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Bild Buch Sozialberichterstattung  

 

Sozialberichterstattung und Sozialstaatsbeobachtung:

Individuelle Wohlfahrt und wohlfahrtsstaatliche Institutionen im Spiegel empirischer Analysen.

Vorwort

Der vorliegende Band XX der Reihe Soziale Indikatoren ist das Ergebnis einer Tagung, die die Sektion Sozialindikatoren in der deutschen Gesellschaft für Soziologie in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung veranstaltet hat. Das Thema der Tagung hieß "Institutionen und individuelle Wohlfahrt: Perspektiven der Sozialberichterstattung und Sozialstaatsbeobachtung".

Der Tagung und dem vorliegenden Band lag die Idee zugrunde, die vor allem auf die Messung und das "monitoring" der individuellen Wohlfahrt und Lebensqualität gerichteten Perspektive der Sozialberichterstattung stärker mit der auf institutionelle Kontexte gerichteten Perspektive einer Sozialstaatsbeobachtung in Verbindung zu bringen. Während die Sozialberichterstattung ihren Focus primär auf die "outcomes" gesellschaftlicher Prozesse in Form von Wohlfahrtserträgen richtet, konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Sozialstaatsbeobachtung in erster Linie auf die institutionellen "inputs". Eine Kombination und Verknüpfung dieser beiden Betrachtungsweisen scheint uns Vorteile und Fortschritte sowohl im Hinblick auf die Erklärung unterschiedlicher Wohlfahrtsniveaus und -verteilungen als auch für die Beurteilung der Effektivität differentieller wohlfahrtsstaatlicher Institutionen zu versprechen.

Die insgesamt 12 Beiträge des vorliegenden Bandes gliedern sich in drei Teile. In einem ersten Teil stellen Heinz-Herbert Noll und Peter Flora jeweils die Ansätze der Sozialberichterstattung und Sozialstaatsbeobachtung in ihren Grundzügen vor und skizzieren deren unterschiedliche Perspektiven. Der zweite Teil "Wohlfahrtsstaatliche Institutionen und individuelle Wohlfahrt im Vergleich" umfaßt sechs Beiträge, die aus unterschiedlichen Sichtweisen und mit unterschiedlicher thematischer Schwerpunktsetzung Wohlfahrtsoutputs mit institutionellen wohlfahrtsstaatlichen Arrangements - überwiegend auch international vergleichend – in Verbindung bringen. Jens Alber unterzieht den deutschen Sozialstaat einem internationalen Vergleich und untersucht dessen Kosten, Großzügigkeit, Wachstum und Problemlösungsdefizite jeweils im Vergleich mit anderen europäischen Ländern. Joachim Vogel analysiert die Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen institutionellen Konfigurationen und der Verteilung von Wohlfahrtserträgen am Beispiel von Schweden im Vergleich mit den anderen Ländern der europäischen Union. Jürgen Kohl untersucht ebenfalls in international vergleichender Perspektive im Sinne einer "Makroevaluation" die Auswirkungen unterschiedlicher "wohlfahrtsstaatlicher Regimetypen" auf Wirtschaft und Gesellschaft. Der Beitrag von Richard Hauser stellt verschiedene Typen von Mindestregelungen in den Alterssicherungssystemen vergleichend vor und untersucht deren unterschiedliche Wirkung auf die Verhinderung von Armut im Alter. Mit dem Problem der Altersarmut befaßt sich aus einer anderen Perspektive auch der Beitrag von Georg Müller. Hier wird versucht, Frühindikatoren zu entwickeln, die es erlauben, zukünftigen sozialpolitischen Handlungsbedarf besser vorauszuschätzen. Anknüpfend an Esping-Andersens Konzept der "wohlfahrtsstaatlichen Regimetypen" entwickelt Andrea Becker auf der Basis eines deutsch-französischen Vergleichs Elemente eines geschlechtersensiblen Sozialstaatsvergleichs.

Der dritte Teil umfaßt vier Beiträge zu Themen der "Familienpolitik und Lebenslagen". Laszlo A. Vaskovics diskutiert die Möglichkeiten einer Dauerbeobachtung der Familienpolitik und diskutiert die Zielsetzungen und Zwischenergebnisse eines diesbezüglichen Pilotprojekts. Thomas Bahle und Mathias Maucher stellen Konzept und Aufbau einer am MZES entwickelten komparativen Datenbank über die Familienpolitik in Europa als ein Instrument der Sozialstaatsbeobachtung vor. Stefan Weick präsentiert die Ergebnisse einer Studie über die relative Einkommensarmut und soziale Lage von Kindern und stellt dabei den Vergleich der alten und neuen Bundesländer in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Schließlich stellt Otto G. Schwenk das "Konzept sozialer Lagen" vor und diskutiert dessen Eignung als möglicher konzeptueller Bezugsrahmen für die Sozialberichterstattung.

Die Herausgeber sind nicht nur den Autoren der einzelnen Beiträge zu Dank verpflichtet, die sich der Mühe unterzogen haben, ihre Vorträge schriftlich zu dokumentieren und für die vorliegende Buchveröffentlichung teilweise erheblich zu überarbeiten, sondern darüber hinaus auch verschiedenen Mitarbeitern des Zentrums für Sozialindikatorenforschung von GESIS-ZUMA und des MZES, die sie bei den redaktionellen und technischen Arbeiten tatkräftig unterstützt haben. Unser Dank gilt insbesondere Sonja Heß und Ursula Rossi sowie Oliver Greschke für die aufwendigen und mit großer Sorgfalt durchgeführten Arbeiten im Zusammenhang mit der Erstellung und Gestaltung des Typoskripts.

 

Mannheim im August 1998

Heinz-Herbert Noll und Peter Flora


Sozialberichterstattung und Sozialstaatsbeobachtung:

Individuelle Wohlfahrt und wohlfahrtsstaatliche Institutionen im Spiegel empirischer Analysen. (Soziale Indikatoren, Bd.20).
Hrsg. v. Peter Flora u. Heinz-Herbert Noll. 1998. 300 S. 21 cm. Kartoniert. 408gr.
ISBN: 3-593-36120-5
CAMPUS-Verlag
Preis: 68.00 DM - 496.00 öS - 64.00 sfr

 


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