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Inhalte
HSR-Supplement No. 24 (2012) – Konrad H. Jarausch: Contemporary History as Transatlantic Project. The German Problem 1960-2010
Zum Anlass des 70. Geburtstags von Konrad H. Jarausch präsentiert dieses Supplement von HSR eine Retrospektive auf das Werk dieses deutsch-amerikanischen Historikers. Seine einleitenden Überlegungen beschreiben eine ungewöhnliche transatlantische Karriere, die mit einem deutschen Abitur begann, sich mit einer amerikanischen Ausbildung fortsetzte, zu einer Stifterprofessur an der University of North Carolina führte, aber dann auch nach Deutschland als Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung zurückkehrte. Seine Autobiographie schildert eine erstaunliche Vielfalt von inhaltlichen und methodischen Interessen, die von der politischen Geschichte der Fischerkontroverse über die Sozialgeschichte der Studenten und Professionen sowie der Erkundung quantitativer Methoden, zu kulturellen Reflektionen über Methodologie und Historiographie und Arbeiten über die Vereinigung und die DDR reichte und sich auf transnationale und europäische Fragen ausweitete. Im Kern geht es in dem Oeuvre um Fragen der Kollaboration mit der NS- und SED-Diktatur und um Erklärungen der Rückkehr zur Demokratie. Diese akademische Lebensgeschichte illustriert die enge Kooperation zwischen amerikanischen und deutschen Wissenschaftlern, die zur Entstehung und Verfestigung einer kritischen Sicht auf die deutsche Vergangenheit beigetragen hat.
Eine Auswahl von 13 aus etwa 250 Aufsätzen und Buchkapiteln zeigt die Entwicklung von Jarauschs Arbeiten über fünf Jahrzehnte. Diese Texte sind teils monographische Studien, teils essayistische Reflektionen über wichtige Fragen der Zeitgeschichte. Diese Beispiele sollen die Hauptstufen seiner intellektuellen Entwicklung dokumentieren, aber sie bestehen auch aus einigen Stücken, die eine gewisse Bekanntheit erreicht haben und dadurch Interesse an dem Rest seiner Arbeiten wecken wollen.
Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 37 (2012) No. 1: Special Issue: Elite Foundations of Social Theory and Politics / Elitetheoretische Grundlagen sozialwissenschaftlicher Theoriebildung und politischer Analyse
Special Issue:Jan Pakulski, Heinrich Best, Verona Christmas-Best & Ursula Hoffmann-Lange (Eds.): Elite Foundations of Social Theory and Politics / Elitetheoretische Grundlagen sozialwissenschaftlicher Theoriebildung und politischer Analyse
Dieses Sonderheft würdigt das wissenschaftliche Werk John Higleys, dessen grundlegende Arbeiten zur Rolle von Eliten erheblich zur Wiederbelebung der Elitenforschung in den letzten beiden Jahrzehnten beigetragen haben. Der Band enthält die Beiträge von vierzehn Autoren und umfasst sowohl theoretische Analysen als auch empirische Untersuchungen von Eliten in alten und neuen Demokratien. Ausgehend von einer Analyse der Entstehung von Eliten im Zuge der zunehmenden Komplexität von Gesellschaften, zeigen die übrigen Beiträge exemplarisch die Relevanz der Elitetheorie für das Verständnis sozialer und politischer Prozesse. Drei dieser Beiträge befassen sich mit der Aktualität der elitetheoretischen Klassiker Max Weber, Gaetano Mosca und Joseph Schumpeter, die schon früh auf die Realitätsferne einiger Annahmen der klassischen Demokratietheorie und des egalitären Sozialismus hingewiesen haben. Eine zweite Gruppe von Beiträgen enthält Analysen zur Elitentransformation im Zuge post-kommunistischer Demokratisierungsprozesse und der zunehmenden Bedeutung transnationaler Entscheidungsprozesse. Die dritte und letzte Gruppe von Beiträgen befasst sich schließlich mit der Dynamik der Beziehungen zwischen Eliten und Nicht-Eliten durch Einstellungsvergleiche zwischen beiden Gruppen. Darüber hinaus enthält der Band auch Wiederabdrucke einer Auswahl von John Higleys wichtigsten Zeitschriftenartikeln und Kapiteln in Sammelwerken.
Mit Beiträgen von G. William Domhoff, András Körösényi, András Körösényi, Heinrich Best, György Lengyel & Gabriella Ilonszki, Thomas A. Baylis, Anton Steen, Maurizio Cotta, Ursula Hoffmann-Lange, Jean-Pascal Daloz, Gwen Moore & Scott Dolan.
Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.orgHSR Vol. 36 (2011) No. 4: Special Issue: Conventions and Institutions from a Historical Perspective / Konventionen und Institutionen in historischer Perspektive
Part I: Special Issue:
Rainer Diaz-Bone & Robert Salais (Eds.):
Conventions and Institutions from a Historical Perspective / Konventionen und Institutionen in historischer Perspektive
Der französische Ansatz der “Économie des conventions” (economics of convention, kurz EC) zählt mittlerweile zu den wichtigsten Strömungen im Rahmen des neuen pragmatic turn in den Sozialwissenschaften. Das Konzept der Konvention wird hier verwendet, um die ver-schiedenen Formen kollektiver Koordination – unter den Bedingungen von Unsicherheit, un-vollständigen Regeln und kontingenten Qualitätsdefinitionen – zu analysieren. Konventionen sind pragmatische Annahmen, die Akteure treffen, wenn sie interagieren und diese Akteure unterstellen zudem, dass diese Konventionen in Situationen geteilt werden. Konventionen entstehen als Lösungen für Koordinationsprobleme. In einer Gesellschaft stellen Konventio-nen das Repertoire von Handlungsschemata dar und auf dieses Repertoire muss sich die Bil-dung von Institutionen stützen, um kollektives Handeln und kollektive Kognition zu fundieren und zu stabilisieren.
Heutzutage stellt die EC den einzigen institutionentheoretischen Ansatz dar, der aus einer Zusammenarbeit von Wirtschaftswissenschaftlern, Soziologen und Historikern hervorgegan-gen ist. Aus einer historischen Perspektive zeigt sich, dass sich in nun fast drei Jahrzehnten die Analyse der Entstehung und der Veränderung konventionen-basierter Grundlagen sozialer Koordination als wegweisend für die historische Forschung erwiesen hat. Das Special Issue der HSR versammelt Beiträge einer internationalen Gruppe von Autoren, die diesen Ansatz in der historischen Analyse einsetzen und die dabei das konzeptionelle wie auch das methodologische Potential der EC im Feld der Wirtschaftsgeschichte demonstrieren.
Part II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics Mit Beiträgen von Karen Henwood, Nick Pidgeon, Karen Parkhill & Peter Simmons, Carolyn Ellis, Tony E. Adams & Arthur P. Bochner, Mary M. Gergen & Kenneth J. Gergen, Franz Breuer sowie Jean Luc Demeulemeester & Claude Diebolt Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 36 (2011) No. 3: Special Issue: Change of Markets and Market Societies: Concepts and Case Studies / Wandel von Märkten und Marktgesellschaften: Konzepte und Fallstudien
Part I: Special Issue:
Klaus Nathaus & David Gilgen (Eds.): Change of Markets and Market Societies: Concepts and Case Studies /Wandel von Märkten und Marktgesellschaften: Konzepte und Fallstudien
Dieses Themenheft vereinigt Beiträge von HistorikerInnen und SoziologInnen, die zu Märkten, Feldern und Marktgesellschaften arbeiten. In Auseinandersetzung mit Positionen der Neuen Wirtschaftssoziologie und der Neuen Institutionenökonomie sowie in der empirischen Anwendung entsprechender Analyserahmen auf Fälle von entstehenden und sich wandelnden Märkten setzen die Beiträger die programmatische Forderung zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geschichts- und SozialwissenschaftlerInnen zur Untersuchung eingebetteter Märkte und den Einflüssen von Märkten auf die angrenzenden sozialen Teilbereiche bzw. die Gesellschaft um.
Die Artikel im ersten Teil des Themenhefts befassen sich mit den konzeptionellen Herausforderungen, welche die Erforschung sich verändernder Märkte sowie von Marktgesellschaft mit sich bringt. Der zweite Teil enthält Fallstudien zur Entwicklung des Fairen Handels mit Kaffee, der Strombörse, dem literarischen Verlagswesen, der Musikindustrie sowie den Märkten für Arzneimittel und patentgeschützten Technologien im Deutschen Kaiserreich, welche die Ergiebigkeit vornehmlich soziologischer Ansätze ausloten.
Dieses Special Issue entstand in Kooperation mit Bielefeld Graduate School in History and Sociology und ©reative Encounters / Copenhagen Business School.
Mit Beiträgen von Patrik Aspers, Rudolf Richter, Christiane Eisenberg, Brian Moeran, David Gilgen, C. Clayton Childress, Klaus Nathaus, Ruben Quaas, Axel C. Hüntelmann, Sebastian Giacovelli und Jens BeckertPart II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics Mit Beiträgen von Jens O. Zinn, Gundula Gahlen, Marlen Toch, James E. Oeppen, Andreas Dethloff & Gabriele Doblhammer, Mattijs Vandezande, Koen Matthijs & Jan Kok, Claude Diebolt sowie Faustine Perrin Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR-Supplement No. 23 (2011) – Wilhelm Heinz Schröder: Kollektivbiographie als interdisziplinäre Methode in der Historischen Sozialforschung: Eine persönliche Retrospektive.
Wilhelm Heinz Schröder gehört zu den Initiatoren der Historischen Sozialforschung in Deutschland und hat deren Entwicklung seit den 1970er Jahren entscheidend mitgeprägt. Er war u.a. Leiter des Zentrums für Historische Sozialforschung (in der GESIS), Co-Präsident der Arbeitsgemeinschaft QUANTUM, geschäftsführender Herausgeber der internationalen Zeitschrift „Historical Social Research – Historische Sozialforschung“ und Leiter des überregionalen ZHSF-Methodenseminars („Herbstseminar“).
Schröder hat wissenschaftlich zu zahlreichen Themen gearbeitet, sein Forschungsschwerpunkt lag jedoch auf der „Historischen Parlamentarismus-, Eliten- und Biographieforschung“. Bekannt wurde Schröder insbesondere durch seine lang andauernden Großprojekte zu den sozialdemokratischen Parlamentariern in den deutschen Reichs- und Landtagen. Diese Projekte haben wissenschaftliche Maßstäbe sowohl für die „lexikalische Biographie“ als auch für die „Kollektivbiographie“ gesetzt.
Das HSR-Supplementheft enthält 1) einen autobiographischen Essay des Autors mit Impressionen zu seinem Forscherleben, in dem er u.a. die Kollektivbiographie als eine prägende individualbiographische Konstante herausstellt; 2) eine Übersicht zu Stellenwert und Verbreitung der Kollektivbiographie sowie zwei praktische Leitfäden zur forschungsstrategischen Anwendung von (britischer) Prosopographie und (deutscher) Kollektivbiographie; 3) die (fokussierten) Reprints von 5 ausgewählten Beiträgen zum Großprojekt „Sozialdemokratische Parlamentarier“.
Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.orgHSR Vol. 36 (2011) No. 2: Special Issue: Fertility in the History of the 20th Century: Trends, Theories, Policies, Discourses
Part I: Special Issue: Josef Ehmer, Jens Ehrhardt, Martin Kohli (Eds.): Fertility in the History of the 20th Century: Trends, Theories, Policies, Discourses.
In this special issue, a pluridisciplinary group of scholars discusses the complex interrelationship among fertility trends, population theories, policies and public discourses. Whereas the three former fields have been intensely studied in demography and its neighboring disciplines, there is still little work on population discourses, and even less that link them to the trends, theories and policies of population. The editors hope to stimulate the scientific debate on this topic, to raise awareness of these interconnections, and to contribute to more theoretical integration.
The special issue is organized in three sections: The first one discusses approaches to the study of fertility across historical periods. The second section concentrates on discourses and politics and their practical impact on reproductive behavior. The third section concentrates on recent trends in fertility, mainly in Europe and East Asia. This special issue originated at a conference in Berlin in January 2010 that was organized by the Working Group A Future with Children: Fertility and Societal Development. The Working Group was established in 2009 by the German Academy of Natural Sciences Leopoldina and the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and is funded by the Jacobs Foundation.
Part II: Mixed IssueArticles, Cliometrics Mit Beiträgen von Manuel Schramm, Carsten Kaven, Antonio Paolilli / Fabio Police and Claude Diebolt.
Informationen und Bestellungen bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 36 (2011) No. 1: Special Issue: Methods for Qualitative Management Research in the Context of Social Systems Thinking
Part I: Special Issue: Patricia Wolf, Jens O. Meissner, Terry Nolan, Mark Lemon, René John, Evangelia Baralou & Silke Seemann (Eds.): Methods for Qualitative Management Research in the Context of Social Systems Thinking
This HSR-Issue offers a Print Version of the FQS Online Edition (FQS 2010, 11/3). The papers follow three thematic threads that seem to be of particular importance to qualitative ma-nagement research from the stance of systems theory. The first of these themes relates to observation, i.e. the observable in management research. The second stream discusses up to date methods and the design of system theoretic studies for application in empirical research. And the third thread highlights the implications of those studies on what was studied, i.e. management in organizations. The presented papers offer a variety of ap-proaches for designing and conducting system theoretic research projects as well as how to present the findings within the respective research field.
The term “social systems” is derived chiefly from the theoretical starting point propounded by Niklas LUHMANN. A key underlying assumption for this special is-sue is our belief that the reluctance of the scientific com-munity to apply LUHMANN’s social system theory in management research boils down to first the relative difficulty readers face when trying to follow his writing and the complexity of the theoretical approach, and, second and more significantly, a missing methodological basis for conducting research grounded in LUHMANN’s social system theory and related theoretical approaches.
A very strong motivation for the composition of the special issue was the – from the perspective of qualitative management studies – under researched field of methods using a social systems approach. The most important driver for reprinting the special issue in Historical Social Research is the insight that social systems research can not be conducted without the knowledge about the historical development of a specific situation and the evolutionary dynamics of social systems. Socially constructed presence is only interpretable and understandable by knowing and reflecting on the development path of an organization, taking its stories and narrations into account. Thus, this issue contributes to extend the methodological understanding of historic social research with relation to organization and management studies.
Part II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics
Mit Beiträgen von Rainer Diaz-Bone, Ronald Gebauer und Marcela Veselkova
Anfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 36 (2011) No. 4: Special Issue: Conventions and Institutions from a Historical Perspective / Konventionen und Institutionen in historischer Perspektive
Part I: Special Issue:
Rainer Diaz-Bone & Robert Salais (Eds.): Conventions and Institutions from a Historical Perspective / Konventionen und Institutionen in historischer Perspektive
Der französische Ansatz der “Économie des conventions” (economics of convention, kurz EC) zählt mittlerweile zu den wichtigsten Strömungen im Rahmen des neuen pragmatic turn in den Sozialwissenschaften. Das Konzept der Konvention wird hier verwendet, um die verschiedenen Formen kollektiver Koordination – unter den Bedingungen von Unsicherheit, unvollständigen Regeln und kontingenten Qualitätsdefinitionen – zu analysieren. Konventionen sind pragmatische Annahmen, die Akteure treffen, wenn sie interagieren und diese Akteure unterstellen zudem, dass diese Konventionen in Situationen geteilt werden. Konventionen entstehen als Lösungen für Koordinationsprobleme. In einer Gesellschaft stellen Konventionen das Repertoire von Handlungsschemata dar und auf dieses Repertoire muss sich die Bildung von Institutionen stützen, um kollektives Handeln und kollektive Kognition zu fundieren und zu stabilisieren.
Heutzutage stellt die EC den einzigen institutionentheoretischen Ansatz dar, der aus einer Zusammenarbeit von Wirtschaftswissenschaftlern, Soziologen und Historikern hervorgegangen ist. Aus einer historischen Perspektive zeigt sich, dass sich in nun fast drei Jahrzehnten die Analyse der Entstehung und der Veränderung konventionen-basierter Grundlagen sozialer Koordination als wegweisend für die historische Forschung erwiesen hat.
Das Special Issue der HSR versammelt Beiträge einer internationalen Gruppe von Autoren, die diesen Ansatz in der historischen Analyse einsetzen und die dabei das konzeptionelle wie auch das methodologische Potential der EC im Feld der Wirtschaftsgeschichte demonstrieren.
Mit Beiträgen von Rainer Diaz-Bone, Robert Salais, Alain Desrosières, Claire Judde de Larivière & Georges Hanne, Bert De Munck, Christof Jeggle, Philippe Minard, Jürgen Kädtler und Laurent ThévenotPart II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics Mit Beiträgen von Karen Henwood, Nick Pidgeon, Karen Parkhill & Peter Simmons, Carolyn Ellis, Tony E. Adams & Arthur P. Bochner, Mary M. Gergen & Kenneth J. Gergen, Franz Breuer sowie Jean Luc Demeulemeester & Claude Diebolt Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 36 (2011) No. 3: Special Issue: Change of Markets and Market Societies: Concepts and Case Studies / Wandel von Märkten und Marktgesellschaften: Konzepte und Fallstudien
Part I: Special Issue:
Klaus Nathaus & David Gilgen (Eds.): Change of Markets and Market Societies: Concepts and Case Studies /Wandel von Märkten und Marktgesellschaften: Konzepte und Fallstudien
Dieses Themenheft vereinigt Beiträge von HistorikerInnen und SoziologInnen, die zu Märkten, Feldern und Marktgesellschaften arbeiten. In Auseinandersetzung mit Positionen der Neuen Wirtschaftssoziologie und der Neuen Institutionenökonomie sowie in der empirischen Anwendung entsprechender Analyserahmen auf Fälle von entstehenden und sich wandelnden Märkten setzen die Beiträger die programmatische Forderung zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geschichts- und SozialwissenschaftlerInnen zur Untersuchung eingebetteter Märkte und den Einflüssen von Märkten auf die angrenzenden sozialen Teilbereiche bzw. die Gesellschaft um.
Die Artikel im ersten Teil des Themenhefts befassen sich mit den konzeptionellen Herausforderungen, welche die Erforschung sich verändernder Märkte sowie von Marktgesellschaft mit sich bringt. Der zweite Teil enthält Fallstudien zur Entwicklung des Fairen Handels mit Kaffee, der Strombörse, dem literarischen Verlagswesen, der Musikindustrie sowie den Märkten für Arzneimittel und patentgeschützten Technologien im Deutschen Kaiserreich, welche die Ergiebigkeit vornehmlich soziologischer Ansätze ausloten.
Dieses Special Issue entstand in Kooperation mit Bielefeld Graduate School in History and Sociology und ©reative Encounters / Copenhagen Business School.
Mit Beiträgen von Patrik Aspers, Rudolf Richter, Christiane Eisenberg, Brian Moeran, David Gilgen, C. Clayton Childress, Klaus Nathaus, Ruben Quaas, Axel C. Hüntelmann, Sebastian Giacovelli und Jens BeckertPart II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics Mit Beiträgen von Jens O. Zinn, Gundula Gahlen, Marlen Toch, James E. Oeppen, Andreas Dethloff & Gabriele Doblhammer, Mattijs Vandezande, Koen Matthijs & Jan Kok, Claude Diebolt sowie Faustine Perrin Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR-Supplement No. 23 (2011) – Wilhelm Heinz Schröder: Kollektivbiographie als interdisziplinäre Methode in der Historischen Sozialforschung: Eine persönliche Retrospektive.
Wilhelm Heinz Schröder gehört zu den Initiatoren der Historischen Sozialforschung in Deutschland und hat deren Entwicklung seit den 1970er Jahren entscheidend mitgeprägt. Er war u.a. Leiter des Zentrums für Historische Sozialforschung (in der GESIS), Co-Präsident der Arbeitsgemeinschaft QUANTUM, geschäftsführender Herausgeber der internationalen Zeitschrift „Historical Social Research – Historische Sozialforschung“ und Leiter des überregionalen ZHSF-Methodenseminars („Herbstseminar“).
Schröder hat wissenschaftlich zu zahlreichen Themen gearbeitet, sein Forschungsschwerpunkt lag jedoch auf der „Historischen Parlamentarismus-, Eliten- und Biographieforschung“. Bekannt wurde Schröder insbesondere durch seine lang andauernden Großprojekte zu den sozialdemokratischen Parlamentariern in den deutschen Reichs- und Landtagen. Diese Projekte haben wissenschaftliche Maßstäbe sowohl für die „lexikalische Biographie“ als auch für die „Kollektivbiographie“ gesetzt.
Das HSR-Supplementheft enthält 1) einen autobiographischen Essay des Autors mit Impressionen zu seinem Forscherleben, in dem er u.a. die Kollektivbiographie als eine prägende individualbiographische Konstante herausstellt; 2) eine Übersicht zu Stellenwert und Verbreitung der Kollektivbiographie sowie zwei praktische Leitfäden zur forschungsstrategischen Anwendung von (britischer) Prosopographie und (deutscher) Kollektivbiographie; 3) die (fokussierten) Reprints von 5 ausgewählten Beiträgen zum Großprojekt „Sozialdemokratische Parlamentarier“.
Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.orgHSR Vol. 36 (2011) No. 2: Special Issue: Fertility in the History of the 20th Century: Trends, Theories, Policies, Discourses
Part I: Special Issue: Josef Ehmer, Jens Ehrhardt, Martin Kohli (Eds.): Fertility in the History of the 20th Century: Trends, Theories, Policies, Discourses.
In this special issue, a pluridisciplinary group of scholars discusses the complex interrelationship among fertility trends, population theories, policies and public discourses. Whereas the three former fields have been intensely studied in demography and its neighboring disciplines, there is still little work on population discourses, and even less that link them to the trends, theories and policies of population. The editors hope to stimulate the scientific debate on this topic, to raise awareness of these interconnections, and to contribute to more theoretical integration.
The special issue is organized in three sections: The first one discusses approaches to the study of fertility across historical periods. The second section concentrates on discourses and politics and their practical impact on reproductive behavior. The third section concentrates on recent trends in fertility, mainly in Europe and East Asia. This special issue originated at a conference in Berlin in January 2010 that was organized by the Working Group A Future with Children: Fertility and Societal Development. The Working Group was established in 2009 by the German Academy of Natural Sciences Leopoldina and the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and is funded by the Jacobs Foundation.
Part II: Mixed IssueArticles, Cliometrics Mit Beiträgen von Manuel Schramm, Carsten Kaven, Antonio Paolilli / Fabio Police and Claude Diebolt.
Informationen und Bestellungen bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 36 (2011) No. 1: Special Issue: Methods for Qualitative Management Research in the Context of Social Systems Thinking
Part I: Special Issue: Patricia Wolf, Jens O. Meissner, Terry Nolan, Mark Lemon, René John, Evangelia Baralou & Silke Seemann (Eds.): Methods for Qualitative Management Research in the Context of Social Systems Thinking
This HSR-Issue offers a Print Version of the FQS Online Edition (FQS 2010, 11/3). The papers follow three thematic threads that seem to be of particular importance to qualitative ma-nagement research from the stance of systems theory. The first of these themes relates to observation, i.e. the observable in management research. The second stream discusses up to date methods and the design of system theoretic studies for application in empirical research. And the third thread highlights the implications of those studies on what was studied, i.e. management in organizations. The presented papers offer a variety of ap-proaches for designing and conducting system theoretic research projects as well as how to present the findings within the respective research field.
The term “social systems” is derived chiefly from the theoretical starting point propounded by Niklas LUHMANN. A key underlying assumption for this special is-sue is our belief that the reluctance of the scientific com-munity to apply LUHMANN’s social system theory in management research boils down to first the relative difficulty readers face when trying to follow his writing and the complexity of the theoretical approach, and, second and more significantly, a missing methodological basis for conducting research grounded in LUHMANN’s social system theory and related theoretical approaches.
A very strong motivation for the composition of the special issue was the – from the perspective of qualitative management studies – under researched field of methods using a social systems approach. The most important driver for reprinting the special issue in Historical Social Research is the insight that social systems research can not be conducted without the knowledge about the historical development of a specific situation and the evolutionary dynamics of social systems. Socially constructed presence is only interpretable and understandable by knowing and reflecting on the development path of an organization, taking its stories and narrations into account. Thus, this issue contributes to extend the methodological understanding of historic social research with relation to organization and management studies.
Part II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics
Mit Beiträgen von Rainer Diaz-Bone, Ronald Gebauer und Marcela Veselkova
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HSR-Supplement No. 22 (2010) – Philip Jost Janssen: Jugendforschung in der frühen Bundesrepublik. Diskurse und Umfragen
„Jugend“ ist eine Schlüsselkategorie für das gesellschaftliche Selbstverständnis der frühen Bundesrepublik. Die Projektionsfläche Jugend fungiert als Ideal-, Zukunfts- und Albtraumbild par excellence, als Passepartout für anderes: Man verhandelt immer auch die moderne Massen-, Konsum- und Mediengesellschaft, gerade im Kontext von Demokratisierungs- und Amerikanisierungsdebatten. Aber gleichzeitig geht es auch um wissenschaftsimmanente Selbstpositionierung innerhalb der interdisziplinären Jugendforschung und in den 50er Jahren auch um einen veritablen Methodenstreit – hier ist ein rasches Überschreiben des tradierten Jugendideals mittels Umfrageforschung zu beobachten. Mit der neuen primären Deutungsinstanz der quantitativ-empirischen Jugendsoziologie verändert sich folgerichtig auch die bevorzugte Sicht auf Jugend in Richtung von Außenansichten und messbaren Durchschnittstypen, Metaphern einer „Pflanze Jugend“ weichen dem Bild des „Seismografen“. Aus diesem Selbstverständnis gewinnt soziologische Jugendforschung als „Wirklichkeitswissenschaft“ – trotz des traditionellen sprachlichen Habitus als innergesellschaftliche Ethnologie – den Anspruch umfassender Zeitdiagnose und Politikberatung. Wie sich Methode, auch wie sich nicht zuletzt wegen der neuen Methoden die Tonalität in der Jugendforschung relativ schnell ändert, dass sich dabei markante Analogien von Jugendbeschreibung mit dem eigenen Forschungsprogramm und Forscherbiografie sowie mit Maximen westdeutscher Politik im Selbstverständnis einer „Nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ ergeben, wird in dieser Studie herausgearbeitet. Als „Historische Kontextanalyse“ diskutiert die Arbeit außerdem die Jugendprofile der frühen Bundesrepublik, so, wie sie sich über die Umfragedaten vermitteln. Sie evaluiert damit gleichzeitig das Quellenpotenzial und lotet die notwendigen Voraussetzungen für einen spezifisch zeitgeschichtlichen Zugriff auf historisch gewordene Umfragedaten aus.Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 35 (2010) No. 4: Special Issue: The Production of Human Security in Premodern and Contemporary History / Die Produktion von Human Security in Vormoderne und Zeitgeschichte
Part I Special Issue: Cornel Zwierlein, Rüdiger Graf & Magnus Ressel (Eds.): The Production of Human Security in Premodern and Contemporary History / Die Produktion von Human Security in Vormoderne und Zeitgeschichte ‚Human Security‘ ist ein seit den 1990ern in den Politikwissenschaften und der internationalen Politik auf Ebene der UN neu eingeführter Begriff erweiterter Sicherheit, der darauf abzielt, direkt den Menschen anstatt von Staaten als Akteur und Adressat von Sicherheitspolitik zu fokussieren. Er umfasst so unterschiedliche Gegenstände wie klassische internationale Sicherheitspolitik, Naturkatastrophen und Gefahren durch Straßenverkehr. Human Security soll die ältere state security und damit das sog. ‚Westfälische System‘ ersetzen, wonach nur souveräne staatliche Akteure internationale Politik betreiben. Vertreter des human-security-Konzepts verwenden ein historisches Narrativ, wonach die aktuelle Erweiterung des Sicherheitsbegriffs nichts Neues sei. Vielmehr handele es sich um die Rückkehr eines älteren, vormodernen und prä-westfälischen Sicherheitskonzepts. Hiernach wäre die Ära des modernen Nationalstaats mit ihren scharfen Unterscheidungen zwischen Innen- und Außenpolitik, zwischen privater und staatlicher Sicherheit eine historische Ausnahme. Die Beiträge dieses Special Issue von Historical Social Research nehmen dies zum Anlass, um frühneuzeitliche und spätmoderne Sicherheitsregime gegenüberzustellen. Sie erproben sich dabei zum einen an einer Vorgeschichte von Human Security und zum anderen an human security als einem heuristischen Instrument für den interepochalen Vergleich in der Sicherheitsgeschichte. Part II: Mixed IssueCliometrics Mit einem Beitag von Maria Eugénia Mata Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 35 (2010) No. 3: Focus: Integration or Exclusion: Former National Socialists in the GDR / Integration oder Ausgrenzung: Ehemalige Nationalsozialisten in der DDR
Part I Focus:Dietmar Remy & Axel Salheiser (Eds.): Integration or Exclusion: Former National Socialists in the GDR / Integration oder Ausgrenzung: Ehemalige Nationalsozialisten in der DDR Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in der DDR bot sich ehemaligen NSDAP-Mitgliedern und Mitläufern des Nationalsozialismus die Chance gesellschaftlicher Reetablierung. Offiziell galt die Entnazifizierung in Ostdeutschland als besonders rigoros; der Antifaschismus war in der DDR zur Staatsdoktrin erhoben worden. Tatsächlich stellte das Bekanntwerden der NS-Vergangenheit ein hohes Karriererisiko für die Betroffenen dar, allerdings konnten sie ihre Position oftmals durch Loyalitätsbekundungen zum jungen sozialistischen Staat und seinen Machthabern stärken. Einer im Dritten Reich verführten Jugendgeneration vergab die SED ihre moralischen Verfehlungen rasch, galt es doch, diese an sich zu binden, ihre Dankbarkeit und ihr Vertrauen zu gewinnen. Eine ähnliche Position nahm die SED gegenüber unverzichtbaren Angehörigen der alten Intelligenz ein. Von allen sozialistischen Kadern wurden ehrliche Selbstauskünfte zur politischen Vergangenheit vor 1945 erwartet, doch in vielen Fällen stellte sich das Verschweigen der NS-Belastung als die erfolgreichere Strategie heraus. Da in der Propaganda ein Bild von der DDR als „das bessere Deutschland“ gezeichnet wurde, in dem es keine Nazis gab, waren allzu gründliche Überprüfungen oder gar Gerichtsprozesse nicht opportun und stellten eher die Ausnahme dar. Themenschwerpunkt dieses HSR-Focus ist das ambivalente Verhältnis zwischen Integration und Ausgrenzung ehemaliger Nationalsozialisten in Ostdeutschland sowie der Diskurs ihrer Rehabilitierung. Neben Fallstudien zu verschiedenen Institutionen und Sozialstrukturanalysen zu den DDR-Funktionseliten und dem Personal ausgewählter Gesellschaftsbereiche werden drei Hauptfragen diskutiert: Welche Politik verfolgte die SED beim Umgang mit ehemaligen Parteigenossen der NSDAP und NS-Tätern und inwieweit gab es dabei Politikwechsel? Wie viele NS-Mitläufer schafften den Sprung in die Macht- und Funktionseliten der DDR? Und wie vielen von ihnen gelang es, ihre NS-Vergangenheit zu verschweigen? Part II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics Mit Beiträgen von Johannes Marx, Michael Bang Petersen & Svend-Erik Skaaning, Volker Müller-Benedict, Ingvill C. Mochmann & Sabine Lee, Katalin Morgan, Dimitry Zhukov & Sergey Lyamin, Somyanetra Munshi, Thi Hong Van Hoang sowie Marcela Veselkova Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 35 (2010) No. 2: Transitions – Transformations: Trajectories of Social, Economic and Political Change after Communism / Transitionen – Transformationen: Trajektorien des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandels nach dem Kommunismus
Special Issue Heinrich Best, Katharina Bluhm, Michael Fritsch & Rainer K. Silbereisen (Eds.): Transitions – Transformations: Trajectories of Social, Economic and Political Change after Communism / Transitionen – Transformationen: Trajektorien des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandels nach dem Kommunismus Jahrestage sind normalerweise arbiträre Vorwände um wichtige Ereignisse und kurzfristige Entwicklungen in eine historische Perspektive zu setzen. Dies war beim 20. Jahrestag des Untergangs des europäischen Kommunismus und des Übergangs des Staatssozialismus in die Marktwirtschaften und repräsentative Demokratien im Jahre 1989 anders. In den Jahren 2008/2009 erlebten die internationalen Geldmärkte eine Krise, die das System eines im Anschluss an 1989 eingeführten wahrhaftig globalen Kapitalismus erschütterte. Die meisten Beiträge dieses Sonderheftes von „Historical Social Research / Historische Sozialforschung“ (HSR) wurden 2009 auf der Jenaer Konferenz Transitionen – Transformationen: Trajektorien des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandels nach dem Kommunismus vorgetragen und diskutiert. Die Beiträge beschäftigen sich 1) mit einer retrospektiven Bestandsaufnahme von zwanzig Jahren sozialer und ökonomischer Transformationen nach dem Ende des europäischen Kommunismus und werfen 2) einen Blick auf die Jahre postkommunistischer Transformation als eine Vorgeschichte des Übergangs zwischen den Entwicklungsstufen eines globalen Kapitalismus. Die Beiträge konzentrieren sich auf die Auswirkung schneller sozialer und institutioneller Veränderung auf Persönlichkeitsentwicklung und Wirtschaftstätigkeiten. Diese Sicht auf die psycho-sozialen (Persönlichkeitsentwicklung und sozialer Wandel) und ökonomischen (Varianten des Kapitalismus im zentralem Osteuropa nach dem EU-Beitritt & Geschäftsdynamik im Transformationsprozess von post-sozialistischen Gesellschaften) Grundlagen der großen postkommunistischen Transformation wird ergänzt durch einen Blick auf die Eliten (Eliten nach der Transition), die daran beteiligt waren, diese Entwicklungen zu formen und zu leiten. Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.orgHSR Vol. 35 (2010) No. 1 – Special Issue: Global Communication: Telecommunication and Global Flows of Information in the Late 19th and Early 20th Century / Globale Kommunikation: Telekommunikation und globale Informationsflüsse im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
Part I: Special Issue Roland Wenzlhuemer (Ed.): Global Communication: Telecommunication and Global Flows of Information in the Late 19th and Early 20th Century / Globale Kommunikation: Telekommunikation und globale Informationsflüsse im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich die elektrische Telegrafie als erstes vollwertiges Telekommunikationssystem der Geschichte international zu verbreiten. Globale entmaterialisierte Informationsflüsse, getragen von einem Netzwerk von Untersee- und Überlandtelegrafenleitungen, veränderten (so erschien es zumindest vielen) das Verhältnis von Zeit und Raum fundamental und entkoppelten menschliche Interaktion von Ko-Lokalität und geographischer Nähe. Telekommunikationstechnologien brachten geographisch weit entfernte und soziokulturell höchst unterschiedliche Orte miteinander in fast unmittelbare Berührung. Sie halfen dadurch mit, eine nicht verortbare globale Sphäre zu schaffen und gestalteten zeitgenössische Globalisierungsprozesse wesentlich mit. Dies konnten und können sie, weil sie einen zentralen Aspekt von Globalisierung direkt betreffen: globale Transfers, Bewegungen und Austauschprozesse. Die Telegrafie zum Beispiel veränderte das Wesen globaler Berichterstattung; transformierte die Geschäfts- und Verwaltungssprache (und über diesen Umweg im Endeffekt auch die Alltagssprache); entkoppelte die Übermittlung von kurzen und entscheidungswichtigen Information von jener von ausführlicheren Hintergrundinformationen; und schuf neue globale Ungleichheiten durch seine asymmetrische Netzwerkstruktur und andere Zugangshindernisse. Kurz, die Telegrafie und etwas später die Telefonie transformierten das Wesen vieler Formen von globaler Interaktion und öffneten dieses Feld für neue Akteure, neue Praktiken und eine neue Funktionslogik. Dieser Band will die vielschichtige Rolle der Telekommunikation und ihrer Netzwerke in den Globalisierungsprozessen des 19. Jahrhunderts neu beleuchten – eine Rolle, die in der Forschung bisher zumeist darauf reduziert worden ist, imperiale Kontrolle und internationales Business gefördert zu haben. Die Beiträge dieser Sonderausgabe übergehen diese zwei traditionellen Perspektiven nicht, wollen aber in erster Linie bisher kaum beachtete Aspekte des Verhältnisses von Telekommunikation und Globalisierung thematisieren. Part II: Mixed IssueArticles, Cliometrics mit Beiträgen von Michael Ruddat & Marlen Schulz, Alvaro S. Pereira, Antonio Tena Junguito und Tapas Mishra, Cluade Diebold, Mamata Parhi & Asit Ranjan Mohanty. Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org
HSR Vol. 34 (2009) No. 4 – Special Issue: Premature Death: Patterns of Identity and Meaning From a Historical Perspective / Vorzeitiger Tod: Identitäts- ûnd Sinnstiftung in historischer Perspektive
Part I: Special Issue Thorsten Halling, Silke Fehlemann & Jörg Vögele (Eds.): Premature Death: Patterns of Identity and Meaning From a Historical Perspective / Vorzeitiger Tod: Identitäts- und Sinnstiftung in historischer Perspektive.
Säuglingssterblichkeit, Unfalltod, Selbstmord, tödliche Erkrankungen und Sterben im Krieg: Der vorzeitige Tod hat viele Gesichter. Was haben diese Phänomene miteinander zu tun? Die Beiträge im vorliegenden Band untersuchen, wie die Frage nach dem Umgang mit dem vorzeitigen Sterben als Analysewerkzeug für die Suche nach den konstitutiven Werten von Gesellschaften dienen kann. Die Skandalisierung bestimmter Formen des vorzeitigen Todes und die Sinnstiftungsmuster zeigen, welche Bevölkerungsgruppen und kollektiven Ideale als „wertvoll“ erachtet wurden. Über Formen von Sinnstiftung wurde etwa beim Soldatentod versucht, die traumatische Erfahrung des vorzeitigen Todes zu kompensieren, indem scheinbar allgemeingültige Identifikationsangebote gemacht wurden. Auch der Prozess des Sterbens selbst wurde mit Zeichen versehen, die der Nachwelt Deutungsmuster nahelegten oder vorgaben, wie etwa durch Abschiedsnachrichten des Selbstmordattentäters oder des Selbstmörders. Dabei bleibt die Frage, inwieweit diese Deutungsmuster von der Nachwelt angenommen oder modifiziert werden. Im vorliegenden Band werden diese Fragen in historischer Perspektive in einem interdisziplinären Ansatz u.a. aus den Fächern Geschichte, Kunstgeschichte, Kultursoziologie und -anthropologie, Medizin und Philosophie diskutiert. Im ersten Teil „Verhandlungen der Lebenslänge“ werden Konzepte diskutiert, die unter politischen, religiösen, ökonomischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten die Lebenslänge spezifischer Bevölkerungsteile zur Disposition stellen bzw. zu schützen suchen. Im zweiten Teil des Sammelbandes „Auseinandersetzung mit dem vorzeitigen Sterben“ beschreiben die Beiträge ganz unmittelbare Erfahrungen im Prozess des eigenen Sterbens bzw. dem von Familienangehörigen oder aber der eigenen Obhut überantworteten Personen. Da es niemandem möglich ist, den eigenen Tod zu beschreiben, sind es vor allem todgeweihte Menschen, die sich mit möglichen Strategien des Sterbens befassen müssen. Daneben geht es in diesem Teil um das (professionelle) Begleiten der Sterbenden und den Umgang mit dieser Erfahrung. Im dritten Teil des Sammelbandes werden die „Inszenierungen und Repräsentationen“ des vorzeitigen Todes untersucht. Das Sterben selbst kann inszeniert werden, der Tod kann aber durch Inszenierung auch nachträglich Umdeutung und Sinnzuschreibung erfahren. Im vierten Teil „Trauern und Erinnern: Der vorzeitige Tod nach dem Krieg“ stehen das Erinnern und die Gedenkpolitik der Zwischenkriegszeit im Vordergrund. Hier trifft die individuelle persönliche Trauer auf den kollektiven Umgang mit den Toten. Es wird beschrieben, wie Hinterbliebene den massenhaften vorzeitigen Tod erleben, erinnern oder verdrängen. Ziel ist es nachzuzeichnen, wie sehr das Erbe der Kriegstoten die Weimarer Republik geprägt hat, welche Sinnstiftungs- und Erinnerungsstrategien es gab und wie sie politisch instrumentalisiert werden konnten. Part II: Mixed Issue
Cliometrics
mit Beiträgen von Claude Schwob, Patrizia Margani & Roberto Ricciuti,
Rainer Metz und Michael Grömling.
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HSR Vol. 34 (2009) No. 3 – Special Issue: Social Bookkeeping Data: Data Quality and Data Management / Soziale Buchführungsdaten: Datenqualität und Datenmanagement
Part I: Special Issue
Nina Baur (Ed.): Social Bookkeeping Data: Data Quality and Data Management /
Soziale Buchführungsdaten: Datenqualität und Datenmanagement
Social bookkeeping data (also called public administrational data, quantitative/standardized process-produced/process-generated data, mass data or mass files) are one of the oldest sources of information used both in historical and in social research. While they resemble survey data in many ways, they also raise specific methodological problems: In contrast to research-elicited data, data production is not controlled by the researcher. Instead, societal and institutional filters influence a) which data are produced and how they are produced (production bias), and b) if and how data are stored (selection bias).
Accordingly, in the 1970s and 1980s, there has been an intense discussion on data quality and data management of public administrational data in German historical social research, namely in HSR. While the use of mass data has increased in recent years due to paradigm shifts both in methodology and theory, due to new developments in IT and due to increased accessibility of these data types, the methodological debate strangely lacks behind this development. This special issue thus aims at re-opening the discussion on social bookkeeping data and linking it to modern methodological discourse (particularly in survey and mixed methods research).
Starting from different stages of the research process, authors ask, what can happen there with and to data and samples? Which problems can arise? Can they be avoided? If not, how should they be properly handled? Do these problems arise for all sources, or are they specific to some sources? Major methodological issues to be tackled are (a) data lore and measurement quality; (b) data selection and sampling problems; (c) archiving and statistical programmes and (d) data preparation.
Part II: Focus
Ingvill C. Mochmann, Sabine Lee & Barbara Stelzl-Marx (Eds.):
«Children Born of War: Second World War and Beyond» / «Kinder des Krieges: Zweiter Weltkrieg und danach»
As in every other war, during and after WWII children were born whose parents belonged to opposite sides of the conflict. Being the child of the “enemy” or of occupation forces, be they friendly or adversarial, has influenced the lives of the children born of war and occupation up until now. Many have been exposed to stigmatisation and discrimination. Now in their fifties and sixties, some have started looking for their roots only recently, thus trying to break the wall of silence that has surrounded them for several decades. Most of them have been concerned with this “stain” of their mixed parentage for their whole lives, often without being able to exchange their experiences with others of similar background. This holds not only for enemy children, but also for children from allied forces such as American soldiers in Britain or Soviet soldiers in Austria and Germany, all of whom seem to have experienced similar difficulties and have been exposed to comparable discrimination.
Regardless of the dimension and social impact of the tens of thousands of children born of war, this topic has so far found little attention in academia, particularly when compared to other aspects of WWII research. Even in German speaking countries with their greater exposure the phenomenon of children born of war, the interest in the topic has been limited. Hundreds of thousands of soldiers were serving in the Wehrmacht all over Europe during WWII and in the post-war decade American, British Soviet and French troops were occupying Germany and Austria.
As a result the German dimension of this topic is significant. In order to make the contributions accessible to the broader German speaking audience, who may again be important knowledge providers, the contributions in this HSR focus are in German except for a summary article on children born of war during the Second World War and beyond. Two articles examine the situation of the children fathered by German soldiers and local women in occupied territories, in Denmark and the Netherlands. The other two articles analyse the situation of children fathered by American soldiers and local women in Germany and Britain and children of Soviet soldiers and local women in Germany and Austria.
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HSR Supplement No. 21 (2009) – Gerhard Heske: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung DDR 1950-1989. Daten, Methoden, Vergleiche
Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) ist eine wichtige Grundlage der Wirtschaftsanalyse. Dies gilt nicht nur für die aktuelle Konjunkturbeobachtung, sondern auch für die wirtschaftshistorische Forschung. Im Jahre 2005 wurden mit dem HSR-Supplement No. 17 für den Zeitraum von 1970 bis 2000 neue Zeitreihen für wichtige Indikatoren der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland veröffentlicht. In diesem Heft erfolgt nun eine Vertiefung und vor allem eine Erweiterung des Zeithorizonts der erforderlichen Berechnungen bis 1950 zurück. Im Unterschied zu den bisher vorliegenden statistischen Ergebnissen werden hier erstmalig für die DDR vergleichbare Daten der Entstehung und Verwendung des Bruttoinlandsprodukts für 1950 - 1989 vorgestellt, die auf der Basis der Methodik des Europäischen Systems der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (ESVG 95) ermittelt wurden. Damit wurde eine vorhandene Datenlücke geschlossen, die bisher die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung der DDR behindert hat.Die für die DDR ermittelten Daten erfolgten nach annähernd gleichen methodischen und wirtschaftssystematischen Prinzipien, daher waren Vergleiche mit Ergebnissen der früheren BRD möglich. Entsprechend wurden auch die statistischen Daten für beide deutschen Staaten zu einem gesamtdeutschen Ergebnis rückwirkend seit 1950 zusammengeführt.
Eine ausführliche Methoden- und Quellenbeschreibung der vorgelegten Ergebnisse und ähnlicher Versuche vor und nach 1990 unterstützt eine sachgemäße Interpretation der Daten. Das umfangreiche Tabellenwerk aus beiden Supplementheften von Gerhard Heske wurde bzw. wird digital aufbereitet und wird in der GESIS-Online-Datenbank "Historische Statistik" (HISTAT; http://www.gesis.org; Anmeldung erforderlich) zeitnah zum Erscheinen des Heftes im August 2009 für die wissenschaftliche Nutzung frei zur Verfügung stehen.
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HSR Vol. 34 (2009) No. 2 – Special Issue: Counterfactual Thinking as a Scientific Method / Kontrafaktisches Denken als wissenschaftliche Methode
Part I: Special IssueRoland Wenzlhuemer (Ed.): Counterfactual Thinking as a Scientific Method / Kontrafaktisches Denken als wissenschaftliche Methode Counterfactual thinking is a common occurrence in everyday-life situations. What if I had bought a ticket before boarding the bus? What if I had not gone to the rock concert and never met my partner? On first glance such counterfactual thoughts appear to be nothing more than a sentimental and all too human trait. What practical use is there in thinking about alternatives of the past that have never been realized? It is, therefore, no surprise that counterfactual thinking in a scientific context has for a long time been eyed suspiciously. Can it have any analytical value to systematically think about things that have never happened and surely will never happen? While some academic disciplines such as law, economics or philosophy have answered this question in the affirmative and have employed counterfactuals as a matter of course, others – such as history or political science – have been particularly critical of the practice that has often been perceived as void of any methodological validity or analytical value. In the last two decades, however, psychological research has demonstrated that counterfactual thinking in everyday life is more than a sentimental pastime and has clearly discernable analytical uses for the thinker. This volume brings together contributions from a variety of different disciplines and seeks to illustrate how counterfactual thinking can, indeed, be useful from a scientific perspective. It builds on the results of recent psychological research and the experiences that researchers in disciplines such as law or economics have made with counterfactual thinking. The volume ultimately seeks to highlight the common analytical ground between counterfactual thinking in everyday life and in academic contexts – particularly in the field of historical research.
Part II: Mixed Issue
Articles, Cliometrics mit Beiträgen von Rainer Diaz-Bone, Bernt Schnettler und Jürgen Raab, Ralf Bohnsack, Annette Vowinckel, Carlo Ciccarelli und Stefano Fenoaltea. Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org [nach oben]
HSR Vol. 34 (1/2009) - Nina Baur (Ed.): Linking Theory and Data: Process-Generated and Longitudinal Data for Analysing Long-Term Social Processes / Verknüpfen von Theorie und Daten: Prozess-generierte und longitudinale Daten zur Analyse langfristiger sozialer Prozesse
Theory and data are closely linked in empirical research: Data are the main source for building and testing theories, and without theoretical focus, it is impossible to select and interpret data. Still, the relationship between theory and data is only rarely discussed and, if so, only on a general level. Focussing on process-oriented and longitudinal research questions, the authors of this special issue contribute to this discussion by elaborating some data types that can be used for analyzing long-term social processes. For each specific data type, it is important to ask about their specific characteristics and how this effects interpretation. What are the advantages and disadvantages of this data type? For which kind of theoretical and thematical research question are these data suitable? Where and how can these data be sampled and collected? What specific problems in sampling, interpretation and validity do arise in longitudinal research, and how can they be solved?The contributers address these questions from a broad range of theories (as different as Rational Choice Theory, Figurational Sociology, Biographical Research, Discourse Theory and Cultural Theories) and by either re-analyzing research-elicited data (e.g. interviews, surveys) or by using process-generated data (e.g. ego-documents, popular literature, military records, genealogies, newspapers, television commercials and web-based process-generated data). Rückfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: hsr@gesis.org [nach oben]


