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[18-L] Bielefeldt, Heiner:
Philosophie der Menschenrechte: Grundlagen eines weltweiten Freiheitsethos, Darmstadt: Primus Verl. 1998, IX, 230 S., ISBN: 3-89678-102-2
INHALT: "Die Menschenrechte haben in den letzten Jahrzehnten international eine erstaunliche Aufwertung erfahren. Gleichwohl droht der Menschenrechtsbegriff seine Konturen zu verlieren. Eine Besinnung auf die philosophischen Grundlagen der Menschenrechte erweist sich deshalb als unumgänglich. Vor allem die Philosophie Kants bietet dem Autor Anhaltspunkte für ein politisch-rechtliches Freiheitsethos. Das Buch setzt sich außerdem mit Menschenrechtsinterpretationen anderer Kulturen und Religionen, vor allem des Christentums und des Islam, auseinander. Dabei kommen auch Einsichten aus Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Theologie und Islamwissenschaft zu Wort." (Autorenreferat)
[19-L] Brückner, Margrit:
Begegnungen mit palästinensischen Frauen: Reflexionen zu einer deutsch-palästinensischen Tagung, in: Zeitschrift für Frauenforschung, Jg. 15/1997, H. 1/2, S. 147-159 (Standort: UuStB Köln(38)-XG06137; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Der vorliegende Betrag berichtet über die Ergebnisse einer Tagung in Palästina 1997, die die politische und soziale Lage der Frauen in Palästina diskutierte. Die Lage ist äußerst komplex und schwierig. Unter folgenden drei Gesichtspunkten werden die derzeitigen Probleme palästinensischer Frauen erörtert: (1) Die nationale Ebene, die zwischen Israel und Palästina weiterhin ungeklärt ist, so daß menschenwürdige Verhältnisse für alle Bewohnerinnen beider Länder erst noch geschaffen werden müssen; (2) Die gesellschaftliche Ebene, wo aufgrund erstarkter fundamentalistischer Strömungen progressiv-liberale Kräfte an Einfluß verlieren und alle zivilgesellschaftlichen Fragen zurückgedrängt werden; (3) Die geschlechtspolitische Ebene, da Rechtssicherheit, persönliche Freiheit und eigenständige soziale Entfaltung für Frauen nur minimal gegeben sind und derzeit weiter beschränkt werden. (pre)
[20-L] Enderwitz, Susanne:
Frauen und Politik in Ägypten, in: Feministische Studien, Jg. 13/1995, Nr. 2, S. 46-55 (Standort: UuStB Köln(38)-M XG05803; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: In den meisten islamischen Ländern, selbst in der laizistischen Türkei, sind seit geraumer Zeit die Islamisten auf dem Vormarsch. Was sich hier abspielt ist jedoch nicht als Zusammenprall zweier Kulturen zu deuten, sondern als komplexe Reaktion auf Verwestlichung, Krise und Neokolonialismus. Der vorliegende Beitrag versucht, diese Zusammenhänge sowohl am Beispiel des Frauenbilds der Islamisten zu beschreiben, als auch für den Fall Ägypten in einen sozialen und politischen Rahmen einzuordnen. In Ägypten als dem volksreichsten arabischen Staat nahm der Einfluß des Westens seinen Anfang, der das traditionelle Weltbild in all seinen Facetten nachhaltig erschüttert hat. Der Beitrag zeigt insgesamt, daß mit der Renaissance des fundamentalistischen Islams die wichtigsten emanzipatorischen Errungenschaften der westlich orientierten Frauenbewegung und -politik nicht liquidiert worden sind. (pmb)
[21-L] Erbe, Birgit (Hrsg.):
Frauen fordern ihr Recht: Menschenrechte aus feministischer Sicht, (Edition Philosophie und Sozialwissenschaften, 45), Berlin: Argument-Verl. 1998, 136 S., ISBN: 3-88619-645-3
INHALT: Der Sammelband geht aus einer Tagung hervor, die im Oktober 1996 von der Internationalen Liga für Menschenrechte und dem Bildungswerk für Demokratie und Umweltschutz im Haus der Kulturen in Berlin veranstaltet wurde. Am Ende der einzelnen Beiträge, die alle ohne Fußnoten und Anmerkungen gehalten sind, werden - zusammengefaßt - die Diskussionen im Anschluß an die einzelnen Vorträge dokumentiert. Aus dem Inhaltsverzeichnis: I. Frauenrechte sind Menschenrechte. Menschenrechte sind Frauenrechte: Ulrike Merger: Universalismus, Relativismus, Gleichheit und Differenz. Feministische Perspektiven auf das Konzept der Menschenrechte (15-28). II. 'Die Frau sei dem Manne untertan.' Konsequenzen aus der Trennung zwischen öffentlicher und privater Sphäre im Konzept der Menschenrechte: Birgit Schweikert: Häusliche Gewalt und die Möglichkeit der Intervention (33-56); Müjgan Arpat: Gewalt in Immigrantinnenfamilien am Beispiel von Familien aus der Türkei und die kulturrelativistische Blindheit der deutschen Politik (58-63); Jale Ahmadi: Fundamentalismus und Feminismus. Die Identitätspolitik des islamischen Fundamentalismus am Beispiel des Iran (65-75); Roja Vahedi: Die Unterdrückung Angehöriger religiöser Minderheiten im heutigen Iran (76-80). 'Alle Menschen sind gleich.' Von der Ignoranz des liberalen Menschenrechtskonzepts gegenüber ungleichen Machtverhältnissen in der Gesellschaft: Tanja Keller: Was nutzen die Vereinten Nationen den Frauen? Effektivität der UN-Instrumente für die Menschenrechte von Frauen (89-105); Astrid Lipinsky: Weltwärts, Schwestern? Zu globalen Frauenrechtsinitiativen auf Nichtregierungsebene (Zusammenfassung)(108); Birgit Daiber: Die Europäische Union als Rechtsrahmen für Minderheiten und MigrantInnen (Zusammenfassung) (111-114); Sanem Kleff: Die sozial-ökonomische Lage von Migrantinnen aus einer bildungspolitischen Perspektive (115-120); Sibylle Rothkegel: Zur Situation bosnischer Flüchtlingsfrauen (123-129). (ZPol, NOMOS)
[22-L] Hamm, Brigitte:
Globale Menschenrechte?: die Debatte über die universale Gültigkeit rechtlicher Fundamentalnormen, in: Sozialwissenschaftliche Informationen, Jg. 25/1996, H. 3, S. 174-180
INHALT: "Worum geht im Streit um die universale Gültigkeit der Menschenrechte? Zum einen steht das Menschenrechtskonzept insgesamt zur Diskussion, daß dem Individuum Rechte gegenüber dem Staat einräumt, die dieser ihm nicht beliebig vorenthalten oder entziehen kann. Vor allem Regierungen einiger ost- und südostasiatischer Staaten, wie China, Malaysia, Singapore und Indonesien, kritisieren die individuellen Menschenrechte als westliche Idee und unvereinbar mit einem für Asien typischen Menschenbild, das die einzelne Person stärker über ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft definiere. Repräsentanten islamistischer Regime, wie des Iran und Sudan, vertreten ähnliche Auffassungen. Neben der Infragestellung der Idee der Menschenrechte aufgrund unterschiedlicher Authropologien stehen spezifische Menschenrechte, vor allem die Rechte von Frauen und das Recht auf Religionsfreiheit, zur Debatte. Im Unterschied zu diesem Streit, der vor allem auf der Staatenebene ausgetragen wird, verteidigen Menschenrechtsorganisationen weltweit die universale Gültigkeit der Menschenrechte; sie prangern dabei staatliche Übergriffe sowie soziale und ökonomische Mißstände an." (Autorenreferat)
[23-L] Hinkmann, Jens:
Philosophische Argumente für und wider die Universalität der Menschenrechte, Marburg: Tectum Verl. 1996, 127 S., ISBN: 3-89608-114-4
INHALT: Die Arbeit konzentriert sich auf philosophische Begründungsmodelle für Menschenrechte und läßt völkerrechtliche oder politikwissenschaftliche Implementationsfragen bewußt außer acht. Der philosophische Blick auf die Menschenrechte ist nach Hinkmann durch die Spannungsfelder zwischen Deskriptivität und Normativität sowie Erkenntnisinteresse und Eigeninteresse bestimmt: 'Insofern darf man keine mathematische Genauigkeit in der folgenden Argumentation erwarten, sondern sie ist als der Versuch anzusehen, bestmögliche begründete Lösungsvorschläge anzugeben.' (5) Zudem will Hinkmann bewußt Theologie und Metaphysik als Begründungsinstanzen ausschließen. Vom Istzustand der Menschenrechtsbestimmung im Rahmen der Vereinten Nationen ausgehend kommt Hinkmann nach einem Rekurs naturrechtlicher Positionen zu einer vergleichenden Darstellung aktueller universalistischer (John Finnis, Bernard Gert, Otfried Höffe) und relativistischer (Adamantia Pollis/Peter Schwab, Surya Prakash Sinha) Ansätze. Die einzelnen Positionen werden jeweils knapp skizziert und bewertet. Abschließend wird die islamische Menschenrechtsinterpretation im Rahmen des Streitfalles um die Vertretbarkeit der weiblichen Beschneidung diskutiert. So sehr Hinkmann betont, daß es nach seiner Interpretation keine rein rationale und damit universell begründbare Theorie der Menschenrechte gibt, so sehr verweist er jedoch auch auf die Schwächen relativistischer Ansätze und kommt zu dem Ergebnis, daß Praktiken wie die weibliche Beschneidung auch vor diesem Hintergrund nicht gerechtfertigt werden können. (ZPol, NOMOS)
[24-L] Krämer, Gudrun:
"Kein Zwang in der Religion"?, in: Zeitschrift für Kulturaustausch, Jg. 46/1996, H. 4, S. 51-56 (Standort: UuStB Köln(38)-EP00097/050; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: In dem Beitrag werden die vielfältigen Ansätze von Muslimen beschrieben, die Menschenrechte im Koran zu verwurzeln und "islamische" Antworten auf die Herausforderungen der Moderne zu suchen. Es wird gezeigt, daß die meisten Muslime heute die Idee der Menschenrechte als normativ anerkennen, diese allerdings im Islam begründen und damit zu einem Teil ihres eigenen kulturellen Erbes machen wollen. Die Neuinterpretation des klassischen Erbes wird skizziert. Dabei wird deutlich, daß Muslime die Menschenrechte als Gottesgabe verstehen, die zum Gehorsam gegenüber Gott verpflichtet. Die Zwiespältigkeit in der Einstellung der Muslime zu Religions- und Meinungsfreiheit und religiöser Toleranz wird aufgezeigt. Insgesamt wird deutlich, daß Ansätze zur Akzeptanz der Menschenrechte bei Muslimen vorhanden sind, wenn sie sie auch islamisch zu begründen versuchen. (ICA)
[25-L] Mernissi, Fatema:
Die vergessene Macht: Frauen im Wandel der islamischen Welt, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verl. 1997, 191 S., ISBN: 3-596-12828-5
INHALT: In dieser erstmals 1993 im Orlanda-Verlag erschienenen Studie setzt sich die Autorin mit den Ursachen der Frauenfeindlichkeit in den islamischen Staaten auseinander. Neben Antworten, die sie in der Geschichte, in religiösen Vorstellungen und ökonomischen Strukturen verortet, kommt Mernissi zu der Schlußfolgerung, daß seit Mitte der achtziger Jahre und besonders seit dem Golfkrieg 'die Unterdrückung der Frauen vor allem einen hohen symbolischen Wert bei der Verhinderung demokratischer Fortschritte hat. Sie stellt einen exemplarischen Kampf gegen alle Ansprüche auf Bürgerrechte dar' (2). Als Gegenstrategie ermuntert die Autorin die Frauen zur selbstständigen Auseinandersetzung mit den muslimischen Traditionen und zeigt erfolgversprechende Aspekte des arabischen Feminismus auf. (ZPol, NOMOS)
[26-L] Nasrin, Taslima:
Lied einer traurigen Nacht: Frauen zwischen Religion und Emanzipation, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1996, 237 S., ISBN: 3-455-11141-6
INHALT: Auswahl durchweg kurzer, zuerst in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen in Bangladesch und später in Sammelbänden publizierter Kolumnen. Von islamischen Geistlichen zum Tode verurteilt und heute im Asyl lebend, tritt die bekannte Dissidentin für die Unteilbarkeit der Menschenrechte ein und wendet sich gegen die Diskriminierung der Frauen in ihrer Heimat: 'Ich hörte (trotz Bedrohungen) nicht auf zu schreiben, sondern äußerte mich weiterhin gegen die Benachteiligung der Frauen in Bangladesch, gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen und Mädchen durch die Religion, durch eine rückständische Gesellschaft und durch den Staat'. (7 f.) (ZPol, NOMOS)
[27-L] Pinn, Irmgard; Wehner, Marlies:
EuroPhantasien: die islamische Frau aus westlicher Sicht, Duisburg: Duisburger Inst. f. Sprach- u. Sozialforschung 1995, 257 S., ISBN: 3-927388-49-1
INHALT: In der Bundesrepublik leben etwa zwei Millionen Musliminnen und Muslime, viele von ihnen seit Jahrzehnten. Trotzdem wissen Deutsche im allgemeinen kaum etwas von ihnen und wenn doch, dann nur wenig Differenziertes. Das westliche Bild insbesondere der Muslimin basiert vor allem auf Projektionen "abendländischer Werte" Ausgehend von diesen Überlegungen analysieren die Autorinnen Klischeebilder und zeigen deren Konstruktions- und Reproduktionsprinzipien auf. Die Rezeption solcher Klischees steht dabei im Vordergrund, es geht ihnen ausdrücklich weniger darum, "wie es in islamischen Ländern nun wirklich zugeht". Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Diskussion darüber anzuregen, wie derartige Klischees und Mechanismen der Ausgrenzung auch in "progressiven, feministischen, internationalistischen Kreisen" wirken, welche Funktion sie haben und welche Möglichkeiten der Überwindung es gibt. Inhaltsanalytisch erläutert wird das Verhältnis zwischen Frauenbewegung und "islamischer Frau", Aspekte des Fundamentalismus und der okzidentalen Moderne, Islam-Kritik und alternative Wahrnehmungsperspektiven sowie Fragen rassistischer Ausgrenzungen im Westen (anti-islamischer Rassismus, Kollektivsymbole etc.). (rk)
[28-L] Schirilla, Nausikaa:
Die Frau, das Andere der Vernunft?: Frauenbilder in der arabisch-islamischen und europäischen Philosophie, (Forschungsreihe: Erziehung und Gesellschaft im internationalen Vergleich, Bd. 13), Frankfurt am Main: IKO-Verl. f. Interkulturelle Kommunikation 1996, 309 S., ISBN: 3-88939-413-2
INHALT: Diese Arbeit verfolgt große Ziele. Schirilla will eine komparative Analyse der abend- und morgenländischen Frauenbilder unternehmen, paradigmatisch untersucht am Werk Ibn Sinas und Rousseaus. Darüber hinaus sollen aber auch die Ähnlichkeiten des Rationalitätsbegriffes in der europäischen und arabisch-islamischen Philosophie aufgezeigt werden, zugleich der vermeintlich allein westliche Menschenrechts- und Rationalitätsuniversalismus in Frage gestellt und ein Beitrag zum Erkennen der Kulturen geleistet werden. Huntington taucht im Literaturverzeichnis nicht auf, aber seine Thesen schweben gleichsam mit über dem Erkenntnisziel der Studie. Schirilla nähert sich ihrem Ziel mit imponierender Differenziertheit. Die Widersprüchlichkeit verschiedener feministischer Ansätze entgeht ihr nicht, ebensowenig ist sie daran interessiert, irgend jemand an den Pranger zu stellen. Auch ist sie stets und erfolgreich bemüht, apodiktische Wendungen zu vermeiden. Und trotzdem bleiben Zweifel, die weniger an den einzelnen Ergebnissen als am methodischen Vorgehen angebracht werden können. So mutet etwa Schirillas Verständnis von Rationalität historisch statisch an, und ob ausgerechnet ein so schillernder Denker wie Rousseau (oder überhaupt ein einziger Philosoph) als paradigmatisch für die europäische Philosophie genommen werden kann, bleibt fraglich. Diese Bedenken sollen Schirillas Verdienst aber nicht schmälern. Die Studie ist anregend, provozierend, und verlangt, daß man sich mit ihr beschäftigt. Inhaltsübersicht: I. Die Frau als das 'Andere der Vernunft' in der arabisch-islamischen Philosophie: 2. Die Frau als das 'Andere der Vernunft' bei Ibn Sina; 3. Hinweise auf Frauenbilder im philosophischen Denken anderer Autoren. II. Die Frau als das 'Andere der Vernunft' in der europäischen Philosophie: 1. Das Beispiel Rousseau; 2. Rousseau im Kontext. III. Frag-Würdigkeiten im interkulturellen Dialog: 1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der Konstruktion von Weiblichkeit und deren Dynamik; 2. Unterschiede und Kontinuität im Vernunftbegriff und im Menschenbild; 3. Schlußfolgerungen für einen interkulturellen Dialog. Ausblick: 1. Universalitätsanspruch und Kritik; 2. Die Perspektive der Frauen. (ZPol, NOMOS)
[29-L] Sousa Santos, Boaventura de:
Toward a multicultural conception of human rights, in: Zeitschrift für Rechtssoziologie, Jg. 18/1997, H. 1, S. 1-15 (Standort: UuStB Köln(38)-XG06262; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Der Artikel legt dar, daß Menschenrechtspolitik, wenn sie ein genuin emanzipatorisches Projekt mit weltweiter Reichweite werden soll, mit der Wahrnehmung des falschen Universalismus beginnen muß, der der konventionellen Konzeption der Menschenrechte unterliegt. Ein Versuch wird unternommen, auf der Basis einer diatopischen Hermeneutik eine mehr kosmopolitische, multikulturelle Konzeption der Menschenrechte zu entwickeln, die auf das Verbinden gleichgerichteter Besorgnisse um Menschenwürde in den westlichen, islamischen und hinduistischen Kulturen gerichtet ist." (Autorenreferat)
[30-L] Spuler-Stegemann, Ursula:
Mädchenbeschneidung, in: hrsg. im Auftrag des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes e.V. REMID von Gritt Maria Klinkhammer, Steffen Rink und Tobias Frick: Kritik an Religionen: Religionswissenschaft und der kritische Umgang mit Religionen, Marburg: Diagonal-Verl. 1997, S. 207-219, ISBN: 3-927165-49-2 (Standort: UB Passau(739)-BE3300K65)
INHALT: Mädchenbeschneidungen gibt es in vielen Regionen und in verschiedenen Religionen der Welt, und zwar bei einigen Stämmen in Peru, Brasilien, Ost-Mexiko, in Australien, auf Java, in Ozeanien, in arabischen Ländern, unter Muslimen in Malaysia und in zahlreichen Gebieten Afrikas. Mit einer methodologischen Reflexion der Möglichkeit von wissenschaftlicher Kritik hinterfragt die Autorin das Postulat der wissenschaftlichen Wertfreiheit und zeigt verschiedene Ebenen der Kritik auf: Die Konfrontation mit den Fakten einer Beschreibung, die durch persönliche Betroffenheit Kritik herausfordert; die interne Religionskritik, die Widersprüche in den behandelten Religionen aufzeigt; die Kritik von außen, die nur von einem wertedefinierten Standpunkt aus möglich ist und schließlich die als persönliche Stellungnahme des Religionswissenschaftlers gekennzeichnete Kritik. (pra)
[31-L] Voigt, Uwe (Hrsg.):
Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog: internationales wissenschaftliches Symposium unter der Schirmherrschaft der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Zusammenarbeit mit der Fränkischen Gesellschaft für Philosophie e.V. Bamberg, 30.06.-04.07.97 in honorem Heinrich Beck, (Schriften zur Triadik und Ontodynamik, Bd. 14), (Internationales wissenschaftliches Symposium "Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog", 1997, Bamberg), Frankfurt am Main: P. Lang 1998, 412 S., ISBN: 3-631-32979-2 (Standort: UB Duisburg(464)-01QWC2759)
INHALT: "Die 'Allgemeine Erklärung der Menschenrechte' von 1948 droht zum spaltenden Streitobjekt zu werden. Steht sie doch unter dem Verdacht, ein westliches Machtinstrument zu sein, dessen universaler Geltungsanspruch den 'Kampf der Kulturen' anheizt (Huntington). Gleichzeitig leiden heute mehr Menschen denn je zuvor an Übergriffen von staatlicher wie von nichtstaatlicher Seite, und dies in allen Kulturkreisen. Neue Formen der Gewalt und der Unterdrückung provozieren auch den Ruf nach 'neuen' Menschenrechten, die nicht unbedingt okzidentalen Traditionen entsprechen. Das Recht aller Individuen und aller Kulturen auf würdevolles Leben in einer friedlichen Weltgemeinschaft steht auf dem Spiel. Sollen Menschenrechte als dringendes Anliegen der gesamten Menschheit anerkannt und weiterentwickelt werden, ist ein authentischer Dialog über alle Kultur- und Fachgrenzen hinweg erforderlich. Einen solchen Dialog wagte das Symposium 'Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog'." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Alfred Hierold: Die Kirche und der Menschenrechtsgedanke (33-40); Hanns Pichler: Ökonomische Dimensionen der Menschenrechtsproblematik (41-52); Harald Schütz: Die Bedeutung der Menschenrechte für die Rechtspraxis (53-60); Nikolitsa Georgopoulou-Nikolakakou: Die Geburt des Menschenrechtsgedankens in der europäischen (griechisch-römischen) Antike (63-72); Alexander Papsthart: Die Herausbildung des Naturrechtsgedankens in der europäischen Geschichte (73-82); Uwe Voigt: "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit": Die Entwicklung des Menschenrechtsgedankens in der Neuzeit unter geschichtsphilosophischem Aspekt (83-104); Blazenka Despot: Die Dialektik von Freiheit und Recht bei Hegel aus der Sicht einer Gesellschaft im Übergang (105-110); Arnulf Rieber: Liebe und Recht bei Solowjew (111-124); R. G. Barantsev: Rußland - zwischen Ost und West? (125-140); Idelfonso Murillo: Der Beitrag der spanischen Kultur zum Menschenrechtsgedanken (141-154); Luis Jimenez Moreno: Ideengeschichtliche Erläuterungen zur spanischen Auffassung der Menschenrechte (155-164); Erwin Schadel: Polyphonie als Modell für interkulturelle Verständigung (165-205); Jameson Kurasha: Afrikanische Kultur und die Vermittlung der Menschenrechte (207-213); Hans Nicklas: Universität oder Partikularität der Menschenrechte (215-225); Heiner Bielefeldt: Zwischen Scharia und Menschenrechten: Facetten der islamischen Menschenrechtsdiskussion (227-237); S.C. Goswami: Menschenrechte: eine Annäherung über das Prinzip der Komplementarität (239-243); Ram A. Mall: Die orthafte Ortlosigkeit der Menschenrechte - eine interkulturelle Perspektive unter besonderer Berücksichtigung indischer Traditionen (245-262); Hari S. Prasad: Die Menschenrechtskonzeption des Buddhismus (263-275); Kirti Bunchua: Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog: Die Begegnung der Kontexte aus thailändischer Sicht (277-296); Kazuo Matsuda: Charakteristika und Probleme der Menschenrechte in Japan (297-307); Tsuigo Mimuro: Das Verhältnis von Recht und Liebe - seine Widerspiegelung in der japanischen Literatur (309-315); Eun Kim: Gleichgewicht und Konflikt: Das Verhältnis von Individuum, Gemeinschaft und Natur in koreanischer Sicht (317-324); Agustin Basave Fernandez del Valle: Die Menschenrechte - ihre philosophischen Grundlagen und ihre Verwirklichung unter der besonderen Berücksichtigung Mexikos (325-333); Alejandro Ostos Avila: Die Menschenrechte in der Sicht des mexikanischen Philosophen Vasconcelos (335-340); Antonio Perez Estevez: Interkultureller Dialog als Weg zu den Menschenrechten. Eine Auseinandersetzung mit John Rawls aus lateinamerikanischer Perspektive (341-349); Heinrich Beck: Die Menschenrechte im interkulturellen Dialog. Ein weiterführendes Resümee (353-361).
[32-L] Wohlrab-Sahr, Monika; Rosenstock, Julika:
Religion - soziale Ordnung - Geschlechterordnung: zur Bedeutung der Unterscheidung von Reinheit und Unreinheit im religiösen Kontext, in: Ingrid Lukatis ; Regina Sommer ; Christof Wolf <Hrsg.>: Religion und Geschlechterverhältnis, Opladen: Leske u. Budrich 2000, S. 279-298, ISBN: 3-8100-2546-1
INHALT: Die Verfasserinnen fragen zunächst auf der Basis neuerer Untersuchungen zum Fundamentalismus in Christentum und Islam, wie die religiös legitimierten und reaktualisierten Formen der Geschlechterdifferenzierung auf soziale Veränderungen (funktionale Differenzierung) bezogen sind. Anknüpfend an Max Webers These von der "wechselseitigen Vertretbarkeit" der religiösen und der erotischen Sphäre untersuchen sie im Folgenden die durch die Verbindung von Religion und Geschlechterverhältnis konstituierte soziale Regulierung. Neben der religiösen Legitimierung der Ehe als zentraler institutioneller Fassung des Geschlechterverhältnisses geht es hier vor allem um die Unterscheidung von Reinheit und Unreinheit. Diese Unterscheidung sehen die Verfasserinnen mit Luhmann als Zweitcodierung, die eine Verbindung mit der für das Religionssystem charakteristischen Unterscheidung von Immanenz und Transzendenz herstellt. Über diese Verbindung stabilisiert sich letztendlich der Zusammenhang von Religion und Geschlechterverhältnis. (ICE2)
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