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Virtualisierung/Online-Datenbanken
Das ZHSF hat das Konzept "Online-Repetitorium
und virtuelle Beratungsplattform" entwickelt und 2003 erstmalig
umgesetzt. Hier wird die individuelle
Betreuung von Forschungsprojekten durch eine internetbasierte Beratung
unterstützt, die wiederum mit dem Online-Angebot des ZHSF-Methodenseminars
vernetzt ist.
In drei
Online-Datenbanken werden seit 2001 die Erträge zur historischen
Parlamentarismus- / Biographieforschung einem großem Nutzerkreis
zur Verfügung gestellt.
- Die
multimediale Datenbank „Sozialdemokratische
Parlamentarier 1867-1933“ enthält Biographien und Fotos sowie
ausgewählte Reden (vgl. Projektbeschreibung unten).
- Die
Datenbank „Deutsche
Landtagsabgeordnete 1918-1933“ enthält einen biographischen und
parlamentarischen Index der Abgeordneten.
- Mit
BIORAB/Weimar
und BIOKAND
werden derzeit zwei passwortgeschützte Datenbanken über die Biographien der
Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik sowie über
sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete und -kandidaten für die Online-Nutzung
aufbereitet.
Projektbeschreibung BIOSOP-Online
Die Informationsbasis der hier vorliegenden Online-Datenbank geht auf
mehrjährige Forschungen zurück, die am Zentrum für Historische
Sozialforschung unter Federführung von Prof. Wilhelm Heinz Schröder
durchgeführt wurden (Forschungsprojekt BIOSOP). Das Projekt leistete einen
Beitrag zur Erforschung politischer Eliten im Rahmen interdisziplinärer
Wahl-, Parlamentarismus-, Parteien- und Verbändeforschung.
Einige der Hauptquellen der Erforschung politischer Eliten stellen die
systematisch elaborierten und wissenschaftlich gesicherten Lebensläufe
ihrer Mitglieder dar. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Auswertung eines
Personenkollektivs. Durch die Untersuchung der Zusammensetzung,
Rekrutierung, Verflechtung und Transformation von Eliten wurden
Erkenntnisse über die Sozialstruktur, das Schichtgefüge, die
Mobilitätsprozesse einer Gesellschaft und den damit verbundenen Wandel
gewonnen.
Es ging also nicht darum, alle zu einzelnen Personen
ermittelbaren Fakten zusammenzutragen, sondern nur solche zu erfassen, die
für alle oder zumindest für viele Mitglieder des Kollektivs recherchiert
werden konnten und die als Indikatoren für die genannten sozialen Prozesse
von Bedeutung seit konnten.
Die vorliegende Datenbank enthält Informationen über:
-
Personennamen: Name, Vorname(n), weitere Namen, Titel.
-
Personenstandsangaben: Geburtsdatum, Geburtsort; Sterbedatum, Sterbeort;
Beruf des Vaters, ggf. der Mutter; Religionsbekenntnis (ggf.
Bekenntniswechsel bzw. Austritt); Familienstand, bei Frauen Zahl der
Kinder.
-
Sozialisation: Schul-, Weiter- und Hochschulausbildung; Berufsausbildung
(„erlernter“ Beruf); Militärverhältnisse; Wanderschaft; Beitritt zur
Arbeiterbewegung.
-
Berufstätigkeit: hauptamtliche Berufspositionen bzw. Positionen, die
überwiegend zum Haupterwerb dienen; relevante nebenamtliche
Berufspositionen.
- Funktionen
in Politik, Parteien, Verbänden, öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft:
relevante Funktionen in den genannten Bereichen im Ehren- oder Nebenamt
(als Hauptamt vgl. Berufstätigkeit).
-
Parlamentarische Ämter und Mandate: relevante parlamentarische Ämter;
relevante parlamentarische Mandate.
-
Delegierungen: Mandate zu den nationalen SP-Parteitagen; Mandate zu den
allgemeinen nationalen Kongressen der „freien“ Gewerkschaften; Mandate
zu den spezifischen nationalen Verbandstagen der gewerkschaftlichen
Einzelverbände; Mandate zu den Kongressen der Sozialistischen
Internationalen.
- Sonstiges:
Nennung von persönlichen Besonderheiten (z.B. Verfasser einer
Autobiographie oder anderer Publikationen, Lebensschicksal in NS-Zeit
und nach 1945, längere politische Haftstrafen).
Dem Medium „computergestütztes Informationssystem“
geschuldet, mussten die Informationseinheiten in geeigneter Weise
strukturiert und standardisiert sowie teilweise kodiert werden. Neben der
typischen normalisierten Datenbankdarstellung wird in einem
Informationssegment „Lebenslauf“ die Abfolge der Lebensstationen im
Fließtext angeboten. Die Datenbankrecherche beschränkt sich z.Z. auf
dieses Feld.
Im Zentrum für Historische Sozialforschung liegen die Daten
maschinenlesbar zum einen als SPSS-Datei (ältere Version) und zum anderen
als Access-Datenbank vor. Die Internetdatenbank mit eingeschränkter
Recherchemöglichkeit ist eine MySQL-Datenbank. Interessierten
Forscherinnen und Forschern stehen darüber hinaus in unserem Archiv
umfangreiche Personendossiers zur Verfügung.
Die weitere Erforschung der Lebensdaten der
Parlamentarier stellt einen sehr hohen Aufwand dar, der vom Zentrum für
Historische Sozialforschung allein nicht erbracht werden kann. Wir
verbinden daher das Angebot der Online-Recherche mit einer Aufforderung an
alle Nutzer, mit uns gemeinsam, sozusagen in einem interaktiven System,
die Datenbasis zu erweitern. Falls Sie über ergänzende Informationen zu
den Lebensdaten verfügen oder Fehler in unserer Datenbank feststellen,
bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen und uns Ihre
Informationen zur Verfügung zu stellen.
© GESIS Karl Pierau
07.02.2007
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