Verweissammlung Quantitative History. 7. Version vom 06.09.2005 (ZA-ZHSF). email: schloesser@za.uni-koeln.de. Bis 06.05.2002: Thomas Rahlf.

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Datensätze: [Mittelalter]   [16. Jh.]   [17. Jh.]   [18. Jh.]   [19. Jh.]   [20. Jh.]   [Rest]


Kapitel 3
Organisationen


 3.1 Association for History and Computing (AHC)
 3.2 The Cliometric Society, Ohio
 3.3 European Historical Economics Society (EHES)
 3.4 Social Science History Association (SSHA)
 3.5 QUANTUM. Arbeitsgemeinschaft für Quantifizierung und Methoden in der historisch-sozialwissenschaftlichen Forschung e.V., Köln

Eine Reihe von Organisationen widmet sich der Anwendung von Informationstechnologien in den Geisteswissenschaften ohne spezielle geschichtswissenschaftliche Aktivitäten (so etwa die Association for Computers and the Humanities, New York, oder die Association for Literary and Linguistic Computing, London). Diese werden hier nicht aufgeführt.

3.1 Association for History and Computing (AHC)

grid.let.rug.nl/ahc/

Die Association for History and Computing (AHC) ist eine in ihrer jetzigen Form 1987 gegründete, internationale Organisation, die die Verwendung des Computers in der historischen Forschung und Lehre fördern möchte. Sie hält (hielt?) regelmäßig Konferenzen ab, so 1986 u. 1987 in London, 1988 in Köln, 1989 in Bordeaux, 1990 in Montpellier, 1991 in Odense, 1992 in Bologna, 1993 in Graz, 1994 in Nijmegen, 1995 in Montreal, 1996 in Moskau, 1997 in Glasgow, 1998 in Toledo. Die für 1999 in Groningen angesetzte Konferenz wurde mangels Beteiligung abgesagt, das General Meeting 2000 in Amsterdam ebenfalls. Ein am 4.6. in Florenz einberufenes Ersatztreffen vertagte die Entscheidung über die Zukunft des AHC auf die Tagung in Posen 2001 (8.14). Dort entschied man sich bei etwa hundert Teilnehmern gegen eine Auflösung des AHC. Das Amt des Präsidenten übernahm Hans Jørgen Marker (4.3.6), die Mailingliste H-AHC (7.1) wird in Zukunft von Leonid Borodkin (Moskau) geführt. Die nächste Konferenz findet 2003 in Tromsø statt (8.18). Bis zur Konferenz von Nijmegen einschließlich sind Sammelbände erschienen, seither keine mehr. Auch die Website insgesamt, beheimatet auf dem Server der Faculteit der Letteren der Universität Groningen, macht nicht gerade einen sehr gepflegten Eindruck. Sie bietet neben Informationen über die Gesellschaft Hinweise auf eine Diskussionsliste (7.1), eine Bibliographie und eine Verweisliste an. Weder die Bibliographie noch die Verweisliste sind jedoch aufgrund ihrer Fehlerhaftigkeit und mangelnden Aktualität zu empfehlen. Auf der Seite ’What’s new on the AHC site’ ist der letzte Eintrag vom 11. Mai 1998. An anderer Stelle werden zukünftige Publikationen für das Jahr 1994 (!) angekündigt. Die AHC hält eine Reihe von sog. ’membership associations’, die als nationale Unterorganisationen fungieren.

3.1.1 The Association for History and Computing, UK Branch

www.ucl.ac.uk/history/ahcuk/

Die britische Unterabteilung des AHC, zur Zeit am University College, London, hat (noch) etwa 150 Mitglieder. Die jährliche Mitgliedschaft kostet £ 18,- und schließt seit Januar 2000 nicht mehr das Abonnement der Zeitschrift History and Computing (6.1.6) ein. Die Website besteht lediglich aus fünf internen Verweisen: auf ein Antragsformular zur Mitgliedschaft, zwei auf Listen der AHC-Mitglieder bzw. Committee-Mitglieder, die beide nicht funktionieren und zwei Verweisen auf einen Newsletter 1 vom Januar 1999. In diesem Newsletter (mit durchaus selbstkritischem Tenor), der eigentlich mindestens halbjährlich erscheinen sollte, regt D. Spaeth an, daß die UK branch eine eigene Publikationsstrategie verfolgen sollte (mit einem Newsletter, einer Website und mittelfristig einer eigenen Zeitschrift, evt. in Form eines Jahrbuches).

3.1.2 American Association for History and Computing (AAHC)

www.theaahc.org

Die U.S.-amerikanische Gesellschaft macht einen wesentlich aktiveren Eindruck. Sie verleiht einen ’Book Prize’ sowie einen ’Multimedia Prize’, organisiert Veranstaltungen (8.8), gibt eine Reihe ’Reflections on Technology and History’ heraus, in der bislang zwei Bände erschienen sind, führt (demnächst) Workshops durch und publiziert eine Online-Zeitschrift (6.1.7). Der Vorstand besteht aus Dennis A. Trinkle (Executive Director), Ken Dvorak (Secretary/Treasurer), D. Antonio Cantu (President), Jeffrey G. Barlow (Herausgeber der Zeitschrift), Deborah L. Andersen, Steve Hoffman, Ryan Johnson, Jessica Lacher-Feldman, Charles H. Mackay, Scott Merriman, Daniel J. Pfeifer, J. Kelly Robison, David Staley und Jere L. Jackson. Die Mitgliedschaft beträgt für Studenten $ 15,-, für assoziierte Mitglieder $ 10,-, für Institutionen $ 150,-, für alle anderen $ 30,-.

3.1.3 Arbeitsgemeinschaft Geschichte und EDV e.V (AGE)

www.age-net.de

Die deutsche Sektion des AHC, 1999 nach eigenen Angaben etwa 40 Mitglieder umfassend, nimmt Mitglieder für einen Jahresbeitrag von DM 15,-/30,-/60,- (einfach, Arbeitslose/Studenten, Instituts-/Fördermitglieder) auf. Die Aktivität ist zur Zeit aber anscheinend eingeschlafen: Die Rubriken ’Aktuelles’ und ’Journal’ enthalten keinen Eintrag, weiterhin findet man Protokolle für die Jahre 1995 und 1997 sowie einen Diskussionsbeitrag zu den ”Perspektiven” des Vereins, ebenfalls aus dem Jahr 1997.

3.1.4 Gesellschaft zur Förderung der Computeranwendung in der historischen Forschung und Lehre

www-fhg.kfunigraz.ac.at/h+c/

Auch in Österreich ist der AHC mit einer nationalen Unterabteilung vertreten. Die Gesellschaft unter Vorsitz von Peter Teibenbacher hat etwa 20 Mitglieder. Sie hat zwei Diskussionsforen eingerichtet (ein allgemeines, eines zur Software KLEIO), die aber bislang noch keine Beiträge enthalten.

3.1.5 Verein ’Geschichte und Informatik’ (G&I)

www.cx.unibe.ch/hist/ahc-ch/

Die schweizer Abteilung des AHC (z. Zt. ohne Vorsitzenden, Vize-Präsident: Christophe Koller) wurde 1989 gegründet und hat etwa 100 Mitglieder. Der Verein führt unregelmäßig Tagungen durch und gibt alle ein bis zwei Jahre ein ’Bulletin Geschichte und Informatik’ heraus (6.1.8). Dessen Bezug ist in der Mitgliedschaft für Fr. 20,-/30,-/65,- (Student(inn)en/regelmässig Verdienende/Gönner und Institutionen) enthalten.

3.1.6 Vereniging voor Geschiedenis en Informatica (VGI)

www.vgi-online.org/

Unter Vorsitz von Onno Boonstra hat die 1987 gegründete niederländisch- belgische Sektion des AHC etwa 250 Mitglieder. Sie führt Konferenzen durch und gibt eine Reihe ’Cahiers voor Geschiedenis en Informatica’ sowie in Zusammenarbeit mit dem NIWI (siehe unter 4.3.5) und dem Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam einen Newsletter ’Historia & Informatica’ heraus.

3.2 The Cliometric Society, Ohio

cs.muohio.edu/Clio/

Die Cliometric Society hat sich der Förderung der Anwendung ökonomischer Theorie(n) und statistischer Techniken in der Wirtschaftsgeschichte verschrieben. Sie wurde in ihrer jetzigen Form 1983 gegründet, hat ihren Sitz in Ohio und ihre Geschäftsstelle an der North Carolina State University. Das Board of Trustees besteht zur Zeit aus zwei ex-officio-Mitgliedern (Samuel H. Williamson als Executive Director und Eugene White als Herausgeber der Explorations in Economic History, 6.1.1) und acht weiteren (Lee Craig, Timothy Guinnane, Kevin O’Rourke, Angela Redish, Jean-Laurent Rosenthal, Richard Sylla, John Wallis und Susan Wolcott). Die Gesellschaft finanziert regelmäßig Sektionen auf den jährlich stattfindenden Konferenzen der Allied Social Science Association (8.7) sowie wiederholt auf dem International Economic History Congress und hält jährlich mit Unterstützung des National Science Foundation eigenständige Konferenzen ab (8.11). Darüber hinaus wurden 1985, 1989, 1997 und 2000 sog. ”Weltkonferenzen” organisiert (8.5). 1992 wurde eine Kooperation mit der European Historical Economic Society (3.3) geschlossen. Sie veröffentlicht einen Newsletter in drei Ausgaben pro Jahr mit Interviews von Cliometrikern, Zusammenfassungen von Konferenzbeiträgen sowie einer Art Umschau. Die Mitgliedschaft steht grundsätzlich jedem offen und kostet derzeit $ 12,50 (Studenten), $ 22,50 (reguläre Mitglieder) bzw. $32,50 (Institutionen). Mitglieder erhalten neben dem Newsletter ermäßigte Abonnements der Zeitschrift Explorations in Economic History und haben für weitere $ 35,00 die Möglichkeit einer Doppelmitgliedschaft in der European Historical Economics Society (3.3). Die Website ist an manchen Stellen nicht auf dem aktuellen Stand. Den umfangreichsten Teil machen neben vermischten die Beiträge der Cliometric Sessions bei den ASSA Meetings aus, die ab 1990 angeboten werden, allerdings in einer Form, in der Formeln und Tabellen praktisch nicht lesbar sind (fehlende Sonderzeichen etc.). Ganz interessant sind die ’Results from Surveys of Cliometrics Conference Participants’, die den Verbleib der zwischen 1985 und 1998 auf den Konferenzen vorgestellten Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden dokumentieren.

3.3 European Historical Economics Society (EHES)

www.eh.net/EHES/

Die EHES wurde nach einer Initiative auf dem ’Second World Congress of Cliometrics’ 1989 im Jahre 1995 formell gegründet. Der Vorstand besteht z. Zt. aus: James Foreman-Peck (President), Leandro Prados (President-Elect), Bob Millward (Secretary-General), Kristine Bruland, Albert Carreras, Pierre-Cyrille Hautcoeur, Kevin O’Rourke, Karl Gunnar Persson, Peter Solar, Gianni Toniolo und Bart van Ark (Trustees). Die Gesellschaft sieht ihre Aufgabe in der Förderung der Ausbildung in europäischer Wirtschaftsgeschichte, sie hält Konferenzen ab (8.15), führt Summer Schools durch (8.2) und gibt eine Zeitschrift heraus (6.1.2). Deren Bezug ist in der Mitgliedschaft eingeschlossen. Die Mitgliedschaft kostet £ 20,- im Jahr. Für einen Betrag von $ 57,50 bzw. £ 34,- erhält man eine Doppelmitgliedschaft in der EHES und der Cliometric Society (3.2).

3.4 Social Science History Association (SSHA)

www.ssha.org

Die 1974 gegründete Gesellschaft möchte ”die Qualität historischer Erklärung verbessern”, vor allem durch die Verwendung relevanter Theorien und Methoden verwandter Disziplinen, insbesondere der Sozialwissenschaften. Dazu wird unter anderem eine Zeitschrift publiziert (6.1.3), ein Newsletter, der neuerdings auch online herausgegeben wird, es werden Konferenzen organisiert (8.16) und Summer-Schools durchgeführt. Der Vorstand besteht z. Zt. aus: Harvey J. Graff (President), Leslie Page Moch, O. Vernon Burton, Margo Anderson, William Roy, Seth Widgerson und Christiane Harzig. Eine Mitgliedschaft, die den Bezug der Zeitschrift mit einschließt, kostet jährlich $ 15,-/ 50,- (Studenten/regulär).

3.5 QUANTUM. Arbeitsgemeinschaft für Quantifizierung und Methoden in der historisch-sozialwissenschaftlichen Forschung e.V., Köln

www.wiso.uni-koeln.de/quantum/quantum.htm

Die Arbeitsgemeinschaft QUANTUM wurde 1975 gegründet. ”Quantum hat sich zum Ziel gesetzt, die quantitative historisch-sozialwissenschaftliche Forschung zu fördern. Hierzu pflegt der Verein einen interdisziplinären und internationalen Kontakt mit Forschern und Forschungseinrichtungen, um deren Ergebnisse genauso wie die eigenen der Allgemeinheit näher zu bringen.” Der Vorstand besteht z. Zt. aus: W. H. Schröder, R. Metz, J. Sensch, H. Thome u. R. Ponemereo. Der Verein hat momentan etwa 600 Mitglieder. Die Mitgliedschaft steht jedem frei und kostet jährlich 25 Euro für Einzelmitglieder. Sie beinhaltet ein Abonnement der Zeitschrift Historical Social Research / Historische Sozialforschung (6.1.5), dessen Online-Supplement vom Verein herausgegeben wird.


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