Werte- und Einstellungsforschung

Markus Quandt

Datenarchiv für Sozialwissenschaften

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Markus Quandt

Moderne Gesellschaften sind durch einen Prozess des Wertewandels gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang sind viele Fragen offen, die GESIS mit seinem Engagement bei Erhebung entsprechender Umfrageprogramme einer Antwort näherbringen möchte.

In welche Richtung findet dieser Wandel statt? Ist der Prozess unumkehrbar? Wer sind die Träger des Wertewandels? Von welchen Faktoren hängt die Geschwindigkeit des Wandels ab? Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, engagiert sich GESIS bei der Erhebung entsprechender Umfrageprogramme, insbesondere bei der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS), dem International Social Survey Programme (ISSP) und der European Values Study (EVS). Die beiden zuletzt genannten Umfrageprogramme sind in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse, weil sie die Analyse des Wertewandels im internationalen Vergleich ermöglichen. 

Religiosität und Säkularisierung

Theorien religiöser Säkularisierung gehen davon aus, dass die gesellschaftliche Modernisierung durch verschiedene Prozesse z.B. funktionale Differenzierung, Rationalisierung, zunehmender Wohlstand und soziale Sicherung einen Bedeutungsverlust der Religion verursacht. Offen ist dabei, ob sich Menschen im Zuge der Säkularisierung vollständig von der Religion abwenden oder sich alternativen religiös-spirituellen Angeboten zuwenden. Ökonomische Theorien der Religion gehen davon aus, dass „deregulierte religiöse Märkte“, wie sie für moderne Staaten typisch sind, ein steigendes religiöses Angebot und eine entsprechend größere Nachfrage zur Folge haben sollten.

Glück und Lebenszufriedenheit

Die Frage nach den Ursachen menschlichen Wohlbefindens ist Bestandteil zahlreicher wissenschaftlicher Disziplinen. Dabei liegen den Forschungsrichtungen und Theorien sehr unterschiedliche Konzepte zugrunde, wie allgemeine Lebenszufriedenheit, Glück, Lebensqualität oder Wohlbefinden. Diese Begriffe werden teilweise synonym benutzt, um den Bedingungen guten Lebens auf den Grund zu gehen. Sie dienen aber auch oftmals ausschließlich der Bezeichnung einzelner Komponenten des Glücks. Ökonomischer Wohlstand, Bildung, Arbeit, Freizeit, soziale Beziehungen, Gesundheit, Religion und Persönlichkeit tragen alle ihren Teil zum Glück bei, jedoch geht es in der Glücksforschung nicht nur um die Untersuchung des Beitrags und Stärke internaler und externaler Faktoren, sondern auch wie Glück und Zufriedenheit menschliches Handeln beeinflusst oder in welchem Zusammenhang Bereichszufriedenheiten, wie Arbeits-, Freizeit- oder Partnerschaftszufriedenheit, und allgemeine Zufriedenheit stehen.

Dieses Thema ist auch für den Forschungsschwerpunkt Sozialindikatorenforschung von Bedeutung.