|
Heiratsmuster von Migranten und Ausländern in Deutschland
Mit den Daten des Mikrozensus werden die Heiratsmuster verschiedener Zuwanderergruppen aus
den ehemaligen Anwerbeländern, die in der Bundesrepublik die größten ausländischen
Bevölkerungsgruppen darstellen, untersucht.
Eine „erfolgreiche“ Integration in die Gesellschaft des
Aufnahmelandes setzt voraus, dass zwischen Personen
des Aufnahme- und des Herkunftslandes persönliche Kontakte bestehen, d.h. eine
Interaktion von Gesellschaftsmitgliedern über (ethnische) Gruppengrenzen
hinweg stattfindet. Interethnische Ehen gelten, da die Ehe eine intime, exklusive und lang anhaltenden
Beziehung ist, die heutzutage in der Regel aus einer belohnenden persönlichen
Beziehung zwischen zwei Personen resultiert, als zentrale Indikatoren der
gesellschaftlichen Integration.
Aus diesem Grund werden in dem Forschungsprojekt einerseits interethnische
bzw. binationale Ehen fokussiert. Es sollen Unterschiede der Nationalitätengruppen hinsichtlich ihrer Einheirat in die
deutsche Bevölkerung herausgestellt und Erklärungsansätze für die
resultierenden Heiratsmuster aufgezeigt werden.
Des Weiteren liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf Ehen, die von
Migranten über die deutsche Grenze hinweg geschlossen wurden. Da diese
sog. transnationalen Ehen in der Bundesrepublik bisher kaum
wissenschaftliche Beachtung gefunden haben, wird zunächst deskriptiv
untersucht, in wie weit diese Option von den verschiedenen Nationalitätengruppen
wahrgenommen wird und wie sich gegebenenfalls der Stellenwert einer solchen Partnerwahl
über die Generationen hinweg verändert hat. Im Rahmen der Auseinandersetzung
mit Integrations- und Ausgrenzungsprozessen ist eine Beschäftigung mit
transnationalen Ehen zwingend, da – so die Annahme – diese auf den
Integrationsprozess einer Minderheitengruppe hinderlich wirken, indem sie
die Assimilation der Folgegenerationen hemmen. In transnationalen Ehen
ist weniger ziellandspezifisches Kapital vorhanden, welches die Integration
der Kinder – z.B. hinsichtlich ihres Bildungserfolgs – erschwert.
Kontakt: Julia
H. Schroedter
Schroedter, Julia H. (2006): Binationale Ehen in Deutschland. In:
Wirtschaft und Statistik 4/2006: 419-431.[PDF:
560 kB]
© GESIS Yvonne Lechert
08. August 2007
|