Berkeley war am 24. und 25. August das Zentrum der Datenzitation
Am 24. und 25. August 2011 fand zum zweiten Mal das Annual DataCite Summer Meeting statt. Gemeinsam mit der Digital Library California (CDL) lud DataCite zu der internationalen Tagung nach Berkeley ins historische Shattuck Hotel ein. Unter dem Motto „Data and the Scholarly Record: The Changing Landscape” diskutierten zahlreiche (vorrangig amerikanische) Experten aus Datenzentren, Bibliotheken, akademischen Instituten und Forschungszentren sowie Vertreter von Forschungsförderern und Verlagen topaktuelle Fragen zu Datenpublikationen, Datenzitation und zur Verbindung von Daten- und Literaturveröffentlichungen.
Die sehr beeindruckende Keynote von John Wilbanks (Creative Commons) brachte zum Ausdruck, dass wir vor der Herausforderung stehen, eine Methodologie der Datenzitation zu entwickeln. Diese sollte nach seiner Auffassung folgenden vier Anforderungen genügen: „simple, weak, scalable and open“ (zur Präsentation).
In den sich anschließenden sieben Sessions wurde über praktische Implikationen dieser Forderung diskutiert: So sprach z.B. Heather Piwowar (DataOne) über die spezifischen Herausforderungen der Datenzitation in Bezug auf die bisherige Zitationspraxis: „As more datasets become citable, fewer papers will be cited as proxy which is the current practice“ (zur Präsentation). Jason Priem von der UNC-Chapel Hill School of Information and Library Science (UNC) fokussierte auf den Zusammenhang von Datenzitation und Altmetrics und sah dabei einen wesentlichen Schlüssel zur Einführung einer „funktionalen Zitation“. Zu erwähnen sind auch das Projekt vom Inter-University consortium for political and social research (ICPSR) und Thomson Reuters zur Verlinkung von sozialwissenschaftlichen Daten und Publikationen (vorgestellt von Mary Vardigan) sowie die Beiträge von MacKenzie Smith (MIT Libraries) zu ORCID und Micah Altman (Harvard University) zu den Prinzipien der Datenzitation.
Im Rahmen von „lightening talks“ präsentierten die anwesenden DataCite-Mitglieder einige Spotlights aus der DOI-Datenregistrierung. Brigitte Hausstein von GESIS berichtete über erste Erfolge der gemeinsam mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) betriebenen Datenregistrierungsagentur für Sozial- und Wirtschaftsdaten (da|ra). Gegenwärtig unterstützt da|ra fünf sozialwissenschaftliche Forschungsdatenzentren in Deutschland, hat bisher ca. 5000 DOI-Namen über DataCite registriert und bietet einen umfangreichen Metadatenkatalog an. Ergänzende Informationen zur Arbeit von DataCite erhielten die Teilnehmer im Rahmen einer Postersession. Nicole Quitzsch und Dimitar Dimitrov (beide GESIS) präsentierten das da|ra Poster. Dabei konnten sie u.a. auch Kontakte zu S&T Journals, Elsevier und Thomson Reuters knüpfen.
Es folgen einige Statements, die während der Präsentationen und in den Pausen über den datacite twitter „gezwitschert“ wurden:
# We have to move from our current practice of “data sighting” to “data citing”.
# But even the ability to cite data might not be enough incentive for the scientists to publish their data.
(“Waiving the carrot only makes sense to those who like carrots”)
# The web once was invented for scholars, now it has changed everything except scholarly publication. It is time to
end this.
# Data is the real outcome of science; the article is only the summary or even mere metadata to the data.
# Concerning the information overflow: We do not have to turn off the tabs, we have to build boats.
# The difference between CrossRef and DataCite is the difference between communities. Those communities
cooperate, so do DataCite and CrossRef.
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Weitere Informationen zum Summer Meeting und zu DataCite finden Sie unter http://www.datacite.org und http://datacite.wordpress.com/

