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Ars legendi-Fakultätenpreis für Informatik-Professorin Dr. Katharina Anna Zweig

| Kategorien: Wissenschaftspolitik, Karriereentwicklung, MINT, Wissenschaft Aktuell

Professorin Dr. Katharina Anna Zweig von der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern erhält den Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten.

Der Preis wird seit 2011 alle drei Jahre verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Er soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des Ingenieur- und Informatiknachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als zentrales Gütekriterium für Spitzenhochschulen und strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen stärker verankert werden.

atharina Anna Zweig ist Professorin am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Kaiserslautern. "Mit ihr zeichnen wir eine noch junge und äußerst engagierte Hochschullehrerin aus, die sich mit Enthusiasmus erfolgreich für die Verbesserung der Qualität der Lehre einsetzt. Dies zeigt sich ganz besonders an dem von ihr eingerichteten und bundesweit ersten Studiengang 'Sozioinformatik', in welchem sie in außergewöhnlicher Form die Einheit von Lehre, Forschung und gesellschaftlichem Engagement lebt", sagte der 4ING-Vorsitzende Hans-Joachim Bargstädt, der die Jury geleitet hatte.

Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, ergänzte: "Die Preisträgerin kombiniert ganz unterschiedliche Stärken zu einem überzeugenden Gesamtpaket. Dazu gehören innovative Lehrmethoden ebenso wie nachgewiesene Forschungsleistungen und ein bemerkenswert erfolgreiches interdisziplinäres Engagement für die Stärkung der Lehre. Besonders hervorzuheben ist, dass Katharina Zweig aktuell in zwei Projekten mit einem Kollegen aus der Physik Lehr- und Lernforschung betreibt, für die sie Mittel eingeworben hat. Auch hierin hat sie eine Vorreiterinnenrolle, da dieser wichtige Forschungsbereich in Deutschland noch selten direkt innerhalb einer Fachdisziplin anzutreffen ist."

Der vom Dachverein der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten e.V. (4ING) und vom Stifterverband ausgeschriebene Preis richtet sich ausschließlich an herausragende und innovative Lehrende der Ingenieurwissenschaften und Informatik an Universitäten. Er ergänzt den Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre, den der Stifterverband auf Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz jährlich für eine spezifische Lehrsituation verleiht.

Aus der Begründung der Jury: "Katharina Zweig hat ein Jahr nach ihrer Berufung an die TU Kaiserslautern einen inhaltlich völlig neuen Studiengang geschaffen. Die Entwicklung des interdisziplinären Studiengangs 'Sozioinformatik' war bundesweit einzigartig, da das Thema 'Technikfolgenabschätzung' bisher kaum von den Ingenieurwissenschaften und der Informatik in der Lehre behandelt worden ist. Zum ersten Mal werden im Rahmen eines Studiengangs sowohl die Anbindung an die Gesellschaft als auch die Öffnung zu anderen Fächern gesucht."

Katharina Zweig begeistert ihre Studierenden durch das Vorleben von Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement. Die Lernprozessunterstützung in der Sozioinformatik erfolgt in vielen aufeinander aufbauenden Schritten bis hin zur Berufstätigkeit. Für diesen neuen Studiengang hat sie neben den studentischen Evaluationsbögen ein neuartiges Feedbacksystem eingerichtet, angefangen von der Funktion einer Studiengangskoordinatorin, die sie selbst als Person ausübt, über die Jahrgangssprecher der Studierenden bis hin zu jährlichen Treffen aller an dem Studiengang Involvierten. In diesem neuen Studiengang setzt sie auf den Mix von innovativen Elementen wie Blogs und klassischen Elementen wie die sozio-informatorische Hausarbeit und ein Programmierpraktikum bei Partnerunternehmen aus der Region. Durch den wissenschaftlichen Blog in Dreier-Gruppen aktiviert sie nicht nur die Studierenden besser, sondern unterstützt damit die Vermittlung unterschiedlicher Schlüsselkompetenzen wie zum Beispiel den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Ihre Herangehensweise findet nicht nur in ihrem Fachbereich etliche Anhänger und Nachahmer.

Die Preisträgerin ist eine ausgewiesene Wissenschaftlerin, die sich bereits als Promovendin hochschuldidaktisch weitergebildet und schon früher Lehrpreise erhalten hat. Sie wurde 2014 als einer von 39 digitalen Köpfen Deutschlands ausgezeichnet. 2013 wurde sie von der Gesellschaft für Informatik als Junior-Fellow geehrt.

Quellen und weitere Informationen:

https://www.stifterverband.org/ars-legendi-ingenieurwissenschaften

http://www.uni-kl.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Kategorien: Wissenschaftspolitik, Karriereentwicklung, MINT, Wissenschaft Aktuell