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Die Einnahmen aus medialen Rechten waren in den vergangenen Jahren Wachstumstreiber im Fußball. Fußball und Medien sind hier eine Beziehung zum wechselseitigen Nutzen eingegangen: Den Medien beschert der Sport hohe Einschaltquoten und damit auch Werbeeinnahmen, während die Einnahmen aus Überragungsrechten vielen Vereinen die Existenz sichern.

 

Fußballunternehmen können die Rechte selbst oder über Vermarktungsagenturen vermarkten. In Deutschland vergibt die DFL - Deutsche Fußball Liga - zentral die Übertragungsrechte. Das sind Verwertungsrechte für Fernsehen und Rundfunk sowie für Internet und Mobilfunkdienste. Man muss zwischen der zentralen und der dezentralen Rechtevermarktung unterscheiden.

Bei der dezentralen Vermarktung verkaufen die Fußballvereine selbst die Übertragungsrechte an die Sender. Das ist zum Beispiel in Italien und Spanien gängige Praxis, wo dadurch traditionsreiche Fußballunternehmen hohe Einnahmen aus Senderechten erzielen. Daraus erwächst ein besonders in Deutschland diskutierter Kritikpunkt an der dezentralen Vermarktung: die Angst vor dem Verarmen der kleinen Vereine bzw. derer, die in ihrer Liga eher in unteren Tabellenregionen spielen. In Deutschland, Frankreich und England werden die Rechte an den Fußballübertragungen zentral von der Liga vergeben.

Das Grundprinzip der Zentralvermarktung ist der Solidargedanke der teilnehmenden Fußballunternehmen. Versuche, diesen Solidargedanken zu umgehen, haben in der Vergangenheit bereits für Aufruhr gesorgt. Im Jahr 2004 hat die Europäische Kommission die Zentralvermarktung der Bundesliga-Übertragungsrechte aber liberalisiert. Jetzt haben die Fußballclubs die Möglichkeit, ihre Heimspiele in vollem Umfang live im Mobilfunk zu vermarkten. Zudem können sie von der Saison 2006/07 an neben dem Ligaangebot ihre Heimspiele unmittelbar nach Spielende individuell vermarkten.

 

Für die Fußball-Bundesliga werden die Live-Übertragungsrechte im Fernsehen in zwei Paketen angeboten. Paket eins umfasst den jeweiligen Hauptspieltag, Paket zwei den jeweiligen Nebenspieltag. Beide Pakete berechtigen zur Übertragung der Spiele des jeweils anderen Spieltags mittels Konferenzschaltung oder zeitversetzter zusammenfassender Berichterstattung.

 

Bis zum Jahr 2003 hatte sich der Sender sat1 die Rechte zur Free-TV-Erstverwertung der Fußballbundesliga gesichert - und so auch die Einschaltquoten zur samstäglichen Fußballzeit. In der Saison 1995/96 verbuchte der Sender eine Rekordquote von durchschnittlich 6,8 Millionen Zuschauern. 2003 erwarb die ARD-Sportschau die Erstverwertungsrechte und feierte mit durchschnittlich 5,8 Millionen Zuschauern große Erfolge. Auch heute kann sich die Sportschau über regen Zuspruch freuen und hat sich nach einem spannenden Rechtepoker im vergangenen Jahr die Free-TV-Bundesligarechte für die Spielzeiten 2006/07 bis 2008/09 gesichert. Das ZDF wird als Zweitverwerter im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend und das DSF am Sonntag über die Bundesligaspiele berichten. Bei der Rechtevergabe durch die Deutsche Fußball Liga im Dezember hat Premiere die Pay-TV-Rechte an die Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media GmbH, verloren. Die Exklusivrechte für die Champions League bleiben aber bei Premiere. Die Verwertungsrechte für Internet und Mobilfunkdienste hat die DFL an T-Online International verkauft.

 

Die Übertragungsrechte für die Fußball WM 2006 haben ARD und ZDF. Auch dieser Vergabe war ein langer Rechtepoker mit der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront und später dem Sender Premiere vorausgegangen. Die Rechte für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz hat die UEFA an die Vermarktungsagentur Sportfive vergeben. Damit sind erstmals die TV-Rechte an einen freien Rechtehändler gegangen.

 

Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Vermarktung der Senderechte professioneller Sportligen findet sich in "Sportökonomie 3", einer Publikation des Arbeitskreises Sportökonomie e.V..

 

Weitere wissenschaftliche Arbeiten zum Thema finden Sie unter folgenden Links:

 

 

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