Historical Social Research

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32.2 - Family Limitation

HSR Vol. 32 (2007) No. 2: Special Issue: Family Limitation

Rolf Gehrmann (Hrsg.): Familiy Limitation in Historical Perspective

Fragen zur Geburtenbeschränkung standen schon im Zentrum der klassischen Debatten der Historischen Demographie. Die vorliegenden Beiträge werfen ein neues Licht auf diese Fragen, auf die man eigentlich keine Antworten mehr erwartete.

Geburtenbeschränkung konnte offensichtlich in Europa auf eine längere Tradition auch als innereheliche Geburtenbeschränkung zurückblicken. Das relativiert ihren revolutionären Charakter und macht zugleich den demographischen Übergang verständlicher. Der Streckung von Geburtenabständen („spacing“) kommt in diesem Zusammenhang eine neue Bedeutung zu. Hier zeigt sich die Notwendigkeit, über das Methodenarsenal der Princeton-Gruppe hinauszugehen. Auch erweist sich das mit der klassischen Transitionstheorie verbundene Schema angesichts der Fertilitätsschwankungen im „demographischen Ancien Régime“ und dem gerade vor dem „Fertility Decline“ zu beobachtenden Anstieg der Fruchtbarkeit („ski-jump“) zumindest als problematisch.

Im Übrigen erweisen sich bewährte Erklärungsansätze weiterhin als fruchtbar, wenn man sie auf überschaubare Populationen anwendet, für welche die verschiedenen Einflussfaktoren genauer bestimmt werden können: so für die wirtschaftliche Entwicklung, die soziale Lage und die kulturellen Faktoren, wobei hier insbesondere die Religionszugehörigkeit in den Vordergrund gerückt wird. Hinzu kommt eine Einbeziehung von demographischen Determinanten, die auf die Familien zurückwirken und, nicht zuletzt, die Erweiterung der Perspektive um den Gender-Aspekt.