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Varianzschätzung mit Mikrozensusdaten unter Berücksichtigung des Stichprobendesigns

Der Mikrozensus (MZ) wird als geschichtete Flächenstichprobe mit Auswahlbezirken als Primäreinheit durchgeführt. Im faktisch anonymisierten Mikrozensus (FAMZ) sind nicht alle Schichtungsvariablen verfügbar. Weiterhin stellt die Auswahl des FAMZ aus dem MZ eine weitere Erhebungsstufe dar. Dieses komplexe Design hat zur Folge, dass bei Varianzschätzungen auf der Basis der faktisch anonymisierten Mikrozensusdaten nicht von der Standard-Annahme einer einfachen Zufallsstichprobe ausgegangen werden kann. Für Hochrechnungen bzw. Populationsaussagen konnten bislang nur die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Design-Effekt-Faktoren verwendet werden. Diese Faktoren liegen jedoch nicht für jedes Untersuchungsmerkmal vor und berücksichtigen nicht die beim faktisch anonymisierten File erfolgte Ziehung einer 70%-Substichprobe auf Haushaltsebene. Nachdem erstmals im Mikrozensus 1996 für Zwecke der Hochrechnung unter Berücksichtigung des Stichprobendesigns die Gebäudeschicht sowie die Kennung der Primäreinheit (systemfreie Auswahlbezirksnummer) zur Verfügung stehen, konnte in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrich Rendtel (J.W. Goethe-Universität, Frankfurt/M.) die Frage untersucht werden, wie Nutzer der faktisch anonymisierten Mikrozensusdaten das Stichprobendesign bei der Varianzschätzung angemessen berücksichtigen können. Zur Varianzschätzung werden Programme für die gängigen Statistikpakete (SAS, SPSS, Stata) entwickelt.

  • Rendtel, U; Schimpl-Neimanns, B., 2001: Die Berechung der Varianz von Populationsschätzern im Scientific Use File des Mikrozensus ab 1996. ZUMA-Nachrichten 48: 85-116.

  • Rendtel, U.; Schimpl-Neimanns, B., 2000: Varianzschätzungen für den faktisch anonymisierten Mikrozensus. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 220/6, 2000, S. 759-776.

Kontakt: Bernhard Schimpl-Neimanns

 

© GESIS Yvonne Lechert 02. August 2007