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[57-L] Bruns, Karin:
Das moderne Kriegsweib: Mythos und nationales Stereotyp heroischer Weiblichkeit 1890-1914, in: hrsg. von Annegret Pelz, Marianne Schuller, Inge Stephan, Sigrid Weigel, Kerstin Wilhelms: Frauen, Literatur, Politik, Hamburg: Argument-Verl. 1988, S. 132-144, ISBN: 3-88619-172-9
INHALT: Die Autorin diskutiert das Verhältnis konservativer Kräfte zur Frauenfrage, besonders ob und in welcher Form Elemente der Frauen-, Reform- und erotischen Bewegung aufgriffen und Weiblichkeitsentwürfe nutzbar gemacht, sowie mit nationalistischen Diskurspartikeln und Mythen vermischt wurden. Es wird gezeigt, (1) welche Sybolik die Frauen in den ersten Weltkrieg geführt hat und (2) warum es für einen großen Teil der bürgerlichen und sozialdemokratischen Frauenbewegung unmöglich war, sich des Angebots semantischer Totalisierung zu entziehen. Die Aktivitäten der konservativ eingestellten Frauen werden anhand der Publikationen konservativer Frauenvereine, der "Bismarck-Gespräche" im Bismarck-Frauen-Kalender als literarisches Beispiel, sowie anhand eines Albums mit dem Titel "Die Frau im Jahrhundert der Energie 1813 bis 1913", herausgegeben vom Berliner Kaufhaus Israel, untersucht. Es zeigte sich, daß der bürgerlichen und sozialdemokratischen Frauenbewegung zahlreiche Distinktionsmöglichkeiten genommen wurden. Die literarischen Imagniationen vom "modernen Kriegsweib" liegen quer zu den ideologischen Positionen der Frauenbewegung, sodaß durch einen Mythos wehrhafter Weiblichkeit ein ideologischer Integrationsprozeß opposiotioneller Gruppen entstandt. (HN)
[58-L] Cyrus, Hannelore:
"Schön zugleich und schrecklich anzusehen" - die Heldenjungfrau: Gedanken zur Gestaltung eines Mythos, in: Jutta Dalhoff, Uschi Frey, Ingrid Schöll <Hrsg.>: Frauenmacht in der Geschichte: Beiträge des Historikerinnentreffens 1985 zur Frauengeschichtsforschung, Düsseldorf: Schwann-Bagel 1986, S. 218-228, ISBN: 3-590-18054-4 (Standort: FES Bonn(Bo133)-A86-5891)
INHALT: Freiheitskämpferinnen, die unerkannt im Heer mitgekämpft haben, sind der Ausgangspunkt für Überlegungen zur Objekthaftigkeit der Frau, zur Modellierung von Frauenbildern. Zwar verstößt das Bild der Heldenjungfrau zunächst gegen die herrschende Geschlechtsstereotype durch seine Verbindung von weiblicher Reinheit und männlicher Rauhheit, doch zeigt Cyrus, welche Reduzierung hierdurch an den real kämpfenden Frauen vorgenommen wurde: An drei Beispielen (Jeanne D'Arc, Eleonore Prochaska und vor allem Anna Lühring) konkretisiert sie zunächst die Überlieferungen und verdeutlicht so die Kunstfigur der Heldenjungfrau. Nur eine Jungfrau nämlich konnte Heldin sein, - als Heldin mußte sie Jungfrau bleiben. Sterben auf dem Schlachtfeld war ehrenvoll, weil es die Diskussion um die Keuschheit beendete und allen Frauen Ruhm sicherte. Überlebte die Kämpferin, wie Anna Lühring, die als Jägerin zu Fuß bei den Lützowern aktiv war, wurde sie mit moralischen Normen konfrontiert: Der Vater wollte z. B. von seiner Tochter nichts wissen. Die ehrenhafteste Frau war immer noch die, über die man nicht sprach. Jedes Dokument über Lühring thematisiert den Aspekt Keuschheit, mit Manipulationen wie Verdächtigungen, Verschweigen wird am Bild des Heldenmädchens retuschiert. Die Akzeptanz dieses Modells "Heldin, aber keusch" bekräftigte so den Status der dem Manne unterlegenen Frau. (IF)
[59-L] Cyrus, Hannelore:
Von erlaubter und unerlaubter Frauenart, um Freiheit zu kämpfen: Freiheitskämpferinnen im 19. Jahrhundert und die Freie Hansestadt Bremen, in: Helga Grubitzsch, Hannelore Cyrus, Elke Haarbusch <Hrsg.>: Grenzgängerinnen: revolutionäre Frauen im 18. und 19. Jahrhundert ; weibliche Wirklichkeit und männliche Phantasien, Düsseldorf: Schwann-Bagel 1985, S. 19-69, ISBN: 3-590-18042-0 (Standort: FES Bonn(Bo133)-A86-2130)
INHALT: Die Gegenüberstellung zweier Frauen, die sich am Freiheitskampf des 19. Jahrhunderts beteiligten, und ihres Bildes in der öffentlichen Meinung ermöglicht einen Blick auf die aus Männerphantasien und Männerängsten entstehenden Klassifikationsmuster weiblichen Verhaltens. Am Beispiel der Reaktion von Obrigkeit und Bürgerschaft Bremens gegenüber den Bremer Bürgerinnen Anna Lühring, Freiheitskämpferin im Lützower Freicorps gegen Napoleon, und Louise Aston, Schriftstellerin, Demokratin, Freischärlerin in der Revolution 1848, werden Entstehung, Struktur und Funktion von wertenden Geschlechtsklassifikationen deutlich. Lühring wurde zur Heldenjungfrau erklärt, weil die historische Situation des nationalen Befreiungskampfes die Heldin erforderte. Aston, die gegen jede ihr als Frau auferlegte Beschränkung opponierte und damit die patriarchalische Grundlage der Gesellschaft angriff, traf auf Ablehnung und Verachtung. (BJ)
[60-L] Dettenhofer, Maria D. (Hrsg.):
Reine Männersache?: Frauen in Männerdomänen der antiken Welt, Köln: Böhlau 1994, 266 S., ISBN: 3-412-08693-2 (Standort: UB Bonn(5)-94-8821)
INHALT: Die Beiträge des Sammelbandes stellen Beispiele für die Rolle und Bedeutung von Frauen in den Männerdomänen Politik und Militär vor. Im einzelnen werden folgende Fragestellungen behandelt: (1) Arbeitsteilung in Sparta und die besondere ökonomische Kompetenz der Frauen von Sparta; (2) weibliche Einflußnahme als Grund für politischen Rufmord im Athen der Perikleszeit; (3) biologische Unterschiede von Mann und Frau und die Zeugungstheorien im Corpus Hippocraticum; (4) Cornelia, die Mutter der Gracchen, und ihr Image in der politischen Propaganda; (5) politische Partizipation von Frauen in der Römischen Republik; (6) Frauen in der frühen römischen Kaiserzeit; (7) Frauen im Umfeld des Militär; (8) Frauen in öffentlichen Ämtern im südlichen Kleinasien der römischen Kaiserzeit. (ICE)
[61-L] Gebhardt, Manfred:
Mathilde Franziska Anneke: Madame, Soldat und Suffragette ; Biografie, Berlin: Verl. Neues Leben 1988, 308 S., ISBN: 3-355-00477-4 (Standort: FES Bonn(Bo133)-A89-157)
INHALT: Mathilde Franziska Anneke, 1817 geboren, stammte aus einem gutsituierten Elternhaus, lebte jedoch nach der Scheidung einer unglücklichen Ehe in Armut. Sie schrieb Zeitungsartikel und begann sich politisch zu engagieren. Sie schloß Freundschaft mit Fritz Anneke, der Mitglied des Bundes der Kommunisten war, und heiratete ihn später. Der Autor schildert im folgenden Mathilde Franziska Annekes Bekanntschaft mit Marx, ihre Produktion agitatorischer Schriften und ihre Teilnahme am bewaffneten Kampf der badisch-pfälzischen Erhebung. Als Folge dieser Teilnahme am Kampf muß Mathilde Franziska Anneke nach Straßburg und später in die Schweiz fliehen. Sie wandert dann nach Amerika aus und engagiert sich in der dortigen Frauenbewegung. (GD)
[62-F] Hacker, Hanna, Mag.Dr. (Bearbeitung):
Soziale und sexuelle Differenzen zwischen Frauen als Ansatz für die Analyse von Geschlechterkonstruktionen - am Beispiel von "Kriegerinnen", "Kämpferinnen", "Mörderinnen".
INHALT: Inhaltliche Ziele/Fragestellungen: Möglichkeiten einer Analyse von Bündnis- und Kampfformen zwischen Frauen in ausgewählten sozialen Handlungsräumen (Frauen in soldatischen Formationen der Jahrhundertwende; politische Differenzen im Umfeld der Ersten Frauenbewegung; Differenz und Geschlecht in der Rezeption tödlicher Frauenliebe). ZEITRAUM: 1890-1950. GEOGRAPHISCHER RAUM: Österreich, Frankreich.
METHODE: Methodik: Analyse von Archivalien und Print-Medien. Theoretischer Ansatz: Re/De/Konstruktion von Weiblichkeit und Nicht-Weiblichkeit anhand der heuristischen Kategorie der "Differenz" zwischen Frauen im Sinn von kulturellen Unterschieden und Konflikten.. BENUTZTE UNTERLAGEN: Archivmaterial des Kriegsarchivs; Print-Medien und unveröffentlichte Quellen der Ersten Frauenbewegung; Publikationen der Sexualreformbewegung; u.a.
ART: Habilitation BEGINN: 199311 ENDE: 199611 AUFTRAGGEBER: keine Angabe
INSTITUTION: Hacker, H. (Paulanergasse 16/66, A-1040 Wien)
KONTAKT: Autorin (5861470)
[63-F] Hagemann, Karen, Dr. (Bearbeitung); Hausen, Karin, Prof.Dr. (Leitung):
Nation, Krieg und Geschlechterordnung in der Zeit der antinapoleonischen Erhebung Preußens, 1806-1815
INHALT: In den Jahren vor und während der Freiheitskriege 1813-1815, in die auch die Anfänge einer deutschen Nationalbewegung fallen, wurde die patriotisch-nationale Mobilisierung für den Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft eng verknüpft mit der Propagierung einer "wehrhaften Männlichkeit". Darunter wurde allgemein die Bereitschaft und Fähigkeit eines Mannes verstanden, die "Freiheits des Vaterlandes" mit der Waffe in der Hand zu verteidigen und dabei sein Leben zu riskieren. Zeitungen und Zeitschriften, Flugblätter und Broschüren, ebenso wie Lieder und Gedichte huldigten in der Zeit der Freiheitskriege geradezu einem "Männlichkeitsrausch". Um dem französischen Gegner mit seiner Grande Armee auf der Basis einer allgemeinen Volksbewaffung gewachsen zu sein, mußte auch im monarchischen Preußen 1813 die Allgemeine Wehrplicht eingeführt werden. Hierzu wurden erstmals breitere Schichten von Männern zum Waffendienst herangezogen, die vorher davon befreit waren, nicht nur Adelige, Staatsdiener sowie Bildungs- und Besitzbürger, sondern auch die männlichen Einwohner ganzer Landschaften und großer Städte. Entscheidendes Mittel hierzu war eine breite publizistische Kampagne für eine "patriotische wehrhafte Ermannung". In der breiten historischen Forschung zu den Jahren der antinapoleonischen Erhebung zwischen 1806 und 1815 hat dieses Phänomen bisher kaum Interesse gefunden. Die herausragende Bedeutung von Geschlechterbildern bei der diskursiven Konstruktion nationaler Ideologien, bei der Konstituierung nationaler Bewegungen wie bei der Mobilisierung nationaler Kriegsbereitschaft wurde in der Historiographie zur deutschen Nationalgeschichte nur wenig beachtet und damit auch die ausgeprägt männliche Konnotation alles Nationalen in der Frühphase des modernen deutschen Nationalismus meist übersehen. Dies erstaunt umso mehr, als in der zeitgenössischen Tagesliteratur offensichtlich ein Zusammenhang von Nation, Militär, Krieg und Männlichkeit hergestellt wurde. Dieser Zusammenhang wird in dem Forschungsprojekt untersucht. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Preußen, das sich als Beispiel anbietet, da es nach der vernichtenden Niederlage gegen die Grande Armee 1806/07 zum Zentrum eines immer intensiver werdenden Diskurses über eine notwendige Formierung der "Nation" und Reformierung von Staat und Heer wurde, der in den Freiheitskriegen 1813-15 seinen Höhepunkt erreichte. Im Kontext dieses Diskurses entstand ein neuer "patriotisch-wehrhafter" Männlichkeitsentwurf, in dessen Zentrum die Begriffe "Ehre", "Freiheitssinn", Frömmigkeit", "Kraft", "Mut", "Patriotismus", "Treue" und "Wehrhaftigkeit" standen. Dieser Entwurf verband in seinen vielgestaltigen Ausformungen alte Werte preußischer Soldatenehre, adeliger Offizierstugend und christlich-bürgerlicher Ethik mit neuen Vorstellungen von empfindsam-heroischer Romantik und männlich-staatsbürgerlicher Partizipation. In der Frühphase der deutschen Nationalbewegung wurde offenbar, so die zu überprüfende Hauptthese des Forschungsprojektes, erstmals ein nach allgemeiner Gültigkeit verlangendes Männlichkeitsbild geprägt, das den veränderten politischen und militärischen Anforderungen im entstehenden Nationalstaat entsprach. Es sicherte zugleich unter den aufkommenden Bedingungen einer "nationalen Staatsbürgergesellschaft" auch die männliche Vorherrschaft im Staat, denn die Staatsbürgerrechte wurden an den Wehrdienst gekoppelt. Da dieser nur Männern vorbehalten war, blieben Frauen langfristig aus der modernen "Staatsbürgernation" ausgeschlossen: Ihnen wurden keine politischen Rechte zugesprochen. Dieser neue "patriotisch-wehrhafte" Männlichkeitsentwurf hat zumindest in gebildeten Schichten langanhaltend die Vorstellungen von Männlichkeit gespeist und erheblich zu deren gewaltvoll-kriegerischer Aufladung beigetragen. Dessen aggressives Potential entfaltete vor allem in den nationalen Kriegs- und Krisenzeiten der deutschen Geschichte nachhaltige Wirkung. ZEITRAUM: 1806-1815 GEOGRAPHISCHER RAUM: Preußen
METHODE: Kulturgeschichte; Geschlechterforschung; Diskursanalyse. DATENGEWINNUNG: entfällt.
VERÖFFENTLICHUNGEN: Hagemann, K.: Heldenmütter, Kriegerbräute und Amazonen: Entwürfe patriotischer Weiblichkeit zur Zeit der Freiheitskriege. in: Frevert, Ute (Hrsg.): Militär und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Stuttgart: Klett Cotta 1997, S. 174-200.+++Dies.: Militär, Krieg und Geschlechterverhältnisse. Untersuchungen, Überlegungen und Fragen zur Militärgeschichte der Frühen Neuzeit. in: Pröve, Ralf (Hrsg.): Clio in Uniform. Beiträge zum historiographischen Ort einer neuen Militärgeschichte 1500-1815. Köln u.a.: Böhlau 1997.+++Dies.: Of "Manly Valor" and "German Honor". Nation, war and masculinity in the age of the Prussian uprising against Napoleon. in: Central European History, 30, 1997, No. 2, pp. 187-220.+++Dies.: "We need not concern ourselves...". Militärgeschichte - Geschlechtergeschichte - Männergeschichte: Anmerkungen zur Forschung. in: Traverse - Zeitschrift für Geschichte, Revue d'Histoire (Zürich), 1998, 1, S. 75-94.+++Dies.: Venus und Mars. Reflexionen zu einer Geschlechtergeschichte von Militär und Krieg. in: Hagemann, Karen; Pröve, Ralf (Hrsg.): Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger. Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel. Frankfurt a.M. u.a. 1998, S. 13-48.+++Dies.: Der "Bürger" als "Nationalkrieger". Entwürfe von Militär, Nation und Männlichkeit in der Zeit der Freiheitskriege. in: ebd., S. 74-102.+++Dies.: A "valourous volk family": the nation, the military, and the gender order in Prussia during die Antinapleonic Wars. in: Blom, Ida; Hagemann, Karen; Hall, Catherine (eds.): Gendered nations. Nationalisms and gender order in the long 19th century. Oxford u.a. 1999 (forthcoming).+++Blom, Ida; Hagemann, Karen; Hall, Catherine (eds.): Gendered nations. Nationalisms and gender order in the long 19th century. Oxford u.a. 1999 (forthcoming). ARBEITSPAPIERE: Hagemann, K.: Mannlicher Muth und teutsche Ehre. Entwürfe von Nation, Krieg und Geschlecht in der Zeit der antinapoleonischen Kriege Preußens. Kurzbeschreibung und Inhaltsverzeichnis der Habilitationsschrift.
ART: gefördert BEGINN: 199702 ENDE: 199901 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft
INSTITUTION: Technische Universität Berlin, FB 01 Kommunikations- und Geschichtswissenschaften, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (Ernst-Reuter-Platz 7, D-10587 Berlin)
KONTAKT: Leiterin (e-mail: hausen@kgw.tu-berlin.de); Bearbeiterin (Tel. 030-31426974, Fax. -31426988, e-mail: hagemann@kgw.tu-berlin.de)
[64-L] Hagemann, Karen; Pröve, Ralf (Hrsg.):
Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger: Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel, (Reihe Geschichte und Geschlechter, Bd. 26), (Workshop "Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel (16.-19. Jahrhundert), 1997, Berlin), Frankfurt am Main: Campus Verl. 1998, 368 S., ISBN: 3-593-36101-9 (Standort: UuStB Köln(38)-25A5961)
INHALT: "Die militärische Forschung hat in Deutschland eine lange Tradition. Ausgeblendet blieb jedoch weitgehend die geschlechtergeschichtliche Perspektive. So kennzeichnet die bisherige Militärgeschichtsschreibung ein doppelt männlich geprägter Blick: Zumeist männliche Historiker befassen sich fast ausschließlich mit männlichen Akteuren. Der Band schließt nun diese Lücke. Seine Autorinnen und Autoren fragen nach den vielfältigen Zusammenhängen von Militärverfassung, Kriegführung und Geschlechterordnung. Beleuchtet wird die Entwicklung von der Zeit der Söldnerheere im 16. und 17. Jahrhundert über die Periode der stehenden Heere im 18. Jahrhundert bis zum Beginn einer industrialisierten Massenkriegführung auf der Basis einer allgemeinen Wehrpflicht am Vorabend des Ersten Weltkriegs." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Karen Hagemann: Venus und Mars: Reflexionen zu einer Geschlechtergeschichte von Militär und Krieg (13-48); Matthias Rogg: "Wol auff mit mir, du schoenes weyb". Anmerkungen zur Konstruktion von Männlichkeit im Soldatenbild des 16. Jahrhunderts (51-73); Karen Hagemann: Der "Bürger" als "Nationalkrieger". Entwürfe von Militär, Nation und Männlichkeit in der Zeit der Freiheitskriege (74-102); Ralf Pröve: "Der Mann des Mannes". 'Civile' Ordnungsformationen, Staatsbürgerschaft und Männlichkeit im Vormärz (103-120); RenÚ Schilling: Die soziale Konstruktion heroischer Männlichkeit im 19. Jahrhundert. Das Beispiel Theodor Körner (121-144); Martin Lengwiler: Jenseits der "Schule der Männlichkeit". Hysterie in der deutschen Armee vor dem ersten Weltkrieg (145-167); Christiane Andersson: Von "Metzen" und "Dirnen". Frauenbilder in Kriegsdarstellungen der Frühen Neuzeit (171-198); Dirk Alexander Reder: "... aus reiner Liebe für Gott, für den König und das Vaterland". Die "patriotischen Frauenvereine" in den Freiheitskriegen von 1813-1815 (199-222); Gabriella Hauch: "Bewaffnete Weiber". Kämpfende Frauen in den Kriegen der Revolution von 1848/49 (223-246); Jean H. Quataert: "Damen der besten und besseren Stände". "Vaterländische Frauenarbeit" in Krieg und Frieden 1864-1890 (247-275); Bernhard R. Kroener: "...und ist der jammer nit zu beschreiben". Geschlechterbeziehungen und Überlebensstrategien in der Lagergesellschaft des Dreißigjährigen Krieges (279-296); Jutta Nowosadtko: Soldatenpartnerschaften. Stehendes Heer und weibliche Bevölkerung im 18. Jahrhundert (297-321); Jakob Vogel: Samariter und Schwestern. Geschlechterbilder und -beziehungen im "Deutschen Roten Kreuz" vor dem Ersten Weltkrieg (322-344); Martin Dinges: Militär, Krieg und Geschlechterordnung. Bilanz und Perspektiven (345-364).
[65-L] Hartsock, Nancy C. M.:
Nullsummenspiel der Ehre, in: Das Argument, Jg. 33/1991, H. 3, S. 335-348 (Standort: UuStB Köln(38)-XG01665; UB Bonn(5)-Z70/6; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Im vorliegenden Beitrag analysiert die Autorin - ausgehend vom gegenwärtigen Diskurs der Frauenbewegung - die historische und gesellschaftliche Konstruktion von Männlichkeit im Zusammenhang mit Krieg, Konkurrenz, Heldentum und Männerbünden, wie sie bereits in der Ilias des Homer angelegt sind und bis heute reproduziert werden. Diese Ideologisierung von Männlichkeit stellt den Schlüssel zum Verständnis von "Heldentat" und "Ehre" dar, d.h. Männlichkeit ist weniger eine Folge "rasender Hormone", sondern kulturelles Produkt. Dieser Komplex hat sich aus einer Kombination von Angst vor und Faszination für Tod, Sterblichkeit und Vergänglichkeit heraus entwickelt. Gezeigt wird, daß Männlichkeit grundsätzlich durch antagonistische Aktivitäten definiert ist, durch rituellen Kampf unterschiedlichster Art, und das dieser Kampf ständig wiederholt werden muß, da Männlichkeit als Ideal nie endgültig zu erreichen ist. Das männliche Identität sich (nach wie vor) über Wettstreit und Kampf entwickelt, wird in seinen Konsequenzen für ein sich wandelndes Verhältnis der Geschlechter analysiert. (pmb)
[66-L] Hummel-Haasis, Gerlinde:
"...ein ganzes Regiment Weiber, um für das Vaterland zu kämpfen": badische Frauen in der revolutionären Demokratie 1848/49, in: Allmende, Jg. 3/1983, H. 3, S. 40-49
INHALT: Der Aufsatz befaßt sich mit der Rolle der Frau in der Revolution 1848/49 in Baden. Als Quellen wurden Zeitungsartikel und Erinnerungen ausgewertet. In Deutschland begann die öffentliche Diskussion über die Frauenemanzipation erst mit der demokratischen Revolution 1848. Frauen beteiligten sich nun an den politischen Auseinandersetzungen und gründeten politische Vereine. Auch am badischen Aufstand nahmen von Beginn an Frauen teil, die versuchten, auf die politischen Ereignisse Einfluß zu gewinnen. In mehreren Orten entstanden Frauenvereine, die auf caritativer und politischer Ebene arbeiteten. Frauen unterstützten die Freiheitsheere und waren wie Amalie Struve und Emma Herwegh an den Kämpfen beteiligt. Entsprechend litten auch eine Reihe von weiblichen Demokraten an den Verfolgungen nach 1849. (BJ)
[67-L] Jüngst, Peter; Otto, Astrid:
Ein kriegerisches "Matriarchat"?: zur Separierung geschlechtsspezifischer Lebensbezüge und zur "Herstellung" und "Kanalisierung" von Aggressivität bei den Irokesen, in: hrsg. von Peter Jüngst und Oskar Meder: Aggressivität und Verführung, Monumentalität und Territorium: Zähmung des Unbewußten durch planerisches Handeln und ästhetische Formen?, Kassel: Verl. Gesamthochschulbibliothek Kassel 1995, S. 62-85, ISBN: 3-88122-830-6 (Standort: UuStB Köln(38)-20A571)
INHALT: In der vorliegenden Studie dient das Beispiel der Irokesen als Hinweis dafür, daß der postulierte Grundmodus zur Herstellung individueller und gesellschaftlicher Aggressivität keineswegs auf patriarchale Gesellschaften beschränkt ist (denen als solche häufig eine besondere Aggressivität nachgesagt wird), sondern sich auch in sogenannten mutterrechtlichen Gesellschaften findet. Im Gegensatz zu der häufig vertretenen Annahme, daß matrilinear und matrilokal orientierte Gesellschaften prinzipiell einen "friedlichen" Charakter hätten, kann die irokesische Gesellschaft, von der Murdock (1934) sagt, daß sie von allen Völkern der Erde der Vorstellung vom Matriarchat am nächsten gekommen sei, als (für den Zeitpunkt ihrer historischen Faßbarkeit) ausgesprochen kriegerisch betrachtet werden. Auf die komplexe Ökonomie dieser Stammesföderation und auch die der mit ihnen sprachlich-kulturell verwandten, wenn auch verfeindeten Huronen und der in dieser Ökonomie aufgehobenen Positionierungen der Frauen wird eingegangen. Im Mittelpunkt des Interesses steht vor allem die in der irokesischen Ökonomie eingelagerte Separierung der Lebensbereiche von Männern und Frauen und ihre Auswirkungen auf primäre und sekundäre Sozialisationsformen und mit diesen möglicherweise verbundenen "aggressiven" Dispositionen und Verhaltensweisen. (ICE)
[68-L] Kronberger, Michaela:
Die Amazonen: Aspekt eines Mythos, in: Edith Specht <Hrsg.>: Nachrichten aus der Zeit: ein Streifzug durch die Frauengeschichte des Altertums, Wien: Wiener Frauenverl. 1992, S. 115-144, ISBN: 3-900399-66-2
INHALT: Die Autorin skizziert die Sagen über Amazonen, die "lediglich interessante Einblicke in die Vorstellungswelt der männlichen Autoren" bieten könnten. Denn ebenso wie aus den zahlreichen Darstellungen von Amazonen in der antiken bildenden Kunst und Vasenmalerei ergäben sich hieraus keine Informationen über "wirkliche Amazonen". Ihre Existenz sei bisher weder historisch noch archäologisch zu beweisen. Die Autorin beschreibt die Entstehung von Sagen und Mythen in Korrelation mit der geographischen Verortung der Legenden, erläutert die Entstehung des Amazonenvolkes, Kriegerinnengräber und die Sitten der Amazonen, wie sie sich aus den Texten verschiedener Epochen darstellen. Aus archäologischer und sozialhistorischer Perspektive versucht die Autorin Argumente einer kulturhistorischen und geographischen Einordnung der Amazonen zu entwickeln. Ein Blick auf die literarischen Überlieferung von Frauengesellschaften in anderen Kulturen schließt den Beitrag ab. (rk)
[69-L] Kuhn, Annette:
Feminismus, Frauengeschichte und historische Friedensforschung, in: Bernhard Moltmann <Hrsg.>: Perspektiven der Friedensforschung, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1988, S. 175-188, ISBN: 3-7890-1705-1 (Standort: UuStB Köln=38*-XE209-15/1988)
INHALT: Es wird der Frage nachgegangen, ob der Feminismus als eine von der Frauenbewegung und der Frauenforschung entwickelte gesellschaftsanalytische Kategorie in der Lage ist, eine bisher verschlossene Perspektive innerhalb der Friedensforschung zu eröffnen. Bezogen wird sich dabei einerseits auf den Feminismus als eine Sichtweite innerhalb der Frauengeschichtsforschung und andererseits auf die historische Friedensforschung. In dem vorgestellten Ansatz wird davon ausgegangen, daß Militarismus, Gewalt und Krieg als bleibende Eigenschaften einer patriarchalen Gesellschaft anzusehen sind, die patriarchale Werte widerspiegelt, somit friedensbedrohende Potentiale perpetuiert und aufs neue produziert. Am Beispiel des "Historikerstreits" wird eine spezifisch deutsche Tradition des Antifeminismus sichtbar gemacht. Es wird die These vertreten, daß der Antifeminismus den faschistischen Ideologien gewissermaßen vorgelagert ist und in Folge der langen, fast 3000 jährigen patriarchalen Geschichte zu einer unerkannten, scheinbar naturhaften Prämisse dieser Ideologie geworden ist. (GF)
[70-L] Kuhn, Annette; Wirtz-Weinrich, Wilma; Ferrari, Ruth:
Frauen kämpfen um ihre Rechte (1789-1795): fachdidaktische und fachwissenschaftliche Annäherungen, in: Helga Grubitzsch, Hannelore Cyrus, Elke Haarbusch <Hrsg.>: Grenzgängerinnen: revolutionäre Frauen im 18. und 19. Jahrhundert ; weibliche Wirklichkeit und männliche Phantasien, Düsseldorf: Schwann-Bagel 1985, S. 257-285, ISBN: 3-590-18042-0 (Standort: FES Bonn(Bo133)-A86-2130)
INHALT: Dem Aufsatz liegen zwei Erfahrungen zugrunde: Im Bereich der Fachdidaktik ergab sich, daß Unterrichtsversuche, die am Beispiel der Rolle der Frau in der Französischen Revolution Geschlechterstereotypen bei Schülerinnen und Schülern auflösen sollten, gerade das Gegenteil bewirkt zu haben schienen. Tatsächlich beruhte diese Erscheinung jedoch auf antifeministischen Implikationen der an die Lernenden angelegten Bewertungskriterien. Die zweite Erfahrung bezog sich auf die immer noch grundsätzlich frauenfeindliche, weil die Bedeutung der Frauen in der Geschichte ignorierende, Praxis der Geschichtswissenschaft. Da die Autorinnen eine Annäherung der fachdidaktischen wie der fachwissenschaftlichen Grundlagen für notwendig halten, erarbeitet sie einen neuen Unterrichtsentwurf zum Thema Frauen in der Französischen Revolution. Er rückt in den Vordergrund, was Frauen gemeinhin abgesprochen wird: Rationalität ihres Handelns und gesellschaftspolitische Bedeutung dieses Handelns. Durch diese Korrektur der Geschichtsdarstellung sehen die Autorinnen die Chance zu einer Veränderung der fachdidaktischen Wahrnehmungsweise gegeben. (BJ)
[71-F] Prinz, Ulrike, M.A. (Bearbeitung); Münzel, Mark, Prof.Dr. (Betreuung):
"Das Jacare und die streitbaren Weiber" - Indianische Erzähltradition und der Mythos von den Amazonen (Arbeitstitel)
INHALT: Verschiedene Versionen einer Mythe der Kamayura-Indianer (Araguaia), die das antagonistische Verhältnis der Geschlechter zueinander widerspiegeln, sollen untersucht werden. In ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt, gewinnen die Erzählungen an Plastizität und treten aus der Kategorie der sog. Amazonensage hervor, der sie langezeit untergeordnet waren, zeigen aber auch ihre wechselseitigen Beziehungen mit dem Mythos. GEOGRAPHISCHER RAUM: Amazonasgebiet
METHODE: Neuer Ansatz der Mytheninterpretation, der von der formalen Analyse der Texte zur inhaltlichen Interpretation führt und auf gleiche Weise die rituelle und gesellschaftliche Wirklichkeit einbezieht. Desweiteren versteht sich die Arbeit als Fortführung der Debatte über die sog. Matriarchatmythen der ethnologischen Frauenforschung. Die Kontextualisierung der Erzählungen führt zu einer erweiterten und relativierenden Auffassung der bisher vertretenen Interpretationen der Matriarchatsmythen in Südamerika.
ART: Dissertation BEGINN: 199310 ENDE: 199804 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler
INSTITUTION: Universität Marburg, FB 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, Fachgebiet Völkerkunde (Kugelgasse 10, D-35032 Marburg)
KONTAKT: Bearbeiterin
[72-L] Samuel, Pierre:
Amazonen, Kriegerinnen und Kraftfrauen, München: Dianus-Trikont Buchverl. 1979, 363 S., ISBN: 3-88167-043-2 (Standort: UuStB Köln(38)-4G5206)
INHALT: Die Behauptung, Frauen seien Männern von Natur aus physisch unterlegen, ist eines der am weitesten verbreiteten Argumente, die zur Rechtfertigung der sozialen Unterdrückung der Frauen in patriarchalischen Gesellschaften vorgebracht werden. Wie sieht es mit der weiblichen Kraft wirklich aus? Gab oder gibt es einzelne Frauen oder Gruppen von Frauen, die zu Leistungen fähig sind, die gewöhnlich nur von den allerstärksten Männern erwartet werden? Dieser Frage geht der Autor in seinem 1975 in französisch erschienenen Buch "Amazones, guerrieres et gaillardes" nach und er verfolgt sie über alle Kontinente und durch alle Epochen der Weltgeschichte. Mit Traditionen von Amazonen bei den Griechen, im mittelalterlichen Böhmen und bei südamerikanischen Indianern beschäftigt er sich ebenso, wie mit Kriegerinnen von Dahomey oder Frauen, die mit Kraftakten im Zirkus auftraten. (KA)
[73-L] Sauter-Bailliet, Theresia:
Kämpfende Frauen in der Literatur: am Beispiel Kamilla und Brünhild, in: Feministische Studien, Jg. 3/1984, H. 2, S. 92-108 (Standort: UuStB Köln(38)-M XG05803; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: Die Autorin nimmt Stellung zu der Frage, ob die Frau von Natur aus friedliebend, Aggressivität dagegen im Mann vorprogrammiert sei. Am Beispiel zweier Kriegerinnen aus der Literatur, Kamilla und Brünhild, wird aufgezeigt, wie ein historisches Phänomen, die Existenz kriegerischer, starker Frauen, in patriarchalische Schemata gezwängt und umgewertet wurde. Vergils Aeneis und die von einem französischen Dichter stammende mittelalterliche Nachdichtung werden hinsichtlich der Kamilla-Episode verglichen. In beiden Werken wird die kämpfende Frau, die im patriarchalen Denken männliches Territorium betritt, ihrer Sexualität beraubt und erscheint stets jungfräulich. Sexualität wird jeweils auf den inaktiven Frauentyp (Lavinia) projiziert. Auch im Nibelungenlied wird diese patriarchale Aufspaltung in der Gegenüberstellung der kriegerischen Brünhild mit der passiven, hingebungsvollen Kriemhild deutlich. Die damalige Funktion der besprochenen Werke ist nach Meinung der Autorin, die Beziehung der Geschlechter und die Lebensweisen eindeutig in patriarchalischen Strukturen zu regulieren. (BO)
[74-F] Schilling, Rene (Bearbeitung):
Der Mann als Held. Die Konstruktion und Rezeption des männlichen Kriegshelden im 19. und 20. Jahrhundert
INHALT: keine Angaben ZEITRAUM: 19. und 20. Jahrhundert
ART: keine Angabe AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bielefeld, Fak. für Geschichtswissenschaft und Philosophie, Graduiertenkolleg Sozialgeschichte von Gruppen, Schichten, Klassen und Eliten (100131, D-33501 Bielefeld)
[75-L] Schulte, Regina (Hrsg.):
Die verkehrte Welt des Krieges: Studien zu Geschlecht, Religion und Tod, (Reihe Geschichte und Geschlechter, Bd. 25), Frankfurt am Main: Campus Verl. 1998, 151 S., ISBN: 3-593-36112-4 (Standort: UB Bonn(5)-99-8058)
INHALT: "In Zeiten des Krieges werden die Menschen in extreme Erfahrungen gerissen, die gewohnten Ordnungen aufgebrochen, das alltägliche Sinngefüge zerstört. Regina Schulte geht es um die Kriegswirklichkeit jenseits der Schlachten, z.B. in der Wiederbegegnung des Paares bei der Rückkehr des Kriegers. Sie betrachtet kriegsfinanzierende Calvinisten und Geistliche, die das Unerhörte in ihre religiösen Traditionen einzuordnen versuchen und denen der Dichter die verkehrte Welt entgegenstellt. Sie folgt weiblichen Freiwilligen im Ersten Weltkrieg an die Front. Schließlich interpretiert sie das von Schuld und Trauer geprägte Tagebuch von Käthe Kollwitz nach dem Tod ihres Sohnes. Es geht der Autorin darum, den Wandel des Alltäglichen in Kriegszeiten, von denen niemand mehr erzählen kann, an Erfahrungszeugnissen einzelner darzustellen." (Autorenreferat)
[76-L] Seidler, Franz W.:
Frauen zu den Waffen?: Marketenderinnen, Helferinnen, Soldatinnen, Bonn: Bernard & Graefe 1998, 446 S., ISBN: 3-7637-5979-4
INHALT: Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage des vor 20 Jahren erstmals erschienenen Werkes. Der Autor beleuchtet im ersten Teil des Buches die wechselnde Einbindung von Frauen in das Militär in Deutschland aus historischer Perspektive. Schwerpunkt der Darstellung bildet der Zeitraum von 1933 bis heute. Der zweite Teil zeigt die Situation in folgenden Ländern auf: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rußland, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien, USA. Das Buch bietet eine umfassende historische Aufarbeitung des Themas. Über Sätze wie 'Das Voranschreiten der Frauen in der Politik war ein Erfolg der Quotenfestlegung.' (238) muß man dabei allerdings hinweglesen. (ZPol, NOMOS)
[77-L] Seidler, Franz W.:
Marketenderinnen, Helferinnen, Soldatinnen, Bonn: Wehr u. Wissen Verl.-Ges. 1978, 413 S., ISBN: 3-8033-0265-X (Standort: UuStB Köln(38)-3E2491)
INHALT: Die umfangreiche Darstellung des Einsatzes von Frauen in Streitkräften beginnt mit einem Überblick über die Rolle der Frauen "bei den Soldaten" von der Antike bis zum Ersten Weltkrieg. Ausführlich werden dann das weibliche Gefolge der deutschen Wehrmacht im Dritten Reich und das Helferinnenkorps der SS beschrieben. Die weitere Heranziehung von Frauen zum Dienst in den Streitkräften, "von vielen Frauen geradezu als Gradmesser der Emanzipation" betrachtet, die unterschiedliche Ausgestaltung von Wehr- und Zivildienstpflichten sowie die Möglichkeiten und Begrenzungen der Soldatenlaufbahn für Frauen werden dann für verschiedene Staaten des Ostens und Westens untersucht. (KO)
[78-L] Specht, Edith (Hrsg.):
Nachrichten aus der Zeit: ein Streifzug durch die Frauengeschichte des Altertums, (Reihe Frauenforschung, Bd. 18), Wien: Wiener Frauenverl. 1992, 258 S., ISBN: 3-900399-66-2
INHALT: Die Autoren des Sammelwerkes haben sich zum Ziel gesetzt, das bislang in vielen "Geschichtsbüchern ignorant verzerrte Bild" der Frau in der Geschichte zurechtzurücken. Der Band will zur Beschäftigung mit Frauengeschichte anregen, aber gleichzeitig auch das "alte klischeehafte Bild" von der rechtlosen und bedeutungslosen Frau in der Antike revidieren. Anhand geschichtlicher Quellen wird aus sozialhistorischer Perspektive Frauenforschung auf dem Gebiet der Archäologie, Sprachwissenschaft und der Ethnologie vorgestellt. Erörtert werden altorientalische Quellen der Göttinnenverehrung, die Stellung der Frau im "alten Ägypten", Fragen der Frauenherrschaft im antiken Afrika, Aspekte eines Mythos der Amazonen und die weibliche Magie, wie sie sich in altrömischen Texten darstellt. Ziel des Buches ist nicht die "vollständige Geschichte der Frau im Altertum", sondern die interdisziplinäre Darstellung einzelner Facetten dieses Themas. (rk)
[79-L] Visser, Ellen de:
Frau und Krieg: weibliche Kriegsästhetik, weiblicher Rassismus und Antisemitismus ; eine psychoanalytisch-tiefenhermeneutische Literaturanalyse, Münster: Verl. Westfäl. Dampfboot 1997, 335 S., ISBN: 3-89691-410-3 (Standort: UB Bonn(5)-97-10035)
INHALT: "Sowohl vor wie während der NS-Zeit erschienen zahlreiche von Frauen verfaßte Propagandaschriften. Die Frau als Kriegerin in der Geschichte, vorzugsweise in der Germanenzeit, in den Preußenkriegen und im Ersten Weltkrieg war ihr zentrales Thema. Die Autorin analysiert verschiedene dieser in hohen Auflagen erschienenen Schriften in dem gegebenen Diskursfeld. Mit Liane v. Gentzkow, Margareta Schickedanz und Sophie Rogge-Börner interpretiert sie drei Autorinnen exemplarisch anhand der psychoanalytisch-tiefenhermeneutischen Literaturanalyse nach Lorenzer. Neben der Darstellung der ideologischen Fundamente und der gesellschaftspolitischen Diskurse richtet sie den Schwerpunkt ihres Interesses auf den inneren Erlebnisgehalt und die latenten Sinnstrukturen. Die dabei imaginierten Ideale sind vielfältig: Sie zeigen Frauen z.B. als vergesellschaftete, opferbereite Heldenmütter aller Soldaten oder als zur Destruktion und Führung befähigte kriegerische Germaninnen, die - im Gegensatz zu den triebhaften Männern - eine angeblich kultivierte Kriegsästhetik kultivieren." (Autorenreferat)
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