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Zur Abgrenzung nichteheliche Lebensgemeinschaften im Mikrozensus

Andrea Lengerer 

Nichteheliche Lebensgemeinschaften werden im Mikrozensus erst seit 1996 mit einer direkten Frage erfasst, deren Beantwortung freiwillig ist. Für die Zeit vor 1996 und im Fall von Item-Nonresponse wird vom Statistischen Bundesamt ein Verfahren zu deren Schätzung vorgeschlagen, das hier erläutert und auf seine Validität hin überprüft wird. Ein Abgleich mit dem Fragekonzept zeigt, dass das Schätzkonzept im Fall nichtehelicher Lebensgemein­schaften von Personen verschiedenen Geschlechts zu zuverlässigen Ergebnissen kommt. Bei gleichgeschlechtlichen Paargemeinschaften erweist sich die Schätzung als weniger valide.

Ausgehend davon wird ein Verfahren zur Abgrenzung nichtehelicher Lebensgemeinschaften von Personen unterschiedlichen und gleichen Geschlechts in den verschiedenen Erhebungs­jahren des Mikrozensus vorgeschlagen. Bis einschließlich des Mikrozensus 1995 werden nichteheliche Lebensgemeinschaften vollständig geschätzt, ab dem Mikrozensus 1996 wird eine Kombination aus Frage- und Schätzkonzept angewandt. Auch erste deskriptive Befunde zur Verbreitung und Entwicklung dieser Form des partnerschaftlichen Zusammenlebens seit Beginn der 1970er-Jahre werden präsentiert.

Die zur Abgrenzung nichtehelicher Lebensgemeinschaften notwendige Syntax wird später über die Web-Seiten des German Microdata Lab (www.gesis.org/Dauerbeobachtung/GML/ index.htm) in Form eines Mikrodaten-Tools frei zur Verfügung gestellt.

  • Lengerer, Andrea (2007): Zur Abgrenzung nichtehelicher Lebensgemeinschaften im Mikrozensus. ZUMA-Methodenbericht 2007/04 [PDF: 187 kB].

 

 
© GESIS Yvonne Lechert 09. August 2007