Forschen mit amtlichen Mikrodaten: Das Forschungsprogramm des GML
Kompetente wissenschaftliche Dienstleistungen und Angebote der Wissensvermittlung für die Forschung setzen eigene Forschung voraus. Daher hat sozialwissenschaftliche Forschung auf der Basis amtlicher Mikrodaten eine lange Tradition in der GESIS. Sie begann im Jahr 1987, als auf Empfehlung des Wissenschaftsrates am Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen der GESIS ein Zentrum für amtliche Mikrodaten eingerichtet wurde.
Die Forschungsgegenstände lassen sich grob in die Bearbeitung inhaltlicher und methodischer Fragen gliedern. Arbeiten zu den methodischen Aspekten amtlicher Daten umfassen beispielsweise Beiträge zum Stichprobenfehler im Mikrozensus oder zur Harmonisierung der verfügbaren Scientific Use Files (SUFs) des Mikrozensus. Einen weiteren Schwerpunkt der methodischen Forschung bildete in den vergangenen Jahren die Überprüfung der Stichprobenselektivität des Mikrozensus-Panels, die am Beispiel bildungsstatistischer Fragestellungen untersucht wurde.
Die Schwerpunkte der inhaltlichen Forschung sind die Sozialstrukturanalyse sowie Analysen zum Wandel von Haushalten und Familien. Angaben zu den entsprechenden Projekten finden Sie auf den nachfolgenden Seiten:
Strategisch ist diese Forschung wichtig, um einen adäquaten Service zu die Mikrodaten der amtlichen Statistik aufbauen und unterhalten zu können. Darüber hinaus dient diese Forschung dem Ziel der Nachwuchsförderung. Aktuell arbeiten drei Mitarbeiterinnen an ihrer Promotion.
Neben inhaltlich und methodisch orientierter Forschung übernimmt das GML übergreifende Funktionen in Bezug auf amtliche Mikrodaten und deren Erschließung für die Sozial- und Wirtschaftsforschung. Eine Zusammenstellung von Beiträgen hierzu finden Sie auf der folgenden Seite:
Abgeschlossene Promotionen
- Lengerer, Andrea, 2010: Muster und sozialstrukturelle Bedingungen des Wandels partnerschaftlicher Lebensformen.
- Schimpl-Neimanns, Bernhard, 2007: Bildungsverläufe und Stichprobenselektivität. Analysen zur Stichprobenselektivität des Mikrozensuspanels 1996-1999 am Beispiel bildungsstatistischer Fragestellungen.
- Granato, Nadia, 2004: Ethnische Ungleichheit auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Schriftenreihe des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Band 33, Verlag Leske + Budrich, Opladen.
- Wirth, Heike, 2000: Bildung, Klassenlage und Partnerwahl. Eine empirische Analyse zum Wandel der bildungs- und klassenspezifischen Heiratsbeziehungen. Verlag Leske + Budrich, Opladen.
Auszeichnungen
- 2004: Gerhard-Fürst Preis des Statistischen Bundesamtes an Julia Schroedter für ihre Diplomarbeit "Binationale Ehen in Deutschland - Der Einfluss der strukturellen auf die soziale Integration".
- 2000: Preis der Fritz-Thyssen-Stiftung an Bernhard Schimpl-Neimanns für seinen in der Kölner-Zeitschrift für Soziologie und Sozilaplschologie erschienen Artikel "Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung. Empirische Analysen zur herkunftsspezifischen Bildungsungleichheit zwischen 1950 und 1989".
- 1999: Gerhard-Fürst Preis des Statistischen Bundeamtes an Heike Wirth für ihre Dissertation zum Thema "Bildungs, Klassenlage und Partnerwahl. Eine empirische Analyse zum Wandel der Bildungs- und klassenspezifischen Heiratsbeziehungen".
© GESIS Christof Wolf 01.09.2008

