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ALLBUS 1998 (ZA-Nr. 3000, deutsche Version; ZA-Nr. 3755, englische
Version)
Erhebungszeitraum:
Wissenschaftlicher Beirat:
- Klaus Allerbeck, Universität Frankfurt;
- Jutta Allmendinger, Universität München;
- Wilhelm Bürklin, Universität Potsdam;
- Marie Luise Kiefer, Universität Wien;
- Walter Müller, Universität Mannheim;
- Karl Dieter Opp, Universität Leipzig;
- Erwin K. Scheuch, Universität Köln
Datenerhebung:
- GFM-GETAS (IPSOS), Hamburg
Inhalt:
Trenderhebung zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung von Einstellungen,
Verhalten und sozialem Wandel in Deutschland. Die Schwerpunkte dieser
Untersuchung sind für 1998:
- Wirtschaftslagen und berufliche
Risikoeinschätzungen
- Wichtigkeit von Lebensbereichen
- Freizeitaktivitäten, persönlicher Geschmack und
Lebensstil
- Mediennutzung und Medienbewertung
- Politische Partizipation
- Einstellungen zu Politik und sozialer Ungleichheit
- Einstellungen zur deutschen Vereinigung
- ALLBUS-Demographie
- Daten zum Interview
- Abgeleitete Indizes
Themen:
-
Wirtschaftslagen und
berufliche Risikoeinschätzungen: Beurteilung der
derzeitigen und zukünftigen Wirtschaftslage in Deutschland; Beurteilung
der eigenen derzeitigen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation; Furcht
vor Verlust des Arbeitsplatzes bzw. der betrieblichen Existenz.
-
Wichtigkeit von
Lebensbereichen: Familie und Kinder, Beruf und Arbeit,
Freizeit und Erholung, Freunde und Bekannte, Verwandtschaft, Religion und
Kirche, Politik und öffentliches Leben, Nachbarschaft.
-
Freizeitaktivitäten,
persönlicher Geschmack und Lebensstil: Bücher lesen;
Zeitschriften lesen; Schallplatten, CDs, Kassetten hören; Videos
anschauen; Computer nutzen; im Internet surfen; private Weiterbildung;
nichts tun, faulenzen; spazierengehen, wandern; Yoga, Meditation;
Restaurants; Besuche im Freundeskreis; Besuche im Verwandtenkreis;
Gesellschaftsspiele; kurze Reisen; politische Beteiligung; ehrenamtliche
Tätigkeiten; religiöse Veranstaltungen; Kunst und musische Betätigung; do
it yourself; aktiver Sport; Film-, Sport-, Pop-, Jazz-,
Tanzveranstaltungen besuchen; klassische Kultur (Oper, Konzerte, Theater,
Ausstellungen); Präferenzen für Volksmusik, deutsche Schlagermusik, Pop-
und Rockmusik, klassische Musik oder Jazz.
-
Mediennutzung und
Medienbewertung:
- Art des Fernsehempfangs (Empfangsschüssel für Satellitenprogramme,
Kabelanschluß, konventionelle Fernsehantenne, ausziehbare Antenne,
Zimmerantenne); zeitlicher Umfang der Mediennutzung (Häufigkeit von
Fernsehen und Radiohören pro Woche, Dauer von Fernsehen und Radiohören
pro Tag in Minuten).
- Interesse an Fernsehsendungen: Shows und Quizsendungen,
Sportsendungen, Spielfilme, Nachrichten, politische Magazine, Kunst und
Kultur, Heimatfilme, Kriminalfilme, Actionfilme, Unterhaltungsserien;
- Häufigkeit der Lektüre von Tageszeitungen pro Woche; Interesse an
Inhalten der Tageszeitung (Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Lokales,
Aus aller Welt, Werbung und Kleinanzeigen);
- Anzahl regelmäßig gelesener Zeitschriften und Wochenzeitungen; Titel
regelmäßig gelesener Zeitschriften und Wochenzeitungen;
- Bewertung der Glaubwürdigkeit einzelner Medien; bevorzugte
Informationsquellen über das politische Geschehen (Zeitungen, Fernsehen,
Gespräche).
-
Politische Partizipation:
Meinungsäußerung, Wahlbeteiligung, öffentliche Diskussionen,
Bürgerinitiative, Parteiarbeit, Kandidaten unterstützen, Demonstration,
Hausbesetzung, Anwendung von Gewalt, Gegner einschüchtern, Nichtwählen,
andere Partei wählen, Unterschriftensammlung, Verkehrsblockade (jede
dieser Aktivitäten wurde mehrfach erhoben unter den Gesichtspunkten: (1)
ob sie bei einer wichtigen Angelegenheit als Aktivität persönlich in Frage
kommt, (2) ob bei früherem Anlaß die Aktivität bereits persönlich ausgeübt
wurde, (3) ob sie jüngst (seit Anfang 1996) persönlich ausgeübt wurde, (4)
ob sie möglicherweise für politisch effizient gehalten wird (leicht
gekürzte Liste)).
Fragen zu früheren Wahlen: Wahlberechtigung bei Landtagswahl,
Wahlbeteiligung bei Landtagswahl, Wahlberechtigung bei Europawahl,
Wahlbeteiligung bei Europawahl, Wahlberechtigung bei letzter
Bundestagswahl, Wahlbeteiligung bei Bundestagswahl, Rückerinnerungsfrage
zur Bundestagswahl. Wahrnehmung von Einflußmöglichkeiten auf die Politik (political
efficacy, political alienation): bürgerferne Politiker; Selbstvertrauen in
bezug auf politische Gruppenarbeit; perzipierter Einfluß auf
Regierungspolitik; zu viel Komplexität in der Politik; Bürgerorientierung
der Politiker.
Normen für politische Partizipation: Bei Unzufriedenheit aktiv werden;
Engagement bei Glauben an Wirksamkeit; Politik den Gewählten überlassen;
Wahlbeteiligung verpflichtend; Gewalt kann moralisch tragbar sein;
Volksabstimmung gehört zur Demokratie; Demokratie in allen sozialen
Bereichen realisieren.
Politische Partizipation im Freundeskreis (peer group): Kritik an
politischer Lage; politische Aktivität.
-
Einstellungen zu Politik und
sozialer Ungleichheit: Politische Unterstützung
(Demokratiezufriedenheit in Deutschland); Zufriedenheit mit Leistungen der
Bundesregierung; Nationalstolz; Zufriedenheit mit dem Leben in der BRD.
Aussagen zur Legitimität von sozialer Ungleichheit: Einkommensunterschiede
als Leistungsanreiz; Rangunterschiede sind akzeptabel; soziale
Unterschiede sind gerecht.
Politisches Interesse; Selbsteinstufung auf einem Links-Rechts-Kontinuum;
Selbsteinschätzung der sozialen Schichtzugehörigkeit; Postmaterialismus
(Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, Wichtigkeit von Bürgereinfluß,
Wichtigkeit von Inflationsbekämpfung, Wichtigkeit von freier
Meinungsäußerung); Sorgen um soziale Probleme (issues) in Deutschland
(Umweltschutz, Zahl der Zuwanderer, Kosten der deutschen Einheit,
Kriminalitätsentwicklung, Arbeitslosigkeit); subjektiv wahrgenommene
Vertretung eigener Interessen durch Organisationen: Gewerkschaften,
Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Umweltorganisation, CDU, CSU,
SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Republikaner, PDS.
-
Einstellungen zur deutschen
Vereinigung: Einstellung zur Forderung nach mehr
Opferbereitschaft im Westen und mehr Geduld im Osten; Wiedervereinigung
ist vorteilhaft für Westen bzw. Osten;
Abhängigkeit der Zukunft im Osten von der Leistungsbereitschaft seiner
Bürger; Fremdheit der Bürger im anderen Teil Deutschlands; Leistungsdruck
in den neuen Bundesländern; Einstellung zum Umgang mit individueller
Stasi- Vergangenheit; Einschätzung des Sozialismus als Idee.
-
ALLBUS-Demographie:
- Angaben zur befragten Person: Geschlecht, Geburtsmonat, Geburtsjahr,
Alter, Geburtsland, seit wann in Deutschland, Staatsbürgerschaft
(Nationalität), Wohnort (Bundesland, politische Gemeindegröße,
BIK-Stadtregion), Konfession, Kirchgangshäufigkeit, Wahlabsicht
(Sonntagsfrage), allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung,
Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum
öffentlichen Dienst, berufliche Aufsichtsfunktion, wöchentliche
Arbeitsdauer, Dauer von Arbeitslosigkeit, Angaben zum ehemaligen Beruf;
Zeitpunkt der Beendigung hauptberuflicher Erwerbstätigkeit,
Befragteneinkommen, Familienstand.
- Angaben zum gegenwärtigen Ehepartner: Allgemeiner Schulabschluß,
berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf.
- Angaben zum nichtehelichen Lebenspartner: Gemeinsamer Haushalt mit
Lebenspartner, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter des Partners,
allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben
zum gegenwärtigen Beruf.
- Angaben zu den Eltern des Befragten: Allgemeiner Schulabschluß von
Mutter und Vater, Angaben zum Beruf des Vaters.
- Haushaltsbeschreibung: Haushaltsgröße, Anzahl von über 17-jährigen
Haushaltspersonen (reduzierte Haushaltsgröße), Haushaltseinkommen;
Wohnungstyp; Telephonanschluß, Eintrag im Telefonbuch.
- Angaben zu den einzelnen Haushaltspersonen (Haushaltsliste):
Verwandtschaft der Haushaltspersonen zum Befragten, Geschlecht der
Personen, ihr Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, Familienstand.
- Gegenwärtige Mitgliedschaften des Befragten (Deutscher
Gewerkschaftsbund (DGB), Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG),
Christlicher Gewerkschaftsbund (CGB), Union Leitender Angestellter (ULA),
Deutscher Beamtenbund (DBB), Bauernverband, Gewerbeverband,
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Berufsverband der freien
Berufe, sonstiger Berufsverband); gegenwärtige und frühere
Mitgliedschaft (Gesangverein, Sportverein, Hobby-Vereinigung, Heimat-
oder Bürgerverein, sonstige gesellige Vereinigung, Vertriebenen- oder
Flüchtlingsverband, Wohlfahrtsverband, Kriegsopferverband, kirchlicher
oder religiöser Verein, Jugend- oder Studentenorganisation, politische
Partei, Bürgerinitiative, Gruppe für Umweltschutz oder alternative
Politik, andere Vereine oder Verbände).
-
Daten zum Interview:
Interviewbeginn, Interviewende, Interviewdatum, Interviewdauer,
Anwesenheit Dritter beim Interview (Anwesenheit von Ehegatte, Partner,
Kindern, Familienangehörigen, sonstigen Personen), Eingriff Dritter in das
Interview, Kooperationsbereitschaft der befragten Person; Zuverlässigkeit
der Angaben der befragten Person.
Laufende Nummer des Stichprobennetzes, des Sample-Point und im
Sample-Point, wievieltes Interview des Interviewers, wievieltes Interview
auf Sample-Point; Erreichbarkeit der Befragungsperson,
Teilnahmebereitschaft der Befragungsperson.
Angaben zum Interviewer: Geschlecht, Alter, Schulabschluß,
Identifikationsnummer.
-
Abgeleitete Indizes:
Postmaterialismus-Index (nach Inglehart); Familientypologie,
Haushaltsklassifikationen (nach Porst und Funk); Berufsvercodung gemäß
ISCO (International Standard Classification of Occupations) 1968 und 1988;
Berufsprestige (nach Treiman); Magnitudeprestige (nach Wegener);
Einordnungsberufe (nach Terwey); Klassenlagen (nach Goldthorpe),
Transformationsgewicht, Ost-West-Gewicht für gesamtdeutsche Auswertungen.
Grundgesamtheit und Auswahl:
- Untersuchungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland
- Haushaltsstichprobe: Mehrstufig geschichtete Zufallsauswahl aus
Privathaushalten in den alten und neuen Bundesländern.
- Befragt wurden deutschsprachige Personen, die bis zum Befragungstag
das 18. Lebensjahr vollendet hatten.
- Grundlage für die Auswahl war das ADM-Master-Design mit anschließendem
Random-Route. Der disproportionale Stichprobenansatz wurde so projektiert,
daß in Ostdeutschland mehr Personen befragt wurden, als es ihrem realen
Bevölkerungsanteil entspräche (oversample).
Erhebungsverfahren:
- Mündliche Befragung mit standardisiertem Fragebogen (PAPI - Paper and Pencil Interviewing)
Primary Sampling Units / Sample-Points:
| West: |
420 |
Stimmbezirke (2 Netze mit je 210
Stimmbezirken aus der ADM-Hauptstichprobe) |
| Ost: |
192 |
Stimmbezirke (2 Netze mit je 2x48
Stimmbezirken aus der ADM-Hauptstichprobe) |
Ausschöpfungsquote:
Datensatz:
| Anzahl der Befragten: |
3234 |
| Anzahl der Variablen: |
474 |
Weitere Hinweise:
- Befragte aus dem Bereich der neuen Bundesländer sind in den Daten
überrepräsentiert (oversample).
- Die deutsche ISSP-Erhebung 1998 ist im Unterschied zur Verfahrensweise
in den ISSP-Jahrgängen 1986, 1988, 1990, 1991, 1992, 1994 und 1996 im Feld
nicht mit dem ALLBUS kombiniert worden. Der deutsche ISSP-Datensatz 1998 (ZA-Nr.
3080) hat deshalb andere Befragte als der ALLBUS 1998. Er kann als
gesonderte Studie vom GESIS-ZA bezogen werden.
- Der ALLBUS 1998 steht auch in einer englischen Übersetzung zur Verfügung (ALLBUS/GGSS 1998,
ZA-Nr. 3753).
- Eine in der Demographie vereinfachte Version des Datensatzes (226
Variablen) ist als
ALLBUScompact 1998 (ZA-Nr. 3719) und in englischer Sprache als
ALLBUS/GGSScompact (ZA-Nr. 3756) zusätzlich vorhanden.
English site
© GESIS Michael Terwey
01.07.2008
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