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ALLBUS 1998 (ZA-Nr. 3000, deutsche Version; ZA-Nr. 3755, englische Version)

Erhebungszeitraum:

  • März 1998 bis Juli 1998

Wissenschaftlicher Beirat:

  • Klaus Allerbeck, Universität Frankfurt;
  • Jutta Allmendinger, Universität München;
  • Wilhelm Bürklin, Universität Potsdam;
  • Marie Luise Kiefer, Universität Wien;
  • Walter Müller, Universität Mannheim;
  • Karl Dieter Opp, Universität Leipzig;
  • Erwin K. Scheuch, Universität Köln

Datenerhebung:

  • GFM-GETAS (IPSOS), Hamburg

Inhalt:

Trenderhebung zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung von Einstellungen, Verhalten und sozialem Wandel in Deutschland. Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sind für 1998:

  1. Wirtschaftslagen und berufliche Risikoeinschätzungen
  2. Wichtigkeit von Lebensbereichen
  3. Freizeitaktivitäten, persönlicher Geschmack und Lebensstil
  4. Mediennutzung und Medienbewertung
  5. Politische Partizipation
  6. Einstellungen zu Politik und sozialer Ungleichheit
  7. Einstellungen zur deutschen Vereinigung
  8. ALLBUS-Demographie
  9. Daten zum Interview
  10. Abgeleitete Indizes

Themen:

  1. Wirtschaftslagen und berufliche Risikoeinschätzungen: Beurteilung der derzeitigen und zukünftigen Wirtschaftslage in Deutschland; Beurteilung der eigenen derzeitigen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation; Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes bzw. der betrieblichen Existenz.
  2. Wichtigkeit von Lebensbereichen: Familie und Kinder, Beruf und Arbeit, Freizeit und Erholung, Freunde und Bekannte, Verwandtschaft, Religion und Kirche, Politik und öffentliches Leben, Nachbarschaft.
  3. Freizeitaktivitäten, persönlicher Geschmack und Lebensstil: Bücher lesen; Zeitschriften lesen; Schallplatten, CDs, Kassetten hören; Videos anschauen; Computer nutzen; im Internet surfen; private Weiterbildung; nichts tun, faulenzen; spazierengehen, wandern; Yoga, Meditation; Restaurants; Besuche im Freundeskreis; Besuche im Verwandtenkreis; Gesellschaftsspiele; kurze Reisen; politische Beteiligung; ehrenamtliche Tätigkeiten; religiöse Veranstaltungen; Kunst und musische Betätigung; do it yourself; aktiver Sport; Film-, Sport-, Pop-, Jazz-, Tanzveranstaltungen besuchen; klassische Kultur (Oper, Konzerte, Theater, Ausstellungen); Präferenzen für Volksmusik, deutsche Schlagermusik, Pop- und Rockmusik, klassische Musik oder Jazz.
  4. Mediennutzung und Medienbewertung:
    • Art des Fernsehempfangs (Empfangsschüssel für Satellitenprogramme, Kabelanschluß, konventionelle Fernsehantenne, ausziehbare Antenne, Zimmerantenne); zeitlicher Umfang der Mediennutzung (Häufigkeit von Fernsehen und Radiohören pro Woche, Dauer von Fernsehen und Radiohören pro Tag in Minuten).
    • Interesse an Fernsehsendungen: Shows und Quizsendungen, Sportsendungen, Spielfilme, Nachrichten, politische Magazine, Kunst und Kultur, Heimatfilme, Kriminalfilme, Actionfilme, Unterhaltungsserien;
    • Häufigkeit der Lektüre von Tageszeitungen pro Woche; Interesse an Inhalten der Tageszeitung (Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Lokales, Aus aller Welt, Werbung und Kleinanzeigen);
    • Anzahl regelmäßig gelesener Zeitschriften und Wochenzeitungen; Titel regelmäßig gelesener Zeitschriften und Wochenzeitungen;
    • Bewertung der Glaubwürdigkeit einzelner Medien; bevorzugte Informationsquellen über das politische Geschehen (Zeitungen, Fernsehen, Gespräche).
  5. Politische Partizipation: Meinungsäußerung, Wahlbeteiligung, öffentliche Diskussionen, Bürgerinitiative, Parteiarbeit, Kandidaten unterstützen, Demonstration, Hausbesetzung, Anwendung von Gewalt, Gegner einschüchtern, Nichtwählen, andere Partei wählen, Unterschriftensammlung, Verkehrsblockade (jede dieser Aktivitäten wurde mehrfach erhoben unter den Gesichtspunkten: (1) ob sie bei einer wichtigen Angelegenheit als Aktivität persönlich in Frage kommt, (2) ob bei früherem Anlaß die Aktivität bereits persönlich ausgeübt wurde, (3) ob sie jüngst (seit Anfang 1996) persönlich ausgeübt wurde, (4) ob sie möglicherweise für politisch effizient gehalten wird (leicht gekürzte Liste)).
    Fragen zu früheren Wahlen: Wahlberechtigung bei Landtagswahl, Wahlbeteiligung bei Landtagswahl, Wahlberechtigung bei Europawahl, Wahlbeteiligung bei Europawahl, Wahlberechtigung bei letzter Bundestagswahl, Wahlbeteiligung bei Bundestagswahl, Rückerinnerungsfrage zur Bundestagswahl. Wahrnehmung von Einflußmöglichkeiten auf die Politik (political efficacy, political alienation): bürgerferne Politiker; Selbstvertrauen in bezug auf politische Gruppenarbeit; perzipierter Einfluß auf Regierungspolitik; zu viel Komplexität in der Politik; Bürgerorientierung der Politiker.
    Normen für politische Partizipation: Bei Unzufriedenheit aktiv werden; Engagement bei Glauben an Wirksamkeit; Politik den Gewählten überlassen; Wahlbeteiligung verpflichtend; Gewalt kann moralisch tragbar sein; Volksabstimmung gehört zur Demokratie; Demokratie in allen sozialen Bereichen realisieren.
    Politische Partizipation im Freundeskreis (peer group): Kritik an politischer Lage; politische Aktivität.
  6. Einstellungen zu Politik und sozialer Ungleichheit: Politische Unterstützung (Demokratiezufriedenheit in Deutschland); Zufriedenheit mit Leistungen der Bundesregierung; Nationalstolz; Zufriedenheit mit dem Leben in der BRD.
    Aussagen zur Legitimität von sozialer Ungleichheit: Einkommensunterschiede als Leistungsanreiz; Rangunterschiede sind akzeptabel; soziale Unterschiede sind gerecht.
    Politisches Interesse; Selbsteinstufung auf einem Links-Rechts-Kontinuum; Selbsteinschätzung der sozialen Schichtzugehörigkeit; Postmaterialismus (Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, Wichtigkeit von Bürgereinfluß, Wichtigkeit von Inflationsbekämpfung, Wichtigkeit von freier Meinungsäußerung); Sorgen um soziale Probleme (issues) in Deutschland (Umweltschutz, Zahl der Zuwanderer, Kosten der deutschen Einheit, Kriminalitätsentwicklung, Arbeitslosigkeit); subjektiv wahrgenommene Vertretung eigener Interessen durch Organisationen: Gewerkschaften, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Umweltorganisation, CDU, CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Republikaner, PDS.
  7. Einstellungen zur deutschen Vereinigung: Einstellung zur Forderung nach mehr Opferbereitschaft im Westen und mehr Geduld im Osten; Wiedervereinigung ist vorteilhaft für Westen bzw. Osten; Abhängigkeit der Zukunft im Osten von der Leistungsbereitschaft seiner Bürger; Fremdheit der Bürger im anderen Teil Deutschlands; Leistungsdruck in den neuen Bundesländern; Einstellung zum Umgang mit individueller Stasi- Vergangenheit; Einschätzung des Sozialismus als Idee.
  8. ALLBUS-Demographie:
    • Angaben zur befragten Person: Geschlecht, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, Geburtsland, seit wann in Deutschland, Staatsbürgerschaft (Nationalität), Wohnort (Bundesland, politische Gemeindegröße, BIK-Stadtregion), Konfession, Kirchgangshäufigkeit, Wahlabsicht (Sonntagsfrage), allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, berufliche Aufsichtsfunktion, wöchentliche Arbeitsdauer, Dauer von Arbeitslosigkeit, Angaben zum ehemaligen Beruf; Zeitpunkt der Beendigung hauptberuflicher Erwerbstätigkeit, Befragteneinkommen, Familienstand.
    • Angaben zum gegenwärtigen Ehepartner: Allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf.
    • Angaben zum nichtehelichen Lebenspartner: Gemeinsamer Haushalt mit Lebenspartner, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter des Partners, allgemeiner Schulabschluß, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf.
    • Angaben zu den Eltern des Befragten: Allgemeiner Schulabschluß von Mutter und Vater, Angaben zum Beruf des Vaters.
    • Haushaltsbeschreibung: Haushaltsgröße, Anzahl von über 17-jährigen Haushaltspersonen (reduzierte Haushaltsgröße), Haushaltseinkommen; Wohnungstyp; Telephonanschluß, Eintrag im Telefonbuch.
    • Angaben zu den einzelnen Haushaltspersonen (Haushaltsliste): Verwandtschaft der Haushaltspersonen zum Befragten, Geschlecht der Personen, ihr Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, Familienstand.
    • Gegenwärtige Mitgliedschaften des Befragten (Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG), Christlicher Gewerkschaftsbund (CGB), Union Leitender Angestellter (ULA), Deutscher Beamtenbund (DBB), Bauernverband, Gewerbeverband, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Berufsverband der freien Berufe, sonstiger Berufsverband); gegenwärtige und frühere Mitgliedschaft (Gesangverein, Sportverein, Hobby-Vereinigung, Heimat- oder Bürgerverein, sonstige gesellige Vereinigung, Vertriebenen- oder Flüchtlingsverband, Wohlfahrtsverband, Kriegsopferverband, kirchlicher oder religiöser Verein, Jugend- oder Studentenorganisation, politische Partei, Bürgerinitiative, Gruppe für Umweltschutz oder alternative Politik, andere Vereine oder Verbände).
  9. Daten zum Interview: Interviewbeginn, Interviewende, Interviewdatum, Interviewdauer, Anwesenheit Dritter beim Interview (Anwesenheit von Ehegatte, Partner, Kindern, Familienangehörigen, sonstigen Personen), Eingriff Dritter in das Interview, Kooperationsbereitschaft der befragten Person; Zuverlässigkeit der Angaben der befragten Person.
    Laufende Nummer des Stichprobennetzes, des Sample-Point und im Sample-Point, wievieltes Interview des Interviewers, wievieltes Interview auf Sample-Point; Erreichbarkeit der Befragungsperson, Teilnahmebereitschaft der Befragungsperson.
    Angaben zum Interviewer: Geschlecht, Alter, Schulabschluß, Identifikationsnummer.
  10. Abgeleitete Indizes: Postmaterialismus-Index (nach Inglehart); Familientypologie, Haushaltsklassifikationen (nach Porst und Funk); Berufsvercodung gemäß ISCO (International Standard Classification of Occupations) 1968 und 1988; Berufsprestige (nach Treiman); Magnitudeprestige (nach Wegener); Einordnungsberufe (nach Terwey); Klassenlagen (nach Goldthorpe), Transformationsgewicht, Ost-West-Gewicht für gesamtdeutsche Auswertungen.

Grundgesamtheit und Auswahl:

  • Untersuchungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland
  • Haushaltsstichprobe: Mehrstufig geschichtete Zufallsauswahl aus Privathaushalten in den alten und neuen Bundesländern.
  • Befragt wurden deutschsprachige Personen, die bis zum Befragungstag das 18. Lebensjahr vollendet hatten.
  • Grundlage für die Auswahl war das ADM-Master-Design mit anschließendem Random-Route. Der disproportionale Stichprobenansatz wurde so projektiert, daß in Ostdeutschland mehr Personen befragt wurden, als es ihrem realen Bevölkerungsanteil entspräche (oversample).

Erhebungsverfahren:

  • Mündliche Befragung mit standardisiertem Fragebogen (PAPI - Paper and Pencil Interviewing)

Primary Sampling Units / Sample-Points:

West:  420 Stimmbezirke (2 Netze mit je 210 Stimmbezirken aus der ADM-Hauptstichprobe)
Ost:  192 Stimmbezirke (2 Netze mit je 2x48 Stimmbezirken aus der ADM-Hauptstichprobe)

Ausschöpfungsquote:

West:  55,4 %
Ost:  62,0 %

Datensatz:

Anzahl der Befragten:  3234
Anzahl der Variablen:  474

Weitere Hinweise:

  • Befragte aus dem Bereich der neuen Bundesländer sind in den Daten überrepräsentiert (oversample).
  • Die deutsche ISSP-Erhebung 1998 ist im Unterschied zur Verfahrensweise in den ISSP-Jahrgängen 1986, 1988, 1990, 1991, 1992, 1994 und 1996 im Feld nicht mit dem ALLBUS kombiniert worden. Der deutsche ISSP-Datensatz 1998 (ZA-Nr. 3080) hat deshalb andere Befragte als der ALLBUS 1998. Er kann als gesonderte Studie vom GESIS-ZA  bezogen werden.
  • Der ALLBUS 1998 steht auch in einer englischen Übersetzung zur Verfügung (ALLBUS/GGSS 1998, ZA-Nr. 3753).
  • Eine in der Demographie vereinfachte Version des Datensatzes (226 Variablen) ist als ALLBUScompact 1998 (ZA-Nr. 3719) und in englischer Sprache als ALLBUS/GGSScompact (ZA-Nr. 3756) zusätzlich vorhanden.

 

 

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© GESIS Michael Terwey 01.07.2008