Newsletter - Sozialwissenschaften in Osteuropa 1998-3
VERSCHIEDENES
Neuer Direktor am Deutschen Historischen Institut Warschau (DHI)
Das DHI, gegründet 1993 und somit jüngstes unter den Deutschen Historischen
Instituten im Ausland hat nach den ersten fünf Jahren seines Bestehens die
Aufbauphase abgeschlossen. Aufgabe des Instituts ist es, die Geschichte Polens
und der deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart im
gesamteuropäischen Zusammenhang zu erforschen. Zu den Spezialgebieten der elf
wissenschaftlichen Mitarbeiter gehören Mentalitätsgeschichte, Adels- und Ständegeschichte,
jüdische Geschichte, Frauengeschichte, Alltagsgeschichte im deutsch-polnischen
Grenzgebiet, Deutsch-Ordens-Geschichte, Medizingeschichte, Diplomatiegeschichte
sowie Oral History. Die internationalen Konferenzen des Instituts, die gemeinsam
mit polnischen und deutschen Partnern geplant werden, sind häufig
vergleichenden Themen gewidmet. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen zu folgenden
Tagungen: "Entstalinisierung in Ostmitteleuropa im Vergleich" und
"Verschwörungstheorien in Ost und West".
Prof. Klaus Ziemer, Politikwissenschaftler aus Trier löste Prof. Rexheuser,
den Gründungsdirektor des DHI im Juli 1998 turnusmäßig ab.
Mit diesem Wechsel wird auch die bisher im Institut wenig berücksichtige
Zeitgeschichte an Bedeutung gewinnen.
Hannah Arendt Preis - New Europe College, Bukarest
Der diesjährige Hanna Arendt-Preis, mit dem außergewöhnliche
Reformleistungen auf dem Gebiet von Lehre und Forschung in Ostmitteleuropa
ausgezeichnet werden, ging an das New Europe College (NEC) in Bukarest (Rumänien).
Das NEC, ein kleines "Institute for Advanced Study" mit geistes- und
sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt, ist das erste seiner Art in Rumänien.
Gegründet wurde es 1990/ 1991 von dem Philosophen und Kunsthistoriker Andrei
Plesu, um den wissenschaftlichen und intellektuellen Nachholbedarf Rumäniens
nach dem Sturz von Ceausescu Rechnung zu tragen.[65]
Der Hannah Arendt-Preis wurde 1994 gemeinsam vom Institut für die
Wissenschaften vom Menschen und der Körber-Stiftung ins Leben gerufen. Der
Preis 1995 ging an die Graduate School for Social Research an der Polnischen
Akademie der Wissenschaften, 1996 an die Palacky Universität in Olmouc und 1997
an das Invisible College in Budapest.
(Quelle: Newsletter, Institute for Human Sciences - Vienna. - February
- April 1998; Internet: http://www.univie.ac.at/iwm/nl/nl-60c.htm)
Collegium Polonicum startet vier neue Studiengänge
Das Collegium Polonicum in Slubice (Polen), eine gemeinsame Einrichtung der
Adam Mickiewicz Universität in Poznan und der Europa-Universität Viadrina in
Frankfurt/Oder, beginnt zum Wintersemester 1998/99 vier neue Studiengänge:
"Politologie" und "Umweltschutz" sind grundständige
Studiengänge, die vorläufig nur in polnischer Sprache unterrichtet werden; die
beiden weiteren sind viersemestrige Aufbaustudiengänge. "Schutz europäischer
Kulturgüter" ist kostenpflichtig und setzt einen Hochschulabschluß
voraus. Er wendet sich an Graduierte in Bauverwaltungen, Landschaftsverbänden
und Denkmalschutzbehörden, die internationale Aufgaben anstreben. "Comparative
Central European Studies" setzen einen "Bachelor-Abschluß"
(Grundstudium plus 2 Semester Hauptstudium) voraus sowie die Beherrschung der
deutschen und englischen Sprache sowie Grundkenntnisse der polnischen Sprache
(erwünscht). Die Transformationsprozesse im Zuge der Integration Ost- und
Mitteleuropas in die Europäische Union werden im Zentrum dieses Studienganges
stehen, der mit dem akademischen Grad eines "Master of Central European
Studies" abschließt.
[65] Über das Institut berichtete das
Newsletter "Sozialwissenschaften in Osteuropa" bereits in seiner
Ausgabe vom Oktober 1995.
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