IZ-Telegramm Archiv
IZ-Telegramm März 2003
Erster
Nachnutzer von DBClear online: Das AFB-Forschungsregister
Von Oktober 2000 bis September 2002 entwickelte das
IZ in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek
Göttingen die Software DBClear. Unter dem Projekttitel
„Datenbankbasierte Clearinghouses im Kontext digitaler Bibliotheken“
wurde – von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert –
ein Softwaresystem entwickelt, mit dem Fachinformationsführer wie der
GESIS-SocioGuide (www.gesis.org/SocioGuide)
oder der Geo-Guide der SUB Göttingen (www.geo-guide.de)
aufgebaut und betrieben werden können.
Bei einem Fachinformationsführer (auch Subject
Gateway oder Clearinghouse genannt) handelt es sich um Sammlungen von
Verweisen auf Internetquellen, die nach fachlichen Kriterien (z.B. einer
Klassifikation) geordnet und mit zusätzlichen Informationen (Metadaten)
beschrieben werden. Die wichtigsten Vorteile von DBClear gegenüber
anderen Systemen sind das frei definierbare Beschreibungsschema für
Internetquellen (es können z.B. für Institutionen, Personen und Projekte
jeweils unterschiedliche Schemata in einer DBClear-Datenbank parallel
angelegt werden) und das Workflow-Modul, das die arbeitsteilige Pflege
eines Fachinformationsführers auch über Institutsgrenzen hinaus ermöglicht.
Zur Kommunikation mit anderen Informationssystemen besitzt DBClear z.Z.
eine Z39.50 und eine Exportschnittstelle, über die in DBClear
gespeicherte Daten dynamisch in andere Formate (z.B. spezifische Z39.50
oder Dublin Core Application Profiles) konvertiert werden können. Daneben
sind weitere Schnittstellen in Planung. DBClear steht nicht-kommerziellen
Einrichtungen kostenlos zur Nachnutzung zur Verfügung.
Am 26. Februar ging mit dem AFB-Forschungsregister
der erste Nachnutzer von DBClear online. Dieser Fachinformationsführer
wird von der Arbeitstelle Friedensforschung Bonn (AFB) erstellt, einem
Service- und Beratungscenter für die nationale und internationale
Friedens- und Konfliktforschung. Das AFB-Forschungsregister (in englischer
Sprache) basiert auf einer permanenten, weltweiten Umfrage bei
Einrichtungen und Einzelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die im
Bereich Friedens- und Konfliktforschung sowie Friedenspädagogik tätig
sind. Die Datenbank enthält ca. 300 Einrichtungen mit ihren
Forschungsschwerpunkten und weiteren nützlichen Informationen über die
jeweilige Infrastruktur. Um in das Forschungsregister aufgenommen zu
werden, kann ein interaktiver Fragebogen ausgefüllt werden, der
Bestandteil der Grundfunktionalität von DBClear ist.
Die Homepage der AFB ist erreichbar unter www.priub.org
- von dort aus kann das AFB-Forschungsregister aufgerufen werden.
Kontakt zur Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn (AFB):
Dr. Regine Mehl, Beethovenallee 4, 53173 Bonn
E-Mail: mehl@priub.org;
Telefon: (0228) 35 60 32
Fragen
zur Nachnutzung von DBClear:
Dr. Maximilian Stempfhuber, IZ Sozialwissenschaften
E-Mail: st@bonn.iz-soz.de;
Telefon: (0228) 22 81-139
Fragen
zur Technik von DBClear:
Bernd Hermes, IZ Sozialwissenschaften
E-Mail: hb@bonn.iz-soz.de;
Telefon: (0228) 22 81-171
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Datenbank
SOFIS: Maximale Ausschöpfung der Akquisitionswege für
sozialwissenschaftliche Kerngebiete
Insgesamt wurden im letzten Jahr ca. 6.500
Forschungsnachweise neu aufgenommen oder aktualisiert. Ergänzend zur
postalischen und Online-Erhebung wurde im Laufe des Jahres 2002 zu den
Kernfächern Soziologie, Gesellschaftswissenschaft, Politikwissenschaft
sowie Erziehungswissenschaft im Internet systematisch geprüft, ob
Institute dort uns bisher nicht bekannte Projekte anzeigen. Auf diese
Weise konnten zusätzlich rd. 1.800 Projekte aufgespürt und in SOFIS
aufgenommen werden, die frühestens im Jahr 2000 abgeschlossen wurden oder
z.Zt. noch laufen.
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Bernhard Stüber
Das GERSHWIN-Konzept. Die Konzeption eines adaptiven Hilfesystems
Bonn: Informationszentrum Sozialwissenschaften 2003
(Forschungsberichte; Band 4), 230 Seiten, kart.
ISSN 1431-5114; ISBN 3-8206-0138-4
15,- EUR
Trotz ihrer Vorteile gegenüber herkömmlichen
Hypertext-Hilfen werden adaptive Hilfesysteme in kommerziellen Anwendungen
nur sehr selten eingesetzt. Die Hauptgründe dafür liegen in einer
fehlenden allgemeingültigen Konzeption beim Entwurf einer adaptiven Hilfe
und den fehlenden Software-Werkzeugen, die die Entwicklung einer solchen
Hilfe auf dieser Basis unterstützen. Zur Lösung dieser Problematik wird
mit GERSHWIN eine Konzeption zur Entwicklung eines adaptiven Hilfesystems
vorgestellt. Um eine entsprechende individuelle Hilfestellung zu ermöglichen,
wird das Benutzerverhalten in der Anwendung beobachtet und mit Hilfe eines
Planerkennungsverfahrens ausgewertet. GERSHWIN beschreibt eine
Vorgehensweise für die Entwicklung eines adaptiven Hilfesystems und
stellt für den praktischen Einsatz auch eine Programmbibliothek zur Verfügung.
Voraussetzung für den Einsatz von GERSHWIN ist der Zugriff auf den
Quellcode der Applikation, die eine adaptive GERSHWIN-Hilfe erhalten soll.
Die Schnittstelle ist hierbei jedoch denkbar einfach - es werden lediglich
vier Funktionen zur Kommunikation mit dem Hilfesystem benötigt.
Existiert bereits ein Hilfesystem zur Applikation, so wird dieses durch
die GERSHWIN-Hilfe vollständig ersetzt. Grundlage für die Planerkennung
ist eine sogenannte Planbasis, die angibt, welche Aufgaben mit der
Applikation wie erledigt werden können. Diese Inhalte werden anhand der
Analyse der Funktionalitäten der Applikation und anhand von Benutzertests
ermittelt. Zur Eingabe dieser Pläne enthält GERSHWIN einen visuellen
Planeditor, der die Kernkomponenten zur Planerkennung und zur
Visualisierung der Hilfeinformationen ergänzt. Implementierte
Anwendungsbeispiele für die GERSHWIN-Hilfe sind die Unterstützung für
eine sozialwissenschaftliche Recherchesoftware (GESINE-Thesaurus) und ein
Kursblockungsprogramm (daVinci-Kursplan).
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Jürgen Güdler
Kooperationsnetzwerke in der Forschung
Entstehung, Struktur und Wirkung am Beispiel der Soziologie
Bonn: Informationszentrum Sozialwissenschaften 2003
(Forschungsberichte; Band 5), 238 Seiten, kart.
ISSN 1431-5114; ISBN 3-8206-0140-6
15,- EUR
Kooperation in Netzwerken
gilt als besonderes Kennzeichen moderner Wissenschaft. Gleichwohl sind
Studien, die - in der Entwicklungsperspektive - einen Zusammenhang
zwischen der Professionalisierung einer Disziplin und der Zunahme
kooperativen Handelns oder - in der Strukturperspektive - zwischen
Kooperation in Netzwerken und Qualität von Forschung belegen könnten,
rar. In der hier vorgelegten Arbeit werden am Beispiel der
deutschsprachigen Soziologie entsprechende Zusammenhänge auf der Basis
eines reichen Sets an Daten untersucht. Grundlage bilden die Datenbanken
des Informationszentrums Sozialwissenschaften. Die Untersuchungspopulation
stellen knapp tausend in SOFIS (sozialwissenschaftliche
Forschungsprojekte) identifizierte Soziologen, die in den späten 70er und
frühen 80er Jahren eine Forscherlaufbahn eingeschlagen haben. Vernetzung
wird anhand von gemeinsamen Beteiligungen an Projekten sowie von
Co-Autorenschaften (Literaturdatenbank SOLIS) ermittelt. Aussagen zum
individuellen Nutzen frühen kooperativen Handelns in Form einer späteren
Platzierung im Wissenschaftssystem werden ergänzend unter Heranziehung
der Datenbank LEHRE (Sozialwissenschaftliche Lehrveranstaltungen - 1995
eingestellt) getroffen. Für die Frage nach der langfristigen Entwicklung
kooperativen Handelns wird einleitend auf weitere Quellen zurückgegriffen,
die einen Vergleich deutscher (1945 bis 1995) und amerikanischer (1895 bis
1995) Kooperationstrends erlauben.
Mit der Kombination aus
klassischen bibliometrischen Verfahren sowie der akteursorientierten Verknüpfung
von Daten unterschiedlichster Herkunft für Zwecke der strukturellen und
biographischen Analyse betritt diese Studie methodisches Neuland. Dabei
neu entwickelte Verfahren zur Messung von Kooperation und Vernetzung,
Produktivität, Forschungsqualität, Mobilität und späterer Platzierung
bilden einen wichtigen Beitrag zur Indikatorenforschung.
Das
kranke Gesundheitswesen und seine Heilungschancen/2
bearbeitet von Gisela Ross-Strajhar
IZ Sozialwissenschaften: Bonn 2002, 203 Seiten, 10,- EUR
ISSN 1616-3893
(kostenlos im Internet zugänglich: www.gesis.org/Information/SowiNet/)
Ende des Jahres 2002 sind
die großen strukturellen Probleme im Gesundheitswesen noch immer ungelöst.
Die Kluft zwischen den sozialversicherungsfinanzierten Einnahmen der
Krankenkassen und den ständig steigenden Ausgaben wird immer größer.
1999 hat das Informationszentrum Sozialwissenschaften bereits eine erste
Zusammenstellung von Forschungsprojekten und Literatur zum
Gesundheitswesen vorgelegt. Da die Durchführung von grundlegenden
Reformen nach wie vor auf der Agenda steht und diese erste
Zusammenstellung im Internet noch immer sehr gefragt ist, hat das
Informationszentrum Sozialwissenschaften beschlossen, die in den
IZ-Datenbanken zum Gesundheitssystem vorliegenden Informationen der Jahre
2000 bis 2002 erneut einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Band
2 enthält Beschreibungen von 261 Veröffentlichungen und
Forschungsprojekten, die sich mit den Problemen und Reformansätzen im
Gesundheitswesen, mit Public Health, Gesundheitsförderung und Prävention,
Krankenversorgung und Pflege sowie mit den Gesundheitssystemen in anderen
Ländern befassen.
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Einer Anregung des
Wissenschaftsrates folgend, der eine stärkere Verknüpfung des
sozialwissenschaftlichen Fachinformationdienstes soFid des IZ mit der
Fachwissenschaft für wünschenswert hielt, enthalten die Ausgaben des
Themenbereichs „Migration und ethnische Minderheiten“ seit einigen
Jahren bereits einen Überblicksbeitrag zu einem ausgewählten
Problembereich; diese Beiträge werden dem IZ aufgrund einer langjährigen
Kooperation vom Landeszentrum für Zuwanderung NRW (LzZ) zugeliefert. Nach
und nach konnten nun in einigen Disziplinen weitere Kontakte mit dieser
Zielsetzung geknüpft werden:
Kooperationen bestehen -
z.T. bereits seit Anfang des Jahres 2001 - mit
·
dem Lehrstuhl für Organisation, Unternehmensführung,
Personalwirtschaft der Universität Gießen für den Themenbereich
„Organisations- und Verwaltungsforschung“. In den beiden Ausgaben 2002
setzte sich Prof. Krüger auseinander mit den „Konsequenzen der
Globalisierung für Strategien, Fähigkeiten und Strukturen der
Unternehmung“ sowie mit der Thematik „Zukunftsfähige Organisation:
Stand und Entwicklungstrends deutscher Unternehmen und Verwaltungen“;
der nächste Beitrag wird sich mit „virtuellen Marktplätzen“
befassen.
·
mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der
Universität Bielefeld für den Themenbereich „Gesundheitsforschung“,
der den inhaltlich identischen soFid „Medizinsoziologie+Sozialmedizin“
unter neuem Namen fortsetzt. Die nächste Ausgabe wird eingeleitet mit
einem Beitrag von Prof. Hurrelmann „Zu viel für manche kleine Seele“,
der psychosomatische und mentale Störungen bei Kindern und Jugendlichen
thematisiert.
·
mit dem Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und
Forschung (CEWS) für den soFid-Themenbereich „Frauenforschung“, der
ab sofort unter dem Titel „Frauen- und Geschlechterforschung“
weitergeführt wird und bei dem derzeit noch in unregelmäßigen Abständen
Fachaufsätze dem dokumentarischen Teil vorangestellt sind.
·
mit dem Deutschen Jugendinstitut München (DJI) für den
soFid „Jugendforschung“, so dass in jedem Band ein wissenschaftlicher
Beitrag von Mitarbeitern des DJI abgedruckt wird. Es handelt sich dabei um
Artikel zu aktuellen Themen der Jugendforschung, die erstmalig in der
Zeitschrift "Diskurs" des DJI veröffentlicht worden sind.
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Das GESIS-Direktorium hat
in seiner Sitzung am 05. Dezember 2002 beschlossen, die GESIS Servicestelle Osteuropa
umzubenennen in GESIS-Servicestelle Osteuropa; die englische Bezeichnung
lautet künftig entsprechend GESIS Service Agency Eastern Europe.
In
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