Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft

Andrea Löther

Dauerbeobachtung der Gesellschaft

Center of Excellence Women and Science
Stellvertretende Teamleiterin

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Andrea Löther

Trotz positiver Entwicklungen bezüglich der Situation von Frauen in Führungspositionen deutscher Hochschulen und Forschungseinrichtungen besteht weiterhin keine Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern, Deutschland bildet nach wie vor ein Schlusslicht im europäischen Vergleich. Nicht belegte Annahmen zu den Ursachen der geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Karriereverläufe sowie Rezeptionssperren bezüglich bestehender Erkenntnisse bei den Entscheidungstragenden stehen der Realisierung der Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft entgegen. Dieser Beharrungskraft der Geschlechterasymmetrie wird auf Seiten der Politik mit intensiven hochschulpolitischen Bemühungen und auf der Ebene der Forschung durch ein stetig anwachsendes Interesse an den entsprechenden Forschungsfragen begegnet. Die Forschung von GESIS in diesem Forschungsgebiet konzentriert sich derzeit auf die folgenden Schwerpunkte, die sowohl mit quantitativen als auch qualitativen Methoden untersucht werden:

Gleichstellungsmaßnahmen im Wissenschaftsbereich

Sowohl aus der wissenschaftlichen Diskussion als auch aus aktuellen wissenschaftspolitischen Entwicklungen (Professorinnen-Programm des Bundes und der Länder, Forschungsbasierte Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG) ergibt sich der Bedarf der Frage nach den Wirkungen von Gleichstellungsmaßnahmen nachzugehen. GESIS trägt dazu insbesondere durch Monitoring und Evaluationsstudien bei.

Wissenschaftsstrukturen und Wissenschaftskarrieren unter Genderaspekten

Vor dem Hintergrund erheblicher Erkenntnisfortschritte der letzten Jahre bestehen nach wie vor deutliche Erkenntnislücken zu Genderaspekten in der Wissenschaft. Insbesondere zu Wirkmechanismen von Wissenschaftsstrukturen und deren Interaktionen mit Geschlecht, Lebenssituation und Rollenorientierung muss ein unzureichender Wissensstand konstatiert werden. GESIS treibt mit eigenen Forschungsvorhaben die Weiterentwicklung dieses Forschungsfeldes voran.

Internationale Vergleiche von Gleichstellung in der Wissenschaft

Auf europäischer Ebene wird der Weg hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft durch Gleichstellungspläne (Gender Action Plan) für Institutionen als Ganzes gefördert. Wie die Implementierung dieser Gleichstellungspläne funktioniert, welche Erfahrungen und Fortschritte in verschiedenen Ländern dabei gemacht werden, das sind Forschungsfragen, die von GESIS mit international vergleichend angelegten Politikfeldanalysen sowie Evaluationsstudien untersucht werden.

Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie

Vereinbarkeit von Familienverantwortung und wissenschaftlicher Laufbahn sind vor dem Hintergrund der geringen Kinderzahl von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sowie angesichts der Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft ein virulentes, intensiv diskutiertes und politisch hoch relevantes Thema. Die Forschungen von GESIS liefern grundlegende Erkenntnisse auf der individuellen und strukturellen Ebene zu den Bedingungen sowie zu den Wirkungen von initiierten Maßnahmen und Instrumenten für gelingende Vereinbarkeit von Wissenschaftskarriere und Familie für beide Geschlechter.

Drittmittelprojekte