Historical Social Research

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HSF 11: Historische Konjunkturforschung

Wilhelm Heinz Schröder & Reinhard Spree (Hrsg.): Historische Konjunkturforschung. HSF 11 (1981).

Unter „historischer Konjunkturforschung" verstehen wir die theoretisch und methodisch reflektierte, empirische, besonders auch quantitativ gestützte Erforschung zyklischen Wirtschaftswachstums im historischen Zeitverlauf. Damit umschreibt „historische Konjunkturforschung" zugleich ein eigenes, interdisziplinär angelegtes Forschungsfeld, in dem Ansätze aus unterschiedlichen Bereichen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aufgenommen und angewandt werden, um die komplexen historischen Konjunkturphänomene zu beschreiben, zu analysieren und nach Möglichkeit zu erklären. Diese Aufgabe kann die historische Konjunkturforschung aber nur dann hinreichend leisten, wenn eine Reihe von Mindestvoraussetzungen erfüllt sind:

  • Existenz von elaborierten theoretischen Ansätzen zur historisch relevanten Erklärung zyklischer Wachstumsprozesse;
  • Verfügbarkeit eines umfassenden methodischen Instrumentariums, das Kriterien für eine adäquate Begriffsbildung, Operationalisierung und Strukturierung des vorgegebenen Objektbereichs bereitstellt, erprobte Meßverfahren beziehungsweise
  • Instrumente anbietet und variable, gegenstandsangemessene Forschungsstrategien zu entwickeln erlaubt;
  • Aufbereitung vorhandener und Generierung neuer Datenbasen für die historische Konjunkturforschung;
  • Durchführung einer ausreichenden Zahl von Einzel- und Vergleichsuntersuchungen mit unterschiedlicher Reichweite (in Bezug auf die Zahl der Untersuchungsvariablen und die Periodenlänge) sowie auf unterschiedlichen Aggregat-Ebenen (gesamtwirtschaftliche neben brauchen- und/oder regionenspezifischen Studien);
  • Reflektion und „Übersetzung" der gewonnenen Ergebnisse in der Weise, daß sie für typische „Abnehmergruppen" in anderen wissenschaftlichen Disziplinen sowie in Studium und Schule benutzbar präsentiert werden.

 

 

Inhaltsverzeichnis & Volltexte (via SSOAR)

Schröder, Wilhelm Heinz; Spree, Reinhard: Historische Konjunkturforschung. Aufriß und Desiderata.  S. 7-17.

Tilly, Richard H.: Konjunkturgeschichte und Wirtschaftsgeschichte. S. 18-28.

Tipton, Frank B., Jr.: National Growth Cycles and Regional Economic Structures in Nineteenth Century Germany.  S. 29-46

Kernbauer, Hans; März, Eduard: Das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Österreich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Eine vergleichende Darstellung. S. 47-59.

Mensch, Gerhard; Schnopp, Reinhard: Stalemate in Technology, 1925-1935. The Interplay of Stagnation and Innovation. S. 60-74.

Abelshauser, Werner; Petzina, Dietmar: Krise und Rekonstruktion. Zur Interpretation der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands im 20. Jahrhundert. S. 75-114.

Klein, Philip A.: Postwar Growth Cycles in the German Economy (BRD). S. 115-140.

Fremdling, Rainer: Die Eisenindustrien Großbritanniens und Deutschlands als Indikator für Konjunkturschwankungen, 1821-1870. S. 141-159.

Plumpe, Gottfried: Technischer Fortschritt, Innovationen und Wachs­tum in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. S. 160-185.

Krengel, Jochen: Zur Berechnung von Wachstumswirkungen kon­junkturell bedingter Nachfrageschwankungen nach­gelagerter Industrien auf die Produktionsentwicklung der deutschen Roheisenindustrie während der Jahre 1871-1882. S. 186-207.

Field, Alexander J.: The Relative Stability of German and American Industrial Growth, 1880-1913. A Comparative Analysis. S. 208-233.

Hohorst, Gerd: Nationale und regionale Konjunkturen. Probleme der Aggregation. S. 234-254.

Metz, Rainer: Agrarpreiszyklen und Wirtschaftkonjunktur. Spektralanalytische Untersuchungen zu Kölner Agrarpreisreihen des 19. Jahrhunderts. S. 255-288.

Ionnaidis, Christos; Lee, W. Robert: Demographic Fluctuations and the Pattern of Economic Development in Prussia, 1816-1873.  S. 289-303.

Spree, Reinhard: Was kommt nach den „langen Wellen“ der Konjunktur? S. 304-315.

Kleinknecht, Alfred: Überlegungen zur Renaissance der „langen Wellen“ der Konjunktur („Kondratieff-Zyklen“).  S. 316-338.

Wagner, Adolf: Demographische Ursachen langfristiger Wachstumszyklen? Fragen zur Konzeption ökonomischer Zyklustheorien. S. 339-358.

Siegenthaler, Hansjörg: Ansätze zur Interpretation des Zusammenhangs von langfristigen Wachstumsschwankungen und sozio-politischem Strukturwandel. S. 359-371.

Altvater, Elmar; Hoffmann, Jürgen: Marxistische Ansätze zur Interpretation historischer Wachstumszyklen. S. 372-403.

Kalmbach, Peter: Anmerkungen zur Interpretation der Instabilität wirtschaftlichen Wachstums. S. 404-416.