 |
Home
Bestandsaufnahme
Arbeitsmarkt &
Sozialversicherung
Zwischen
Geisterstadt & Boomtown
Migration
Familienpolitik
Literatur- und
Forschungsdokumentation
NEWS
|
 |
Der demographische Wandel in Deutschland
Die Kassandrarufe, die zur Zeit in Deutschland aus allen Richtungen ertönen,
klingen im Zusammenspiel wie ein großes Katzengejammer. Während aus der einen
Ecke das baldige Aussterben der deutschen Gesellschaft heraufbeschworen wird,
ertönt aus der anderen Ecke die Klage über die zunehmende Alterung der
Bevölkerung, die die sozialen Sicherungssysteme belastet und uns direkt in den
kollektiven Bankrott führt. Die Fakten lassen sich schließlich nicht ignorieren:
Während die Lebenserwartung von Jahr zu Jahr kontinuierlich steigt, hat sich die
Geburtenrate seit dreißig Jahren auf einem derart niedrigen Niveau eingependelt,
dass die Zahl der jährlich Verstorbenen die der Neugeborenen übersteigt. Die
Konsequenz liegt klar auf der Hand: Von Jahr zu Jahr leben weniger Menschen in
Deutschland. Doch ist dieser Trend wirklich derart besorgniserregend? Ist es
zwingend notwendig, dass rund 231 Menschen auf einem Quadratkilometer leben?
Oder würden sich nicht auch die 225 verbliebenen Menschen über ein wenig mehr
Platz freuen?
Betrachtet man die Szenerie aus anderer Perspektive, so verwandeln sich die
Schreckensvisionen in utopische Karikaturen. Eine geringere Bevölkerungsgröße
macht Schluss mit Wohnungsmangel, Plattenbauten und Autobahnstaus. Eine niedrige
Geburtenrate
entleert die heillos überfüllten Klassenzimmer wie von selbst und
bietet vielen Eltern die längst vertan geglaubte Chance auf die seltenen
Kindergartenplätze, die dann gar nicht mehr so selten sind. Die Kinder können
in kleineren, geschrumpften Städten auf ausladenden Grünflächen toben, und wenn
sie alt genug sind, aus einem Überangebot an Lehrstellen und Studienplätzen ihre
berufliche Zukunft wählen. Vielleicht ist es ihnen gar vergönnt, den
erfolgreichen Abschluss mit den Urgroßeltern zu feiern, die sich trotz ihrer 125
Jahre bester Gesundheit erfreuen. Wenn die Zukunft so rosig aussieht, wieso
spricht dann niemand davon? Oder gibt es diese Stimmen und sie werden bloß von
den lauten Schreckensvisionären übertönt? Und wenn es sie gibt, kann man sie
wirklich ernst nehmen? Oder werden die eingangs erwähnten Kassandrarufe ihrem
Namen gerecht und warnen vor realen Gefahren?
Das Informationszentrum Sozialwissenschaften möchte mit dem vorliegenden
Onlineportal "Rentnerboom und Babynotstand - Der demographische Wandel in
Deutschland" seinen Beitrag leisten, diese und andere Fragen im Zusammenhang mit
der demographischen Situation in Deutschland zu beantworten. Die zu diesem Zweck
gesammelten und begleitend kommentierten Informationen sollen eine
wissenschaftliche Hilfestellung bieten, um den zentralen Untersuchungsgegenstand
der Demographie aus sozialwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten. Dabei
soll sowohl den kritischen Stimmen, zur Zeit medial dominierend als auch den
optimistischen Stimmen Gehör verliehen werden.
Das Onlineportal ist in verschiedene Kapitel unterteilt, deren thematische
Kernpunkte sich jeweils im Spannungsfeld zwischen Demographie und deren
Konsequenzen für die deutsche Gesellschaft lokalisieren lassen. In jedem Kapitel
finden sich ausgewählte und kommentierte Internetlinks sowie Literatur- und
Forschungsnachweise aus den sozialwissenschaftlichen Datenbanken
SOLIS
und
SOFIS. Die aufgeführten Links führen zu wichtigen Organisationen,
wissenschaftlich relevanten Internetseiten und zu interessanten und hilfreichen
Materialien und Volltexten, die das Internet bietet. Die kommentierten
Sammlungen erfüllen nicht den Anspruch der Vollständigkeit, sondern sollen einen
raschen und wissenschaftlich fundierten Überblick über verschiedene mit dem
demographischen Wandel in Deutschland verbundenen Sachgebiete liefern.
- Neuer GeroStat Reprot Altersdaten zur Erwerbsbeteiligung Älterer
erschienen:
Deutsches Zentrum für Altersfragen: GeroStat - Report Altersdaten, Heft
1, Mai 2007, PDF-Dokument, 32.S. - Die neue Ausgabe in der Reihe "GeroStat
Report Altersdaten" liefert einen exquisiten Überblick über Daten und
Informationen rund um das Thema "Erwerbstätigkeit Älterer".
- Die Bevölkerung in Deutschland altert und schrumpft. Welche Folgen
hat das für die Gesellschaft?
ZDF Politik & Zeitgeschehen, Der demographische Wandel - Das
Online-Portal der ZDF hält reichhaltige Informationen zum Thema
"Demographischer Wandel" bereit und bietet neben Artikeln und Bildergalerien
viele Videodateien als Directstream.
- Reise durch ein schrumpfendes Land:
Thomas Reichert; Christian Rhode: Alten-Republik Deutschland,
Dokumentation, ZDF Politik & Zeitgeschehen - Der am 16. Januar 2007
ausgestrahlte Film führte die Reporter quer durch die Republik, um sich ein
Bild von den Auswirkungen des demographischen Wandels zu machen. Der
zugehörige Artikel zeigt anschaulich, dass die Konsequenzen von West bis Ost
immer deutlicher zutage treten.
- Senioren stellen ihr Fachwissen zur Verfügung:
Alt hilft Jung,
Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschafts-Senioren - Der bundesweit
organisierte Zusammenschluss von Führungskräften und Unternehmern, die aus
dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind und ihr Fachwissen ehrenamtlich
und honorarfrei weitergeben, berät u.a. bei Existenzgründungen,
Unternehmensführung oder Betriebserweiterung.
- "Naheliegender ist ein Aufstand der Jugend":
Interview von Günther M. Wiedemann mit Bernd Raffelhüschen, Kölner
Stadt-Anzeiger vom 18.01.2007, HTML-Dokument, eine Seite - Der
Volkswirtschaftler und Staatsrechtler Bernd Raffelhüschen schildert seine
Einschätzung zum 3-teiligen Demographie-Thriller "Aufstand der Alten" im ZDF
und gibt Auskunft über seine Erwartungen zu den Konsequenzen des
demographischen Wandels in Deutschland.
- Handbuch zur Vorbereitung auf frauenspezifische Aktionswochen
erschienen:
Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes
Nordrhein-Westfalern [Hg.]: Demografischer Wandel. Die Stadt, die Frauen und
die Zukunft, 2007, PDF-Dokument, 532 S. - Die umfangreiche
Aufsatzsammlung beleuchtet die Demographie und deren Konsequenzen in
Deutschland aus der Perspektive der Frauen- und Familienforschung und
bereitet so umfassend auf die Veranstaltungsreihe von
www.frauennrw.de ab dem 05. März 2007
vor.
- Aktionswochen sollen sensibilisieren:
www.frauennrw.de: Demografischer Wandel, Frauen und Zukunft
- Zum 10.
Mal führt das Frauenministerium gemeinsam mit den kommunalen
Gleichstellungsbeauftragten (seit 1991) und den kommunalen Spitzenverbänden
(seit 2001) in NRW landesweite Aktionswochen zu einem aktuellen
frauenpolitischen Thema durch. Ziel dieser Wochen ist es,
Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Fachleute in den Kommunen für die
Belange von Frauen und Mädchen zu sensibilisieren und sie dafür zu gewinnen,
wirksame Maßnahmen zum Abbau bestehender geschlechterspezifischer
Benachteiligungen zu entwickeln, vor Ort einzubringen und umzusetzen. Die am
05. März in Aachen beginnenden diesjährigen Aktionswochen drehen sich rund
um das Thema Demographie.
- Der demografische Wandel ist nicht mehr zu stoppen.
Institut der deutschen Wirtschaft Köln [Hg.]: Planen für morgen.
Demografie - Auch das Institut der deutschen Wirtschaft hat die
demographischen Veränderungen registriert und reagiert mit einem
lesenswerten Text und einer Grafik zur Lebenserwartung von Neugeborenen in
Deutschland.
 |
|