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Prozessforschung
Die meisten historischen, ökonomischen und sozialwissenschaftlichen
Prozesse weisen langfristig abfallende, ansteigende oder wechselnde
Trendrichtungen auf. Diese Trendrichtungen werden häufig durch zyklische
Schwankungen und bei unterjährigen Reihen von saisonalen Schwankungen
überlagert. Mit solchen Verläufen sind Vorstellungen einer sich
langfristig entfaltenden Dynamik verbunden, deren Ursachen in bestimmten
Wirkungsmechanismen des ökonomischen bzw. gesellschaftlichen Systems
vermutet werden. Karl Marx prognostizierte z.B. den tendenziellen Fall
der Profitrate, Kondratieff und Schumpeter behaupteten, in
marktwirtschaftlichen Systemen folge ökonomisches Wachstum 'Langen
Wellen', Soziologen sprechen von langfristigen Trends zunehmender
funktionaler Differenzierung, zunehmender Rationalisierung, zunehmender
Individualisierung usw. Mit den Methoden der Zeitreihenanalyse (univariat
und multivariat) werden für historische Zeitreihen (Indikatoren für
Prozesse) kurz- und langfristige Veränderungen im Niveau,
Regelmäßigkeiten in der Schwankungsbreite, Strukturbrüche und
historische Besonderheiten, das Gewicht spezifischer Einflussgrößen im
dynamischen Zusammenhang zwischen Zeitreihen verschiedener Indikatoren
sowie die Prognostizierbarkeit historischer Prozesse analysiert.
Wichtige Quellen für die Konstruktion von Zeitreihen sind die amtliche
Statistik, die Inhalts- bzw. Dokumentenanalyse und kumulierte
Umfragedaten.
Ansprechpartner
© GESIS
Rainer Metz
21.02.2008
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