Historische Forschung

Ziel der bei GESIS betriebenen historischen Forschung ist die systematische Beschreibung und Analyse von Gesellschaften in der Vergangenheit unter Verwendung von Theorien, formalen Methoden und quantitativen Daten. Die Daten werden dabei i.d.R. nicht durch Umfragen gewonnen, sondern durch Erhebung und Aufbereitung historischer Quellen.

Probleme überregionaler und langfristiger Vergleichbarkeit historischer Statistiken

Gesellschaftliche Entwicklungsprozesse auch in historischer Perspektive zu erfassen bedeutet , dass bei der Akquirierung und Archivierung von Forschungsdaten auch quantitative Studien aus der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der historischen Demographie sowie Forschungsergebnisse zur historischen Statistik Deutschlands zu berücksichtigen sind, die historische Entwicklungen in Form von Zeitreihen abbilden. Angesichts der enormen Fülle der thematisch spezialisierten Einzelbeiträge ergeben sich eine Reihe methodischer Probleme bei überregionalen und langfristigen Vergleichen.

Statistische Analyse historischer Zeitreihen: Trends, Zyklen, Strukturbrüche, Ausreißer

Das Interesse der Zeitreihenanalyse richtet sich auf kurz- und langfristige Veränderungen im Niveau einer Reihe, auf Regelmäßigkeiten in der Schwankungsbreite, auf Strukturbrüche und historische Besonderheiten, auf das Gewicht spezifischer Einflussgrößen im dynamischen Zusammenhang zwischen Zeitreihen verschiedener Indikatoren sowie auf die Prognostizierbarkeit historischer Entwicklungen. Anhand langer historischer Zeitreihen werden verschiedene Verfahren der Zeitreihenanalyse im Hinblick auf diese Erkenntnisinteressen evaluiert. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Zeitreihenmodelle, Filterverfahren, ARIMA- und ARFIMA-Modelle sowie stochastische Regressionsmodelle.

Kriminalität, Strafverfolgung, Strafvollzug

Der Zusammenhang zwischen Kriminalität, Strafverfolgung und Strafvollzug steht seit langem im Mittelpunkt kriminologischer Forschung. In Kooperation mit der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ) in Wiesbaden werden für ausgewählte Bundesländer Entwicklungsmuster und Einflussfaktoren für Kriminalität, Strafverfolgung und Strafvollzug anhand langer historischer Zeitreihen (zurück bis 1970) analysiert, um daraus Prognosemodelle zu entwickeln.