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7 Geldillusion Cybergeld, Plastikgeld, Gold und Muschelgeld

 

[118-L] Beck, Klaus:

Bezahlen in Digitalien: Vertrauen in elektronisches Geld?, in: Patrick Rössler / Werner Wirth <Hrsg.>: Glaubwürdigkeit im Internet: Fragestellungen, Modelle, empirische Befunde, München: R. Fischer 1999, S. 173-191, ISBN: 3-88927-242-8 (Standort: UB Paderborn(466)-P11KNZZ1012)

INHALT: "Am Beispiel des elektronischen Gelds wird untersucht, wie Vertrauen unter Bedingungen computervermittelter Kommunikation entsteht. Ausgehend von Simmels Philosophie des Geldes sowie systemtheoretischen Ansätze wird zwischen Geld als generalisiertem Medium und verschiedenen Geldmedien unterschieden. Institutionalisierung, Konvertibilität und Materialität nehmen mit jedem Geldmedien-Wechsel spezifische Gestalt an. Personale Glaubwürdigkeit spielt eine geringere (anonymes Bargeld) oder größere Rolle (Scheck, Kreditkarte); Immaterialisierung bedroht Vertrauen in Geld. Dem begegnen die Geldmedien mit Ent-Anonymisierung oder verstärkter Institutionalisierung. Digitales Münzgeld (Ecash) kann als Kommunikation über Geld, als Hybridmedium verstanden werden, das zwischen Bar- und Buchgeld oszilliert." (Autorenreferat)

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[119-L] Brill, Andreas; Vries, Michael de (Hrsg.):

Virtuelle Wirtschaft: virtuelle Unternehmen, virtuelle Produkte, virtuelles Geld und virtuelle Kommunikation, Opladen: Westdt. Verl. 1998, 377 S., ISBN: 3-531-13177-X

INHALT: "Kaum ein Begriff prägt die aktuelle Diskussion über die Zukunft von Gesellschaft und Wirtschaft so stark wie 'Virtualität'. Die 'Virtuelle Wirtschaft' steht im Zeichen von Computer und Internet und soll die klassische Industriegesellschaft ablösen. In diesem Band untersuchen Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, welche der zahlreichen und kontrovers diskutierten Konzepte zukunftsweisend sein können und welchen Beitrag wissenschaftliche Theorien dabei leisten. Das Buch gibt einen Überblick über die wichtigsten Diskussionen im Bereich der Virtuellen Unternehmen, der Virtuellen Produkte und des Virtuellen Geldes. Mit dem Abschnitt Virtuelle Kommunikation wird den Neuen Medien ein eigenes Kapitel gewidmet, das gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte der Diskurse zusammenführt." (Autorenreferat)

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[120-L] Deutschmann, Christoph:

Geld als "absolutes Mittel": zur Aktualität von Simmels Geldtheorie, in: Berliner Journal für Soziologie, Bd. 10/2000, H. 3, S. 301-313 (Standort: UuStB Köln(38)-XG07112; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: "Folgt man den immer zahlreicheren kritischen Stimmen, so kann der heutige Stand nicht nur der soziologischen, sondern auch der ökonomischen Geldtheorie nicht befriedigen. Im folgenden Beitrag wird daher für eine erneute Auseinandersetzung mit Simmel als einem Autor plädiert, dessen Denken noch nicht durch die heute etablierte akademische Arbeitsteilung zwischen Wirtschaftswissenschaften und Soziologie bestimmt war. Im Mittelpunkt der Simmel'schen Analyse steht die Auffassung des Geldes als 'absolutes Mittel'. Gezeigt wird, dass diese Auffassung der in der heutigen Wirtschaftssoziologie gepflegten funktionalistischen Interpretation des Geldes diametral widerspricht. Zugleich erlaubt sie es, viele der in der heutigen Individualisierungs- und Modernisierungstheorien breit diskutierten gesellschaftlichen Phänomene in einer neuen und analytisch schärferen Weise zu erfassen. Simmels Geldtheorie lässt sich darüber hinaus für eine gegenwartsbezogene Analyse wirtschaftlicher Wachstums- und Innovationsprozesse fruchtbar machen." (Autorenreferat)

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[121-L] Fehr, Ernst; Tyran, Jean-Robert:

Does money illusion matter?: an experimental approach, (Discussion Paper / Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH, No. 174), Bonn: 2000, 28, 6 S. (Standort: http://www.iza.org/indexd.html; UuStB Köln(38)-20000106540; Graue Literatur)

INHALT: Der Zweck der vorliegenden Studie ist die experimentelle Überprüfung von Entscheidungsprozessen auf "experimentellen Märkten". Die meisten ökonomischen Transaktionen werden in nominalen Größen bzw. Termen repräsentiert. Es ist deshalb auch wahrscheinlich, dass Menschen ökonomische Probleme kognitiv in nominalen Konzepten wahrnehmen und kognitiv verarbeiten und sie damit einer "Geldillusion" unterliegen können. Die Autoren gehen in der vorliegenden Studie von dieser Geldillusion aus: Menschen verhalten sich in der derselben Situation unterschiedlich, je nachdem, ob sie sie in nominalen oder realen Termen verarbeiten. Die ökonomische Forschung hat diesen Sachverhalt jedoch seit Jahrzehnten als theoretisch irrelevant für die Preisbildung eingestuft. Die experimentellen Ergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass ein Großteil der nominal bedingten Wahrnehmungsträgheit ("nominal inertia") direkte und indirekte Effekte der Geldillusion sind. (ICA)

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[122-L] Gebhardt, Selma:

Von der Kaurimuschel zur Kreditkarte: Geldentwicklung im Zivilisationsprozeß, Kiel: Rosenholz Verl. 1998, 154 S., ISBN: 3-931665-10-0 (Standort: UB Rostock(28)-99A6)

INHALT: "Geld ist etwas ursprünglich gesellschaftliches und entwickelte sich von den Anfängen als Muschel, Mühlstein oder Vieh beständig weiter. Diese archaischen Geldformen genossen bei den Benutzern noch unumstößliches Vertrauen, in erster Linie weil die Geldsubstanz gleichzeitig als Ware genutzt werden konnte. Die Einführung neuer Geldformen, wie Metallgeld oder Papiergeld, zeichneten sich demgegenüber dadurch aus, daß das Vertrauen zu diesen Geldformen erst etabliert werden mußte, der Vertrauensbildungsprozeß vollzog sich langsam und war mit zahlreichen Gegentendenzen verbunden. Jede neue Geldform muß darüber hinaus auch immer erst einen Weg in das Bewußtsein der Gesellschaft finden. Die Kreditkarte stellt die neueste Form von Geld dar, das oft als Plastikgeld bezeichnet wird. Hier muß jedoch von vornherein einschränkend angemerkt werden, daß der Begriff Plastikgeld eine programmatische Funktion erfüllt und selbst nichts über die Qualifikation der Kreditkarte als Geld aussagt. Eine Besonderheit der Kreditkarte findet sich in der herausgebenden Institution. Während Geld aufgrund staatlicher Autorität ausgegeben wird, wird die Kreditkarte von unternehmerischen Institutionen, wie z.B. Banken, als Produkt zu Gewinnerzielung ausgegeben. Von zentraler Bedeutung für die Verbreitung der Kreditkarte war die Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitungssysteme. Ohne diesen technologischen Fortschritt wäre der Einsatz der Kreditkarte nicht möglich gewesen. Auf der anderen Seite muß die Kreditkarte innerhalb gesellschaftlicher Prozesse in Verflechtungszusammenhänge eingebunden werden, so daß die Kreditkarte auch tatsächlich als Zahlungsmittel oder Geldersatz in der Gesellschaft existieren kann. Dafür sind zivilisatorische Prozesse notwendig. Bevor sich die Kreditkarte als postmodernes Zahlungsmittel materialisieren konnte, mußte sich in der Gesellschaft zunächst der Wandel von Geldsubstanzen im Wissensvorrat etablieren. Darüber hinaus muß ein sozialer Wissensbegriff entwickelt werden, der eine Abstraktion von Geld darstellt und eine Reflexion über Geld als gesellschaftliche Erscheinung ermöglicht. Im Rahmen dieser Arbeit werden zunächst die sozialen Handlungen betrachtet, innerhalb derer Geld entsteht und verwendet wird. Das Geld charakterisiert sich darüber hinaus immer durch bestimmte Wesensmerkmale, deren zentrale Komponenten Vertrauen, Schuld und Zins als Zeitausdruck hier naher erläutert werden. In der Kreditkarte als Zahlungsmittel lassen sich die in der Zivilisationstheorie beschriebenen gesellschaftlich-zivilisatorischen Veränderungen beispielhaft wiederfinden. Da die Kreditkarte ausschließlich im Rahmen von elektronischen Datensystemen funktioniert, wird zur Analyse der Kreditkarte als Zahlungsmittel die Zivilisationstheorie mit der Systemtheorie konfrontiert. In einer Gegenüberstellung beider Theorien wird die Unterschiedlichkeit der Ansätze deutlich: so findet sich die Bedeutung des Stellenwertes der sozialen Handlung eines Individuums in zwei gegensätzlichen Bewertungen wieder. Trotzdem können beide Theorien bei der Untersuchung neuer Entwicklungen, wie z.B. der Kreditkarte herangezogen werden, um aus unterschiedlicher Perspektiven die der gesellschaftlichen Erscheinung Kreditkarte immanenten und insbesondere untrennbaren Struktur- und Wesenseigentümlichkeiten zu beleuchten. Hinter der Kreditkarte als Zahlungsmittel stehen unübersehbar Institutionen, die Kreditkarten herausgebenden Unternehmen, die eine zunehmende Kontrollgewalt über die Ausgabe von Zahlungsmitteln erhalten. Aus einem noch andauernden Konkurrenzkampf um Marktanteile im Kreditkartengeschäft bildet sich, wie von Elias im Zivilisationsprozeß beschrieben, eine Tendenz zur Monopolisierung heraus. Dieser Prozeß der Gewaltmonopolisierung im Geldbereich interferiert mit der Weiterentwicklung der Zentralgewalt im politischen Bereich, und verändert damit die gesellschaftlichen Verflechtungszusammenhänge, innerhalb derer die Individuen eingebunden sind." (Textauszug)

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[123-L] Hartmann, Monika E.:

Elektronisches Geld und Geldpolitik: eine Analyse der Wechselwirkungen, (Gabler Edition Wissenschaft), Wiesbaden: Dt. Univ.-Verl. 2000, XVI, 293 S., ISBN: 3-8244-7228-7 (Standort: UuStB Köln(38)-27A5789)

INHALT: "Elektronisches Geld stellt eine neue und umstrittene Innovationsstufe des modernen Zahlungsverkehrs dar. Über sein Wesen, sein Entwicklungspotenzial und insbesondere seine Bedeutung für die etablierte Geldordnung kursieren kontroverse Auffassungen. Monika E. Hartmann analysiert das elektronische Geldgeschäft im Kontext alternativer Zahlungskonzepte und aus geldpolitischer Sicht. Geldtheoretische Überlegungen werden dabei anhand der tatsächlichen Zahlungsverkehrsstrukturen und der geldpolitischen Gegebenheiten ausgewählter Länder überprüft. Die Analyse zeigt, dass elektronisches Geld gesamtwirtschaftlich betrachtet nur mäßige Veränderungen im heutigen Gefüge des Zahlungsverkehrs bewirken wird. Das Buch wendet sich an Wissenschaftler und Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Geldtheorie/-politik und Technikfolgenabschätzung sowie an Führungskräfte in Zentralbanken und Bankenaufsichtsbehörden." (Autorenreferat)

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[124-L] Kaufmann, Franz-Xaver:

Kritik des neutralen Geldes, in: Geschichte und Gesellschaft, Jg. 25/1999, H. 2, S. 226-251 (Standort: UuStB Köln(38)-Einzelsignatur; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: Der Autor gibt einen kurzen Überblick über den bisherigen geldtheoretischen Diskussionsstand in Ökonomie und Soziologie. Es wird versucht, Problemfelder aufzuzeigen, die wieder in die Diskussion einbezogen werden sollten. Davon ausgehend werden referiert: (1) die These des neutralen Geldes, die die klassische ökonomische Theorie als selbstverständlich voraussetzt, und die Auffassungen von I. Fisher und Keynes; (2) der kurze historische Abriss vom Goldstandard zu transnationalen Devisenmärkten; (3) eine knappe Skizze der geldtheoretischen Entwicklungen in Zins- und Liquiditätspräferenz. Diesen ökonomischen Geldtheorien und dem handlungstheoretischen Ansatz stehen die soziologischen Geldtheorien gegenüber, die andere Erkenntnisinteressen verfolgen. Ausgehend von G. Simmels "Philosophie des Geldes" verweist der Autor darauf, dass in diesem Bereich Geldtheorien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Eine Ausnahme bildet die Gesellschaftstheorie von N. Luhmann, zu der einige Überlegungen dargelegt werden. Abschließend äußert sich der Autor zu offenen Fragen eines transnationalen Systems flexibler Währungen und entwickelt einige alternative Denkansätze, die die gegenwärtige Währungsverfassung mit grundsätzlichen Argumenten in Frage stellen. (prh)

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[125-L] Marazzi, Christian:

Fetisch Geld: Wirtschaft, Staat, Gesellschaft im monetaristischen Zeitalter, Zürich: Rotpunktverl. 1999, 223 S., ISBN: 3-85869-182-8

INHALT: Wenn das Finanzsystem auch zunehmend globalisiert wird und es auch instabil ist, so haben Finanzkrisen dennoch nur eine begrenzte Tragweite. Es handelt sich um eine strukturelle Erscheinung, dass selbst bei größtem Wirtschaftswachstum kein Inflationsrisiko entsteht, sondern wir es vielmehr in den letzten Jahren mit Deflation zu tun haben. Nur das Zentrum-Peripherie-Modell erlaubt noch nützliche Feststellungen über Krise und Wandel des internationalen Finanzsystems, das deswegen durch eine Analyse des Inflationsrückgangs zu vervollständigen ist. Dies sind die Hauptthesen Marazzis, vor deren Hintergrund er erklärt, wie Pensionsfonds und Derivate die Umwandlung der heutigen Gesellschaft beeinflussen. Inhaltsverzeichnis: 1. Die Preisrevolution; 2. 1979; 3. Die Derivaterevolution; 4. Die keynesianische Unsicherheit; 5. Der Pensionskassenkapitalismus; 6. Kritik der Kritik: Notizen; 7. Die Rationalität der Menge. (ZPol, NOMOS)

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[126-L] Müller, Hans-Peter:

Geld und Kultur: neuere Beiträge zur Philosophie und Soziologie des Geldes, in: Berliner Journal für Soziologie, Bd. 10/2000, H. 3, S. 423-434 (Standort: UuStB Köln(38)-XG07112; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: Aus Anlass der Veröffentlichung der "Philosophie des Geldes" von Georg Simmel vor hundert Jahren, welche im Hinblick auf ihren methodischen Ansatz und ihr Reflexionsniveau bis heute unübertroffen scheint, unternimmt der Autor einen Streifzug durch die neuere Forschungsliteratur zur Geldtheorie in den letzten zehn Jahren. Er untersucht die heutige Bedeutung und den analytischen Stellenwert der "Philosophie des Geldes" und fragt danach, wie das Geld in den gegenwärtigen sozialwissenschaftlichen Ansätzen konzeptualisiert wird. Er diskutiert ferner einige empirische Analysen zum Geld, Geldgebrauch und zu den Folgen der Geldwirtschaft für die Kultur, Lebensführung und die Glücksvorstellungen der Menschen. Eine zukünftige Soziologie des Geldes bzw. eine monetär inspirierte Sozial- und Gesellschaftstheorie sollte die lebensweltliche Verhaltensseite stärker untersuchen, indem z.B. die Konsum-, Haushalts-, Familien- und Lebensstilforschung mit einer Soziologie des Geldes zusammenarbeitet. (ICI)

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[127-L] Riese, Hajo:

Geld - die unverstandene Kategorie der Nationalökonomie, in: Ethik und Sozialwissenschaften, Jg. 11/2000, H. 4, S. 487-498

INHALT: "Geld bleibt für die Nationalökonomie eine unverstandene Kategorie, weil seine Funktion als von Vermögensmarkt und Zentralbank knappgehaltenes Medium der liberalen Auffassung von einer egalitären Allokation vorgegebener Ressourcen widerspricht. Damit aber zerbricht der Zusammenhang von Markttheorie und liberaler Ökonomie. Marktwirtschaft heißt vielmehr Sicherung der Vermögensqualität der Währung, nach innen praktiziert durch Arbeitslosigkeit, nach außen manifestiert in hohen Reallöhnen gegenüber den Entwicklungsländern." (Autorenreferat)


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