Historical Social Research

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Wilhelm Heinz Schröder, Kollektivbiographie: Spurensuche, Gegenstand, Forschungsstrategie [Abstract]

„Kollektivbiographie“ kann vereinfacht bedeuten: 1) die Sammlung und Dokumentation von Biographien und 2) die Methode zur Auswertung dieser Biographien. Kollektivbiographie kann als Hauptmethode, aber auch nur als Teil- und Komplementärmethode in unterschiedlichen thematischen, methodischen und disziplinären Kontexten eingesetzt werden, entsprechend wird sie unterschiedlich definiert und firmiert teilweise unter anderem Namen (zum Beispiel unter „Pro­sopographie“). – Der erste Teil des Beitrages begibt sich auf Spurensuche nach Kollektivbiographie in Deutschland seit den 1980er Jahren und kann exemplarisch nachweisen, dass sie bis heute in vielfältiger Form diskutiert, verbreitet und eingesetzt wird. – Der zweite Teil stellt unter dem Begriff „Prosopographie“ die Anwendung der Kollektivbiographie in den (angelsächsischen) Geschichtswissenschaften vor. Dabei wird der Ansatz von Lawrence Stone, dem „Klassiker“ der modernen Prosopographie, beschrieben und der forschungspraktische Leitfaden des Oxforder „Prosopography Project“ erläutert. – Der dritte Teil präsentiert Kollektivbiographie als Forschungsmethode in der Historischen Sozialforschung. Dabei wird – mit Bezug auf New Social History/Historical Sociology, qualitativer Biographieforschung und quantitativer Lebenslaufforschung – der Stellenwert der Kollektivbiographie dargestellt und die Grundzüge ihrer Forschungsstrategie von der Theorie bis hin zur Statistik entwickelt.