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Soziale Exklusion und Inklusion: Indikatoren und Berichtssysteme für Wissenschaft und Politik

Gemeinsame Arbeitstagung der Sektion Soziale Indikatoren und des DIW

Am 22. und 23. November letzten Jahres fand am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine gemeinsame Arbeitstagung der Sektion Soziale Indikatoren der DGS und des DIW zum Thema 'Soziale Exklusion und Inklusion: Indikatoren und Berichtssysteme für Wissenschaft und Politik' statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden theoretische Ansätze der Exklusionsforschung ebenso diskutiert wie entwickelte Berichtssysteme und die Erwartungen staatlicher wie nichtstaatlicher Policymaker an die Sozialberichterstattung. Am Anfang der Veranstaltung berichteten Walter Wolf (EU-Kommission, Brüssel) und Peter Semrau (BMA, Berlin) über aktuelle Forschungsaktivitäten und -ergebnisse auf nationaler und europäischer Ebene. Im Anschluss daran stellte Heinz-Herbert Noll (Mannheim) mit dem Europäischen System Sozialer Indikatoren einen eher quantitativ orientierten Ansatz der Sozialberichterstattung vor, während Peter Bartelheimer (Göttingen) Möglichkeiten der Indikatorkonstruktion auf Basis qualitativer Interviews erläuterte. Am folgenden Tag wurden zunächst konzeptionelle Ansätze besprochen. In diesem Zusammenhang diskutierte Wolfgang Strengmann-Kuhn (Hohenheim) theoretische Aspekte der Armutsmessung, während Petra Böhnke (Berlin) in ihrem Vortrag die Unterschiede zwischen einem Armuts- und einem Ausgrenzungskonzept herausarbeitete. Anschließend stellte Klaus Kortmann (München) erste Ergebnisse des Niedrigeinkommenspanels der Bundesregierung vor und Ralf Himmelreicher (Bremen) diskutierte Probleme der Altersvorsorge. Die letzten beiden Sitzungen beschäftigten sich explizit mit politischen Themen. Bei der Bewertung politischer Maßnahmen aus sozialwissenschaftlicher Sicht setzte sich Rolf Becker (Dresden) mit dem Thema der Armutsvererbung auseinander. Danach folgte eine Vorstellung des voraussichtlich im Januar 2002 erscheinenden Atkinsonreports und eine Diskussion seiner Relevanz für Sozialpolitik wie Sozialberichterstattung in der EU durch Peter Krause (Berlin). Im Anschluss gaben Rudolf Martens (Paritätischer Wohlfahrtsverband, Frankfurt a.M.) und Saskia Richter (Diakonisches Werk, Stuttgart) eine Stellungnahme zur Berichterstattung zu sozialer Exklusion aus Sichtweise der Nicht-Regierungsorganisationen ab. Zuletzt stellte Dietrich Engels (Köln) Konzepte für nicht-monetäre Exklusionsindikatoren vor. Zum Ende der Veranstaltung erschien auch Gert Wagner (Berlin) und leitete die Abschlussdiskussion der Tagung. In diesem Rahmen gab er einige grundlegende kritische Impulse für die Weiterentwicklung der im Laufe der vorangegangenen zwei Tage gehaltenen Vorträge. Insgesamt zeigte sich am regen Besuch der Veranstaltung das große Interesse, das der Sozialindikatorenforschung nicht nur aus der Wissenschaft entgegengebracht wird. Die Qualität der gehaltenen Vorträge sowie die angenehme Atmosphäre in den neuen Tagungsräumen des DIW taten ein übriges, um die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

Bernhard Christoph
(Veröffentlicht in ISI Nr. 27, 2002: S. 14-15)
 


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© GESIS Bernhard Christoph 22.01.2002