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    BAWIE

    Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft




    01.05.2007 - 31.03.2010

    Tanja Banavas; Kathrin Samjeske

    Dr. Inken Lind

    Den Hintergrund des Forschungsvorhabens bildeten die eingeschränkten Gestaltungsspielräume für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der deutschen Wissenschaft. Dies zeigt sich in einem für den europäischen Vergleich außerordentlich hohen Anteil kinderloser Wissenschaftlerinnen und in der stetigen Zunahme kinderloser männlicher Nachwuchswissenschaftler an deutschen Universitäten. Allerdings ist der Erkenntnisstand zur aktuellen Kinderzahl des wissenschaftlichen Personals sowie zu den Bedingungsfaktoren generativer Entscheidungen im Rahmen von Wissenschaftsorganisationen insgesamt noch lückenhaft.

    Das Projekt "Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft" (BAWIE) zielte auf die Erfassung der zugrundeliegenden individuellen Entscheidungsprozesse und organisationalen Strukturen an deutschen Universitäten, die eine Verbindung von wissenschaftlicher Karriere und Familienverantwortung begünstigen oder behindern. Aus den Analysen wurden Empfehlungen für Handlungsansätze im Bereich Hochschulpolitik abgeleitet.

    Das methodische Vorgehen unterteilte sich in einen quantitativen und einen qualitativen Studienteil. In einem ersten Schritt wurde eine großangelegte Online-Befragung durchgeführt. Dabei wurden ca. 40.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ausgewählten Universitäten aus dem gesamten Bundesgebiet persönlich per E-Mail angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Anschließend wurden diese quantitativen Umfrageergebnisse in einem zweiten Studienabschnitt durch qualitative Telefoninterviews an einer kleineren Stichprobe vertieft und ergänzt.

    Die Studie knüpfte damit an zentrale Forschungsdesiderate an, indem männliche Wissenschaftler in die Bearbeitung der Thematik eingeschlossen wurden, eine Ausweitung der Perspektive und Stichprobe auf Statusgruppen unterhalb der Professur stattfand sowie mögliche Wechselwirkungen zwischen generativen Absichten auf der individuellen Entscheidungsebene und institutionellen Bedingungen an deutschen Universitäten analysiert wurden. Die Befragung war darüber hinaus unabhängig von der Kinderzahl, es wurden sowohl kinderlose Personen als auch Mütter und Väter in ihren spezifischen Arbeits- und Lebenssituationen betrachtet.

    Die Ergebnisse der Studie beziehen sich u.a. auf:

    • Auswirkungen struktureller Bedingungen der Hochschulen auf die Entscheidung für oder gegen Kinder
    • Ursachen von Karrierebrüchen und Karrierestagnationen im Spannungsfeld von Wissenschaftsstrukturen und Vereinbarkeitsmodellen
    • Barrieren für die Realisierung von Work-Life-Balance an Universitäten
    • Individuelle Strategien zur Bewältigung beruflicher und familiärer Anforderungen
    • Anteil von Dual Career Couples und spezifische Konsequenzen dieser Lebensform

    Im Oktober 2009 fand eine Abschlusskonferenz zum Projekt in Kooperation mit der TU Dortmund im Wissenschaftszentrum Bonn statt. Die Dokumentation der Tagung findet sich unter folgendem Link: www.bawie.de Auf Grundlage der Tagung wurde vom BMBG eine Borschüre herausgegeben: Kinder-Wunsch und Wirklickeit in der Wissenschat - Forschungsergebniss und Konsequenzen. Broschüre herausgegeben vom BMBF, Referat Chancenglerechtigkeit in Bildung und Forschung, 53170 Bonn. (April 2010)

    Publikationen:

    Lind, Inken (2008): Aufgeschobene Kinderwünsche, eingeschränkte Perspektiven? Zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Elternschaft - Ergebnisse einer aktuellen Studie. In: Forschung & Lehre 15, Nr. 11, S. 754-756

    Lind, Inken (2008): Balancing Career and Family in Higher Education - New Trends and Results. S. 193-208. In: Grenz, Sabine; Kortendiek, Beate; Kriszio, Marianne (Hrsg.): Gender Equality Programmes in Higher Education: International Perspectives. Berlin: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

    Lind, Inken; Banavas, Tanja (2008): Balancierung von Hochschulkarriere und Elternschaft - Ein Überblick. In: e.V., Deutscher Hochschullehrerinnenbund (Hrsg.): Tagungsband, Berlin 2008

    Lind, Inken (2007): Ursachen der Unterrepräsentanz von Wissenschaftlerinnen - Individuelle Entscheidungen oder Strukturelle Barrieren? S. 59 - 86. In: Wissenschaftsrat (Hrsg.): Exzellenz in Wissenschaft und Forschung. Neue Wege in der Gleichstellungspolitik. Dokumentation der Tagung am 28./29. November 2006 in Köln. Köln Wissenschaftsrat.

    Lind, Inken (2006): Kurzexpertise zum Themenfeld Frauen in Wissenschaft und Forschung. Bonn: Robert Bosch Stiftung; CEWS, Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung. 51 S. URL: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Publikation.pdf

    Lind, Inken (2004): Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft im Spiegel der Forschung. In: Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst: Frauen und Geschlechterforschung 2009, Nr. 2, S. 23-37

    Lind, Inken (2004): Aufstieg oder Ausstieg? Karrierewege von Wissenschaftlerinnen. Ein Forschungsüberblick. Bielefeld: Kleine. (cews.Beiträge Frauen in Wissenschaft und Forschung; No. 2)

    http://www.bawie.de/



        

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