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Historische Parlamentarismus-, Eliten- und Biographieforschung
Der Forschungsbereich "Historische Parlamentarismus-, Eliten- und
Biographieforschung" verfolgt vor allem drei Ziele:
1. Grundlagenforschung:
Die Erforschung des Parlamentarismus und der politischen Führungsgruppen
in der deutschen Geschichte verfügt zu großen Teilen über keine
geeignete flächendeckende Datenbasis über die handelnden Akteure.
Demzufolge richtete sich das Forschungsinteresse vorwiegend auf die
Analyse von institutionellen und politischen Rahmenbedingungen und den
Verlauf parlamentarischer Verhandlungen auf der Basis qualitativer
Inhaltsanalysen, wobei Personen als systematisches Forschungsfeld in
diesem Zusammenhang keine Rolle spielten. Der Projektbereich
Parlamentarismus- und Biographieforschung hat sich daher die Aufgabe
gestellt, biographische Daten deutscher Parlamentarier zu erschließen und
der Forschung zur Verfügung zu stellen.
2. Methodenentwicklung:
- Kollektive Biographik: Zur Bezeichnung der verschiedenen
methodischen Verfahren im Rahmen der personenbezogenen
Parlamentarismus- und Eliteforschung hat sich seit mehreren Jahren der
Begriff "kollektive Biographik" eingebürgert.
"Kollektive Biographik" kann man definieren als "die
theoretisch und methodisch reflektierte, empirische, besonders auch
quantitativ gestützte Erforschung eines historischen
Personenkollektivs anhand einer vergleichenden Analyse der Lebensläufe
der Kollektivmitglieder".
- Inhaltsanalyse: Zur Analyse des politischen Handelns der
Parlamentarierkollektive werden u.a. verschiedene inhaltsanalytische
Verfahren zur Anwendung gebracht. Neben klassischen Verfahren der
Quellenauswertung werden dabei auch Möglichkeiten der computergestützten
quantitativen Inhaltsanalyse von Parlamentsprotokollen erprobt.
3. Serviceleistungen:
- Datenservice: Die erhobenen Daten gehen in das allgemeine
Serviceangebot ein. Über den wissenschaftlichen Benutzerkreis hinaus
eignen sich die Ergebnisse in besonderer Weise für Serviceleistungen
in den Bereichen Politik und Medien (z.B.
Personal-Informationsdienst).
- Methodische Beratung: Die langjährigen Erfahrungen auf dem
Gebiet der Methodenentwicklung und -anwendung im Bereich der
Parlamentarismus- und Elitenforschung finden auch im Beratungsangebot
ihren Niederschlag. Seit 2003 wird
die individuelle Betreuung von Forschungsprojekten durch die
internetbasierte
Beratungsplattform unterstützt, die wiederum mit dem
Online-Angebot des ZHSF-Methodenseminars vernetzt ist.
© GESIS Wilhelm H. Schröder
07.03.2007
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