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Workshop: Angebote im Internet ...
Workshop „Angebote im Internet (Schwerpunkt LINK-Sammlungen) als
Serviceeinrichtung für den Ost-West-Wissenstransfer“
Berlin, 4.-5.12.2000
Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und dem
Ost-West-Wissenschaftszentrum (Kassel) hat die Abteilung „Informationstransfer
Osteuropa“ des Informationszentrum Sozialwissenschaften in der GESIS-Außenstelle
den Workshop „Angebote im Internet (Schwerpunkt LINK-Sammlungen) als
Serviceeinrichtung für den Ost-West-Wissenstransfer“ organisiert, um Anbieter
von Osteuropa-Informationen – zunächst überwiegend aus dem nichtuniversitären
Bereich des deutschsprachigen Raums - zu einem Austausch zusammenzubringen. Erörtert
werden sollten vor allem die derzeitigen Angebote an Link-Sammlungen zu
Osteuropa-Informationen
im Internet sowie zukünftige Planungen und eventuelle
Kooperationsvorstellungen.
Das Ziel von Link-Sammlungen ist es, die jeweiligen Nutzer in ihrer Suche nach
weitergehenden Informationen im Internet zu unterstützen. Da Aufbau und
Pflege von Link-Sammlungen arbeitsaufwendig sind, sollte geprüft werden, ob
sich durch Kooperation eventuelle Doppelarbeit vermeiden ließe, bzw. ob eine
gewisse Arbeitsteilung zu einem transparenteren Angebot von relevanten
Link-Listen führen könnte.
Am Workshop nahmen 24 Vertreter aus 17 Institutionen teil. Die Teilnehmer
stellten zunächst die Ziele, Inhalte und Struktur ihrer Link-Sammlungen vor und
wiesen auf geplante Weiterentwicklungen hin. Übereinstimmend wurde
festgestellt, dass umfangreiche, gut strukturierte und gepflegte Link-Sammlungen
einen hohen Arbeitsaufwand verursachen. Alle Teilnehmer äußerten daher die
Bereitschaft, stärker arbeitsteilig vorzugehen, bzw. in einem ersten Schritt
Hinweise auf andere Informationsanbieter in ihr Angebot zu integrieren.
Eine tabellarische Übersicht ermöglichte erste Aussagen zu den
Schwerpunkten, aber auch zu den Überschneidungen bestehender Linksammlungen.
Alle Einrichtungen geben Hinweise sowohl auf Wissenschaftsinformationen als
auch auf Praxisinformationen, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung. Stärker
vertreten sind Informationen über Osteuropa als Hinweise auf Internet-Quellen
in Osteuropa selbst; bevorzugte Regionen sind die Länder der Gemeinschaft unabhängiger
Staaten (Schwerpunkt Russland), weniger Institute geben Hinweise zu Staaten
Ostmitteleuropas und weiter abnehmend zu südosteuropäischen Ländern. Die
Teilnehmer kamen überein, eine detailliertere Analyse der Linksammlungen
hinsichtlich ihrer inhaltlichen und regionalen Profile zu leisten, um Möglichkeiten
und Grenzen einer Zusammenarbeit abstecken zu können.
Auch eine Kriteriensammlung für „gute“ Linklisten wurde diskutiert. Im
Mittelpunkt sollte der potentielle Nutzer stehen. Wichtig ist die regelmäßige
Pflege einer Liste, um ihre Aktualität zu sichern. Ziel der Sammlungen ist,
den Nutzern Zeit und Mühe zu sparen, benötigte Informationen zu finden, also
sollte sie eine Konzeption erkennen lassen und angemessen strukturiert sein.
Vorteilhaft sind kurze Kommentierungen und einfache Navigationswege sowie Übersichtlichkeit.
Problematisch für den Nutzer sind verwirrende Gestaltung, keine Suchmöglichkeiten,
unzureichende Navigationshilfen, lange Antwortzeiten, keine Rückmeldemöglichkeit.
In der Fachinformation gilt es, gewissen Qualitätsansprüchen zu genügen:
dazu gehören der Vollständigkeitsanspruch bezogen auf die Zielstellung sowie
Aktualität, Relevanz, Konsistenz, Strukturiertheit, Kompatibilität mit
Standards. Bei großen Mengen von Informationen bieten datenbankbasierte
Informationssammlungen Vorteile wie z.B. die Vermeidung von Doppelungen,
schnelle Aktualisierung, maschinelle Unterstützung der Bearbeitung,
einheitliche Struktur, Flexibilität und verschiedene Sucheinstiege.
Bei der Vorstellung eines im Informationszentrum Sozialwissenschaften
laufenden DFG-Projektes „Datenbankbasierte Clearinghouses im Kontext
digitaler Fachbibliotheken“ wurde ein Modell präsentiert, wie eine zentrale
Datenbank mit Linkbeschreibungen von Kooperationspartnern gemeinsam im Internet
aufgebaut und gepflegt werden kann, wobei der Nutzerzugang zu dieser Link-Datenbank
dezentral über die jeweiligen Angebote der Kooperationspartner erfolgen kann.
Dieses Modell verbindet die Vorteile eines gemeinsamen Datenbankaufbaus mit dem
Anliegen der Einzelanbieter, mit eigenen Angeboten im Internet sichtbar zu
bleiben. Es wurde beschlossen, die Ergebnisse des auf zwei Jahre angelegten
DFG-Projektes auf einen möglichen Einsatz bei der Kooperation im Bereich der
Osteuropa-Linksammlungen zu prüfen.
Als erste Ziele für die von allen gewünschte zukünftige Zusammenarbeit
wurde die Entwicklung einer gemeinsamen Verweisseite sowie die Öffentlichkeitsarbeit
für diese gemeinsamen Aktivitäten beschlossen. Das Informationszentrum
Sozialwissenschaften übernimmt den Entwurf einer Verweisseite, der beim nächsten
Treffen in Berlin am 5. März 2001 (im Anschluss an die Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.) zur Diskussion gestellt werden
soll. Die Verweisseite soll eine nach Regionen und Inhalten gegliederte
differenzierte Übersicht über die Linkangebote der am Workshop beteiligten
Institutionen bieten, um Nutzern einen gezielteren Zugang zu den jeweils
relevanten Internet-Quellen zu ermöglichen. Diese Seite soll zunächst in das
bisherige Angebot der Workshop-Teilnehmer integriert werden. Gedacht wird auch
an eine gemeinsame Internetadresse für diese Seite. Die Internet-Adressen „Osteuropa-Verbund.de“
und Osteuropa-Netzwerk.de wurden hierfür bereits reserviert. Die
Workshop-Teilnehmer
waren sich einig, dass ein zukünftiger Verbund allen an einer Mitarbeit
interessierten Anbietern von Linksammlungen zu Osteuropa offen steht.
Berlin, 25.01.2001
Ulrike Becker
Erika Schwefel
© GESIS Ulrike Becker
14.06.2006
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