Historical Social Research

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32.1 - Sports and Dictatorship

HSR Vol. 32 (2007) No. 1: Special Issue: Sports and Dictatorship

Jutta Braun & René Wiese (Hrsg.): Sports and Dictatorship: On the Political and Social Role of Sports in the German Dictatorships of the 20th Century

Spiel, Spaß und Lebensfreude sind spontane Assoziationen, die mit dem Gegenstand Sport verbunden werden. Dementsprechend wird der Erkenntnisgewinn, den der Gesellschaftsbereich Sport als Objekt geschichtswissenschaftlicher Analyse bietet, häufig unterschätzt. Dies gilt insbesondere für die Diktaturforschung, die den Sport zuweilen gänzlich aus ihren Darstellungen ausblendet. Hingegen spielte der Sport eine prominente Rolle sowohl im Selbstverständnis als auch in der Machttechnologie moderner Diktaturen. Der organisierte Sport verdrängt bis heute weitgehend, welche politische und soziale Funktion er in der Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie im Real­sozialismus der DDR einnahm. Dieser Sammelband bündelt deshalb verschiedene Forschungsergebnisse zur Verstrickung von Sport und diktatorischer Herrschaft und konturiert einige Schwerpunkte des wissenschaftlichen Ertrages.

Der vermeintlich harmlose Sport erleichterte auf verschiedenen Ebenen den beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert, ihr innen- wie außenpolitisches Machtstreben effektiv zu forcieren. Sport als Arena internationalen Wett­bewerbs bot Diktaturen nahezu kontinuierlich einen idealen Repräsentationsraum. Bemerkenswert ist, dass die Bun­desrepublik den Sport der DDR sowohl zur Zeit des Kalten Krieges als auch nach seinem Ende teilweise als Organisationsvorbild betrachtete. Somit stellt sich die Frage, ob der Sport ernsthaft eine kulturelle „Eigenwelt“, die sich indifferent zu den politischen Verhältnissen verhält, für sich in Anspruch nehmen kann.

Inhaltsverzeichnis & Volltexte (via SSOAR)

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