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[97-L] Heitmeyer, Wilhelm; Schröder, Helmut; Müller, Joachim:
Desintegration und islamischer Fundamentalismus: über Lebenssituation, Alltagserfahrungen und ihre Verarbeitungsformen bei türkischen Jugendlichen in Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1997, B 7/8, S. 17-31 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Dieser Beitrag stellt erste Ergebnisse einer im Herbst 1995 durchgeführten empirischen Untersuchung 15- bis 21jähriger türkischer Jugendlicher dar. Verarbeitungs- und Reaktionsformen hinsichtlich islamisch-fundamentalistischer Orientierungen und Organisationspräferenzen werden in Beziehung zur politischen und sozialen Umgebung der Bundesrepublik Deutschland gesetzt. Jenseits islamischer Religiosität oder demokratischer Werthaltungen werden Aspekte islamisch-fundamentalistischer Einstellungsmuster oder nationalistischer Positionen vor dem Hintergrund des in Familie und Gleichaltrigengruppe erfahrenen Sozialisationsprozesses, der im öffentlichen Raum durch Institutionen erfahrenden Diskriminierung und ethnisch-kultureller Identifikationsmuster analysiert. Sowohl Ausgrenzungserfahrungen als auch individuelle Integrationsprobleme werden nicht selten durch Rückzug in die ein Wir-Gruppen-Gefühl vermittelnde kollektive Identität religiöser Gemeinschaften kompensiert. Gesellschaftliche Desintegration korrespondiert dabei mit einer Abwendung vom sozialen und politischen System der Bundesrepublik und scheint dabei ganz erheblich für das Auftauchen islamisch-fundamentalistischer Orientierungen unter türkischen Jugendlichen zu sein." (Autorenreferat)
[98-L] Jacobs, Andreas; Masala, Carlo:
Vom Mare Nostrum zum Mare Securum: sicherheitspolitische Entwicklungen im Mittelmeerraum und die Reaktionen von EU und NATO, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1999, B 17, S. 29-34 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts hat es den Anschein, als ob sich das mittelmeerisch-afrikanische Vorfeld Europas erneut anschickt, die Geschichte des alten Kontinentes zu bestimmen, wie dies bis ins 16. Jahrhundert der Fall war. Die Zunahme ethnischer und zwischenstaatlicher Konflikte an Europas mittelmeerischer Peripherie, Probleme mit dem islamischen Fundamentalismus und Terrorismus aus dem Maghreb und dem Nahen Osten, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und unkontrollierte Migrationsbewegungen - all dies sind Herausforderungen, denen sich Europa zunehmend aus dem Mittelmeerraum ausgesetzt sieht und auf die es bereits erste Antworten gegeben hat. Der Beitrag skizziert vor dem Hintergrund einiger grundlegender Überlegungen zum Sicherheitsbegriff, welche konkreten sicherheitspolitischen Herausforderungen für die Mitgliedstaaten von NATO und EU im Mittelmeerraum bestehen. Anschließend wird gezeigt, wie sowohl die NATO als auch die EU versuchen, die Stabilitätsrisiken im Mittelmeerraum durch eine institutionelle Verdichtung ihrer Beziehungen zu den südlichen und östlichen Mittelmeeranrainern abzubauen. In der Bewertung wird deutlich, daß sowohl der politische Dialog im Rahmen des von der EU initiierten Barcelona-Prozesses als auch der NATO-Mittelmeerdialog an den unterschiedlichen Erwartungen und Interessen ihrer Teilnehmerstaaten kranken. Vor allem diese Interessendivergenzen sind der Grund dafür, daß die beiden Mittelmeerdialoge kaum zu mehr Sicherheit und Stabilität im Mittelmeerraum beitragen können." (Autorenreferat)
[99-L] Kreile, Renate:
Islamischer Internationalismus oder realpolitischer Pragmatismus?: zwei Jahrzehnte Außenpolitik der Islamischen Republik Iran, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1999, B 19, S. 3-13 (Standort: UuStB Köln(38)-Ztg00926-a; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: "Das wechselvolle außenpolitische Verhalten der Islamischen Republik Iran in den ersten zwei Jahrzehnten ihres Bestehens erklärt sich aus der Interaktion von interner Konsolidierung eines neuen Regimes und der Anpassung an seine äußeren Rahmenbedingungen. Während in der Gründungsphase der Islamischen Republik eine stark ideologisch motivierte Abkehr von der Außenpolitik des Ancien regime konstitutiv war, realisierte die islamistische Staatsklasse unter dem Druck weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen und ökonomischer Abhängigkeit bald die Grenzen ihres außenpolitischen Handlungsspielraumes. Im Interesse ihres Machterhaltes leitete sie in der zweiten nachrevolutionären Dekade eine De-Radikalisierung und Re-Orientierung in den internationalen Beziehungen des Iran ein. Der außenpolitische Kurs der 'Normalisierung' wurde zeitweilig durch Inkonsistenz und Revisions bestrebungen erschüttert, die sich wesentlich auf Rivalitäten innerhalb der nachrevolutionären politischen Elite sowie auf die Fortdauer eines multipolaren Machtgefüges in der Islamischen Republik zurückführen lassen. Die ökonomischen Erfordernisse - die strukturelle Abhängigkeit vom Erdöl, von ausländischen Investitionen, Importen und Krediten - machen eine pragmatische Außenpolitik, die auf ein stabiles regionales Umfeld und die Zusammenarbeit mit dem Westen abzielt, zur zentralen Bedingung für die Herrschaftssicherung der islamistischen Staatsklasse." (Autorenreferat)
[100-L] Rovan, Joseph:
Europa und die Welt von morgen, (Strategien für Europa), Gütersloh: Verl. Bertelsmann Stiftung 1995, 51 S., ISBN: 3-89204-178-4
INHALT: Welche Konsequenzen ergeben sich für Europas Stellung in der Welt aus dem Ende der Bipolarität und der entstehenden multipolaren Weltordnung? Neben den drei Mächten USA, Rußland und China nennt Rovan den islamischen Fundamentalismus, als (friedenstörende) Kraft mit der Wirksamkeit einer Großmacht. Um eine handlungsfähige Großmacht zu werden, müßte sich Europa weiter einen. Ein 'wirkliches Konzert der Weltmächte' und eine 'konstituierte Weltordnung' könne nur entstehen, 'wenn China sich entschließt, seine großen Möglichkeiten in den Dienst einer friedlichen Weltordnung' zu stellen (43). Rovan sieht im fundamentalistischen Islamismus 'letzthin weltzerstörerische Absichten'. '...auch wenn China in die Reihe der weltbewahrenden Kräfte eintritt, wird die Zerstörungsfähigkeit der Islamisten ... nur schwer zu bewältigen sein' (44). (ZPol, NOMOS)
[101-L] Schirrmeister, Karl-Günter:
Islamismus: Faktor in der politisch-gesellschaftlichen Ordnung oder Ausdruck des Protestes?: Aspekte zur Situation in der Mittelmeer-Region, (AIK-Texte, 2/98), Strausberg: 1998, 30 S. (Standort: UuStB Köln(38)-990106043; Graue Literatur)
INHALT: "Das Mittelmeer ist im Bewußtsein der Europäer mehr ein Graben als die Brücke, über die drei Erdteile seit alters verbunden sind. Die Notwendigkeit von Dialog und Kooperation zwischen den Gesellschaften hier und dort wird von kaum jemanden bestritten. Probleme wie demographische Entwicklungen, niedrige soziale Standards, kaum kontrollierbare Migration, geringe politische Partizipation, besonders aber Verknappung der lebenswichtigen Ressource Wasser und abnehmende Toleranz im Zusammenleben der Ethnien in der jeweiligen Region lassen ein neues Protestpotential entstehen; es ist religiös-ideologisch orientiert. Um gegen Brückenkopfvorstellungen, die zunehmend unter dem Eindruck der fremden Massenmedien (Funk und Fernsehen) entstehen, und um den damit einhergehend provozierten Befürchtungen oder gar Ängsten entgegenzuwirken, ist Annäherung nötig, d.h. Verstehen durch differenzierendes Wahrnehmen und Erkennen muß vorangehen." (Autorenreferat)
[102-L] Schwarz, Hans-Peter; Kaiser, Karl (Hrsg.):
Die Zukunft des Mittelmeerraumes: Bonner Botschaftsvorträge, (CICERO-Schriftenreihe : Schriftenreihe des Centre for International Cooperation in Advanced Education and Research an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 1), Bonn: Bouvier 1997, 217 S., ISBN: 3-416-02635-7
INHALT: Der Band enthält dreizehn Vorträge von Botschaftern aus dem Mittelmeerraum, die im Rahmen einer Ringvorlesung zum Thema 'Zukunftsprobleme des Mittelmeerraumes' im Jahr 1996 an der Universität Bonn gehalten wurden. Die einzelnen Vorträge stehen nicht unter einem gesonderten Thema, sondern behandeln sämtliche Probleme der Region aus der Sicht des jeweiligen Landes. Im Zentrum steht dabei oft die zukünftige Mittelmeerpolitik der Europäischen Union. Konflikte, wie der zwischen Israel und den arabischen Staaten, die Zypernfrage und die innere Situation in Algerien, werden vor allem von den Botschaftern der betroffenen Länder thematisiert. Auch das Verhältnis zur islamischen Welt und dem aufkommenden Fundamentalismus werden in einigen Vorträgen behandelt. Aus deutscher Sicht äußert sich der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, zur Politik der Bundesregierung gegenüber dem Mittelmeerraum. (ZPol, NOMOS)
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