|
|
[110-L] Behn, Sabine; Mommertz, Monika:
Wir kämpfen für Spanien: Frauen im antifaschistischen Widerstand und in der sozialen Revolution während des Bürgerkriegs 1936-1939, in: hrsg. von Beatrix Bechtel ...: Die ungeschriebene Geschichte: historische Frauenforschung ; Dokumentation des 5. Historikerinnentreffens in Wien, 16. bis 19. April 1984, Wien: Wiener Frauenverl. o.J., S. 102-112, ISBN: 3-900399-09-3 (Standort: FES Bonn(BO133)-A85-1974)
INHALT: Behn und Mommertz untersuchen anhand von neuerer Sekundärliteratur und eigens von den Autorinnen geführter Interviews die Rolle der Frauen im Spanischen Bürgerkrieg. Die Arbeit der Frauen in Parteien, Militen und Kollektiven wird näher dargestellt. In einem abschließenden Abschnitt erzählen an den Kämpfen beteiligte Frauen über Männer, Hierarchie, Sexualität und Feminismus. (STR)
[111-L] Behrend, Heike:
Frauen und Krieg: zur Gewalt in postkolonialen Widerstandsbewegungen in Afrika, in: hrsg. von Peter J. Bräunlein u. Andrea Lauser: Krieg und Frieden: ethnologische Perspektiven, Bremen: kea-edition 1995, S. 161-194
INHALT: Die Verfasserin arbeitet zunächst Charakteristika moderner Konflikte nach dem Zweiten Weltkrieg heraus, die überwiegend die Form von Bürgerkriegen mit der entsprechenden Ausprägung von Grausamkeit und Brutalität annahmen. Gefragt wird zudem, welche Rolle Frauen in diesen Konflikten spielten. Vor diesem Hintergrund wird in Form einer Fallstudie das Geschlechterverhältnis und insbesondere die Situation der Frauen in der Holy Spirit-Bewegung der Alice Lakwena im Norden Ugandas behandelt, deren "Holy Spirit Mobile Forces" einen Bürgerkrieg gegen die Regierung Ugandas führten. Auch in dieser Bewegung, die zunächst die Gleichberechtigung der Geschlechter forderte, setzte sich schließlich der männliche Diskurs über die Minderwertigkeit der Frau durch. (ICE2)
[112-L] Bergmann, Anna:
"Soldaten für die Revolution"?: die Gebärstreikdebatte der SPD im Jahre 1913, in: Kristine von Soden <Hrsg.>: Zeitmontage: Rosa Luxemburg, Berlin: Elefanten Press Verl. 1988, S. 92-97, ISBN: 3-88520-274-3 (Standort: FES Bonn(Bo133)-C88-1461)
INHALT: Es werden die Auseinandersetzungen innerhalb der SPD um die Geburtenverweigerung als Instrument des Klassenkampfes und der Strategie für den kulturellen Aufstieg der Arbeiterklasse im Jahre 1913 untersucht. Während die Gebärstreikpropaganda von sozialdemokratischen Ärzten propagiert wurde, lehnte sie die SPD-Parteileitung als unvereinbar mit der politischen Programmatik der SPD ab. Auf Diskussionsabenden vertraten C. Zetkin, L. Zietz und R. Luxemburg die Haltung der Partei gegen die Geburtenverweigerung, indem sie sich gegen die Politisierung der Geburtenkontrolle aussprachen und von einer Strategie zur Befreiung aus gesellschaftlichen Herrschaftsbeziehungen durch die Massen ausgingen. Ein Konsens im Sinne der Partei scheiterte. Es wird aufgezeigt, daß die Gebärstreikdebatte den Umbruch zu einer neuen Sexualmoral andeutet, wobei das gesamte Parteienspektrum, vom alten Frauenbild ausgehend, Geburtenverweigerung als unsittlich bekämpfte. Eine Reflexion über Sexualität und Gebären außerhalb von Klassenkampf und Sozialismus wurde auch von Zetkin und Luxemburg ausgegrenzt und nicht als strukturelles Unterdrückungsmoment gegen Frauen erfaßt. (KIL)
[113-F] Bonwetsch, Bernd, Prof.Dr.; Fieseler, Beate, Dr. (Bearbeitung); Bonwetsch, Bernd, Prof.Dr. (Leitung):
Der "Große Vaterländische Krieg" aus der Perspektive sowjetischer Frauen an Front und Heimatfront
INHALT: Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die systematische bibliographische Erfassung und Anschaffung von Selbstzeugnissen sowjetischer Frauen sowie von Propagandamaterial aus der Zeit des 2. Weltkrieges (Broschüren, Zeitschriften, Plakate), das sich explizit an Frauen - in der Sowjetarmee und an der Heimatfront - richtete.
ART: keine Angabe BEGINN: 199210 ENDE: 199812 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe
INSTITUTION: Universität Bochum, Fak. für Geschichtswissenschaft, Historisches Institut Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte (Universitätsstr. 150, D-44780 Bochum)
KONTAKT: Institution (Tel. 0234-32-22635, Fax: 0234-32-14240)
[114-L] Hein, Dietmar:
Die Rolle der sowjetischen Frauen im bewaffneten Kampf gegen den Hitlerfaschismus, in: Mitteilungsblatt der Forschungsgemeinschaft "Geschichte des Kampfes der Arbeiterklasse um die Befreiung der Frau", Jg. 1985/1985, H. 3, S. 5-11
INHALT: Anhand der großen Bedeutung von Frauen in der Roten Armee und in der Partisanenbewegung während des Zweiten Weltkrieges soll die gleichberechtigte Stellung der Frau in der sowjetischen Gesellschaft belegt werden. Frauen kämpften in allen Waffengattungen der Streitkräfte und auf allen Positionen. Als 'gleichberechtigte Mitglieder und Erbauer des Sozialismus' wurden sie im Weltkrieg zu seinen gleichberechtigten Verteidigern. Die Mobilisierung der Frauen zum Kriegseinsatz lag vornehmlich in den Händen der Partei- und Gewerkschaftsorganisationen. (ES)
[115-L] Kabakcieva, Katja:
Die bulgarischen Frauen im antifaschistischen Kampf 1923-1939, in: Internationale Tagung der Historiker der Arbeiterbewegung, Bd. 13/1980, T. 2, S. 659-668 (Standort: FES Bonn(Bo133)-X2494)
INHALT: In dem Beitrag wird die Rolle der Frauen im antifaschistischen Kampf in Bulgarien zwischen 1923 und 1939 dargestellt. Es wurde dabei auf die Entwicklung verschiedener Organisationsformen für Frauen im Rahmen der kommunistischen Partei und insbesondere auf die politischen Aktivitäten der Frauen eingegangen. Es zeigt sich, daß Frauen in hohem Maße am antifaschistischen Widerstand mit vielfältigen Formen (Streiks, Hilfeorganisationen für Häftlinge und deren Familien, Aufklärungsarbeit, organisatorische und politische Arbeit in Verbänden) beteiligt waren, deshalb verfolgt, inhaftiert und getötet wurden. Unterstützt wurden die Frauen durch die Zeitung "Arbeiterin". Dabei beschränkte sich der antifaschistische Kampf nicht nur auf Bulgarien, sondern unterstützte auch die spanischen Antifaschisten. (AG)
[116-F] Meinen, Insa (Bearbeitung); Meyer, Ahlrich, Prof.Dr.; Boldt, Werner, Prof.Dr. (Lei-tung):
Wehrmacht und Prostitution während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich
INHALT: Militäristorisch und frauengeschichtlich orientierte Untersuchung; Verfolgung von französischen Frauen unter dem Vorwand der Prostitution und Einrichtung von Wehrmachtsbordellen in Frankreich; Tätigkeit des Wehrmachtssanitätswesens gegen die französische weibliche Zivilbevölkerung; Kollaboration und jeweilige Optionen von deutscher Militärverwaltung und Vichy-Behörden im Rahmen der Prostitutionskontrolle. ZEITRAUM: Zweiter Weltkrieg GEOGRAPHISCHER RAUM: Frankreich
ART: gefördert AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Volkswagen Stiftung
INSTITUTION: Universität Oldenburg, FB 03 Sozialwissenschaften, Institut für Politikwissenschaft 02 Politik und Gesellschaft (2503, D-26111 Oldenburg)
KONTAKT: Meyer, Ahlrich (Prof.Dr. e-mail: mepol2@hrz1.pcnet.uni-oldenburg.de)
[117-L] Neifeind, Harald:
Die INTIFADA - Aufstand der Palästinenser, in: Gegenwartskunde, Jg. 46/1997, H. 2, S. 189-200 (Standort: UuStB Köln(38)-M XG00116; UB Bonn(5)-Z62/84; Kopie über Literaturdienst erhältlich)
INHALT: In dem Beitrag werden komprimierte Informationen über die Intifada geliefert, den Aufstand der Palästinenser, ein Thema, das auch zehn Jahre danach noch aktuell ist, weil eine friedliche Lösung im Nahen Osten nicht in Sicht ist. Der Beginn der Intifada 1987/88 wird nachgezeichnet. Anhand von Auszügen aus Flugblättern und Aufrufen verschiedener Gruppen wird der politische Standort verdeutlicht. Die für arabische Gesellschaften ungewöhnliche Rolle der Frauen in der Intifada wird analysiert. Als ein zentrales Problem werden die Übergriffe der israelischen Armee auf die Palästinenser diskutiert. Die Folgen der Intifada werden auf zwei Ebenen analysiert, zum einen auf der diplomatisch-politischen und zum anderen auf der soziologisch-psychologischen Ebene. Ausgehend davon, daß die erste Intifada ein Erfolg für die Palästinenser darstellte, wird gefragt, ob sich nun angesichts der Unzufriedenheit der palästinensischen Bevölkerung eine zweite Intifada entwickelt. (ICA)
[118-L] Rannefeld, Gisela:
Der Marseiller Weltfrauenkongreß 1938: Ausdruck der Zusammenarbeit unterschiedlicher demokratischer Kräfte im Kampf für die Lebensinteressen der Völker, im Prozeß sich formierender Volksbewegungen gegen Faschismus und Krieg, in: Mitteilungsblatt der Forschungsgemeinschaft "Geschichte des Kampfes der Arbeiterklasse um die Befreiung der Frau", Jg. 1985/1985, H. 3, S. 69-76
INHALT: Der Kongreß des Internationalen Frauenkomitees gegen Krieg und Faschismus (IFK) in Marseille wird als Erfolg der Bemühungen um ein einheitliches Handeln der internationalen demokratischen Frauenbewegung gewürdigt. Vor allem das Ziel der Bewahrung des Weltfriedens verband die Millionen von Frauen, die sich trotz unterschiedlicher weltanschaulicher und politischer Ansichten im IFK zusammengeschlossen hatten. Eine Politik des Pazifismus als 'Frieden um jeden Preis' wurde abgelehnt. Der Kongreß beschäftigte sich besonders mit der Lage in China, Spanien und der Tschechoslowakei, wobei Unterstützung für die vom Faschismus bedrohten Länder gefordert und die Zurückhaltung der Westmächte kritisiert wurde. Die historische Bedeutung des 1939 zerfallenen IFK wird vor allem darin gesehen, daß es durch den Zusammenschluß verschiedener demokratischer Kräfte den Boden für die antifaschistischen Volksbewegungen des Zweiten Weltkrieges vorbereitete. (ES)
[119-L] Schefer, Gitte:
Wo Unterdrückung ist, da ist auch Widerstand: Frauen gegen Faschismus und Krieg, in: Frauengruppe Faschismusforschung: Mutterkreuz und Arbeitsbuch: zur Geschichte der Frauen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verl. 1981, S. 273-291, ISBN: 3-596-23718-1 (Standort: FES Bonn(Bo133)-A81-8382)
INHALT: Das Thema 'Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus' ist bisher kaum erforscht worden. Das liegt nach Ansicht von Schefer zum einen an der unbefriedigenden Quellenlage, zum andern aber auch daran, daß die Forschung mit einem Widerstandsbegriff operiere, der bestimmte Formen des Widerstandes ignoriere und die Lebenssituation von Frauen außer acht lasse. Schefer betrachtet ihren Aufsatz als einen ersten Schritt, sich dem Thema Frauenwiderstand zu nähern, dessen Ergebnisse keinerlei Anspruch auf Repräsentativität erheben könnten. Da die Autorin Widerstand als sozialen, nicht isoliert zu betrachtenden Prozeß versteht, setzt sie bei ihrer Analyse im nationalsozialistischen Alltag an. Neben der Beschreibung des aktiven politischen Kampfes, den Frauen oft an Stelle ihrer verhafteten Männer aufnahmen, weist Schefer auf das breite Spektrum nicht organisierter Verweigerung hin, das sich zum Beispiel im Absinken der Arbeitsmoral während der Kriegsjahre manifestiert habe. (KF)
[120-L] Scholze, Siegfried:
Frauen im gemeinsamen Kampf für die Lebensinteressen der Völker: zu aktuellen Aspekten des antifaschistischen Kampfes der 30er/40er Jahre und der Gründung der IDFF 1945, in: Mitteilungsblatt der Forschungsgemeinschaft "Geschichte des Kampfes der Arbeiterklasse um die Befreiung der Frau", Jg. 1985/1985, H. 3, S. 77-88
INHALT: Die Gründung der Internationalen Demokratischen Frauenförderation (IDFF) wird als das Ergebnis des gemeinsamen antifaschistischen Wirkens demokratischer Frauen im Zweiten Weltkrieg beschrieben. Im Rahmen der von der Komintern beschlossenen Volksfrontpolitik hatten sich überall Kommunisten um die Zusammenarbeit aller demokratischer Kräfte bemüht. Die in der französischen Resistance tätigen Frauengruppen schlossen sich nach der Befreiung zu einer nationalen Organisation zusammen, aus deren Reihen die Initiative zur Gründung der IDFF ausging. Die wichtigsten Ziele der IDFF waren neben der Befreiung der Frau die Vernichtung des Faschismus und die Sicherung des Friedens. Diese vom Geist der Anti-Hitler-Koalition geprägte Förderation wird als Vorbild bezeichnet für die heute erforderliche 'Koalition der Vernunft und des Realismus', um eine drohende atomare Katastrophe zu verhindern. (ES)
[121-L] Zimprich, Elke:
Reintegration von Ex-Kämpferinnen in Eritrea: eine gender-spezifische Studie in friedens- und entwicklungspolitischer Perspektive, (Arbeiten aus dem Institut für Afrika-Kunde, 94), Hamburg: Inst. f. Afrika-Kunde 1996, 177 S., ISBN: 3-928049-41-0
INHALT: Bei der Konzeption von Reintegrationsmaßnahmen für an Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten Beteiligte wurde in der Vergangenheit die besondere Situation von ehemaligen Kämpferinnen nicht berücksichtigt. Erst langsam wächst die Erkenntnis, daß den spezifischen Bedürfnissen und Interessen von Frauen in Reintegrationsprojekten stärker Rechnung zu tragen ist. Die vorliegende Studie leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung von gender-orientierten Reintegrationsmaßnahmen und sucht vorhandene Reintegrationsansätze mit Konzepten der Frauenförderung zu verknüpfen, um daraus einen praxisorientierten Katalog von Bewertungskritierien für gender-orientierte Maßnahmen zu entwickeln. Ausgehend von der Annahme, daß Reintegrationsmaßnahmen sowohl emanzipatorische als auch retraditionalisierende Wirkungen entfalten können, analysiert die Autorin den Integrationsprozeß in Eritrea und fragt u. a. nach der gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Ex-Kombattantinnen vor, während und nach dem Befreiungskrieg. Aus dieser vergleichenden Analyse wird deutlich, daß auf der Projektebene nach und nach gender-spezifische Maßnahmen durchgeführt wurden, während auf der gesellschaftlichen Ebene starke retraditionalisierende Wirkungen zu verzeichnen sind. Abschließend werden anhand der zuvor entwickelten Kriterien Empfehlungen für die Praxis formuliert. (ZPol, NOMOS)
|
|