Sozialstrukturanalyse

Christof Wolf

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Christof Wolf

Zu den zentralen Faktoren des sozialen Wandels moderner Gesellschaften zählen die Veränderungen partnerschaftlicher Lebensformen, die Bildungsexpansion und insbesondere die damit einher gehende Höherqualifikation von Frauen, die Globalisierung und Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt sowie Migrations- und Integrationsprozesse.

In der theoretischen Diskussion wird unter Bezug auf diese Entwicklungen sowie mit dem Hinweis auf die Zunahme von Handlungsoptionen und den Stichworten Individualierung und Pluralisierung oft angenommen, dass die Bedeutung klassischer Dimensionen sozialer Ungleichheiten (Bildung, Beruf und Einkommen) abgenommen hat. Empirische Belege liegen nur teilweise vor. Für die Beantwortung damit verbundener Fragen werden die umfangreichen Stichproben der amtlichen Statistik und die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) seit 1980 genutzt.

Familie und Haushalt

Vor dem Hintergrund zunehmender rückläufiger Heirats-, steigender Scheidungszahlen und der Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften wird über den Wandel partnerschaftlicher Lebensformen unter den Stichworten Individualisierung und Pluralisierung seit längerem intensiv diskutiert. Offen ist, ob sich diese Entwicklungen in Form einer Strukturverschiebung vom ehelichen hin zum nichtehelichen Zusammenleben ausgleichen, oder ob darüber hinaus die Partnerlosigkeit zunimmt. Gleichermaßen werden die letzten Dekaden oft als eine Phase der Auflösung traditioneller klassenspezifischer Strukturen und einer Zunahme individualisierter Lebensbeziehungen beschrieben. Die Untersuchung solcher Thesen verbindet die demographisch orientierte Haushalts- und Familienforschung mit der Beschreibung und Erklärung von Entwicklungen der sozialen Ungleichheit.

Soziale Ungleichheit

In diesem Forschungsschwerpunkt stehen Fragen zum Stand und zur Entwicklung der sozial ungleichen Bildungsbeteiligung im Zentrum. In der bildungspolitischen Diskussion wurde seit den 1960er Jahren - und erneut seit den Pisa-Studien – insbesondere die Selektionsfunktion des Bildungssystems problematisiert. Bisherige Forschungen zeigen, wie sich dieser Prozess bis Ende der 1980er Jahre vollzogen hat. Darauf aufbauend sollen diese Arbeiten mit neueren Daten aktualisiert und um Analysen zum Bildungserfolg von Kindern von verschiedenen Migrantengruppen ergänzt werden.

Migration und Integration

Als ab den 1960er Jahren in der Folge des „Wirtschaftswunders“ und des damit verbundenen Bedarfs an Arbeitskräften ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland kamen, wurde nicht mit einem langfristigen Aufenthalt dieser Arbeitsmigranten gerechnet. Mit der Herausbildung von zweiten und dritten Migrantengenerationen stellen sich jedoch vermehrt Fragen der Integration. In dieser Hinsicht ist einerseits die Situation auf dem Arbeitsmarkt ein wichtiger Teilaspekt. Andererseits und ergänzend bilden interethnische Ehen, als klassische Indikatoren der gesellschaftlichen Integration, interessante Forschungsfragen.

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