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Europäischer Forschungsrat feiert 10-jaehriges Bestehen - Wissenschaftlerin für 1000. ERC-Projekt geehrt

| Kategorien: Wissenschaftspolitik, Fördermaßnahmen, Europa und Internationales, Netzwerke und Organisationen, Wissenschaft Aktuell

2017 feiert der Europäische Forschungsrat (ERC - "European Research Council") sein 10-jähriges Bestehen. Der ERC fördert auf europäischer Ebene die Grundlagenforschung. Er wurde 2007 unter deutscher Ratspräsidentschaft eingerichtet und ist mit 13 Milliarden Euro Budget der größte Einzelbereich von Horizont 2020, dem EU-Programm für Forschung und Innovation - das sind 17 Prozent des Gesamtbudgets.

Auf ERC-geförderte Projekte geht beispielsweise die Erforschung von Graphane zurück, einer der Zukunftswerkstoffe des Jahrtausends; die Entdeckung von erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems oder die Entwicklung eines Nano-Impfstoffs gegen Krebs.

"Mit dem Europäischen Forschungsrat sollte eine "Champions League" der europäischen Forschung etabliert werden. Dies ist gelungen - zahlreiche Nobelpreisträgerinnen und -preisträger, Auszeichnungen und bahnbrechende Erfindungen sind aus dieser Förderung hervorgegangen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Der ERC ist ein gesamteuropäisches Vorzeigeprojekt, das seine Strahlkraft über Europa hinaus entfaltet."

Die Projektfördermittel werden als Stipendium (ERC-Grant) im europaweiten Wettbewerb an einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die ihr Projekt in den EU-Mitgliedstaaten oder Assoziierten Staaten durchführen. Seit 2007 wurden von über 6000 ERC-Grants mehr als 1000 Stipendien an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Deutschland vergeben; damit flossen gut 1,8 Milliarden Euro an deutsche Einrichtungen. Die Beteiligung deutscher Einrichtungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und geht einher mit einer erhöhten Attraktivität des Wissenschaftsstandorts für exzellente Forschende aus der ganzen Welt.

Auf der großen Festveranstaltung am 21. Juni in Berlin wurde Dr. Annika Jahnke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ) für das 1000. ERC-Projekt in Deutschland geehrt. Sie erhält einen ERC-Starting Grant, der sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler richtet, um zwei bis sieben Jahre nach der Promotion eine eigenständige Wissenschaftskarriere aufzubauen. Annika Jahnke erforscht chemische Aktivitäten in der Umwelt, indem sie ein leichtflüchtiges Silikon (Polydimethylsiloxan) als "Chemometer" einsetzt, um anhand dessen z.B. die Schadstoffbelastung in verschiedenen Biosystemen bestimmen zu können.

Die ERC-Starting Grants richten sich an exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, deren Promotion zwei bis sieben Jahre zurückliegt, und die eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen möchten. Die maximale Fördersumme durch den Europäischen Forschungsrat (European Research Council) beträgt 1,5 Mio. Euro über maximal fünf Jahre. In der 9. Ausschreibungsrunde wurden aus 2.935 eingereichten Anträgen 325 Projekte zur Förderung vorgeschlagen (11 Prozent). Der Anteil geförderter Wissenschaftlerinnen daran betrug 30 Prozent. 61 Starting-Grants gingen an deutsche Einrichtungen.

Weitere Förderlinien des ERC sind der Consolidator Grant für Nachwuchswissenschaftler/innen in der Phase der Konsolidierung eines eigenen Forschungsteams bis 12 Jahre nach Promotion sowie der Advanced Grant für bereits etablierte Spitzenforschende.

Präsident des ERC ist Prof. Jean-Pierre Bourguignon, ehemaliger Direktor des Instituts des Hautes Études Scientifiques in Frankreich. Der ERC wird von einem unabhängigen Wissenschaftlichen Rat aus 22 hochrangigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geleitet, die allein dem Prinzip der Exzellenz verpflichtet sind. Mitglieder aus Deutschland sind Prof. Michael Kramer, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn sowie Prof. Kurt Mehlhorn, Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken.

Mehr Informationen zum ERC:

https://www.bmbf.de/de/pionierforschung-in-europa-der-europaeische-forschungsrat-282.html

www.eubuero.de/erc.htm

Quellen: BMBF-Pressemitteilung Nr. 066/2017, 21.06.2017; PM - UFZ, 21.06.2017

Kategorien: Wissenschaftspolitik, Fördermaßnahmen, Europa und Internationales, Netzwerke und Organisationen, Wissenschaft Aktuell