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Frage 1:
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Hat der ALLBUS ein konstantes Frageprogramm?
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Frage 2:
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Welche Materialien sind zu den einzelnen Umfragen erhältlich?
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Frage 3:
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Welche Fragen wurden bislang im ALLBUS repliziert?
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Frage 4:
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Ist der ALLBUS eine Panelstudie?
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Frage 5:
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In welchen Untersuchungen wurden ALLBUS-Daten bisher verwendet?
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Frage 6:
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Ist bei der Analyse eine Gewichtung der Daten nötig?
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Frage 7:
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Welche Auswirkungen hat es, daß manche ALLBUS-Stichproben nach
dem ADM-Design und andere aus Einwohnermelderegistern gezogen wurden?
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FRAGE 1:
Gibt es ein konstantes Frageprogramm, d.h. werden in den
ALLBUS-Umfragen immer dieselben Fragen gestellt?
ANTWORT:
Der ALLBUS wird seit 1980 alle zwei Jahre durchgeführt. In der Regel ist der
ALLBUS wie folgt aufgebaut:
1. Ein Block von Fragen ist konstant. Dies sind Fragen zu demographischen
Merkmalen, u.a. Familienstand, Haushaltszusammensetzung, Bildung und Beruf,
sowie einzelne weitere Fragen nach grundlegenden gesellschaftlich relevanten
Merkmalen, wie z.B. dem politischen Interesse und dem Wahlverhalten.
2. Daneben gibt es kleinere Frageblöcke zu bestimmten Themengebieten, die im
Abstand von etwa 4 bis 6 Jahren wiederholt werden. Beispiele dafür sind die
Wahrnehmung von Umweltbelastung, Einstellungen und Kontakte zu Ausländern
und Einstellungen zu Ehe und Familie.
3. Jede ALLBUS-Befragung hat ein bis zwei größere Schwerpunktthemen. 1996
war dies z.B. die Einstellung gegenüber verschiedenen ethnischen Gruppen. Es
wird angestrebt, die Schwerpunktthemen in 10-jährigem Abstand zu replizieren.
Vgl. ausführlicher den Überblick über das
Fragenprogramm.
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FRAGE 2:
Welche Materialien sind zu den einzelnen Umfragen erhältlich?
- ANTWORT:
Das Zentralarchiv bietet zu jeder ALLBUS-Erhebung ein Codebuch als gebundenes Buch oder als
ASCII-Datei auf CD-Rom an (Ansprechpartner im
ZA). Neben den Codebüchern zu den
Einzelerhebungen gibt es ein Codebuch für den kumulierten ALLBUS, der alle Daten der Fragen
enthält, die mindestens einmal repliziert wurden. Die Codebücher dokumentieren u.a. die genauen
Fragetexte, die Häufigkeitsverteilungen der Variablen - seit 1991 auch nach Ost und West getrennt
- sowie Details zu Besonderheiten der einzelnen Fragen und Variablen. Die Codebücher zu den
Einzelerhebungen enthalten darueber hinaus den dazugehörigen ALLBUS-Methodenbericht.
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FRAGE 3:
Welche Fragen wurden bislang im ALLBUS repliziert?
ANTWORT:
Eine Antwort darauf geben Codebuch und Daten des kumulierten ALLBUS. Dieser enthält alle
Fragen, die im ALLBUS-Gesamtprogramm mindestens zweimal gestellt wurden. Das Codebuch
dokumentiert u.a. den Wortlaut der Fragen und die Häufigkeitsverteilungen der entsprechenden
Antworten (Codebuchrecherche).
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FRAGE 4:
Ist der ALLBUS eine Panel-Studie, d.h. werden in jeder ALLBUS-Befragung dieselben Personen
befragt?
ANTWORT:
Nein, für jede ALLBUS-Befragung wird eine neue Stichprobe von Personen gezogen.
Der ALLBUS stellt demnach eine Serie von Querschnittserhebungen dar. Da ein Teil der Fragen
wiederholt wird, können auch Längsschnittauswertungen durchgeführt werden.
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FRAGE 5:
Wo bekomme ich einen Überblick über bisherige Untersuchungen, die ALLBUS-Daten
verwenden?
ANTWORT:
In der ALLBUS-Bibliographie: sie dokumentiert alle uns bekannten Arbeiten mit ALLBUS-Daten.
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FRAGE 6:
Ist bei Analysen eine Gewichtung der Daten nötig? Sind entsprechende Gewichtungsvariablen in den
ALLBUS-Datensätzen enthalten?
ANTWORT:
Es gibt zwei Besonderheiten der ALLBUS-Stichproben, die in bestimmten Analysen die
Verwendung von Design- oder Transformations-Gewichten erfordern oder nahelegen:
Design-Gewicht (Ost-West-Gewicht):
Eine Design-Gewichtung ist erforderlich, wenn Aussagen für die Bevölkerung Gesamtdeutschlands gemacht werden sollen, ohne nach Ost- und Westdeutschland zu
differenzieren. Seit 1991 wird der ALLBUS auch in den neuen Bundesländern durchgeführt Um zu
vermeiden, daß die Fallzahl für spezifische Analysen der ostdeutschen Bevölkerung zu klein wird,
sind Befragte aus den neuen Bundesländern überproportional in der ALLBUS-Stichprobe vertreten.
Eine Gewichtungsvariable, die diese Disproportionalität korrigiert, ist im ALLBUS-Datensatz
enthalten (Ost-West-Gewicht). Vgl. zur Konstruktion des Gewichts den jeweiligen Methodenbericht sowie
Gabler (1994).
Werden Analysen für Ost- und Westdeutschland getrennt durchgeführt, ist eine Gewichtung nicht
notwendig.
Transformationsgewicht:
Eine Transformations-Gewichtung kann sinnvoll sein, wenn personenbezogene Auswertungen mit
den ALLBUS-Daten aus den Jahren 1980 bis 1992 sowie 1998 gemacht werden. In diesen
ALLBUS-Jahrgängen hatte nicht jede Untersuchungsperson die gleiche Wahrscheinlichkeit, in die
Stichprobe zu gelangen. Die Ursache liegt darin, daß hier die Stichproben nach dem ADM-Design
gezogen wurden. Beim ADM-Design wird zunächst eine Haushaltsstichprobe gezogen, wobei die Haushalte
(unabhängig von ihrer Größe) die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit haben. Bei der anschließenden
Zufallsauswahl je einer Person aus jedem Haushalt hängt die Auswahlwahrscheinlichkeit von der
Haushaltsgröße ab: Je größer der Haushalt, desto geringer ist die Auswahlwahrscheinlichkeit für ein
einzelnes Haushaltsmitglied. Die unterschiedlichen Auswahlwahrscheinlichkeiten der Personen können durch ein im
ALLBUS-Datensatz enthaltenes Gewicht, dem Transformationsgewicht, korrigiert werden.
Das Gewicht errechnet sich aus der Zahl der insgesamt im Haushalt in Frage kommenden Personen
(der sogenannten reduzierten Haushaltsgröße), dividiert durch ihr eigenes arithmetisches
Mittel, um die Fallzahl trotz Gewichtung konstant zu halten. Die Frage, ob das Transformationsgewicht verwendet werden sollte, ist umstritten - u.a. deshalb,
weil die durch das Transformationsgewicht korrigierte Verzerrung einer anderen Verzerrung
entgegenwirkt, die dadurch erzeugt wird, daß kleinere Haushalte schwerer erreichbar sind als
größere. (vgl. kumuliertes Codebuch 1980-96, "Stichproben und Transformationsgewicht"
(S.9-12); sowie Hartmann/Schimpl-Neimanns,
1992).
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FRAGE 7:
Welche Auswirkungen hat es für meine Analysen, daß die Stichproben der ALLBUS-Befragungen
bis 1992 nach dem ADM-Design gebildet wurden, 1994 und 1996 aber Stichproben aus den
Einwohnermelderegistern zur Anwendung kamen?
ANTWORT:
Sowohl das ADM-Design als auch die Stichprobenziehung aus Einwohnermelderegistern führen zu
repräsentativen Stichproben für die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Ein Unterschied
besteht allerdings in den Auswahlwahrscheinlichkeiten der Befragten: Die aus den Einwohnermelderegistern gezogene Personenstichprobe ist auf Personenebene
selbstgewichtend, weil alle Zielpersonen die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit haben.
Beim ADM-Design dagegen werden lediglich die für Interviews vorgesehenen Haushalte
gleichwahrscheinlich ausgewählt. Die Auswahlchance der einzelnen Befragten hängt von der Größe
des Haushalts ab, in dem sie leben - genauer gesagt: von der Anzahl der Haushaltsmitglieder, die der
Grundgesamtheit der Umfrage angehören (der sog. "reduzierten Haushaltsgröße"). Je größer diese
Anzahl der zur Grundgesamtheit der Umfrage zählenden Individuen im Haushalt ist, desto geringer
ist die Auswahlchance der einzelnen Person. Vom Prinzip her muß deshalb bei den ALLBUS-Studien der Jahre 1980 bis 1992 und 1998 bei
Auswertungen auf Personenebene eine Gewichtung vorgenommen werden, die proportional zum
Wert der reduzierten Haushaltsgröße ist (Transformationsgewichtung).
In der Auswertungspraxis wird dieser Anforderung in der Regel nicht entsprochen. Dies ist jedoch
normalerweise unproblematisch, weil sich bei der Mehrzahl der Fragestellungen gewichtete und
ungewichtete Ergebnisse nicht oder nur geringfügig unterscheiden. Ganz allgemein hängt die Stärke
des Gewichtungseffektes davon ab, wie groß der Zusammenhang zwischen der reduzierten
Haushaltsgröße und dem interessierenden Merkmal ist. Bei einem nur geringen Zusammenhang hat
die Transformationsgewichtung auch nur einen geringen Effekt auf die Merkmalsverteilung, bei einem
stärkeren Zusammenhang dagegen sind auch die Unterschiede zwischen gewichteten und
ungewichteten Ergebnissen größer. Wer sehr genau vorgehen möchte, sollte deshalb bei
Auswertungen der ALLBUS-Studien 1980 bis 1992 und 1998 auf Personenebene seine Analysen
sowohl gewichtet als auch ungewichtet durchführen und überprüfen, ob die Gewichtung die
Resultate beeinflußt. Unterscheiden sich gewichtete und ungewichtete Ergebnisse, liegt es insbesondere bei
Zeitvergleichen zwischen ALLBUS-Studien mit unterschiedlichem Stichprobendesign nahe, zu
gewichten, um den Unterschieden in der Auswahlwahrscheinlichkeit Rechnung zu tragen. Allerdings
ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß bei einer Validierung anhand von Ergebnissen
des Mikrozensus die mit der reduzierten Haushaltsgröße gewichteten Resultate z.T. schlechter
ausfallen als die ungewichteten. Die Ursache dafür ist, daß das Merkmal "reduzierte
Haushaltsgröße" in Studien nach dem ADM-Design aus stichprobentheoretischen Gründen und
aufgrund des Ausfallgeschehens im Feld zumeist selbst Verzerrungen aufweist. Diese bestehen
insbesondere in einer Unterrepräsentierung von allein lebenden Personen. Es tritt somit ein Effekt
auf, welcher der design-bedingten höheren Auswahlchance von Personen in kleineren Haushalten
entgegenwirkt (vgl. u.a. Peter Hartmann und Bernhard Schimpl-Neimanns: Sind Sozialstrukturanalysen mit Umfragedaten möglich? Analysen zur Repräsentativität einer
Sozialforschungsumfrage, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 44/2 (1992):315-340).
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© GESIS Michael
Blohm 04.06.2007
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