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Streitschlichtung
Mediation
Prävention
im Team PIT
Faustlos
1.
Koblenzer Elternuniversität
Berliner
Leaking-Projekt
Rütli-Wear
Kostenlose
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Prävention und
Initiativen gegen Gewalt
An der Universität Trier,
Fachbereich 04, Fach Soziologie, Teilfach Bildung und Kultur, wird das Projekt
Schulverweigerung, Absentismus, Gewaltprävention durchgeführt mit
finanzieller Förderung von Doris Ahnen als Mainzer Ministerin für
Bildung, Frauen und Jugend Rheinland-Pfalz. Auch an
der Ruhr-Universität Bochum, Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Kriminologie,
werden im Rahmen von angewandter Forschung kriminalpräventive Maßnahmen sowie
bestimmte Strategien zur Konfliktlösekompetenz und zur Kriminalitätsverhütung
entwickelt. Unter anderem evaluierten die Rechtswissenschaftler
Prof. Dr. Thomas Feltes und Dr. Jan Köhler ein Gewaltpräventionsprogramm am
Beispiel der Gertrudis Grundschule in Bochum-Wattenscheid. Die Grundschule führt
bereits seit 2001 ein Streitschlichtungsprogramm durch mit dem Titel „Kinder
lösen Konflikte selbst!“ und erbringt den Nachweis, dass sich Gewaltexzesse
an der Schule auch ohne polizeiliche Einwirkung vermeiden lassen.
Die
Westfälische Kinder- und Jugendklinik Marsberg bietet sowohl Opfern als auch
Initiatoren von Mobbing in der Schule Therapieplätze, um nach intensiver
psychiatrischer Betreuung soziale Kompetenzen neu zu erlernen und am Sozialleben
wieder mit Freude teilnehmen zu können.
An der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, Abteilung Pädagogische
Psychologie, führt Kristian Klett unter der Leitung von
Prof. Dr. H.
Rüppell eine Querschnittsuntersuchung durch zur
Gewalt an Schulen, an der sich
Anfang 2007 bereits über 13.000 Schüler und Schülerinnen beteiligt hatten. Das
Spektrum der protokollierten Erfahrungen reicht vom resignativen Statement „Am
besten man erzählt nichts weiter, sonst wird alles noch schlimmer„ bis zum
selbstbewussten Ausspruch „Ich lasse mir nichts gefallen und wehre mich“. Hier
die
Untersuchungsergebnisse im Überblick.
Ebenso wird
Mediation häufig als Form der Streitschlichtung angesehen. Das administrativ
zuständige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ
fördert ein Projekt zur
Evaluation der Schulmediation, am 15. September 2005 fand eine Fachtagung
zur „Evaluation
von Schulmediationsprogrammen“ in Berlin statt. Der
Deutsche Bildungsserver hält auch sachdienliche Informationen bereit.
Bundesweit setzen viele Institutionen auf Schule mit Courage, wie
sich ein Projekt von „Aktionscourage e.V. Berlin“ nennt. Vor allem die
Bundeszentrale für politische Bildung hat viele entsprechende Projekte
initiiert.
Auch der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt in
Mecklenburg-Strelitz setzt auf Mediation als Weg der Konfliktbearbeitung.
Zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen bedienen sich der Technik, um
Missverständnisse auszuräumen, erfolgte
Missachtung eigener und fremder Bedürfnisse gütlich zu bereinigen. Ebenso
kann destruktives Streitverhalten kanalisiert und in positive Bahnen gelenkt
werden. Auch zahlreiche
Einrichtungen im schulischen Umfeld machen sich für die Methode stark.

PIT Prävention im Team wurde als praxisrelevantes Angebot für Schülerinnen
und Schülern der 7. und 8. Klassen konzipiert und wird schon seit längerem in
einigen Bundesländern erprobt, so beispielsweise in Schleswig-Holstein, in
Bayern, in Baden-Württemberg, in
Rheinland-Pfalz und auch in
Hessen. In der Stadt
Offenbach suchen Polizisten zusammen mit Sozialarbeitern der Jugendhilfe die
Schulen auf, um vor Ort Präventionsstrategien zu entwickeln. In der hessischen
Metropole
Frankfurt wird ähnlich vorgegangen. Im Mittelpunkt des Trainings im
Klassenverband steht das Programm "Cool
sein - cool bleiben“, ein Training zur Handlungskompetenz in
Gewaltsituationen. Auch die
Friedrich-Kammerer-Schule im badischen Ehningen arbeitet mit
diesem
Programm, führt Rollenspielen und Gruppenarbeiten im Rahmen der
Schulsozialarbeit durch. Ebenso machen sich
Jugendzentren für diese Methode stark.

Die Münchner Stiftung
"Bündnis
für Kinder - gegen Gewalt" hat auf der Basis des aus dem
angloamerikanischen Bereich übernommenen Präventionsprogramms
Faustlos
zahlreiche
Folgeprojekte ins Leben gerufen. So wurde von der Landesstiftung
Baden-Württemberg GmbH eine Evaluation des
Faustlos-Curriculums für den
Kindergarten initiiert unter der Leitung von Prof. Dr. med.
Manfred Cierpka, Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für
Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie.
Auch an der Universität Köln läuft derzeit ein Forschungsprojekt zur "Prävention
von kindlichen Verhaltensstörungen: Entwicklung und
Evaluation eines selektiven
Präventionstrainings zur Förderung emotional-sozialer Kompetenzen im
vorschulischen Bereich". Es wird durchgeführt am Seminar für Erziehungshilfe
und sozial-emotionale Entwicklungsförderung der
Heilpädagogisch-Rehabilitationswissenschaftlichen Fakultät.
Die Familie spielt für Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen die größte
Rolle im Dreieck "Familie - Schule - Freunde". Gewaltlose Erziehung und die
Fähigkeit, Konfliktsituationen gewaltfrei zu lösen, sind die bedeutendsten
Aufgaben für Eltern. Inzwischen liegt auch ein wissenschaftlicher Beitrag der
Universität vor, der zur Aufklärung von Missverständnissen und der Überwindung
einer relativen Sprachlosigkeit zwischen den Beteiligten beitragen möchte. Im
Zentrum der ersten
Koblenzer
Elternuniversität stehen Werte wie Respekt, Wertschätzung, Neugier, Dialog
und Eigenverantwortung. Die Zielgruppe besteht aus engagierten Eltern, die ihre
Kompetenz und Eigenverantwortung sichern wollen und zugleich den Dialog mit
Fachleuten suchen, die ihnen hilfreiche, passende Anregungen ermöglichen können.

In Untersuchungen ließ sich nachweisen, dass Täter ihre
zielgerichteten Gewalttaten an Schulen - zu denen auch Amokläufe und so genannte
"School Shootings" wie in Erfurt zu rechnen sind - im Vorfeld direkt über Briefe
oder Zeichnungen oder indirekt durch Interesse an Waffen ankündigten. Dieses
Phänomen wird als "Leaking" bezeichnet
und beschäftigt Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Herbert
Scheithauer am Arbeitsbereich Entwicklungswissenschaft und Angewandte
Entwicklungspsychologie der
Freien
Universität Berlin. In Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin, der
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport sowie weiteren
Kooperationspartnern (Universität Bremen, Polizei Bremen) wird seit Mai 2006 ein
ausgefeiltes Kommunikationssystem erarbeitet. Damit soll den Schulen ermöglicht
werden, kritische Vorfälle und akute Bedrohungslagen zu erkennen, davon zu
berichten und schließlich schnell, effizient und interdisziplinär präventiv zu
handeln. Zu diesem Zweck soll in den kommenden Jahren auch eine
Kriterien-Checkliste erarbeitet und evaluiert werden, anhand derer speziell
dafür geschulte Personen Gefährdungsanalysen durchführen können.
Als Absolvent einer Hauptschule in Deutschland fallen einem freie
Ausbildungsplätze und Lehrstellen nicht gerade in den Schoß. Wenn man jedoch die
Rütli-Oberschule im Berliner Bezirk Neukölln als Abgänger verlässt, so kann man
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, nach der
Schulzeit auf der Straße zu stehen. Der Brief der Lehrer an die Schulaufsicht,
der schulinterne Missstände und Probleme klar thematisierte und in aller
Öffentlichkeit brandmarkte, stigmatisierte die gesamte Schülerschaft als
randalierenden, ignoranten und respektlosen Haufen.
Gegen diesen Generalverdacht erhebt der Berliner Soziologiestudent Tom Hansing
gemeinsam mit zwei Freunden Einspruch: Mit der Initiative "Rütli-Wear"
versuchen sie, dem Negativimage der Schule entgegenzuwirken. Seit die
bundesweite Presse die Ereignisse rund um die Schule für mehrere Tage zum
Top-Thema erkoren und so für die landesweite, leider aber negative und
abschreckende Bekanntheit der Schule gesorgt hatten, waren auch die Schüler zu
trauriger Berühmtheit gelangt. Die Initiative "Rütli-Wear" geht jedoch mit der
negativen Stigmatisierung des Namens offensiv um und versucht, durch das offen
zur Schau getragene Label auf T-Shirts den Namen mit anderen,
positiven Werten zu besetzen. Die Schüler gestalten im Unterricht eigene
Entwürfe für T-Shirtmotive und erlernen Siebdrucktechniken. Zudem sollen durch
Kooperationen mit Siebdruck-Betrieben neue Praktikums- und Ausbildungsplätze für
die Rütli-Schüler entstehen. Die T-Shirts können über einen
Online-Shop
käuflich erworben werden, das Geld fließt vollständig in einen Schulfonds. Ob
sich die nicht von der Hand zu weisenden Missstände an der Schule durch
trendiges Kleidungsdesign beheben lassen, darf bezweifelt werden. Das kann und
will die Initiative allerdings auch gar nicht leisten - sie möchte den Namen der
Schule positiv verändern, ihm wieder einen angenehmen Klang verleihen. Für die
inhaltlichen Werte sind die Lehrer und in erster Linie die Schüler selbst
verantwortlich.
Sie können selbst interaktive Recherchen in folgenden Datenbanken
durchführen:
SOFIS enthält Beschreibungen von über 40.000 sozialwissenschaftlichen
Forschungsprojekten, die
FIS Bildung Literaturdatenbank ist mit über 550.000 Literaturnachweisen zu
allen pädagogischen und bildungsrelevanten Themenfeldern der umfassendste
Informationsdienst zu bildungsbezogener Literatur im deutschsprachigen Raum.
Alle Datenbanken werden laufend aktualisiert. HILFE-Funktionen und Erläuterungen
ermöglichen auch dem Anfänger eine erfolgreiche Suche. Die WWW-Version von SOFIS
wird zweimal monatlich aktualisiert.

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