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Internationaler Preis für Thisbe K. Lindhorst

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Zur Feier des Internationalen Frauentags am 8. März 2017 gab die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) die Preisträgerinnen des IUPAC 2017 Distinguished Women in Chemistry or Chemical Engineering Awards bekannt. Thisbe K. Lindhorst, Professorin für Organische und Biologische Chemie am Otto Diels-Institut für Organische Chemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), ist eine von zwölf Frauen, die geehrt wurden.

„Ich freue mich sehr über diesen Preis“, sagte Lindhorst. „In der Chemie tätige Frauen und Männer müssen Verantwortung für eine bessere Zukunft übernehmen und der IUPAC-Preis zeigt, dass unser Engagement gewürdigt wird!“ Als Thisbe Lindhorst im Jahr 2000 auf eine Professur an der Uni Kiel berufen wurde, war sie die erste ordentliche Professorin für Organische Chemie nach dem Zweiten Weltkrieg. Lindhorst war seither stets ein Vorbild. Sie ermutigte junge Frauen dazu, eine Laufbahn in der Wissenschaft zu verfolgen und Spitzenleistungen in der Chemie auch mit einem Familienleben zu verbinden.

Im Jahr 2016 wurde Lindhorst zur Präsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gewählt. Sie ist erst die zweite Frau in dieser Position in der 150-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Ihr Leben als Wissenschaftlerin stellt Lindhorst unter das Motto „Wertedenken“, das hervorhebt, dass das Bewusstsein für eine ethische Wertebasis mit dem Fachwissen Hand in Hand gehen muss. Ihre Forschung widmet sich den Glycowissenschaften, ein Gebiet der Chemie, das die biologischen Funktionen von Kohlenhydraten bei der Zell-Zell-Kommunikation und Zellerkennung untersucht. Sie hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Multivalenz in der Zuckererkennung geleistet. Erst vor Kurzem zeigte ihre Forschungsgruppe zum ersten Mal die Bedeutung der Orientierung von Zuckern auf Zelloberflächen im Zusammenhang mit Zelladhäsion auf. Diese Erkenntnisse bieten Potenzial für die Entwicklung antimikrobieller Arzneimittel und eine spezielle Antiadhäsionstherapie bei mikrobiellen Infektionen. „Die Glycobiologie zu verstehen, stellt eine große Herausforderung dar und ist ungemein wichtig. Nachdem wir die Bedeutung der Gene und Proteine erkannt haben, müssen wir heute verstehen, was das Glykom für einen einzelnen Organismus bedeutet, um unser Leben zu verbessern“, erklärte Thisbe Lindhorst.

Das Auszeichnungsprogramm, das 2011 im Rahmen der Feier des Internationalen Jahres der Chemie ins Leben gerufen wurde, wurde geschaffen, um die Arbeit von Chemikerinnen und Chemie-Ingenieurinnen weltweit zu würdigen und zu fördern. Die Preisverleihung wird während des IUPAC World Chemistry Congress am 7. bis 13. Juli 2017 in São Paulo, Brasilien, stattfinden. Professorin Vanderlan da S. Bolzani, Mitvorsitzende des außerordentlichen Symposiums, erklärte: „Wir sind hocherfreut über die diesjährigen Preisträgerinnen. Seit 2011 hat der Preis jedes Jahr mehr Aufmerksamkeit in der Gemeinschaft erlangt. Beim diesjährigen Kongress und mit der Unterstützung der IUPAC-Leitung planen wir, diese Entwicklung fortzusetzen. Ich habe die Hoffnung, dass jeder Tag zum Internationalen Frauentag wird!“

Die ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen sind:

Prof. Misako Aida, Hiroshima University, Japan
Prof. Lifeng Chi, Soochow University, Suzhou, China
Prof. M. Concepción Gimeno, Institute of Chemical Synthesis and Homogeneous Catalysis (ISQCH), CSIC-University of Zaragoza, Spain
Dr Jaqueline Kiplinger, Los Alamos National Laboratory, Los Alamos, NM, United States
Prof. Zafra Lerman, Malta Conferences Foundation, Evanston, IL, United States
Prof. Thisbe K. Lindhorst, Universität Kiel, Germany
Prof. Ekaterina Lokteva, M.V. Lomonosov Moscow State University, Moscow, Russia
Prof. Yvonne Mascarenhas, University OF Sap Paulo, Sao Carlos, Brazil
Dr Veronika Ruth Meyer, Empa St. Gallen (retired), Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology, Switzerland
Prof. Ingrid Montes-González, University of Puerto Rico, San Juan, Puerto Rico
Prof. Frances Separovic, University of Melbourne, Australia
Prof. Jihong Yu, Jilin University, China

Informationen zum Auszeichnungsprogramm: https://iupac.org/iupac-2017-distinguished-women/

Kongress: http://www.iupac2017.org/

Quelle und weitere Informationen:  PM-Universität Kiel, 14.03.2017

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