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Korrespondenzanalyse
Ein Schwerpunkt der Methodenforschung im GESIS-ZA liegt in der explorativen Datenanalyse und hier insbesondere bei der
Korrespondenzanalyse. Die Korrespondenzanalyse ist ein exploratives
Verfahren zur graphischen und numerischen Darstellung von Zeilen und
Spalten beliebiger Kontingenztabellen. Ähnlich wie bei der
multidimensionalen Skalierung gibt es bei diesem Verfahren eine
Distanzinterpretation zwischen den Variablen(ausprägungen) - und ebenso
eine zwischen den Objekten. Des weiteren gibt es bei der
Korrespondenzanalyse eine Zuordnung von Variablen(ausprägungen) zu den
einzelnen Faktoren (latenten Variablen), wie sie bei der Interpretation
der Hauptkomponentenanalyse üblich ist - und ebenso wie bei der
Hauptkomponentenanalyse können die Faktorwerte der Objekte auf den
einzelnen Dimensionen berechnet werden. Während bei der
Hauptkomponentenanalyse die Interpretation der Koeffizienten im
Vordergrund der Analysen steht und die grafische Darstellung der Variablen
bzw. der Objekte nur selten erfolgt, ist diese bei der
Korrespondenzanalyse zentral. Da die manifesten Variablen der
Korrespondenzanalyse kategorial skaliert sind, wird die
Korrespondenzanalyse auch als Hauptkomponentenanalyse mit kategorialen
Daten bezeichnet.
Bei der Korrespondenzanalyse können verschiedene Arten der Anwendung
unterschieden werden. Die einfachste Möglichkeit ist die Analyse einer
Kontingenztabelle, die aus zwei Variablen besteht. Des weiteren können
zusammengesetzte Kontingenztabellen untersucht werden, d. h. Tabellen, bei
denen eine Spaltenvariable mit einer beliebigen Anzahl von Zeilenvariablen
kreuztabelliert wird; die Häufigkeiten dieser Tabellen werden
untereinandergeschrieben und die resultierende Tabelle wird analysiert.
Bei der multiplen Korrespondenzanalyse wird der Effekt von jeder Variablen
auf jede andere Variable berücksichtigt. Dieser Fall ist der
Hauptkomponentenanalyse am ähnlichsten, in beiden Fällen werden alle
Interaktionen erster Ordnung der beteiligten Variablen berücksichtigt.
Ausgewählte Literatur:
- Jörg Blasius: Gentrification und lokale Lebensstile in Köln. Eine
Anwendung der Korrespondenzanalyse. In: Allgemeines Statistisches
Archiv, 78, 1994, S. 96-113.
- Michael Greenacre und Jörg Blasius (Hrsg.): Correspondence
Analysis in the Social Sciences. Recent Developments and Applications.
London: Academic Press, 1994, 2. Auflage 1999.
- Jörg Blasius: Correspondence Analysis in Social Science Research.
In: Michael Greenacre and Jörg Blasius (eds.), Correspondence
Analysis in the Social Sciences. Recent Developments and Applications.
London: Academic Press, 1994, S. 23-52.
- Jörg Blasius und Michael Greenacre: Computation of Correspondence
Analysis. In: Michael Greenacre and Jörg Blasius (eds.), Correspondence
Analysis in the Social Sciences. Recent Developments and Applications.
London: Academic Press, 1994, S. 53-78.
- Michael Greenacre und Jörg Blasius: Visualization of Square
Asymmetric Tables of Frequencies, with an Application to Mobility
Tables. In: Rüdiger Klar und Otto Opitz (Hrsg.), Classification
and Knowledge Organization. Berlin: Springer, 1997, S. 573-580.
- Jörg Blasius und Michael Greenacre (Hrsg.): Visualization of
Categorical Data. San Diego: Academic Press, 1998.
- Siegfried Gabler und Jörg Blasius: Clustering and Scaling: Grouping
Variables in Burt Matrices. In: Reinhold Decker und Wolfgang Gaul
(Hrsg.), Classification and Information Processing at the Turn of
the Millenium. Berlin: Springer, 2000, S. 95-104.
- Jörg Blasius: Die Korrespondenzanalyse in den Sozialwissenschaften
.
Habilitationsschrift, an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen
Fakultät der Universität zu Köln. Die Arbeit erscheint unter dem
Titel Korrespondenzanalyse im Oldenbourg Verlag, München (Anfang
2001).
© GESIS Jörg Blasius
17.12.2007
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