Newsletter - Sozialwissenschaften in Osteuropa 1996-Sonderheft
Neuerscheinungen
Segert, Dieter
Spätsozialismus und Parteienbildung in Osteuropa nach 1989
Berlin: Berliner Debatte Wissenschaftsverlag 1996. - 217 S.
Inhalt:
Segert, D.: Welche Vergangenheit wirkt nach 1989 auf die Parteienentwicklung
in Osteuropa ein? Einleitung
1. Spätsozialismus und politische Transition
* Segert, D.: Geschichte des Spätsozialismus als Schlüssel zum Verständnis
"postkommunistischer" Parteiensysteme
* Bayer, J.: Parteienbildung und politische Kultur in Ungarn
* Szabo, M.: Die Gegenwart im Dickicht der Geschichte? Prägungen der Profile
des Bürgerprotestes in der Slowakei, Slovenien und Ungarn durch die jüngste
Vergangenheit
* Mackow, J.: Der Einfluß der Systemkrise des Sowjetsozialismus auf
Parteienbildung in Rußland und Polen
* Mattusch, K.: Vielfalt trotz ähnlicher Geschichte - Die drei baltischen
Staaten und ihre unterschiedlichen Parteiensysteme
2. Osteuropäische Linke vor und nach 1989
* Voracek, E.: Die Entstehung einer linken Opposition in der Tschechoslowakei
vor dem November 1989
* Wojtaszczyk, W. A.: Die Linke und die Rechte innerhalb der III. Polnischen
Republik
* Georgiev, I.: Spätsozialistische Voraussetzungen der Wahlerfolge der
Bulgarischen Sozialistischen Partei
* Sipos, J.: Zur Entstehung der Reformkreis-Bewegung innerhalb der MSZMP
* Machos, Cs.: Die Nachfolgepartei als linke "Volkspartei"? Überlegungen
am Beispiel der Ungarischen Sozialistischen Partei
Das Frankfurter Institut für Transformationsstudien (Europa-Universität
Viadrina, Frankfurt/ Oder) publizierte 1996 in der neuen Reihe "Arbeitsberichte
- Discussion Papers" bisher vier Hefte.
Die nachfolgend genannten zwei Hefte problematisieren osteuropäische Themen:
* Szamuely, L.: Establishment and Erosion of the Soviet Model of CPE as
Reflected in Economic Science in Hungary 1945 - 1980
Hrsg.: Frankfurter Institut für Transformationsstudien, Europa-Universität
Viadrina; Arbeitsberichte - Discussion Papers 1(1996)1. - 61 S.
* Winiecki, J.: Foreign Investment in Eastern Europe: Expectations, Trends,
Policies
Hrsg.: Frankfurter Institut für Transformationsstudien, Europa-Universität
Viadrina, Arbeitsberichte - Discussion Papers 1(1996)3. - 15 S.
Katrin Mattusch
Demokratisierung im Baltikum?
Über die Begrenzung von Demokratisierungschancen durch politische
Kulturen
Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien: Peter Lang Verl. 1996. -
275 S. (Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft. Bd. 309)
Inhalt:
1. Demokratisierung in Osteuropa? ein Erklärungsrahmen
2. Theoretische Grundlegung: Das Konzept politischer Kultur - Voraussetzungen
seiner Anwendbarkeit auf Osteuropa
3. Besonderheiten politischer Kultur in sozialistischen Gesellschaften: der
Kollektivismus des sowjetischen Modells und seine Folgen
4. Die Nationale Ebene: Besonderheiten politischer Kultur im Baltikum
5. Voraussetzungen der empirischen Analyse
6. Die Wahrnehmung des Politischen durch die Bevölkerung im Baltikum:
empirische Ergebnisse
7. Wie kann die Widersprüchlichkeit politischer Kulturen im Baltikum
gedeutet werden: Interpretation der empirischen Ergebnisse
8. Politische Kulturen und die Richtung der Demokratisierungschancen im
Baltikum: Realisierbare Demokratiemodelle
9. Relativierung: Die kulturelle Dimension im Gesamtprozeß der
Transformation - Chancen und Hindernisse der Demokratisierung im Baltikum
10. Methodischer Anhang: Operationalisierung, Typenbildung und methodische
Probleme
Multilinguales Wörterbuch Demographie :
Englisch, Deutsch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Rumänisch,
Bulgarisch, Russisch / hrsg. von Steffi Bliedung u. Gerhard A. Riesthuis. -
Bonn: Informationszentrum Sozialwissenschaften, 1995. - 223 pp., kart., ISBN
3-8206-0103-1, DM 28,--
Dieses achtsprachige Fachwörterbuch entstand in einer internationalen
Zusammenarbeit zwischen 1988-1994. Im Rahmen der Multilateralen
Problemkommissionen der osteuropäischen Länder wurde in der Kommission
Demographie unter der Leitung von Prof. Dr. Wulfram Speigner (DDR) unter
Mitarbeit von Demographen aus der ehemaligen UdSSR, der damaligen
Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien eine Wortsammlung von
ca. 2000 Termini erstellt. Diese Begriffe wurden mehrfach überarbeitet, für
die vorliegende Fassung wurden dann knapp 1500 selektiert.
Das Wörterbuch besteht aus zwei Teilen. Im ersten befinden Termini aller
acht Sprachen, alphabetisch geordnet nach dem Schlüsselwort in englischer
Sprache.
Teil zwei enthält die alphabetisch geordneten Wortfolgen der sieben
"nichtenglischen" Sprachen. Die Eigenheiten der alphabetischen Ordnung
jeder Sprache wurden dabei berücksichtigt. Diese Art der Darstellung erspart
ein umfangreiches, mehrbändiges Werk.
Vorankündigung
Neuerscheinung 1997
"Elite Research in Eastern Europe"
Hrsg.: H. Best; Opladen: Verl. Leske + Budrich, 1997. - ca. 250 S.
Erscheinungstermin: Frühjahr 1997
Seit der "Wende" in Osteuropa setzte eine rasche
sozialwissenschaftliche Forschungsverzweigung ein, die Transformationen in
Osteuropa unter den verschiedensten Fragestellungen untersucht. Im Westen
besteht der Zugang zur Situation und Entwicklung der osteuropäischen Länder
heute hauptsächlich in einer beunruhigenden Medienberichterstattung. Fundierte
Einblicke in tatsächlich stattfindende Entwicklungen sind kaum möglich. Fragen
zur zukünftigen Entwicklung dieser "Transformationsgesellschaften"
sind auch kaum von außen zu beantworten. Nur durch aktuelle
Forschungsergebnisse aus den osteuropäischen Ländern selbst können Tendenzen
erkannt werden.
Zentral für die Entstehung zukünftiger Strukturen von Gesellschaft und öffentlichem
Leben ist dabei die Frage der Rolle der Eliten in Osteuropa. Führen die Umbrüche
zu einem Elitenwechsel? Gibt es "neue Eliten" oder bleibt es trotz
aller Veränderungen in zentralen Positionen von Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft "beim Alten"? Gibt es einen Machtkampf zwischen alten und
neuen Eliten? Wenn das zum Teil vom Westen aus wahrnehmbare "Verharren in
alten Strukturen" auch am Problem eines nicht stattfindenden Elitewechsels
festgemacht wird (vgl. DDR-Ablösung der Eliten "von oben"), so kann
man in Osteuropa selbst unter Umständen diese Frage so gar nicht stellen, weil
ein "Eliten-Ersatz" von oben mangels vorhandener "alternativer
Elite" nicht denkbar ist. Die Herauskristallisation der Eliten ist heute
nicht einfach absehbar, obwohl gerade in der Rolle der Eliten ein Indikator für
Entwicklungstendenzen der osteuropäischen Gesellschaften gesehen wird.
Zugang und Erkenntnisse über diesen vielschichtigen und undurchschaubaren
Prozeß wird für westliche Beobachter zusätzlich erschwert durch Sprach- und
Kulturbarrieren, durch mangelndes breites wissenschaftliches
Publikationsaufkommen. Letzteres verhindert eine breite Rezeptionsmöglichkeit
neuer Forschungsergebnisse. Das IZ hat deshalb seinen Zugang zu den osteuropäischen
Sozialwissenschaften genutzt und hat 1995/96 von jüngeren und/oder im Feld
ausgewiesenen Wissenschaftlern Literaturberichte/ Übersichten zum Stand der
Eliteforschung in den verschiedenen osteuropäischen Ländern eingeworben. Damit
bietet sich ein repräsentativer Zugang zu den Forschungsentwicklungen und
-ergebnissen der Eliteforschung in Bulgarien, Estland, Polen, Rußland,
Slowakei, Tschechien, Ukraine und Ungarn.
Die Publikation wird ca. 250 Seiten umfassen und in englischer Sprache
erscheinen. Aufgelistet werden am Schluß jedes State of the art - Berichtes
bibliographische Informationen zu den seit 1990 erschienenen wichtigsten
Publikationen (diese Anhänge sind - entsprechend des jeweiligen Forschungs- und
Publikationsaufkommens - unterschiedlich umfangreich). Geplant ist es, zusätzlich
die Forschungsergebnisse von ein oder zwei Projekten aus Rußland oder
Tschechien beispielhaft vorzustellen.
Einführungsbeiträge eines deutschen und eines ungarischen
Sozialwissenschaftlers werden zur Zeit eingeworben;
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