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IZ-Telegramm Archiv
IZ-Telegramm 2000 - März
Inhalt
Forschungsprojekte
- Das IZ baut mit an der "Stadt
von morgen": Das Projekt MURBANDY
- "WWW-Forum
Sozialwissenschaftliche Informationen für Jedermann"
Personalien: Promotion Maximilian Eibl
Veröffentlichungen
- "Moral und Skandal -
Versuchungen der Macht"
- Thesaurus Sozialwissenschaften:
Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch
- IZ-Arbeitsbericht Nr. 19:
Virtuelle Fachbibliothek Sozialwissenschaften
Migration
- Neuerung beim soFid
"Migration und ethnische Minderheiten"
- Migration im WWW
Forschungsprojekte
Das IZ baut mit an der "Stadt von
morgen": Das Projekt MURBANDY
Für die Lösung von Aufgaben im Zusammenhang mit
der Stadtplanung oder dem Ausbau der Infrastruktur werden Modelle
benötigt, die historische und aktuelle Daten integrieren, um zukünftige
Entwicklungen prognostizieren zu können. Bei den aktuellen Daten müssen
sich die Stadtplaner auf administrativ oder bodengestützt erhobene
Daten (z.B. Bebauungspläne) verlassen, deren Aktualität oft mit der
rasanten baulichen Veränderung von Städten wie etwa Berlin nicht Schritt
halten kann. Zusätzlich stehen Daten als Texte oder statistische
Zeitreihen bereit (z. B. Einwohnerzahlen), die jedoch wegen ihrer Form
nicht problemlos mit den anderen Daten zusammengeführt werden können.
Das soll jetzt anders werden: Das Projekt MURBANDY (=Monitoring Urban
Dynamics) soll Verfahren zur Überwachung der Dynamik
europäischer Großstädte entwickeln; es soll Indikatoren
schaffen, die diese Dynamik und den Einfluß der Städte auf die Umgebung
verständlich machen; und es soll schließlich Szenarien der
Stadt-entwicklung erarbeiten. Konventionelle Daten wie Straßen-,
Bebauungs- und Flächennutzungspläne, Einwohnerstatistiken und
dergleichen sollen dabei mit Fern-erkundungsdaten integriert
werden, wie sie von Satelliten oder der jüngsten Space Shuttle-Mission
(dreidimensionale Kartierung der Erdoberfläche) bereitgestellt werden.
Damit können dann z.B. dreidimensionale Stadtmodelle oder Straßenpläne
erzeugt werden, die einer Modellbildung der Stadtentwicklung zugute
kommen. Daran sind nicht nur Stadtverwaltungen interessiert, sondern auch
beispielsweise Telekommunikations-Unternehmen, die ihr Netz von
Relaisstationen optimal planen wollen. Auftraggeber des Projekts ist das Space
Applications Institute (SAI) des Joint Research Centre (JRC)
der Europäischen Kommission in Ispra, Italien. Auf deutscher Seite werden
die benötigten Verfahren unter Federführung der Geschäftsstelle für
Forschungsverbünde NRW in der Universität Bonn vom IZ
Sozialwissenschaften zusammen mit dem Deutschen
Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des Deutschen Zentrums für Luft-
und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Das IZ erarbeitet einen
interaktiven WWW-Zugang zu den vom JRC erstellten Datenbanken und
Modellkomponenten. Die DFD erschließt Daten von bisher am JRC noch nicht
genutzten Sensorarten (z.B. Radar) zur Klassifikation der Landnutzung in
städtischen Bereichen und zeigt die Anwendbarkeit von Methoden des Information
Mining auf den Anwendungsfall MURBANDY. Das Projekt begann im Januar
und soll bis Jahresende abgeschlossen sein. -
Zum MURBANDY-Projekt vgl.auch: http://murbandy.sai.jrc.it/
Ansprechpartner im IZ ist Maximilian Stempfhuber, Tel. 0228/22 81-139.
"WWW-Forum Sozialwissenschaftliche
Informationen für Jedermann"
Im April beginnt die Arbeit am Projekt "WWW-Forum
Sozialwissenschaftliche Informationen für Jedermann". Ziel
dieses Projekts ist es, parallel zum bisherigen Internet-Angebot der GESIS
ein zusätzliches Angebot aufzubauen, das sich nicht an ein Fachpublikum
wendet. Vielmehr soll ein Forum geschaffen werden, um interessante
Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Sozialwissenschaftliche Themen tangieren das private und berufliche Umfeld
aller Bürger. Mit Hilfe des neuen Internet-Angebots soll die Hemmschwelle
für eine Beschäftigung damit gesenkt werden. Ein solches Angebot liegt
auch im Interesse der Sozialwissenschaftler selbst, die in vielen
Bereichen auf gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen sind. Außerdem
könnte es ein wichtiges Instrument des Transfers neuer wissenschaftlicher
Erkenntnisse auch in Schulen werden, könnte die Faszination an neuesten
Forschungsthemen und aktuellen Inhalten bei Lehrern und Schülern wecken
und den Übergang vom schulischen Unterrichtsstoff zum 'Wissen für
morgen' erleichtern, das an Universitäten und Forschungseinrichtungen
erarbeitet wird.
Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Es wird in Kooperation
zwischen dem IZ Sozialwissenschaften, dem Zentralarchiv für
empirische Sozialforschung (ZA), Köln, und der Hochschule für
Gestaltung, Offenbach, durchgeführt.
Personalien: Promotion
Maximilian Eibl
Herzlichen Glückwunsch! Maximilian Eibl, seit
1996 Mitarbeiter der IZ-Abteilung Forschung & Entwicklung (FuE),
wurde am 09. Februar 2000 von der Universität Koblenz-Landau, Fachbereich
Informatik, mit "sehr gut" promoviert. Er ist weltweit erst der
zweite Wissenschaftler, der seinen Doktorgrad in Computervisualistik
erwirbt. Seine Dissertation trägt den Titel "Visualisierung im
Dokument Retrieval: Theoretische und praktische Zusammenführung von
Softwareergonomie und Graphik Design".
Die Arbeit versucht, die Recherche in Datenbankbeständen, die durch
ihre Textorientierung für Ungeübte oftmals schwer handhabbar ist, durch
die Einführung von Visualisierungen einfacher und nutzerfreundlicher zu
gestalten. In seinem Ansatz hat Eibl nicht nur Aspekte verschiedener
Datenretrieval-Modelle integriert, sondern auch Forderungen der
Softwareergonomie und des Graphik-Designs umgesetzt.
Als Vorteil von Visualisierungen wird generell die überlegene
Aussagekraft visueller gegenüber textueller Darstellung gesehen. Die
Dissertation zeigt, daß Visualisierungen jedoch nicht uneingeschränkt
als Allheilmittel gesehen werden können, sondern kritisch hinterfragt
werden müssen. Softwareergonomie und Graphik-Design können die
Gestaltung einer Visualisierung entscheidend verbessern, arbeiten aber
oftmals gegeneinander. Demgegenüber hat Eibl in seinem Promotionsvorhaben
die Visualisierung nach softwareergonomischen wie ästhetischen
Gesichtspunkten entwickelt.
Herr Dr. Eibl hat inzwischen die Abteilung FuE verlassen. Seit 01. Januar
ist er in der IZ-Abteilung "Informationstransfer Ost" (ITO) in
Berlin tätig. Schwerpunkt: Projekt "Jedermann" (vgl. die
voraufgehende Meldung).
Veröffentlichungen
Wie schon die "Flick-Affäre" von 1982,
so kommt auch die neue Parteispenden-, Schwarzgeldkonten- und
Schmiergeldaffäre seit Monaten nicht mehr aus den Schlagzeilen und
ramponiert das Ansehen einzelner Parteien und Politiker ebenso wie das
Ansehen des politischen Systems insgesamt.
Das unerfreuliche Thema war Anlaß für einen neuen FOKUS-Band, der ca.
150 Veröffentlichungen und Forschungsprojekte dokumentiert, die sich mit
den vielfältigen Zusammenhängen zwischen Politik und Ethik befassen:
- "Moral und Skandal - Versuchungen
der Macht"
bearbeitet von Gisela
Ross-Strajhar
IZ Sozialwissenschaften: Bonn, 92 Seiten, 20,- DM
Die Dokumentation steht im Internet kostenlos
zur Verfügung:
http://www.bonn.iz-soz.de/publications/periodicals/fokus/index.htm
Soeben ist die aktualisierte und erweiterte
Neuauflage des zweisprachigen Thesaurus Sozialwissenschaften
erschienen:
- Thesaurus Sozialwissenschaften:
Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch
Thesaurus for the Social Sciences: German-English/English-German
Ausgabe 1999 (2
Bände)
bearbeitet von Hannelore Schott
Informationszentrum: Bonn 2000, 291 bzw. 263 Seiten
ISBN: 3-8206-0129-5 bzw. 3-8206-0130-9; 68,- DM pro Band
Bereits im Herbst 1999 war die Neuauflage des Thesaurus
Sozialwissenschaften erschienen (vgl. IZ-Telegramm Sept. 1999).
Jetzt liegt auch die zweisprachige Fassung vor, die exakt denselben
Begriffs-umfang wie die deutsche Fassung hat, also 10.800 Einträge, davon
7.150 als Deskriptoren zugelassene Begriffe sowie 3.650 Synonyme
und Verweisungen ("Nicht-Deskriptoren"). 300 neue
Einträge tragen der Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Themen
Rechnung. Deutsche und deutsch-englische Fassung der 'Ausgabe 1999' sind
also voll kompatibel. Deshalb trägt die neue Veröffentlichung das
modische "2000" nicht im Titel, sondern nur bescheiden als
Erscheinungsjahr.
In der Reihe IZ-Arbeitsberichte ist ein neuer
Titel erschienen, der kostenlos bezogen werden kann:
- IZ Sozialwissenschaften: Michael Kluck,
Jürgen Krause, Matthias N.O. Müller
in Kooperation mit AG Elfikom, TU Darmstadt: Rudi Schmiede, Helmut
Wenzel, Stefan Winkler, Wolfgang Meier
Virtuelle Fachbibliothek Sozialwissenschaften: Projektskizze
IZ-Arbeitsbericht Nr. 19, Februar 2000, 43 Seiten
Das Projekt Virtuelle Fachbibliothek
Sozialwissenschaften (vgl. IZ-Telegramm März 1999) zielt auf
die integrierte Bereitstellung sozialwissenschaftlicher
Literaturinformationen aus verteilten und inhaltlich unterschiedlich
erschlossenen Datenbeständen. In erster Linie sollen Probleme des
inhaltlichen Zugriffs auf solch heterogene Dokumentenbestände gelöst
werden. Die Ausführung erfolgt in Kooperation mit der TU Darmstadt, AG
Elfikom. Der vollständige Text des Berichts findet sich auch als
PDF-Datei unter http://www.bonn.iz-soz.de/publications/series/working-papers/.
Migration
Neuerung beim soFid "Migration und
ethnische Minderheiten"
Anfang 1999 hat das IZ eine Zusammenarbeit mit
dem Landeszentrum für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen (LzZ) in
Solingen vereinbart (vgl. IZ-Telegramm März 1999). Dabei ging es
u. a. um eine enge Zusammenarbeit bei der Erstellung und Herausgabe des
sozialwissenschaftlichen Fachinformationsdienstes (soFid) "Migration
und ethnische Minderheiten".
Seit der Ausgabe 1999/1 enthält dieser soFid jeweils einen
wissenschaftlichen Originalbeitrag. Bisher erschienen sind: Dietrich
Thränhardt: Einwandererkulturen und soziales Kapital. Eine
komparative Analyse der Zuwanderungsnationalitäten und Bundesländer, 22
Seiten, 5 Tab., 8 Abb. (Band 1999/1); José Sánchez Otero: Zum
Stand der derzeitigen migrationstheoretischen und -politischen Debatte -
unter besonderer Berücksichtigung ihrer kommunalpolitischen Implikation,
15 Seiten (Band 1999/2). In Band 2000/1 erscheint: Uwe Hunger, Günter
Hinken: Arbeit und Migration. Arbeitsmarkt, Beschäftigung und
wirtschaftliche Situation. Ein Literaturbericht, 149 (Typoskript-) Seiten.
Migration im WWW
Gewissermaßen als erster Teil der mit dem Landeszentrum
für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen (LzZ) geplanten
gemeinsamen Veröffentlichung zu Migration und Integration liegt
jetzt das thematische Onlineangebot "Migration im WWW" vor: http://www.bonn.iz-soz.de/themen/migration/.
Es enthält eine Sammlung anklickbarer Internetadressen zum Thema
'Migration'. Sie sind sowohl über eine alphabetische Übersicht
anwählbar als auch über eine systematische, die nach den Rubriken Forschung,
WWW-Clearinghouses, Informations- und Dokumentationsstellen,
Interessenverbände und -vereine, Ministerien und Behörden,
Online-Diskussionszirkel u.a. gegliedert ist.
Außerdem stehen vorgefertigte Recherchen in der
IZ-Forschungsprojektdatenbank SOFIS, im ZA-Datenbestandskatalog und im
Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) zur Verfügung.
© GESIS Helmut M. Artus
16.03.2000
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IZ-Telegramm 2000 - März
Inhalt
Forschungsprojekte
- Das IZ baut mit an der "Stadt von
morgen": Das Projekt MURBANDY
- "WWW-Forum Sozialwissenschaftliche
Informationen für Jedermann"
Personalien: Promotion Maximilian Eibl
Veröffentlichungen
- "Moral und Skandal - Versuchungen
der Macht"
- Thesaurus Sozialwissenschaften:
Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch
- IZ-Arbeitsbericht Nr. 19: Virtuelle
Fachbibliothek Sozialwissenschaften
Migration
- Neuerung beim soFid "Migration und
ethnische Minderheiten"
- Migration im WWW
Forschungsprojekte
Das IZ baut mit an der "Stadt von
morgen": Das Projekt MURBANDY
Für die Lösung von Aufgaben im Zusammenhang mit der
Stadtplanung oder dem Ausbau der Infrastruktur werden Modelle benötigt, die
historische und aktuelle Daten integrieren, um zukünftige Entwicklungen
prognostizieren zu können. Bei den aktuellen Daten müssen sich die Stadtplaner
auf administrativ oder bodengestützt erhobene Daten (z.B.
Bebauungspläne) verlassen, deren Aktualität oft mit der rasanten baulichen
Veränderung von Städten wie etwa Berlin nicht Schritt halten kann. Zusätzlich
stehen Daten als Texte oder statistische Zeitreihen bereit (z. B.
Einwohnerzahlen), die jedoch wegen ihrer Form nicht problemlos mit den anderen
Daten zusammengeführt werden können.
Das soll jetzt anders werden: Das Projekt MURBANDY (=Monitoring Urban
Dynamics) soll Verfahren zur Überwachung der Dynamik
europäischer Großstädte entwickeln; es soll Indikatoren schaffen, die
diese Dynamik und den Einfluß der Städte auf die Umgebung verständlich
machen; und es soll schließlich Szenarien der Stadt-entwicklung
erarbeiten. Konventionelle Daten wie Straßen-, Bebauungs- und
Flächennutzungspläne, Einwohnerstatistiken und dergleichen sollen dabei mit Fern-erkundungsdaten
integriert werden, wie sie von Satelliten oder der jüngsten Space
Shuttle-Mission (dreidimensionale Kartierung der Erdoberfläche) bereitgestellt
werden. Damit können dann z.B. dreidimensionale Stadtmodelle oder
Straßenpläne erzeugt werden, die einer Modellbildung der Stadtentwicklung
zugute kommen. Daran sind nicht nur Stadtverwaltungen interessiert, sondern auch
beispielsweise Telekommunikations-Unternehmen, die ihr Netz von Relaisstationen
optimal planen wollen. Auftraggeber des Projekts ist das Space Applications
Institute (SAI) des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen
Kommission in Ispra, Italien. Auf deutscher Seite werden die benötigten
Verfahren unter Federführung der Geschäftsstelle für Forschungsverbünde
NRW in der Universität Bonn vom IZ Sozialwissenschaften zusammen mit
dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des Deutschen Zentrums
für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Das IZ erarbeitet einen
interaktiven WWW-Zugang zu den vom JRC erstellten Datenbanken und
Modellkomponenten. Die DFD erschließt Daten von bisher am JRC noch nicht
genutzten Sensorarten (z.B. Radar) zur Klassifikation der Landnutzung in
städtischen Bereichen und zeigt die Anwendbarkeit von Methoden des Information
Mining auf den Anwendungsfall MURBANDY. Das Projekt begann im Januar und
soll bis Jahresende abgeschlossen sein. -
Zum MURBANDY-Projekt vgl.auch: http://murbandy.sai.jrc.it/
Ansprechpartner im IZ ist Maximilian Stempfhuber, Tel. 0228/22 81-139.
"WWW-Forum Sozialwissenschaftliche
Informationen für Jedermann"
Im April beginnt die Arbeit am Projekt "WWW-Forum
Sozialwissenschaftliche Informationen für Jedermann". Ziel dieses
Projekts ist es, parallel zum bisherigen Internet-Angebot der GESIS ein
zusätzliches Angebot aufzubauen, das sich nicht an ein Fachpublikum wendet.
Vielmehr soll ein Forum geschaffen werden, um interessante Forschungsergebnisse
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Sozialwissenschaftliche Themen tangieren das private und berufliche Umfeld aller
Bürger. Mit Hilfe des neuen Internet-Angebots soll die Hemmschwelle für eine
Beschäftigung damit gesenkt werden. Ein solches Angebot liegt auch im Interesse
der Sozialwissenschaftler selbst, die in vielen Bereichen auf gesellschaftliche
Akzeptanz angewiesen sind. Außerdem könnte es ein wichtiges Instrument des
Transfers neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auch in Schulen werden, könnte
die Faszination an neuesten Forschungsthemen und aktuellen Inhalten bei Lehrern
und Schülern wecken und den Übergang vom schulischen Unterrichtsstoff zum
'Wissen für morgen' erleichtern, das an Universitäten und
Forschungseinrichtungen erarbeitet wird.
Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Es wird in Kooperation zwischen
dem IZ Sozialwissenschaften, dem Zentralarchiv für empirische
Sozialforschung (ZA), Köln, und der Hochschule für Gestaltung,
Offenbach, durchgeführt.
Personalien: Promotion
Maximilian Eibl
Herzlichen Glückwunsch! Maximilian Eibl, seit 1996
Mitarbeiter der IZ-Abteilung Forschung & Entwicklung (FuE), wurde am
09. Februar 2000 von der Universität Koblenz-Landau, Fachbereich Informatik,
mit "sehr gut" promoviert. Er ist weltweit erst der zweite
Wissenschaftler, der seinen Doktorgrad in Computervisualistik erwirbt. Seine
Dissertation trägt den Titel "Visualisierung im Dokument Retrieval:
Theoretische und praktische Zusammenführung von Softwareergonomie und Graphik
Design".
Die Arbeit versucht, die Recherche in Datenbankbeständen, die durch ihre
Textorientierung für Ungeübte oftmals schwer handhabbar ist, durch die
Einführung von Visualisierungen einfacher und nutzerfreundlicher zu gestalten.
In seinem Ansatz hat Eibl nicht nur Aspekte verschiedener Datenretrieval-Modelle
integriert, sondern auch Forderungen der Softwareergonomie und des
Graphik-Designs umgesetzt.
Als Vorteil von Visualisierungen wird generell die überlegene Aussagekraft
visueller gegenüber textueller Darstellung gesehen. Die Dissertation zeigt,
daß Visualisierungen jedoch nicht uneingeschränkt als Allheilmittel gesehen
werden können, sondern kritisch hinterfragt werden müssen. Softwareergonomie
und Graphik-Design können die Gestaltung einer Visualisierung entscheidend
verbessern, arbeiten aber oftmals gegeneinander. Demgegenüber hat Eibl in
seinem Promotionsvorhaben die Visualisierung nach softwareergonomischen wie
ästhetischen Gesichtspunkten entwickelt.
Herr Dr. Eibl hat inzwischen die Abteilung FuE verlassen. Seit 01. Januar ist er
in der IZ-Abteilung "Informationstransfer Ost" (ITO) in Berlin tätig.
Schwerpunkt: Projekt "Jedermann" (vgl. die voraufgehende Meldung).
Veröffentlichungen
Wie schon die "Flick-Affäre" von 1982, so
kommt auch die neue Parteispenden-, Schwarzgeldkonten- und Schmiergeldaffäre
seit Monaten nicht mehr aus den Schlagzeilen und ramponiert das Ansehen
einzelner Parteien und Politiker ebenso wie das Ansehen des politischen Systems
insgesamt.
Das unerfreuliche Thema war Anlaß für einen neuen FOKUS-Band, der ca. 150
Veröffentlichungen und Forschungsprojekte dokumentiert, die sich mit den
vielfältigen Zusammenhängen zwischen Politik und Ethik befassen:
- "Moral und Skandal - Versuchungen der
Macht"
bearbeitet von Gisela Ross-Strajhar
IZ Sozialwissenschaften: Bonn, 92 Seiten, 20,- DM
Die Dokumentation steht im Internet kostenlos
zur Verfügung:
http://www.bonn.iz-soz.de/publications/periodicals/fokus/index.htm
Soeben ist die aktualisierte und erweiterte Neuauflage
des zweisprachigen Thesaurus Sozialwissenschaften erschienen:
- Thesaurus Sozialwissenschaften:
Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch
Thesaurus for the Social Sciences: German-English/English-German
Ausgabe 1999 (2
Bände)
bearbeitet von Hannelore Schott
Informationszentrum: Bonn 2000, 291 bzw. 263 Seiten
ISBN: 3-8206-0129-5 bzw. 3-8206-0130-9; 68,- DM pro Band
Bereits im Herbst 1999 war die Neuauflage des Thesaurus
Sozialwissenschaften erschienen (vgl. IZ-Telegramm Sept. 1999). Jetzt
liegt auch die zweisprachige Fassung vor, die exakt denselben Begriffs-umfang
wie die deutsche Fassung hat, also 10.800 Einträge, davon 7.150 als Deskriptoren
zugelassene Begriffe sowie 3.650 Synonyme und Verweisungen ("Nicht-Deskriptoren").
300 neue Einträge tragen der Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Themen
Rechnung. Deutsche und deutsch-englische Fassung der 'Ausgabe 1999' sind also
voll kompatibel. Deshalb trägt die neue Veröffentlichung das modische
"2000" nicht im Titel, sondern nur bescheiden als Erscheinungsjahr.
In der Reihe IZ-Arbeitsberichte ist ein neuer Titel
erschienen, der kostenlos bezogen werden kann:
- IZ Sozialwissenschaften: Michael Kluck, Jürgen
Krause, Matthias N.O. Müller
in Kooperation mit AG Elfikom, TU Darmstadt: Rudi Schmiede, Helmut Wenzel,
Stefan Winkler, Wolfgang Meier
Virtuelle Fachbibliothek Sozialwissenschaften: Projektskizze
IZ-Arbeitsbericht Nr. 19, Februar 2000, 43 Seiten
Das Projekt Virtuelle Fachbibliothek
Sozialwissenschaften (vgl. IZ-Telegramm März 1999) zielt auf die
integrierte Bereitstellung sozialwissenschaftlicher Literaturinformationen aus
verteilten und inhaltlich unterschiedlich erschlossenen Datenbeständen. In
erster Linie sollen Probleme des inhaltlichen Zugriffs auf solch heterogene
Dokumentenbestände gelöst werden. Die Ausführung erfolgt in Kooperation mit
der TU Darmstadt, AG Elfikom. Der vollständige Text des Berichts findet sich
auch als PDF-Datei unter http://www.bonn.iz-soz.de/publications/series/working-papers/.
Migration
Neuerung beim soFid "Migration und ethnische
Minderheiten"
Anfang 1999 hat das IZ eine Zusammenarbeit mit dem Landeszentrum
für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen (LzZ) in Solingen vereinbart (vgl.
IZ-Telegramm März 1999). Dabei ging es u. a. um eine enge Zusammenarbeit
bei der Erstellung und Herausgabe des sozialwissenschaftlichen
Fachinformationsdienstes (soFid) "Migration und ethnische
Minderheiten".
Seit der Ausgabe 1999/1 enthält dieser soFid jeweils einen wissenschaftlichen
Originalbeitrag. Bisher erschienen sind: Dietrich Thränhardt:
Einwandererkulturen und soziales Kapital. Eine komparative Analyse der
Zuwanderungsnationalitäten und Bundesländer, 22 Seiten, 5 Tab., 8 Abb. (Band
1999/1); José Sánchez Otero: Zum Stand der derzeitigen
migrationstheoretischen und -politischen Debatte - unter besonderer
Berücksichtigung ihrer kommunalpolitischen Implikation, 15 Seiten (Band
1999/2). In Band 2000/1 erscheint: Uwe Hunger, Günter Hinken: Arbeit und
Migration. Arbeitsmarkt, Beschäftigung und wirtschaftliche Situation. Ein
Literaturbericht, 149 (Typoskript-) Seiten.
Migration im WWW
Gewissermaßen als erster Teil der mit dem Landeszentrum
für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen (LzZ) geplanten gemeinsamen
Veröffentlichung zu Migration und Integration liegt jetzt das
thematische Onlineangebot "Migration im WWW" vor: http://www.bonn.iz-soz.de/themen/migration/.
Es enthält eine Sammlung anklickbarer Internetadressen zum Thema 'Migration'.
Sie sind sowohl über eine alphabetische Übersicht anwählbar als auch über
eine systematische, die nach den Rubriken Forschung, WWW-Clearinghouses,
Informations- und Dokumentationsstellen, Interessenverbände und -vereine,
Ministerien und Behörden, Online-Diskussionszirkel u.a. gegliedert ist.
Außerdem stehen vorgefertigte Recherchen in der IZ-Forschungsprojektdatenbank
SOFIS, im ZA-Datenbestandskatalog und im Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) zur
Verfügung.
© GESIS Helmut M. Artus 16.03.2000
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