|
|
Beschreibung des Datensatzes
Die GESIS-ZUMA-Verbraucherpaneldaten basieren auf dem
ConsumerScan Haushaltspanel der GfK, das 12000 Haushalte umfasst und als
Quotenstichprobe angelegt ist. Der GESIS-ZUMA-Datensatz ist eine Unterstichprobe
der GfK-Daten und besteht aus jenen 9064 Haushalten, die im Jahr 1995
durchgängig ein Haushaltsbuch geführt haben.
Die GESIS-ZUMA-Verbraucherpaneldaten, die als Scientific Use
File für die Forschung zur Verfügung gestellt werden, umfassen zwei
Datenarten:
Die beiden Datenarten können mittels einer
Haushaltsidentifikationsnummer auf Haushaltsebene verknüpft werden. Im
folgenden werden die je Datenart verfügbaren Informationen näher
beschrieben.
-
Einzeldaten über
Produktkäufe des Haushaltes 1995
Kern des Erhebungsprogramms des GfK ConsumerScan
Haushaltspanels ist die möglichst fortlaufende Erfassung der Käufe eines
Haushaltes bzw. von Personen mit genauen Informationen über Zeitpunkt des
Kaufs und Art der gekauften Produkte. Die am Panel teilnehmenden Haushalte
tragen ihre Käufe in ein Haushaltsbuch ein, das sie in regelmäßigen
Abständen (wöchentlich) zum Marktforschungsinstitut schicken. Der
Schwerpunkt des GfK ConsumerScan Haushaltspanels liegt auf sog. fast
moving consumer goods, also insbesondere verpackten Lebensmitteln und
Produkten der Haushaltsführung.
Aus methodischer Sicht handelt es sich hierbei um
Ereignisdaten, mit denen in kontinuierlicher Zeit diskrete und
kontinuierliche Informationen über den Wareneingangsprozess gemessen
werden. Bei diesen Daten stellt das gekaufte Produkt die
Beobachtungseinheit dar. Es handelt sich somit um eine asymmetrische
Datensatzstruktur, da je Haushalt i.d.R. unterschiedlich viele
Produktkäufe vorliegen, deren Zuordnung zu einem spezifischen Haushalt
über eine Haushaltsidentifikationsnummer erfolgt.
Für jeden Produktkauf liegen folgende Merkmale vor:
-
Datum des Einkaufs,
-
Wochentag des Einkaufs,
-
Warengruppe des Produktes (insgesamt werden im
Verbraucherpanel 81 Warengruppen erfasst),
-
Teilmarkt des Produktes (dies entspricht i.d.R. der
Geschmacksrichtung),
-
Einkaufsstätte,
-
Anzahl der gekauften Produkte,
-
Normal-/Sonderpreis,
-
Gesamtmenge,
-
Gesamtausgaben für den Kauf,
-
Zeitdauer seit letztem Kauf,
-
Sortiernummer des Einkaufs (diese gibt an, um den
wievielten Kauf des jeweiligen Produktes seit Beginn des Jahres es
sich bei dem jeweiligen Kauf handelt),
-
sowie warengruppenspezifische Attribute, wie z.B.
Verpackungsart, Sorte, Konzentration usw.
Neben diesen kontinuierlich erfassten Informationen werden
pro Haushalt zu bestimmten Zeitpunkten sozio-ökonomische und
einstellungsbezogene Daten erfasst.
-
Einzeldaten über die
sozio-ökonomische und demografische Lage des Haushaltes und über
Einstellungen der haushaltsführenden Person
Die sozio-ökonomische und demografische Lage des
Haushaltes wird mittels einer schriftlichen Befragung jeweils zum Anfang
eines Jahres erfasst. Im GESIS-ZUMA-Datensatz sind aus drei Wellen (1994, 1995
und 1996) folgende Haushaltsmerkmale verfügbar:
-
Bundesland,
-
Ortsgröße,
-
Alter der haushaltsführenden Person,
-
Anzahl der Kinder (bis 6, unter 14, unter 18 Jahre),
-
Berufstätigkeit der HH-führenden Person,
-
z. Zt. ausgeübter Beruf des Hauptverdieners,
-
früherer Beruf des Hauptverdieners,
-
Schulbildung des Hauptverdieners,
-
Hausgröße,
-
Ausstattung des Haushaltes (Waschmaschine,
Geschirrspülmaschine, Mikrowelle, Videorekorder etc.), Gartenbesitz/-nutzung,
Gartengröße, Haustiere (Katze, Hund, Wellensittich etc.)
Die Daten der drei Panelwellen sind mittels der
Haushaltsidentifikationsnummer miteinander verknüpfbar und erlauben es,
auch haushaltsspezifische Veränderungen der sozialen Lage des Haushaltes
zu erfassen.
Einstellungen zu Ernährungs- und Umweltfragen
werden im Verbraucherpanel der GfK durch Einschaltung von postalischen
Erhebungen erfasst. Da i.d.R. die haushaltsführende Person für die
Einkäufe eine Art gate-keeper darstellt, ist sie es, deren
konsumrelevante Einstellungen erhoben werden. Im GESIS-ZUMA-Datensatz befinden
sich die Einstellungsdaten von zwei eingeschalteten Umfragen, und zwar vom
Oktober 1994 und vom Oktober 1995. Diese Datensätze befinden sich im
gleichen Datensatz wie die sozio-ökonomischen Daten und sind ebenso über
die Haushaltsidentifikationsnummer mit den Kaufdaten verknüpfbar.
Die Einstellungsdaten umfassen folgende Items:
-
Ansichten zur Ernährung: Hierbei handelt es sich
um 41 Items, in denen die Präferenzen beim Nahrungsmittelkauf erfasst
werden (z.B. ob medizinisch gesunde oder naturbelassene Produkte
bevorzugt werden, in welcher Weise Kriterien wie Entdeckerfreude,
Herkunft der Produkte, Vollwertkost Frische, Hausmannskost,
Markenartikel, Vitamine/Mineralstoffe oder Zubereitungskomfort etc.
eine Rolle spielen).
-
Ansichten zu Dingen des täglichen Lebens:
Hierzu gehören 20 Items, mit denen das Ausmaß des Interesses an
neuen Produkten, der traditionellen Lebensführung, der
Erlebnisorientierung, der Qualität etc. erhoben wird.
-
Ansichten zum Thema Umwelt: Mit 13 Items werden
Umweltbewusstsein, Umweltverhalten und die Einstellung zum Verhältnis
von Umwelt, Staat und Industrie erfasst.
-
Preisbewusstsein der haushaltsführenden Person, summativer
Index aus den Werten von 3 Itempaaren wie z.B. "Ich suche beim
Einkauf gezielt Sonderangebote, weil ich dadurch doch ganz erheblich
sparen kann – Es ist mir zu umständlich, beim Einkauf nach
Sonderangeboten zu suchen, das lohnt letztlich den Aufwand
nicht".
Weiterführende Informationen zu den
erhobenen Einstellungen finden sie
hier.
Eine interdisziplinären Arbeitsgruppe hat sich mit dem
Forschungspotential dieser Daten auseinandergesetzt und die Resultate 1999
in einem Symposium diskutiert. Die daraus entstandenen Analysen sind im Sonderheft
7 der ZUMA-Nachrichten veröffentlicht. Neben einem detaillierten
Einblick in die Praxis und das Datenerhebungsprogramm von
Verbraucherpanels, wie sie z.B. bei der Marktforschungen der GfK
unterhalten werden, enthält der Band Untersuchungen zu Fragen der
Flexibilität von Preisbildungsvorgängen, des Lebensstils im
alltäglichen Konsums, der Gesundheitsorientierung im Konsumverhalten, der
Umweltorientierung und ihrer Umsetzung im Kauf alltäglicher
Haushaltungsprodukte, der Gewohnheitsbildung und Risikorientierung bei
Kaufentscheidungen sowie der sozio-ökonomischen Einbettung des Kaufs
spezieller Produkte wie z.B. alkoholischer Getränke. Diese Untersuchungen
bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für grundlagen- und
anwendungsorientierte Fragen der Konsumforschung mit Verbraucherpaneldaten.
Weiterführende
Informationen zu den Datensätzen finden Sie hier.
© GESIS Georg Papastefanou
06. November 2007
|