Stichproben und Korrekturverfahren bei Nonresponse

Daten über eine Population werden in der Regel durch Stichproben gewonnen. Um von den Elementen in der Stichprobe auf die gesamte Population statistisch schließen zu können, müssen die Stichprobenelemente mit bekannten positiven Wahrscheinlichkeiten gezogen werden. Gute Schätzungen basieren auf den zugrunde liegenden Auswahlverfahren.

Stichproben und Schätzer stellen das vorrangige Forschungsthema der Statistiker bei GESIS dar. So stellt GESIS seit Jahren eine einzigartige Expertise zur Verfügung, die sich besonders in der Entwicklung und Bereitstellung von Telefonstichproben aus dem Festnetz und Mobilfunk zeigt. Das Gabler-Häder-Verfahren ist inzwischen Standard bei Festnetzstichproben geworden. Die Kombination von Festnetz- und Mobilfunkstichproben ist eine Notwendigkeit und Herausforderung für Telefonumfragen, um die Gesamtbevölkerung möglichst gut abzudecken. Ziel der gegenwärtigen Forschung ist die Entwicklung adäquater Auswahlrahmen und Gewichtungstechniken.

Für international vergleichende Studien ist die Planung und Entwicklung von Stichproben von zunehmender Praxisrelevanz, wobei GESIS langjährige Projekt- und Forschungserfahrung in Großprojekten wie ESS, SHARE und PIAAC vorweisen kann. Ziel der Forschung ist die Entwicklung von statistischen Vergleichskriterien für die Qualität solcher Umfragen etwa mittels des Designeffekts, wobei die Einbeziehung von Ausfallmodellen in die Schätzungen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.