brv/centhis.shtml

Das Zentrum unter Leitung von Bernard Garnier befaßt sich mit verschiedenen Forschungsthermen, u.a. Krisen und Konflikten im 20. Jahrhundert, historischer Metrologie, der Psychoanalyse, historischer Kartographie oder wissenschaftlichen Editionen. Die Website beschränkt sich auf wenige Stichworte und die Angabe der Adresse.

4.1.5 Laboratoire de Médiévistique Occidentale de Paris (LAMOP)

panoramix.univ-paris1.fr/UFR09/LAMOP/lamop.html

Das an der Université de Paris angesiedelte LAMOP beschäftigt sich unter Leitung von J.-P. Genet in einer Abteilung ’Informatique et Médiévistique’ mit der Anwendung der Informationstechnik in verschiedenen mediävistischen Projekten. Ausführliche Beschreibungen findet man über die Erstellung einer prosopographischen Datenbank (PROSOP) sowie zu einer elektronischen Sammlung englischer und französischer politischer Texte (MEDITEXT). Hierzu werden auch mehrere CD-ROMs produziert. Im Internet wird ein ’Dictionnaire des auteurs actifs dans les champs de l’histoire et de la politique en Angleterre de 1300 à 1600’ in Form einer Datenbank angeboten.

4.1.6 Centre for Computing in the Humanities (CCH), King’s College, London

www.kcl.ac.uk/humanities/cch/

Das CCH ist eine Beratungs-, Lehr- und Forschungseinrichtung, die sich aber hauptsächlich mit linguistischen Themen befaßt. Es wird zwar auch ein Kursus ’Computing for Historians’ angeboten, dessen Unterlagen können aber nur intern abgerufen werden.

4.1.7 Humanities Advanced Technology and Information Institute (HATII), University of Glasgow

www.hatii.arts.gla.ac.uk

Das HATII, den Faculties of Divinity and Arts der Universität Glasgow zugehörig, widmet sich mit 12 Mitarbeitern der Anwendung von Informationstechnologien in den Kunst- und Geisteswissenschaften. Neben der Organisation von Konferenzen und Summer Schools und der Durchführung von Lehrveranstaltungen im Bereich ’humanities computing’ wird auch geforscht, einen historischen Bezug hat aber lediglich das sog. CHCC-Projekt (5.3.2).

4.1.8 The Centre for Data Digitisation and Analysis (CDDA), Queen’s University, Belfast

www.qub.ac.uk/cdda/

Das CDDA ist eines von fünf Zentren der School of Sociology and Social Policy der Universität Belfast. Es besteht aus zehn Mitarbeitern und hat sich auf die Digitalisierung großer Datenmengen bzw. auf die Beratung derartiger Projekte spezialisiert. In Arbeit befindet sich ein Projekt zur ’Great Irish Potato Famine’, ein Projekt zur Digitalisierung und Auswertung britischer Mortalitätsdaten vom Ende des 19. Jahrhunderts und bis zum Zweiten Weltkrieg (als Teil des ’British Isles Historical GIS Project’, 5.3.5) sowie zur Aufnahme und Bearbeitung diverser Statistiken verschiedener britischer und irischer Volkszählungen, letzteres in Zusammenarbeit mit dem History Data Service (4.3.3). Ein Teil dieser Daten wurde darüber hinaus zu Lehrzwecken auf einer CD-ROM zusammengestellt. Eine Datenbank zur irischen historischen Statistik (ebenfalls basierend auf Zensus-Daten) liegt bereits vor und wird zur Zeit für eine Online-Präsentation vorbereitet (5.1.13). Das Zentrum betreut schließlich drei Mailing-Listen, darunter eine namens ’history-digitisation’.

4.1.9 HIT Centre: The Humanities Information Technologies Research Programme at the University of Bergen

www.hit.uib.no

Das HIT ist ein Service-Center, an dem ein Forschungsprogramm zum Einsatz von Informationstechnologien in den Geisteswissenschaften eingerichtet wurde. Dessen Aktivitäten gehen zwar eher in den philologischen Bereich und insofern an unserem Thema vorbei; bis Oktober 2000 war das HIT aber auch Koordinationsstelle eines umfangreichen Projektes mit geschichtswissenschaftlicher Komponente: dem Projekt aco*hum. Bei aco*hum handelt es sich um ein SOKRATES-Netzwerkprojekt, das von 1996 bis 2000 realisiert wurde und an dem sich zahlreiche europäische Universitäten und Organisationen beteiligt haben. Ziel war eine Erforschung der Auswirkung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien auf Lehrinhalte und Methoden an höheren Bildungseinrichtungen sowie deren Bedeutung für Museen, Bibliotheken und Archive. Von sechs etablierten Arbeitsgruppen befaßte sich eine mit ’History and historical informatics’ (D. Buzetti, P. R. Denley, A. Prescott, I. Kropac, M. Thaller (4.2.1), G. M. Welling, J. Oldervoll). Deren Ziele waren: die Erstellung eines Kataloges digitaler Quellen für vergleichende Studien europäischer Regionen, die Erstellung einer Bibliographie zur historischen Informatik, die Erleichterung des Zugangs zu Computer-Hilfsmitteln und digitalen Quellen insbesondere für Studenten, die Entwicklung eines allgemeinen Curriculums der historischen Informatik, die Einführung eines Trainingsprogramms für Dozenten zur Integration der historischen Informatik in ihre Lehre, mit internationalem, kooperativen (Fern-) Unterricht zu experimentieren und schließlich darauf aufbauend einen ’European Masters Degree in historical informatics’ zu entwickeln. Über die Ergebnisse dieser Bemühungen ist bislang allerdings noch nichts bekannt. Lediglich ein ’Report after first year’ vom August 1997, der sich auf Ankündigungen beschränkt, ist abrufbar.

4.2 Lehre

4.2.1 Historisch-kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung, Universität Köln

www.hki.uni-koeln.de

Die Philosophische Fakultät der Universität Köln bietet einen Magisterstudiengang ’Informationsverarbeitung’ an, der die ”Entwicklung und Verwendung informationsverarbeitender Systeme in den Geisteswissenschaften” zum Gegenstand hat und dessen Schwerpunkte im sprachlichen und historisch-kulturwissenschaftlichen Bereich liegen. Letzterer wird seit dem Sommersemester 2000 durch M. Thaller vertreten. Ein Leitfaden erläutert die einzelnen Bestandteile des Studiums.

Neben Lehrveranstaltungen werden auch (zwei?) Forschungsprojekte auf den Weg gebracht. In einem noch nicht weiter erläuterten Projekt mit dem lustigen Namen ’Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis’ arbeiten P. Sahle und T. Schaßan. Kurz vor Beginn steht ein vom BMBF gefördertes Projekt mit Namen ’Prometheus’, in dem eine ”webgestützte Verwaltung eines Verbundes heterogener Bilddatenbanken im mittleren Größenbereich” konzipiert und realisiert werden soll. Im Blickfeld stehen hierbei die Archäologie und Kunstgeschichte. Im Rahmen dieses Projektes werden aller Voraussicht nach 3 halbe BAT II a-Stellen besetzt werden können, für die Anfragen und Bewerbungen entgegengenommen werden.

4.2.2 Postdoctorale opleiding Historische Informatieverwerking, Leiden

oasis.leidenuniv.nl/nhda/esf/esf.htm

Das vom Europees Sociaal Fonds geförderte Postgraduierten-Programm an der Universität Leiden wurde 1991 vom dortigen Institut für Geschichte und dem NHDA (4.3.5) ins Leben gerufen. Für jeweils maximal 16 Teilnehmer wird seitdem jedes Jahr für dfl. 2700,- ein einjähriger Vollzeit-Kurs (38 Std./Woche) als Weiterbildungsmaßnahme von Januar bis Dezember angeboten. Die Kursinhalte decken ein breites Spektrum der Anwendung moderner Informationstechnologien ab. Die Teilnehmer arbeiten auch an eigenen Projekten, deren Ergebnisse unter oben genannter Adresse einzusehen sind.

4.2.3 Historische Informatiekunde, Universiteit Leuven

fuzzy.arts.kuleuven.ac.be/F207/

An der katholischen Universität Leuven ist der Kursus ’Historische Informatiekunde’ (Pflicht-) Bestandteil verschiedener Studiengänge, unter anderem auch des Geschichtsstudiums. Die vermittelten Inhalte haben aber eher allgemeinen Charakter und sind nicht spezifisch auf historische Problemstellungen zugeschnitten.

4.2.4 Design & Implementation of Software for Historians (DISH), University of Glasgow

www2.arts.gla.ac.uk/History/DISH/dish.htm

Das Projekt DISH wurde 1985 gegründet und soll das ’historical computing’ in der Lehre und akademischen Tätigkeit an der Universität Glasgow fördern. Beteiligt sind die Departments Archaeology, Archives, History of Art, das Hunterian Museum sowie die School of History and Archaeology. In Zusammenhang damit steht ein History Courseware Consortium, das computergestützte Multimedia-Tutorien produziert. Die konkrete Realisierung dieses Projektes ist dem Netz jedoch nicht zu entnehmen.

4.3 Archive

4.3.1 Zentrum für historische Sozialforschung (ZHSF), Köln

www.gesis.org/Forschung/HSF/

Im Zentrum für Historische Sozialforschung (ZHSF) werden Daten aus der Historischen Sozialforschung (HSF) archiviert, aufbereitet und für Sekundäranalysen bereitgestellt. Im Gegensatz zu Daten der Empirischen Sozialforschung versteht man unter Daten der HSF die unter systematischen Gesichtspunkten für Forschungszwecke vom Primärforscher aufbereiteten historischen Quellen.

Die archivierten Datensätze der HSF unterscheiden sich hinsichtlich der Qualität der Aufbereitung durch den Primärforscher, ihres zeitlichen und räumlichen Geltungsbereichs sowie ihrer inhaltlichen Komplexität. Der Datenbestand umfasst sowohl Spezial- bzw. Detailuntersuchungen mit begrenzter Informationsmenge bzw. -tiefe und stark fokussiertem Raum- und/oder Zeitbezug als auch räumlich und zeitlich repräsentativ angelegte Studien, die die relevanten Daten sehr detailliert und breit erfassen.

Die Verwendung dieser Datensätze im Rahmen von Sekundäranalysen erstrecken sich auf jene Wissenschaftsgebiete, die auch mit historischen Daten arbeiten, wie die Politologie (z.B. die empirische Wahlforschung, die Parlamentarismusforschung), die Ökonomie (z.B. Wachstum und Entwicklung, Konjunktur, Preise, Geld und Währung), die Soziologie (z.B. soziale Mobilität, Indikatoren des sozialen Wandels, Bildung- und Wissenschaftsentwicklung, Stadtentwicklung) oder die historische Demographie (z.B. Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungsstruktur, Heiratsmuster, Statistik der Gestorbenen) und die Historische Statistik (Gebiete wie Kommunikation und Verkehr, gewerbliche und industrielle Produktion, Unternehmen und Arbeitsstätten, Staat und öffentliche Ausgaben, Urbanisierung, Gesundheitswesen usw.).

Weiterhin werden jährlich zweiwöchige ’Herbstseminare’ zur Ausbildung in Methoden der historischen Sozialforschung durchgeführt (8.6) und die Zeitschrift Historical Social Research / Historische Sozialforschung publiziert (6.1.5). Den inhaltlichen Schwerpunkt der Datenkollektion bilden gegenwärtig die Politische Geschichte, Wirtschaftsgeschichte, Stadtgeschichte, Sozialgeschichte sowie Bildungs- und Kulturgeschichte. Gegenwärtig sind mehr als 170 Datensätze der Historischen Sozialforschung im ZA archiviert.

4.3.2 The Inter-university Consortium for Political and Social Research (ICPSR), Michigan

www.icpsr.umich.edu

Das ICPSR ist nach eigenem Bekunden das größte sozialwissenschaftliche Datenarchiv der Welt. Mittlerweile werden über 3000 Datensätze archiviert, in deren ausführlichen Beschreibungen per Suchmaske oder anhand von vorgegebenen Kategorien recherchiert werden kann. Historische Datensätze-die nicht gezielt gesucht werden können-machen allerdings nur einen geringen Teil des Gesamtbestandes aus, vermutlich knapp 300. Fast alle Datensätze können unmittelbar heruntergeladen werden, entweder von jedermann nach Angabe einer email-Adresse oder von ’authorized users’: das sind solche, die in irgendeiner Form den ’ICPSR member institutions’ zugehörig zählen. 1998 hat das ICPSR begonnen, alle Dokumentationen zu den archivierten Datensätzen in das PDF-Format zu konvertieren, so daß sie mittelfristig alle online zur Verfügung stehen.

4.3.3 History Data Service (HDS), Essex

hds.essex.ac.uk

Der historische Datenservice wurde gemeinsam vom Joint Information Systems Committee und dem Arts and Humanities Research Board gegründet. Er ist eine Abteilung des UK Data Archive - dessen Direktor Kevin Schürer, bis vor kurzem Präsident des AHC (3.1), ist - an der University of Essex und des Arts und Humanities Data Service. Letzteres fungiert u.a. auch als Geldgeber für Projekte, so z.B. für das ’British Isle Historical GIS Project’ (5.3.5). Das Archiv bietet zur Zeit knapp 500 historische Studienbeschreibungen als Teilbestand der Sammlung des UK Data Archive an, in der über eine WWW-Schnittstelle (BIRON - Bibliographic Information Retrieval ONline) recherchiert werden kann. Testweise besteht auch die Möglichkeit, den HDS-Teilbestand über das Gateway des Arts and Humanities Data Service (AHDS, 4.3.4) abzufragen. Letzteres sucht auch in den Beständen vier anderer AHDS-Anbieter. Die Datensätze werden nicht unmittelbar zur Verfügung gestellt.

4.3.4 Arts and Humanities Data Service (AHDS), King’s College, London

www.ahds.ac.uk

Der AHDS ist ein Service, der vom JISC (Joint Information Systems Committee) und dem Arts and Humanities Research Board gegründet wurde, ”to collect, preserve and promote re-use of the electronic resources which result from research in the arts and humanities”. In ihm zusammengeschlossen sind der ’Archaeology Data Service’, der ’History Data Service’ (4.3.3), das ’Oxford Text Archive’, der ’Performing Arts Data Service’ sowie der ’Visual Arts Data Service’. Insgesamt werden so über 5000 Datensätze/-quellen erfaßt, in deren Beschreibungen online recherchiert werden kann.

4.3.5 Netherlands Historical Data Archive (NHDA), Amsterdam

www.niwi.knaw.nl/us/dd_nhda/dd_nhda.htm

Das NHDA ist mittlerweile Teil des NIWI (Nederlands Instituut voor Wetenschappelijke Informatiediensten). Die Initiative zur Gründung des NHDA geht auf das Jahr 1989 zurück und verdankt sich einer Kooperation des VGI (3.1.6) mit dem Steinmetz Archiv. 1991 bis 1995 als autonome Institution vorrangig mit zeitlich befristeten Projekten befaßt, wurde das NHDA 1995 der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences (KNAW) zugeordnet, im September 1997 schließlich als Abteilung des Netherlands Institute of Scientific Information Services. Es besteht aus vier Mitarbeitern. Zusammen mit dem Steinmetz Archiv ist es nun innerhalb des IT Department des NIWI zuständig für die Archivierung digitaler Daten. Der Name NHDA wird weiterhin für die Sammlung historischer Datensätze verwendet. Zur Zeit sind gut 300 Datensätze archiviert bzw. registriert. Insgesamt ist nur ein knappes Viertel tatsächlich im Archiv vorhanden, der überwiegende Teil ist lediglich registriert. Einige archivierte Datensätze können unmittelbar kopiert werden.

4.3.6 Dansk Data Arkiv (DDA), Odense

www.dda.dk

Das DDA wurde 1973 in Kopenhagen gegründet, 1978 der Universität Odense angegliedert, schließlich 1993 in die Gruppe der dänischen Staatsarchive aufgenommen. Die knapp 20 Mitarbeiter unter Leitung von Hans Jørgen Marker - dem derzeitigen Präsidenten des AHC (3.1) - widmen sich seither der Akquise, Beratung und Aufbereitung sozialwissenschaftlicher und medizinischer Datensätze, von maschinenlesbaren Daten der öffentlichen Verwaltung sowie der Zusammenstellung von Literatur zu diesen Daten. Bis Ende 1998 hat das DDA etwa 4800 datenproduzierende Projekte registriert, etwa 1200 Datensätze konnten vollständig dokumentiert aufgenommen werden. Die Beschreibungen der Datensätze können online durchsucht werden, anscheinend aber nur von etwa knapp 400 Datensätzen. In der Suchmaske werden zwar auch Jahresfelder angeboten, mit denen für die zu suchenden Datensätze Anfangs- und/oder Endzeitpunkte angegeben werden können, Eingaben verschiedenen Operatoren liefern aber keine Resultate. Eine Eingabe von ”histor*” in das Feld ’Contents’ lieferte 46 Treffer, davon beziehen sich etwa 25 auf die Zeit vor 1950. Das umfangreichste Angebot des DDA ist die ’Danish Demographic Database’ (5.1.8), die auch in einer CD-ROM-Fassung angeboten wird (5.2.5).

4.3.7 Digitalarkivet, Bergen

digitalarkivet.uib.no/index-eng.htm

Das Digitalarchiv stellt mit sehr dünner Personaldecke (eine Halbtagskraft sowie J. Oldervoll, der einen Tag in der Woche für das Archiv arbeiten kann) wenige, dafür aber umfangreiche Datensätze zur Verfügung: neben Besitzstandslisten, Kirchen- und Steuerbüchern aus dem 17. bis 19. Jahrhundert vor allem die norwegischen Volkszählungen 1801, 1865 und 1900. Auf alle Daten kann online zugegriffen werden.

4.3.8 NHDC: The Norwegian Historical Data Centre, University of Tromsø

www.rhd.uit.no/indexeng.html

Das NHDC ist eine Abteilung der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Tromsø. Sein Anliegen ist die Digitalisierung der norwegischen Volkszählungen seit 1865, von Kirchenbüchern und weiteren Quellen des 18. und 19. Jahrunderts mit dem Endziel der Erstellung eines ’Nationalregisters’ zu allgemeinen Forschungszwecken sowie für Schulen, Genealogen und Lokalhistorikern. Die bislang fertiggestellten Daten werden sowohl in gedruckter Form als auch auf Diskette für einzelne Verwaltungseinheiten verkauft. Wie man einer Abbildung entnehmen kann, gehen davon seit geraumer Zeit mehr als 1000 Stück jährlich über die Ladentheke. Das Zentrum ist auch Ausrichter der 15. Konferenz der AHC im Jahre 2003 (8.18).


[Inhalt]   [Einleitung]   [Links]   [Organisationen]   [Institutionen]   [Beispiele]   [Gedrucktes]   [Listen]   [Termine]
Datensätze: [Mittelalter]   [16. Jh.]   [17. Jh.]   [18. Jh.]   [19. Jh.]   [20. Jh.]   [Rest]


Verweissammlung Quantitative History. 7. Version vom 06.09.2005 (ZA-ZHSF). email: schloesser@za.uni-koeln.de. Bis 06.05.2002: Thomas Rahlf.

Dieses Dokument gibt es auch im PDF-Format.