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Personen ohne Bildungsabschluss
Im Rahmen des Forschungsprojektes beschäftigen wir uns,
ausgehend von einer Betrachtung der allgemeinen Entwicklung des
Bildungssystems in den letzten Dekaden, mit der Gruppe am unteren Bereich
der Bildungsskala, die über keinerlei Bildungsabschluss verfügt. Mit
Daten des Mikrozensus untersuchen wir, wer diese Personen sind, welche
Merkmale die Wahrscheinlichkeit erhöhen, zu dieser Gruppe zu gehören und
welche Auswirkungen das Fehlen von Bildungszertifikaten auf die
Erwerbschancen und Lebenslagen dieser Personen hat.
Die bildungspolitische Diskussion in den letzten Jahren
konzentrierte sich primär auf das obere Bildungssegment, so z.B. auf die
Frage, auf welchem Wege man das Bildungsangebot für so genannte
Eliteschüler weiter verbessern könnte oder auf die Diskussion um
Reformen im Hochschulbereich. Verkürztes Abitur, Überspringen von
Klassen, Eliteschulen, Eliteuniversitäten und Kinderuniversitäten stehen
im Focus der öffentlichen Diskussion, nachdem sich der Anteil von
Schülern und Studenten auch bildungsfernerer Schichten in den 1970er und
1980er Jahren dauerhaft im sekundären und tertiären Bildungsbereich
erhöhen konnte. Diese Fokussierung auf das "obere" Segment in
der deutschen Bildungslandschaft ist aus zweierlei Gründen nicht
nachvollziehbar. Zum Einen vor dem Hintergrund der demographischen
Entwicklung. Aufgrund der damit verbundenen langfristigen Abnahme des
Arbeitskräftepotentials sowie eines absehbaren bzw. z. T. schon
vorhandenen Mangels an Facharbeitskräften müsste sich die Diskussion
stärker auf die Ausschöpfung von Begabungsreserven z.B. durch Erhöhung
der Frauenerwerbsquote oder die Verbesserung der von Seiten der Wirtschaft
allseits beklagten mangelnden Kernkompetenzen der Schulabsolventen
konzentrieren. Zum Anderen verlässt Jahr für Jahr fast jeder zehnte
Schüler das Schulsystem ohne Abschluss, mit erheblichen Konsequenzen auf
individueller Ebene aber auch für den Arbeitsmarkt.
Kontakt: Yvonne
Lechert, Paul Lüttinger
© GESIS Yvonne Lechert
02. August 2007
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