Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen
SuchenSitemapHilfe
GESIS Servicestelle Osteuropa
Informationszentrum Sozialwissenschaften Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung, Universität zu Köln Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen

Literatur- & Forschungsinformation

Datenservice & Archivierung

Dauerbeobachtung

Methodenberatung

Forschung & Entwicklung

Software

Publikationen

 

Bestellen & Downloads

Veranstaltungen

National & International

Transformationsforschung

Seminare Köln

Workshops Mannheim

Konferenzen

Servicestelle Osteuropa

GESIS-Bibliotheken

Linksammlung SocioGuide

 

Kooperationen

Beratung

Mitarbeiter & Adressen

Presse

Organisation

 

Impressum


 

 

Servicestelle Osteuropa - Veranstaltungen ¬ Rückblicke ¬ Workshop "Osteuropa-Netzwerk", 21.03.2002


Bericht Workshop „Osteuropa-Netzwerk – Bisheriges Angebot, Erweiterungswünsche und –möglichkeiten, Berlin, 21. März 2002

Der Workshop des Osteuropa-Netzwerks am 21. März 2002 in der Europäischen Akademie Berlin war die dritte Veranstaltung zum gemeinsamen Angebot von deutschsprachigen Osteuropa-Informationen im Internet. Im Dezember 2000 hatten sich auf Initiative des Informationszentrums Sozialwissen­schaften der GESIS, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. sowie des Ost-West-Wissenschaftszentrums der Universität Kassel 24 Personen aus 17 interessierten Einrichtungen (überwiegend aus dem außeruniversitären Bereich) getroffen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit beim Aufbau und Angebot Osteuropa-relevanter Internet-Linksammlungen zu prüfen. Beim zweiten Treffen im März 2001 (12 Teilnehmer/innen aus 9 Einrichtungen) wurde das konkrete Vorgehen zur Erstellung eines gemeinsamen Internet-Angebotes erarbeitet. Das Erstangebot des Netzwerkes, das auf die Linksammlungen von zunächst neun Netzwerkteilnehmern verweist, ist unter „www.Osteuropa-Netzwerk.de“ seit Oktober 2001 im Internet verfügbar.

Am dritten Workshop im März 2002 nahmen 18 Personen teil, darunter fünf Vertreter von bisher nicht am Netzwerk beteiligten Einrichtungen. Weitere sieben neue Institutionen hatten ihr Interesse am Workshop bekundet, konnten aber den Termin nicht wahrnehmen. Die Zahl der Netzwerkteilnehmer und Interessenten umfasst damit zur Zeit 34 Anbieter von Osteuropa-Informationen im Internet.

Workshop-Beiträge

Nach der Begrüßung durch die drei Initiatorinnen des Osteuropa-Netzwerkes und einer persönlichen Vorstellung der Anwesenden, präsentierte Dr. Wolfgang Mallock [1] vom Informationszentrum Sozial­wissenschaften (GESIS-Außenstelle in Berlin) den Internet-Auftritt des Osteuropa-Netzwerks und dessen Arbeitsweise vom Aufbau der internen Arbeits-Datenbank bis zur Präsentation des HTML-Angebotes im Internet. Anhand von Nutzerstatistiken wies er den Bedarf an vernetzten Informationen zu Osteuropa nach: von Oktober 2001 bis März 2002 hat die Nutzung des Netzwerkangebotes stetig zugenommen (bis März 2002 über 5000 Zugriffe). Die zukünftigen Nutzungschancen des Netzwerkes werden daher ausgesprochen positiv eingeschätzt, vor allem wenn das Netzwerk quantitativ und inhaltlich weiter ausgebaut wird.

Das jetzige Angebot beschränkt sich darauf, auf die Linklisten der beteiligten Einrichtungen zu verweisen. Auf einen Abgleich zwischen den Links in den Einzelangeboten der Netzwerkteilnehmer wurde bisher verzichtet. Dies führt unvermeidlich zu Überschneidungen und Dubletten, die vor allem für die Nutzer irreführend sind, aber auch für die Anbieter Doppelarbeit bedeuten. Eine Lösung hierfür könnte eine zentrale Datenbank schaffen, in der alle Links der Netzwerk-Teilnehmer gemeinsam gepflegt und aktualisiert werden.

Vor diesem Hintergrund stellte Dr. Max Stempfhuber [2] das Projekt DBClear vor. Das DFG-Projekt „Datenbank-basierte Clearinghouses im Kontext Digitaler Fachbibliotheken“ (kurz DBClear) wird vom IZ und der Niedersächsischen Stadt- und Universitätsbibliothek Göttingen durchgeführt und im September 2002 abgeschlossen. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines plattformunabhängigen, datenbankgestützten Clearinghouse-Systems. Die wesentlichen Merkmale des Systems sind die Unterstützung beliebiger Metadaten-Standards sowie der Mehrsprachigkeit, die verteilte Pflege der Inhalte über das Internet, eine Workflow-Komponente sowie Verfahren zur Automatisierung häufig wiederkehrender Arbeiten und Abläufe. Daneben erlaubt DBClear die flexible Gestaltung der Präsentation der Daten im Internet. Das System wird in Java implementiert, nutzt relationale Datenbanken und bedient sich ausschließlich offener und akzeptierter Standards (z.B. JDBC, XML). Ab Mitte 2002 wird das System für das Clearinghouse der GESIS (inkl. der darin abgelegten Links zu Osteuropa) implementiert und getestet und steht nach Abschluss des DFG-Projektes (September 2002) zur Nachnutzung zur Verfügung. Es könnte dann sowohl von einzelnen Netzwerkteilnehmern als auch für das Osteuropa-Netzwerk insgesamt eingesetzt werden.

Ein kurzer Bericht von Erika Schwefel (IZ Sozialwissenschaften in der GESIS-Außenstelle, Berlin) über die bisherige Öffentlichkeitsarbeit für das Osteuropa-Netzwerk und über den Stand weiterer Netzwerk-Interessenten schloss den darstellenden Teil des Workshops ab.

Weiteres Vorgehen

Im Anschluss an die Vorträge wurden weitere Schritte für den quantitativen und qualitativen Ausbau des Netzwerkes diskutiert und das kurzfristige weitere Vorgehen festgelegt sowie mittelfristige Perspektiven aufgezeigt. Prioritär ist nach wie vor die Bekanntmachung des Netzwerkes. Hierzu wird u.a. Dr. Gabriele Gorzka (Ost-West-Wissenschaftszentrum, Kassel) ein Informationsfaltblatt ent­wickeln, um die Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.

Bis Ende 2002 wird der Schwerpunkt der Netzwerk-Aktivitäten auf dem Ausbau um weitere Teilnehmer liegen. Interessenten sollen hierzu ihre Linksammlungen entsprechend dem jetzigen Netzwerk-Standard beschreiben. Die Integration der Beschreibungen in das Internet-Angebot des Osteuropa-Netzwerkes übernimmt weiterhin das IZ in der GESIS-Außenstelle. Zu den Interessenten, die sich bereits zur konkreten Zusammenarbeit entschlossen haben, zählen sechs Einrichtungen, darunter die Schweizerische Osteuropabibliothek, Bern, die zur Zeit auf der Schweizer Ebene eine nationale Kooperation für den Bereich Osteuropa mit der Universität Fribourg organisiert. Für Ende 2002 ist die Integration relevanter schweizerischer Linksammlungen in das Internet-Angebot des Osteuropa-Netzwerkes avisiert.

Weitere sieben Einrichtungen, die über umfangreiche Linksammlungen verfügen, haben ihr Interesse an der Mitarbeit am Osteuropa-Netzwerk signalisiert. Diese Einrichtungen werden z.Zt. von der Netzwerk-Koordinatorin Erika Schwefel über die notwendigen Schritte zur Zusammenarbeit informiert. Einrichtungen, die lediglich eine Darstellung im Netzwerk wünschen, aber keine Linksammlungen zu Osteuropa anbieten, werden zunächst nicht aufgenommen, sondern auf den geplanten Ausbau des Netzwerk-Angebotes zum Portal verwiesen (s.u.).

Mittelfristig wünschenswert und erfolgsversprechend ist der Ausbau des bisherigen Internet-Angebotes des Osteuropa-Netzwerkes zu einem alle Osteuropa-relevanten Informationen umfas­senden Internet-Portal, das einen zentralen Zugang zu Osteuropa-Informationen im deutsch­sprachigen Raum anbietet. Der inhaltliche Ausbau der Internet-Seiten des Netzwerkes um Verweise auf (und wenn möglich auch integrierte Suchen in) Osteuropa bezogene Datenbanken, Nachrichten- und Diskussionslisten, Angaben zu Internet-Zeitschriften, Full-Text-Zeitschriften, Full-Text-Arbeits­papieren etc. wurde zum wünschenswerten mittelfristigen Ziel erklärt. Außerdem bestand Konsens darüber, dass ein paralleles englischsprachiges Angebot wichtig wäre, um die internationale Sichtbarkeit der deutschsprachigen Osteuropaforschung und -information zu verbessern und damit auch deren Brückenfunktion zu Osteuropa erkennbar zu machen.

Bei der Diskussion wurde deutlich, dass die Machbarkeit der weiteren oben beschriebenen quan­titativen und vor allem qualitativen Netzwerkentwicklung auch von der Möglichkeit abhängig ist, zusätzliche Anschub-Ressourcen für den Netzwerk-Ausbau einzuwerben. Der Netzwerk-Koordinator wird hierzu eine Projektskizze entwickeln. Das nächste Netzwerk-Treffen ist für den Herbst 2002 geplant. Ein Termin dafür wird allen Teilnehmern und Interessenten rechtzeitig bekannt gegeben.


[1] Dr. Wolfgang Mallock hat den Internet-Auftritt des Osteuropa-Netzwerkes in allen Phasen mit entwickelt und die technische Umsetzung realisiert.

[2] Dr. Max Stempfhuber ist Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung des Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn


© GESIS Erika Schwefel 14.06.2006
 

Servicestelle Osteuropa - Veranstaltungen ¬ Rückblicke ¬ Workshop "Osteuropa-Netzwerk", 21.03.2002