Computational Social Science

Claudia Wagner

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Claudia Wagner

Markus Strohmaier

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Computational Social Science stellt einen neuen Bereich der Wissenschaft dar, um soziale Phänomene durch das Medium Computer und die damit eng verbundenen neuen Technologien der Informationsverarbeitung zu untersuchen (CSSA). Die Formierung der neuen GESIS-Abteilung CSS kann als Reaktion auf den technischen Fortschritt gesehen werden, bei dem sich die Verzahnung von Interaktionen in der digitalen Welt mit den sozialen Strukturen in der realen Welt deutlich verstärkt. Diese neuartige Interdependenz ermöglicht zugleich Sozialforschung mit völlig neuartigen Daten. Die zunehmende Integration des World Wide Webs in unser tägliches Leben erzeugt bereits enorme Mengen von Sozialdaten, wie beispielsweise Daten über menschliches Alltagsverhalten und soziale Interaktionen in der realen Welt.

Solche Sozialdaten eröffnen ungeahnte Möglichkeiten, bringen aber auch Herausforderungen für Informatiker und Sozialwissenschaftler mit sich, durch enge Zusammenarbeit ein tieferes quantitatives Verständnis komplexer rechenbasierter sozialer Systeme zu erlangen. Gleichzeitig hat die zunehmende Verfügbarkeit solcher sozialen Daten zu neuartigen Forschungstypen und -richtungen geführt.

Auf der einen Seite konzentriert sich Computational Social Science (CSS) auf die Entwicklung von Mitteln und Instrumenten für die Verarbeitung und Analyse großer Mengen von Sozialdaten. Dazu gehören Algorithmen und neuartige, hintergründige Methoden für die Sozialwissenschaften, die auf auf aktuellen Ansätzen aus den Bereichen maschinelles Lernen, Data Mining und Netzwerkanalyse.

Auf der anderen Seite nutzt CSS Hypothesen und Theorien aus den Sozialwissenschaften, um aussagekräftige, empirisch-gekoppelte Modelle des sozialen Verhaltens zu erhalten, welche auf großen Datenmengen, beispielsweise aus den sozialen Medien, angewendet und getestet werden können. Hier wären beispielsweise die quantitative Analyse politischer Wahlprozesse und deren Dynamik basierend auf Social-Media-Daten, die quantitative Analyse anderer sozialer Prozesse in den sozialen Medien oder Log-Daten zu nennen.

Der Zusammenschluss von Sozialwissenschaften und Informatik scheint naheliegend, denn es werden jeweils die Kenntnisse der anderen Seite benötigt: Die Informatik muss große Mengen von Sozialdaten erklären können und die Sozialwissenschaft benötigt neue, skalierbare Tools, die über ihre traditionellen Wege zum Sammeln, Strukturieren und Evaluieren von Sozialdaten hinausgehen.