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Vera Sparschuh und Ute Koch Sozialismus und Soziologie Opladen: Leske+Budrich 1997, 304 Seiten, kart. Die zwiespältige Rolle der DDR-Soziologie zwischen Systemstabilisierung und Systemkritik macht diese Disziplin besonders interessant für wissenschaftsgeschichtliche Untersuchungen. Die Frage der Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft kann nicht ohne die Einbettung in den zeithistorischen Kontext behandelt werden. Die Soziologie gehörte zu den vom Stalinismus verfemten Wissenschaften und wurde in der DDR erst 1964 offiziell wieder etabliert. Bis zu diesem Zeitpunkt ihrer Institutionalisierung prägten informelle Gruppen und einzelne Wissenschaftlerpersönlichkeiten das Fach. In diesem Band wird die Generation der Gründer der DDR-Soziologie konturiert, d.h. die Gruppe derjenigen Wissenschaftler, die Ende der 50er und vor allem in den 60er Jahren dieses Fach für sich entdeckten und mitaufbauten, und deren unterschiedliche, teils widersprüchliche Erfahrungen unter systematischen Gesichtspunkten festgehalten. Soziologiegeschichte wird hier aus der Sammlung und Auswertung von Akteursperspektiven geschrieben. Die gewählte generationssoziologische Perspektive bildet einen neuartigen Fokus für die Betrachtung der Rolle der Soziologie in der DDR. Eine biographische Dokumentation und ein Anhang zu in der DDR unveröffentlichten Forschungsberichten der Gründerwissenschaftler ergänzen die Analyse. © GESIS Ulrike Becker 17.06.1999 |