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"Patient" deutsche Gesellschaft?
- Diagnosen und Befunde der empirischen Sozialforschung -

Jahrestagung der Sektion Soziale Indikatoren in der DGS
 in Zusammenarbeit mit dem WZB

11. - 12. Dezember 2003

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Programm 
Bericht

 

Kritische und beunruhigende Thesen, Analysen und Diagnosen zum Zustand der deutschen Gesellschaft häufen sich: Vom Schlusslicht in Europa, von der blockierten Gesellschaft, vom sich Einrichten in sozialstaatlicher Bequemlichkeit und von den mutlosen Bürgern ist die Rede; Freizeitorientierung und der Rückzug ins Private erodiere die Zivilgesellschaft, Zukunftspessimismus breite sich aus und Fremden- und Menschenfeindlichkeit sei an der Tagesordnung. Solche und ähnliche Beobachtungen, Behauptungen und (Vor-)Urteile, finden sich aber nicht nur in der Berichterstattung der Medien und Feuilletons, sondern auch in sozialwissenschaftlichen Zeitdiagnosen. Wie ist der Wahrheitsgehalt dieser und anderer Einschätzungen zur aktuellen Lage der deutschen Gesellschaft zu beurteilen? Inwieweit hat sich Deutschland vom Zustand einer modernen, fortschrittlichen und dynamischen - insofern ‚gesunden‘ - Gesellschaft entfernt und inwiefern ist es berechtigt von einem ‚Patienten’ Deutschland zu sprechen, wie es gelegentlich geschieht?

Auf der Jahrestagung der Sektion Soziale Indikatoren, die in Kooperation mit der Abteilung Ungleichheit und soziale Integration des WZB organisiert wird, sollen Thesen und Diagnosen zum aktuellen Zustand des angeblichen „Patienten“ deutsche Gesellschaft präsentiert, mit den Befunden systematischer Gesellschaftsbeobachtungen und empirischer Erhebungen und Analysen der Sozialforschung konfrontiert und im Hinblick auf ihren Realitätsgehalt diskutiert werden.

Weitere Informationen:

Dr. Heinz-Herbert Noll, GESIS-ZUMA (heinz-herbert.noll[at]gesis.org; Tel.: 0621-1246-241) oder 
Dr. Roland Habich, WZB (rhabich[at]wz-berlin.de; Tel.: 030-25491-300)

 

Vorläufiges Programm:

Donnerstag, 11. Dezember

14.00 - 14.15 Roland Habich (WZB) und Heinz-Herbert Noll (ZUMA) Begrüßung und Einführung in das Thema der Tagung
14.15 - 15.00 Ronald Schettkat (Universität Ultrecht und Russell Sage Foundation) Institutionen und beschäftigungsloses Wirtschaftswachstum - der deutsche Arbeitsmarkt in internationaler Perspektive
15.00 - 15.45 Wilhelm Heitmeyer (Universität Bielefeld) Desintegration. Ein theoretisch und empirisch relevantes Thema sozialwissenschaftlicher Gegenwartsdiagnose
15.45 - 16.15   Kaffeepause
16.15 - 17.00 Hagen Kühn (WZB) Ist die gesetzliche Krankenversicherung künftig nicht mehr finanzierbar? - Ein Blick auf die Daten
17.00 - 17.45 Ralf Himmelreicher (VDR) Vorsorgelücke oder Erfolgsrezept? - Sozial- und verteilungspolitische Aspekte der 'Riester-Rente'
18.00   Wine & Cheese
 

Freitag, 12. Dezember

09.15 - 10.00 Roland Habich (WZB) Eine lebenswerte Gesellschaft? Das Leben in Deutschland im Spiegel des Wohlfahrtssurveys
10.00 - 10.45 Thomas Gensicke (Infratest Sozialforschung) Der „Patient“ Deutschland und seine Institutionen. Wie sich die Bewertung öffentlicher Institutionen auf die Bewertung der Lebensqualität auswirkt
10.45 - 11.15   Kaffeepause
11.15 - 12.00 Regina Berger-Schmitt (ZUMA) Wie gut oder schlecht lebt man in Deutschland? Lebensqualität im europäischen Vergleich
12.00 - 12.45 Petra Böhnke (WZB) Der eingebildete Kranke? Integrationsdefizite und die Wahrnehmung sozialer Ausgrenzung in Deutschland aus europäisch-vergleichender Perspektive
12.45 - 14.00   Mittagspause
14.00 - 14.45 Kai Maaz, Olaf Köller, Rainer Watermann und Ulrich Trautwein (MPI für Bildungsforschung) Soziale Disparitäten im deutschen Bildungssystem: Die Öffnung von Bildungswegen als Lösungsweg?
14.45 - 15.30 Thomas Elkeles und Gabriele Claßen (FH Neubrandenburg) Ist oder wird Deutschland eine kinderfeindliche Gesellschaft? Sozioökonomische und soziokulturelle Einflussfaktoren auf die Fertilität
15.30 - 16.15 Annette Spellerberg (Universität Kaiserslautern) Schrumpfende Regionen in Westdeutschland: Abschied vom Leitbild gleichwertiger Lebensbedingungen?
16.15 - 16.30   Abschließende Diskussion
16.30   Ende der Tagung
16.30 - 17.00   Mitgliederversammlung der Sektion Soziale Indikatoren

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