Sozialberichterstattung in Europa: European Social Reporting Network

Die Sozialberichterstattung ist der vermutlich wichtigste und erfolgreichste Anwendungsbereich der Sozialindikatorenforschung. Die Ziele und Funktionen der Sozialberichterstattung werden insbesondere darin gesehen, Zustand und Veränderungen der Lebensbedingungen und Lebensqualität in einer Gesellschaft oder im Vergleich verschiedener Gesellschaften auf einer adäquaten Datenbasis im Sinne eines regelmäßigen und umfassenden Monitorings zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. Mittlerweile werden in fast allen europäischen Ländern auf der nationalen Ebene Sozialberichte regelmäßig veröffentlicht, wenn auch von unterschiedlichen Akteuren und in unterschiedlichen Formaten. Einige dieser Reports, wie z. B. die britischen Social Trends, der holländische Social and Cultural Report und die französischen Donnés Sociales werden inzwischen bereits seit nahezu vier Jahrzehnten regelmäßig publiziert. In anderen Ländern, wie z. B. der Schweiz, Polen und Spanien wurde eine nationale Sozialberichterstattung dagegen erst vor wenigen Jahren eingeführt.

Verschiedene Akteure der europäischen Sozialberichterstattung haben 2008 das informelle European Social Reporting Network (ESRN) begründet. Diese Initiative steht im Zusammenhang mit einer Serie von Konferenzen zum Thema „Sozialberichterstattung in Europa“, die seit 2006 von C. Collicelli (Censis) und H.-H. Noll (GESIS) in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni organisiert und von der Europäischen Kommission, der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Villa Vigoni gefördert wurden.

Programme und Materialien zu den Konferenzen der Jahre ...
2007 (164 KB)2008         2009         
201020112012


Repräsentiert waren bisher die folgenden Social Reports:

© GESIS Heinz-Herbert Noll 06.02.2009